OBEP04: Die Entdeckung der 8 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

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OBEP04: Die Entdeckung der 7 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

Tach,

so mancher unkomplizierte Zeitgenosse fragt sich, ob das Licht im Kühlschrank eigentlich eingeschaltet bleibt, wenn die Tür zu ist.
 
Nein, bleibt es nicht. Im Kühlschrank ist es dunkel, wenn die Tür geschlossen ist. Wozu sollte es auch eingeschaltet bleiben? Damit das Gemüse keine Angst im Dunkeln hat?
 
Es gibt allerdings einen Kühlschrank, bei dem ist das Licht immer an. Egal, ob dessen Zugänge offen oder geschlossen sind. Ich rede vom größten Kühlschrank der Welt. Nein, dass wird kein Rainer Calmund Witz. Ich meine natürlich den Large Hadron Collider LHC am CERN.
 
Der LHC ist nicht nur der größte Kühlschrank, weil für seinen Betrieb diverse Magnete auf wahrhaft frostige Temperaturen gekühlt werden müssen. Er ist auch ein Teilchenbeschleuniger zur Erforschung der Grundelemente von Materie. Auch Elementarteilchen genannt.
 
Während Wissenschaftler bei dieser lapidaren Beschreibung sich womöglich angewidert wegdrehen, reicht mir das als komplizierte Einleitung zu dieser Solo Episode meines Podcasts.
 
Auch ich beschäftige mich in dieser Episode mit der Erforschung der Elementarteilchen aber aus Perspektive eines erfolgreichen Online Business.
 
Ich hatte zwar eigentlich ein ganz anderes Thema vor, aber das war nach der 1. Aufnahme so langweilig, dass unser Kater Kiwi frustriert sein Frühstück erbrochen hat. Da musste ich also nochmal ran. Also nachdem ich aufgeräumt hatte.
 
Daher möchte ich hier nun nach den ersten drei Interviews ein kleines Resumé ziehen und die Grundelemente eines erfolgreichen Online Business rausarbeiten. Hier nun auch zum nachlesen und auswendig lernen:
 
1. Testen, Testen, Testen
2. Nie ohne Zielgruppe
3. Bootstraping und MVP
4. Mehrwert liefer, viel Mehrwert
5. Reziprozität
6. AM Unternehmen statt im Unternehmen
7. Konkrete Problemlösunge bereitstellen
 
Garniert werden die Ausführungen durch 10 spannende (ja, wirklich!) Fakten aus meinem Leben, damit ihr mich etwas besser kennenlernt.
 
Ich wünsche dir viel Spaß bei dieser Folge!
 

Bleib gesund!

Dein Stefan

PS. Unten findest du zu jeder Episode auch das vollständige Transkript.

OBEP04: Die Entdeckung der 8 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

S: Ich habe immer noch das Gefühl, mich nicht richtig bei euch vorgestellt zu haben. Deswegen will ich das hier mit zehn Fakten aus meinem Leben jetzt nachholen. Fakt Nummer 1: Ich hasse Kleinkram, das heißt, ich brauche Shampoo-Flaschen, Packungen, Tüten, überall, wo noch ein kleiner Rest drin ist, brauche ich nicht richtig auf. Mich nervt das einfach, lieber breche ich eine volle Packung an. Das treibt natürlich meine Frau in den Wahnsinn. [00:26]

Fakt Nummer 2: Ich wurde im Gymnasium ziemlich gemobbt. Und bevor ich die Schule wegen meiner schlechten Noten verließ, habe ich dem Obermobber volle Kartoffel eins auf die empfindliche Nase gegeben. Ach, was hat das schön geblutet. [00:40]

Fakt Nummer 3: Ich bin in Köln geboren, ich lebe in Köln und ich liebe Köln. Doch den Karneval kann ich nicht ausstehen. Meistens flüchten meine Frau und ich an Karneval aus der Stadt. Das weiteste Ziel ist da gerade gut genug, 2020, vor Corona, war es Japan. [00:57]

Fakt Nummer 4: Ich bin über zehn Jahre mit meinem Vater zu den Kölner Haien zum Eishockey gegangen, kann mich aber keine zehn Sekunden auf dem Eis aufrecht halten. [01:06]

Fakt Nummer 5: Es hat 38 Lebensjahre gedauert, bis ich das erste Haustier bekommen habe. Seit Mai haben wir einen Kater namens Kiwi. Richtig gehört, eine Katze namens Kiwi, nicht andersherum, keine Kiwi namens Katze. Obwohl das pflegeleichter wäre. By the way: Im Blog Post zu dieser Episode ist auch ein Foto von Kiwi. Katzenbilder und Internet soll sich ja irgendwie gut vertragen. [01:29]

Fakt Nummer 6: Corona hat bei mir dazu geführt, dass meine Sozialphobie noch größer geworden ist, selbst mittlere Menschenansammlungen finde ich mittlerweile echt ätzend. [01:40]

Fakt Nummer 7: Hätte ich meine Frau Tanja nicht kennengelernt, würde ich wahrscheinlich immer noch zu Hause hocken, total verpickelt, World of Warcraft spielen und einfach nur zocken. [01:50]

Fakt Nummer 8: Ich mache echt richtig gute Pizza, ehrlich, ohne Mist, sie ist echt gut! [01:56]

Fakt Nummer 9: Einmal pro Jahr suche ich mir den beschissensten Tag im Jahr aus, der möglichst kalt und möglichst verregnet sein soll, um dann in den Zoo zu gehen und die Gehege quasi für mich allein zu haben. Meistens klappt das nicht, denn am Eingang warten ganz früh morgens dann trotzdem drei komplette Kindergärten auf Einlass. [02:15]

Fakt Nummer 10: Ich bin ziemlich strukturiert, was aber nicht heißt, dass ich auch ziemlich ordentlich bin. Ich bitte, das nicht zu verwechseln. [02:24]

So, nachdem wir diese essenziellen, wichtigen Themen geklärt haben, können wir ja eigentlich mit dem Thema loslegen, aber was war das Thema gleich noch?
Das Thema ist, dass in den Interviews, die ich führe, bestimmte Grundsätze eines Online Business immer wieder durchscheinen, entweder ganz klar ausgesprochen oder irgendwie zwischen den Zeilen. Und ich wollte mir jetzt einfach einmal die Mühe machen und habe diese Grundsätze, acht an der Zahl, hier in diesem Podcast einmal aufgelistet, und sage dann zu jedem dieser einzelnen Punkte dann noch etwas.
Los geht's. [03:01]

Grundsatz Nummer 1: In einem Online Business muss man testen, testen, testen. Was heißt das konkret? Das heißt konkret, dass der erste Entwurf einer Webseite niemals der beste ist, sondern man muss optimieren. Wenn die ersten User darauf gegangen sind, dann schaut man, was funktioniert und was nicht funktioniert. Da können zum Beispiel A- und B-Tests eine gute Möglichkeit sein, d. h. ein Modul, ein Schriftzug, eine Box, wo sich Leute anmelden sollen, wird in verschiedenen Variationen auf der Webseite ausgespielt, und die Variation, die am meisten Anklang findet, wird dann vorgeschlagen als Optimierung für die Webseite. Testen bezieht sich aber natürlich nicht nur auf die Webseite, sondern auch auf das Produkt, indem man unter anderem eine Umfrage gestaltet oder vielleicht auch einen kleinen Selbsttest oder ein Quiz zu dem Thema, auf die dann die Leute antworten können. Wichtig beim Testen ist, dass man Feedback von seiner Zielgruppe bekommt. Doch es gibt da ein Problem: Wenn man 10.000 Menschen fragen würde zu seinem Produkt, zu seiner Webseite, zu egal, welchem Thema, bekäme man auch 10.000 Meinungen. Doch nicht jede Meinung, die man bekommt, ist auch Grund dafür, sein komplettes Produkt-Design beispielsweise zu überdenken. Denn nur, weil jemand eine Meinung hat, heißt das nicht, dass derjenige auch Expertise in dem jeweiligen Thema hat und sich auskennt. Deswegen ist immer abzuwägen, ob die Resultate, die ihr beim Testen bekommt, euch tatsächlich dazu veranlassen sollten, euer Produkt oder eure Webseite oder was auch immer zu überdenken. Es hängt nämlich immer davon ab, wer tatsächlich diese Meinung äußert und was für einen Hintergrund diese Person hat. Ich gebe ein Beispiel: Nur, weil jemand Facebook-Werbung total kacke findet, heißt das nicht, dass er jemals selbst Facebook-Werbung geschaltet hat. Nur weil jemand euer Buch total doof findet, heißt das nicht, dass er erstens sich im Thema auskennt und zweitens überhaupt auf diese Art von Büchern steht. Also die Person und ihr Hintergrund sind für ihre Meinung für euch einzusortieren extrem wichtig. Und trotzdem bleibt - der Erfolg, heißt der Weg im Online Business, ist, seine Produkte immer wieder zu testen, zu testen, zu testen. Und wie gesagt, das bezieht sich nicht nur auf Produkte, sondern im Prinzip auf alles. Auf die Webseite, auf eure Newsletter, auf Affiliate-Links, die ihr gesetzt habt. Egal, auf was, testet, testet, testet. [05:35]

Punkt Nummer 2: Arbeite niemals ohne deine Zielgruppe. Es hilft dir gar nichts, wenn du in den Keller gehst und dort zwei Jahre lang verschwindest, dass dich deine Familie womöglich als vermisst meldet, und du dann nach zwei Jahren wiederkehrst und ein Produkt in den Händen hältst, was am Ende keinen wirklich interessiert, weil du innerhalb dieses Prozesses, innerhalb dieser zwei Jahre niemanden wirklich gefragt hast, ob das, was du da baust, überhaupt jemand braucht, überhaupt jemand gut findet, versteht. Und deswegen ist es super wichtig, nicht nur zu testen, wie wir es in Punkt 1 hatten, sondern auch möglichst früh den Kontakt zu deiner Zielgruppe aufzubauen.
Aber wo ist denn deine Zielgruppe? Das hängt natürlich so ein bisschen von deinem Produkt ab oder von deiner Idee. Allerdings ist der Weg zur Zielgruppe doch wesentlich kürzer, als die meisten für möglich halten. Gucken wir uns die sozialen Netzwerke an, Facebook beispielsweise, gucken wir uns Instagram an. Solltest du z.B. ein neues Produkt, einen neuen speziellen Grill, mit dem die Grillwürstchen noch besser werden, designen gerade, dann ist das jetzt vielleicht nicht unbedingt ein Online Business, aber du solltest dann den Kontakt zu Leuten suchen, die auf Instagram jetzt neulich ihre Bratwurst gepostet habe, denn das scheinen ja Leute zu sein, die gerne grillen. Vielleicht könntest du im Park einfach auch einmal Leute ansprechen, die gerade grillen, und fragen, was sie denn an ihrem derzeitigen Grill wirklich gut finden und was nicht so sehr. Der Weg zur Zielgruppe ist meistens nicht so lang, wie man ihn für möglich hält oder wie man befürchtet, dass er es sein könnte. Dafür muss man keine professionelle Marktforschung tun, sondern sich nur vielleicht innerlich ein bisschen überwinden, auf Menschen konkret zuzugehen und sie anzusprechen, mit ihnen über deine Idee zu sprechen, und womöglich auch zu kassieren, dass sie davon nicht besonders begeistert sind. Aber das ist nicht schlimm, denn womöglich kannst du ihr Feedback verwenden, um das Produkt besser zu machen. [07:35]

Wenn es um die Produktentwicklung geht, im Online Business, dann gibt es zwei Ansätze, die ich hier gerne an Punkt 3 wiedergeben würde. Auch die sind in Interviews immer wieder durchgeklungen und sie nennen sich: Bootstrapping und der MVP-Ansatz.
Bootstrapping bedeutet, dass man mit dem minimalsten Produkt, was man sich irgendwie vorstellen kann, also das heißt, ein Produkt, was das elementarste Problem des Kunden löst, aber viel mehr auch nicht, an den Start geht, und dann mit dem hoffentlich dadurch entstehenden Cashflow, also Einnahmen, die man generiert, dann das Produkt immer weiter aufbaut. Nichts anderes hat ein Bill Gates getan, als er in seiner Garage saß und dort die ersten PCs zusammengebaut hat. Bei Steve Jobs war es an der Stelle genauso. Sie haben immer mit dem Minimum, was ihnen zur Verfügung stand, angefangen, und haben dann auf Basis des Erfolges ihres Produktes immer weiter quasi hinzugefügt und das Produkt vervollständigt. Der MVP-Ansatz oder auch der Minimal-Viable-Product-Ansatz funktioniert ähnlich bzw. beschreibt eigentlich genau das Gleiche, dass man auch hier mit einem Minimalprodukt erst einmal testet, ob es überhaupt am Markt richtig gut ankommt, und dann sukzessive immer weiter Produkt-Features ergänzt, um quasi den kompletten Bedarf des Kunden abzudecken. [09:07]

Punkt Nummer 4 gehört dem Mehrwert. Mehrwert, das hört man im Internet häufiger: "Du musst Mehrwert liefern, und zwar viel Mehrwert, grandiosen Mehrwert!" Ich habe mich da immer gefragt: Was denn zur Hölle ist denn Mehrwert überhaupt? Und ist der Mehrwert, den ich für mich selbst als solchen definieren würde, auch etwas, was du persönlich als Mehrwert siehst?
Und da ist die Krux: Etwas, was für mich Mehrwert hat, hat für dich vielleicht gar keinen Mehrwert und andersherum. Aber wie sollst du nun entscheiden, was du an Mehrwert liefern kannst, deinen Kunden? Was dahintersteckt, ist eigentlich ganz einfach: Letztendlich gibt es im Internet alles umsonst, es ist einfach so. Jede Information kann letztendlich kostenfrei irgendwo bezogen werden. Auch Inhalte, die in Online-Kursen vermittelt werden, sind meistens auf die eine oder andere Art und Weise, aggregiert oder nicht aggregiert, als Information kostenfrei im Netz erhältlich.
Mehrwert kann man dabei definieren als etwas, was dich in deiner Problemlösung zu einem x-beliebigen Problem einen Schritt vorwärtsbringt. Zum Beispiel: Du möchtest neuen Rasen aussähen in deinem Vorgarten, und suchst jetzt einen Ratgeber, erstens wie man das jetzt konkret macht, und zweitens was die besten Rasensorten dafür sind. Du hast also ein konkretes Problem. Mehrwert wäre jetzt hier, dass du eine Anleitung findest, in der jemand beschreibt, wie man ganz korrekt den Rasen aussäht und welche Rasensorten man in welcher Jahreszeit für welches Klima ganz konkret nutzen sollte. Das wäre Mehrwert an der Stelle. Das bringt mich allerdings zu einer interessanten Frage: Wie entscheide ich denn jetzt, was ich kostenfrei rausgebe an Mehrwert in meinem Produkt, und was ich mir bezahlen lasse? Denn letztendlich könnte ich ja auch eigentlich alles kostenfrei veröffentlichen, nur dann habe ich davon ja auch in meinem Produkt Cashflow-technisch, Umsatz-technisch nicht so viel. Das ist eine sehr interessante Frage, und letztendlich gibt es eine konkrete Antwort darauf:
Du gibst nämlich alles kostenfrei raus, tatsächlich alles. Die Frage ist nur, wie gehst du ins Detail? Denn nur weil du eine Anleitung schreibst, wie man seinen Rasen im Vorgarten bestellt, heißt das noch lange nicht, dass das jemand hinbekommt. Je mehr du mit deinem Mehrwert ins Detail gehst, je mehr du in die Frage "Wie mache ich das denn?", gehst, desto höher ist der Mehrwert am Ende, den das Ganze für deine Kunden hat, und desto eher kannst du auch entscheiden, dass du genau diese Inhalte, die exakt von A bis Z vorgeben, wie er sein Problem löst, dass diese dann die Bezahl-Inhalte sind. Das Wie auf der obersten Ebene, also z.B.: "Du gehst in den Baumarkt, kaufst die und die Rasensorte, du brauchst die und die Geräte, du sollst das in dieser und dieser Jahreszeit machen, und achte bitte darauf, dass du X-, Y-Punkte noch bei dem Vertikutieren deines Rasens beachtest", so etwas kann man kostenfrei herausgeben und gibt auch schon einmal Hinweise und eine wertvolle Hilfe. Aber wenn es dann wirklich ins Detail geht, Detail-Fragen aufkommen, dann sind das immer kostenpflichtige Inhalte. [12:26]

Punkt Nummer 5, auch etwas, was in den Gesprächen immer wieder herauskommt, ist die sogenannte Reziprozität. "Oh Gott, was ist das denn?", denkt man sich jetzt. Es ist eigentlich ganz einfach. Dahinter steckt der Gedanke: Wer gibt, dem wird gegeben. Ein kleines Beispiel: Ich war vor einiger Zeit einmal in einer Sporttherapie und der dortige Trainer, als er mich gerade massierte, erklärte mir, dass er gerade ein tolles Buch von Bodo Schäfer gelesen hätte, in dem stand, dass man spenden müsste, damit man sehr viel Geld bekommt. Und ich habe das nicht verstanden, ich habe ihn mehrfach gefragt. Ich habe nicht verstanden, warum man Geld ausgeben muss, damit man Geld bekommt. Da wäre es doch logischer, Geld zu behalten, um Geld zu haben, egal. Auf jeden Fall habe ich es zu dem Zeitpunkt nicht verstanden, mir ist es erst später klargeworden, von was er konkret da gesprochen hat, und zwar ist es genau dieses Reziprozitäre: Man gibt, um am Kreislauf des Lebens, Wirtschaftskreislauf zu partizipieren, um dann in der Hoffnung zu sein, dass man auch entsprechend Geld zurückbekommt, weil auch andere geben, und das fließt einem dann wieder zu. Es klingt so ein bisschen spirituell, muss man ehrlicherweise zugeben, und verlangt auch eine gewisse Form von Vertrauen, aber es gibt tatsächlich Kreise, die sagen: Du musst schon größere Beträge, mindestens vier- bis fünfstellig im Jahr spenden, damit das Kapital dann auch in irgendeiner Art von Form über deine Bemühungen dann zu dir zurückfließt.
Man kann das ein bisschen reduzieren für das Online Business. Es ist immer besser, Vertrauen aufzubauen, und das gelingt, indem man erst einmal gibt. Also Vertrauen z.B. gibt, oder Informationen gibt, oder Hilfestellungen gibt, ohne etwas dafür zu erwarten, aber immer mit dem Hintergedanken, dass irgendwann diese - man kann es auch Karmapunkte nennen - dass irgendwann dieses Karma, irgendwann dieses Geben schon irgendwann zu einem zurückkehren wird. Das ist mit diesem Punkt gemeint. [14:43]

Punkt Nummer 6, der immer wieder rausgekommen ist, ganz besonders in dem Interview mit Melanie Retzlaff, war, dass es das oberste Ziel sein sollte, nicht im Unternehmen zu arbeiten, sondern am Unternehmen. Da das einen wesentlich höheren Wirkungsgrad hat, oder deine Arbeit damit einen wesentlich höheren Wirkungsgrad hat, als wenn du dich in deinem Unternehmen aufreibst. Also auch hier ein Beispiel: Nehmen wir an, du bietest einen Service an, um E-Books zu formatieren. Dann kannst du natürlich den lieben langen Tag E-Books formatieren und das funktioniert vielleicht ganz gut, aber letztendlich hast du den gleichen Stress, als wenn du Nine to Five zum Job gehen würdest und dort die Aufgaben bearbeitest, nur dass du im Job dann sagen kannst nach 17 Uhr: "So, ich gehe jetzt nach Hause." Mit dem eigenen Business, wo du derjenige bist, der ständig die E-Books formatieren muss, kannst du das nicht, denn vielleicht hat der Kunde noch Sonderwünsche oder die Deadline rückt schon wieder näher als sie eigentlich sollte, und es muss ganz dringend abgegeben werden, das fertige Format etc. pp. Letztendlich baust du dir als Unternehmer, der du im Unternehmen arbeitest statt am Unternehmen, eine Art eigenes goldenes Hamsterrad, wenn es gut läuft. Und genau das soll nicht. Das ist einer der Grundsätze im Online Business, dass man immer am Unternehmen arbeitet. Also am Beispiel, dass man sich Gedanken macht: Wer kann denn, wenn ich einmal nicht kann, die E-Books formatieren? Kann ich es auslagern? Muss ich es vielleicht so dokumentieren, dass diese Arbeit jeder ausführen kann? Genau das ist der Kern. Ich arbeite am Unternehmen, ich automatisiere, ich hole mir Leute rein, die ich dafür beauftragen kann, vielleicht geht meine Marge ein bisschen runter, aber zumindest verschaffe ich mir die Zeit, an den Themen zu arbeiten, die wirklich wichtig sind, und zwar an der Maschine, an diesem Unternehmen, das am Ende für mich arbeiten soll. [16:40]

Punkt Nummer 7 ist die konkrete Problemlösung. Es geht immer um Probleme, die gelöst werden müssen. Auch hier wieder ein kleines Beispiel: Ich war einmal auf einer Messe unterwegs, es war eine Karrieremesse, wir waren mit der Firma an unserem Stand und haben potenzielle Bewerber angesprochen. Ganz am Ende dieser Veranstaltung kam ein etwas älterer Herr zu uns und sprach aber mit uns nicht über unsere verfügbaren Stellen und die Job-Profile, sondern versuchte, uns sein Produkt zu verkaufen, und zwar einen Buchständer. Vielleicht kennt ihr das, die gibt es manchmal aus Holz, gerade so in Kirchen, wo dann die Bibel aufgeklappt darauf liegt. Und er hatte so ein Ding entwickelt, aus Plastik bzw. ich glaube, es war sogar aus Pappe, was man sehr variabel verschieben konnte und jede Menge Bücher darauf bauen konnte. Gut, wir waren interessiert an diesem Herrn und fragten uns natürlich, was das jetzt konkret sei, was er uns denn da anbieten wollen würde, und er zeigte uns Bilder, zeigte, wie er drei, vier, fünf Jahre an diesem Ding entwickelt hat, zeigte uns seinen Lagerbestand, wie viel tausend Exemplare er hatte, nur es änderte alles nichts. Er war auf einer Karrieremesse, er sprach mit IT-lern von einem IT-Unternehmen, dem er versuchte, sein Produkt zu verkaufen, was eigentlich komplett am Bedarf dieser Menschen, mit denen er sprach, vorbei war, denn erstens waren die Bücher, die wir hatten, nicht so groß, dass wir dafür einen Buchständer bräuchten, zweitens bräuchten wir generell keinen Buchständer, selbst wenn wir so große, dicke Bücher hätten, und drittens: Wer benutzt heute schon noch Buchständer zu Hause, um da ein riesiges dickes Buch daraufzustellen, und wer hat noch so große Bücher, wofür man so einen Buchständer bräuchte? Diverse Gründe, warum er komplett zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Deswegen sage ich: Ich gebe dieses Beispiel jetzt hier an der Stelle, um einfach noch einmal zu vermitteln, es geht um eine konkrete Problemlösung. Er hat ein Problem erkannt, womöglich, dass die Leute zu wenig Buchständer haben oder dass das Halten von schweren Büchern zu schwer ist. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob er tatsächlich einfach nur diesen Buchständer entwickeln wollte, um ihn dann zu verkaufen, oder ob er tatsächlich an einer konkreten Problemstellung dieses Produkt entwickelt hat. Und wenn man das an einer konkreten Problemstellung entwickelt, dann hat man doch sicherlich auch eine Zielgruppe, die man dazu ansprechen kann, die aber wahrscheinlich nicht auf einer Karrieremesse unterwegs ist. Egal, ich denke, der Punkt ist klargeworden. Es geht im Internet immer um konkrete Problemlösungen, und dafür kann man beispielsweise auch Google befragen. Es gibt Webseiten - wird in den Showdowns verlinkt - die listen auf, welche Fragen Google gestellt werden. Also z.B.: Mir fallen ständig die Bilder von der Wand, was tun? So, und da kann man sein Produkt jetzt entwickeln. Entweder ist es ein physisches Produkt, mit dem man wesentlich besser seine Bilder an der Wand befestigen kann, oder es ist eine Anleitung, wie man Hammer und Nagel adäquat benutzt. [19:58]

Und da sind wir auch schon am letzten Punkt dieser Auflistung, Punkt Nummer 8: Denkt nicht ans Geld. Nein, im Ernst: Hör auf, ans Geld zu denken. Das ist ein Punkt, der mir persönlich auch sehr schwerfällt. Das ist aber auch okay, weil uns gerade bestimmte Experten im Internet immer wieder glauben machen wollen, dass es unheimlich einfach ist, im Internet Geld zu verdienen. Und es gibt auch viele Bilder von Lamborghinis und dicken Uhren, gerade auch im Network-Marketing tolle Traumstrände und die Leute leben in Saus und Braus, und man gewinnt den Eindruck: "Boah, das will ich auch, geil, das kann doch eigentlich gar nicht so schwer sein. Wenn die das können, kriege ich das auch hin." So, aber das ist schon einmal der erste Punkt. Wer mit der Motivation in ein Online Business, ein eigenes Unternehmen geht, "Ich will damit möglichst viel Geld verdienen", startet bereits mit einer gewissen Toxi[zi]tät. Was ich damit sagen will, ist: Wer nur das Ziel hat, Geld zu verdienen, der kann auch in seinem Job bleiben, denn da kriegt er ja Geld. Es geht aber bei einem Online Business um viel mehr, nicht nur darum, dass man Geld verdienen will, auch dass man viel und schnelles Geld verdienen will, ist im Online Business in den meisten Fällen nicht der Fall. Es dauert mindestens zwei bis drei Jahre, bis tatsächlich vernünftige Umsätze erwirtschaftet werden, mit denen man dann tatsächlich auch seine Träume und sein Leben so leben kann, wie man sich das vorstellt. Wenn man das aber tut, mit dem ersten und alleinigen Ziel, genau diese Beträge zu erwirtschaften, wird diese Motivation so oder so nicht lange halten. Und darum geht es aber, deswegen ist es so wichtig, im Internet sein eigenes Warum zu finden, um die Motivation aufrecht zu halten, diesen langen Weg von zwei bis drei Jahren überhaupt gehen zu können. Versteh mich bitte nicht falsch: Ein Online Business ist kein karitativer Verein, es geht natürlich darum, dass man auch mit dem, was man da tut, Geld verdient und Umsätze erwirtschaftet, denn sonst können Unternehmen nicht existieren, ohne dass Geld reinkommt. Aber es darf eben nicht die erste Motivation sein. Die erste Motivation muss immer sein, dass man den Menschen helfen möchte, so blöd und abgedroschen das auch klingt. Der erste Gedanke ist: Ich möchte ein Problem meiner Zielgruppe lösen. Meine Motivation mit den Online Business Experten ist es beispielsweise, mehr Menschen zu ermöglichen, den Weg aus einem frustrierenden Nine-to-Five-Job in ein freiheitsverschaffendes Online Business zu finden. Das ist meine persönliche Motivation. Ich stelle mir Kunden vor, die ich später einmal haben werden, denen ich klar erkläre, von A bis Z, ohne Risiko, ohne finanzielle Einschränkungen, wie sie ein Online Business aufbauen können, und die Leute kommen plötzlich aus ihrer Frustration heraus, sehen wieder Licht am Ende des Tunnels, freuen sich des Lebens und gehen in eine wirklich hell scheinende Zukunft mit ihrem Online Business, und können sich im Prinzip gar nicht mehr vorstellen, warum sie all die Jahre hinter ihrem Schreibtisch so geklemmt haben. Das ist mein Zielaspekt, das möchte ich erreich. Und da spielt natürlich Geld nachher eine Rolle, aber so, wie es Sebastian Krämer in einem der zukünftigen Interviews sagen wird: "Geld ist, wenn man das Warum gefunden hat, nur ein Abfallprodukt." [23:12]

Das sind die acht Grundwerte eines Online Business, so wie ich es ja aus den letzten Interviews herauskristallisiert habe. Ich freue mich sehr auf die weiteren Interviews und hoffe, dass sie euch auch entsprechende Einsichten in ein Online Business geben, euch unterstützen, und dass ihr Menschen findet, die euch zeigen können, wie ihr das, was ihr womöglich dann jetzt bald vorhabt, auch tatsächlich umsetzen könnt. [23:36]

OBEP03: Tom Schmidt’s Rezept für ein erfolgreiches Amazon KDP Business

Amazon KDP
Amazon KDP

OBEP03: Tom Schmidt’s Rezept für ein erfolgreiches Amazon KDP Business

Shownotes zur Episode

Hallöle,

unter die Selfpublisher (also Menschen, die in Eigenregie Bücher veröffentlichen) zu gehen ist heute so einfach wie nie.

Wer im Besitz eines kostenfreien Amazon KDP Accounts ist, kann mit wenigen Klicks ein Manuskript und ein Cover hochladen. Die ISBN bekommt man von Amazon sogar geschenkt.

Das Ganze muss noch von Amazon freigegeben werden und danach kann auch sofort in E-Book oder Taschenbuch-Form von Millionen Amazon Kunden gekauft werden. Pro Verkauf gibt es einen Prozentsatz Tantiemen.

Vor 3-4 Jahren war das ein ziemlich sicherer Weg, unabhängig von irgendwelchen Qualitätsstandards über Amazon eine beträchtliche Anzahl Kröten 🐸dazuzuverdienen. So mancher hat sich in dieser Zeit mit mittelmäßigen Druckerzeugnissen eine goldene Nase verdient.

Diese Zeiten sind leider schon lange vorbei. Der Amazon KDP Markt ist erwachsener geworden. Der Qualitätsanspruch der Kunden höher.

Dadurch, dass die Eintrittsschranken in diesen Markt durch Amazon so niedrig sind, ist der Wettbewerb entsprechend hoch. Viele versuchen es, weil es eben nicht so schwer erscheint. Oft wird deswegen Amazon KDP als Online Business Modell auch totgesagt.

Bekanntlich aber leben Totgesagte 💀oft länger! Genau das ist bei Amazon KDP der Fall.

In diesem Interview habe ich Tom Schmidt zu Gast. Er verfolgt mit seinem Unternehmen Nomad Publishing den Approach auf Verlagsniveau zu publizieren. Ihm geht es um Qualität und die Idee, die als Wettbewerbsfaktor bei seinen Lesern punktet.

Seine Bücher, die er auch teilweise in Kooperation mit bekannten Coaches und Experten veröffentlicht, brauchen sich hinter der Qualität eines stationären Buchmarktes nicht zu verstecken.

Seiner Meinung nach, ist Amazon KDP als passive Einkommensquelle noch immer eine der besten Adressen für angehende Online Unternehmer.

Über Jahre hinweg, hat er Wissen in den verschiedenen Facetten der Nischenfindung, Buch Produktion, Outsourcing und Vermarktung angesammelt und perfektioniert.

Alleine bräuchte man viele (gescheiterte) Buchveröffentlichungen, um wissenstechnisch gleichzuziehen.

Auf seinem Youtube Kanal und seinen Coachings, gibt er dieses Wissen weiter. Ich habe selber ein Buch auf Amazon unter meinem Namen* veröffentlicht und sein Kanal war dafür Anlaufstelle Nr. 1.

Besonders gefallen hat mir dabei, dass Tom nicht nur populäre Themen (die meist irgendwas mit Cash 🤑 zu tun haben) behandelt, sondern auch über Dinge spricht, die ernsthafte Unternehmer unbedingt bedenken sollten. Stichwort Künstlersozialkasse. Oder wie viel Umsatz brauche ich, um davon Leben zu können? In der Instagram, BlingBling Welt, fehlt diese Perspektive oft.

Ihm ist es ernst mit seiner Sache. Das merkt man im Gespräch mit Tom realitiv schnell. Würde ich nochmal als Autor durchstarten wollen, wäre Tom meine erste Adresse für ein Coaching. Das kostet zwar Geld, spart aber mittel- bis langfristig enorm. Nicht nur Kosten, sondern auch Nerven.

Viel Spaß bei dieser Episode!

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP03: Tom Schmidt's Rezept für ein erfolgreiches Amazon KDP Business

I = Stefan
B = Tom

I: Dann geht's los! Tom Schmidt, herzlich willkommen in meinem Podcast, ich freue mich heute sehr, dass du dabei bist. Ich habe einige spannende Fragen für dich vorbereitet. Du bist im Bereich Self-Publishing, Amazon, KDP unterwegs, da habe ich einige Sachen vorbereitet heute, um das Ganze auch den Hörern ein bisschen näher zu bringen, dieses Geschäftsmodell im Internet. Schön, dass du mit von der Partie bist. #00:00:26#

B: Ja, hallo Stefan, hallo an jeden Zuhörer, vielen Dank auch für die Einladung hier zum Podcast. Ich bin nicht so oft in Podcasts dabei, aber deine Herangehensweise, dein Projekt hat mich von Anfang an fasziniert und ich freue ich mich auf deine Fragen und freue mich natürlich auch, dieses Business-Modell euch ein wenig besser vorstellen zu können. #00:00:46#

I: Ja, darauf freue ich mich auch sehr, denn ich habe damit auch schon Erfahrung gesammelt und bin da immer ein Freund davon gewesen. Bevor wir allerdings richtig in die Themen einsteigen, würde ich dich gerne den Zuhörern ein bisschen vorstellen, so ein paar Informationen, die ich über dich gefunden habe. Da starte ich einfach einmal mit dem Thema: Du hast im Self-Publishing schon über hundert Bücher veröffentlich, und davon 85 Tausend verkaufte Einheiten, das ist schon beträchtlich. Ich denke, da kannst du es ja schon fast mit einem Verlag aufnehmen. #00:01:19#

B: Ja. #00:01:20#

I: Was zu lesen steht auf deiner Webseite, ist, dass du als Student quasi damit angefangen hast und in deinem Bachelor das Amazon-Publishing-Business gestartet hast und damit dann auch relativ schnell erfolgreich geworden bist, sodass dir das die Freiheit gegeben hat, auf dein Masterstudiengang zu "verzichten". #00:01:42#

B: Mhm. #00:01:44#

I: Mittlerweile hast du auf deinem YouTube-Kanal, wo ich auch schon relativ viele Videos gesehen habe, 4000 Follower, das ist schon ordentlich, und hast eine eigene Facebook-Community, wenn ich das richtig gesehen habe, mit über tausend Mitgliedern, die sich da austauschen zum Thema Self-Publishing. Naja, und so generell gesprochen bist du seit 2017 als digitaler Nomade in der Welt und hast schon 25 Länder bereist, wenn es nicht sogar mehr sind. #00:02:13#

B: Genau so sieht es aus. Natürlich, ein paar Zahlen sind nicht mehr ganz aktuell, gerade die Verkaufszahlen, die steigen natürlich von Tag zu Tag, aber das sind schon ungefähr die richtigen Rahmenbedingungen, wenn man sich meinen Kanal und mein Tun anschaut. #00:02:30#

I: Prima, dann würde ich, die Hörer, die die ersten drei Folgen schon mitbekommen haben, wissen das mittlerweile - ich mache immer ganz gerne zum Auflockern ein kleines Blitzlicht, das sind fünf Fragen, sehr knackig, kurz, die du einfach aus dem Bauch heraus beantworten kannst, um ein bisschen das Gefühl zu bekommen, was für eine Person da am Mikro sitzt. Ich starte einfach einmal los: Cola oder Pepsi? #00:02:57#

B: Coca Cola. #00:03:01#

I: Aha, okay. Berge oder Meer? #00:03:02#

B: Meer, ganz eindeutig. #00:03:05#

I: Ganz eindeutig, okay. Salziges oder süßes Popcorn? #00:03:09#

B: Süßes! #00:03:12#

I: Aha, okay. Star Wars oder Star Trek? #00:03:14#

B: Weder noch. #00:03:13#

I: Jetzt ist es gefährlich. Weder noch? Aha. #00:03:19#

B: Weder noch, ich habe beides nicht gesehen, ich bin kein großer Fan von solchen Fantasy-Sachen. #00:03:22#

I: Okay, damit ergibt sich nachher die Genre-Frage, welche Bücher du gerne liest, Science-Fiction. Das wäre nämlich tatsächlich auch die nächste Frage: Liebst du persönlich das Roman-Genre? #00:03:34#

B: Roman-Genre, ja ich lese sehr selten Romane, ich bin eher so der Krimi- und Sachbuch-Leser, muss ich ganz offen und ehrlich zugeben. #00:03:42#

I: Okay. Na gut, alles klar, dann haben wir diesen Punkt auch schon abgehakt und ich würde einfach einmal loslegen mit einer ganz allgemeinen Frage: Was macht eigentlich ein Self-Publisher? #00:03:57#

B: Ein Self-Publisher veröffentlicht Bücher, und zwar mehr oder weniger auf eigene Faust, das heißt ohne eigenen, was heißt ohne eigenen, ohne Verlag, das heißt, wir haben einmal die Verlag-Seite, die natürlich mit Autoren zusammen letztendlich ein Buch veröffentlicht und dort sehr viele Aufgabenbereiche dann für den Autor übernimmt, sodass der Autor sich letztendlich wirklich nur auf die Content-Erstellung konzentrieren kann. Und ein Self-Publisher macht mehr oder weniger alles selbst. Das heißt, von der Content-Erstellung bis hin zur Aufbereitung des Buches, Veröffentlichung, Marketing, alles, was da so mit dran hängt, und hat dann natürlich einen Haufen Arbeit auf der einen Seite, aber hat natürlich auch sehr, sehr viele Freiheiten, die er bei einem Verlag nicht hätte, kann auch deutlich mehr Geld verdienen, gerade prozentual gesehen, und das ist mehr oder weniger das, was ein Self-Publisher macht. #00:04:48#

I: Da ist natürlich die anschließende Frage daran: Warum wird man Self-Publisher? #00:04:53#

B: Das ist eine gute Frage, ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich würde mich nicht so richtig als klassischen Self-Publisher bezeichnen, weil ich meine Bücher oder die meisten meiner Bücher nicht selbst schreibe, ich bin eher so der Marketing-Typ, der sich darauf spezialisiert hat, Bücher auf Amazon zu positionieren und zu vermarkten, das heißt, ich bin ein großer Freund davon, andere die Bücher schreiben zu lassen, d. h. ich bin quasi eher so ein Zwischenpart, dass ich sage, ich bin schon fast wie ein kleiner Verlag, weil ich auch nicht selbst schreibe, sondern dann eher die andere Seite übernehme, die der Vermarktung und so weiter. Warum habe ich damit angefangen? Da bin ich ganz ehrlich: Um Geld zu verdienen. Ich bin nie der Autor gewesen, der Bücherwurm, der sich jetzt irgendwie selbst verwirklichen wollte oder so, ich habe dieses Business-Modell ausgetestet, weil ich mir ein Nebeneinkommen aufbauen wollte, und habe am Anfang auch keine Erwartungen gehabt. Das hat dann super funktioniert, sodass das natürlich dann mit der Zeit gewachsen ist, und mittlerweile ist es eine meiner größten Leidenschaften: Bücher zu vermarkten, anderen Leuten auch zu zeigen, wie sie Bücher vermarkten. Und ich bin da mehr oder weniger reingerutscht. #00:05:59#

I: Okay, wenn du von Büchervermarktung sprichst, dann wirst du wahrscheinlich eine relativ klare Idee davon haben, was ein erfolgreiches Buch ist. #00:06:10#

B: Mhm. #00:06:09#

I: Was war denn dein persönlich erfolgreichstes Buch, was du vermarktet hast? #00:06:13#

B: Ich muss natürlich immer dazu sagen, dass ich sehr, sehr oft kooperiere, das heißt, ich vermarkte nicht nur eigene Bücher, sondern auch häufig Bücher von Experten, Coaches, anderen Autoren usw., das erfolgreichste Buch, wie soll man das jetzt ausdrücken, hat auf jeden Fall über Zehntausend Euro im Monat an Profit gebracht. Ich bin immer sehr vorsichtig mit meinen Projekten, weil ich natürlich auch die Autoren erst einmal um ein Einverständnis erbeten beten, ob ich so etwas einfach herausposaunen soll usw., deswegen kann ich da nicht so viel zu sagen, aber es ist sehr, sehr erfolgreich gewesen damals, dieses Buch, im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, und auch heute noch am Markt als Kindle-Version, Taschenbuch-Version, Hörbuch-Version. Und da sind sehr, sehr viele Exemplare von verkauft worden. #00:07:05#

I: Du hast es gerade angesprochen: Kindle und Amazon. Auf deiner Webseite steht, dass Amazon keine Publishing-Businesses einer der Anfänge von diesen Business-Modellen, daher für viele ein super Einstieg in die digitale Business-Welt. #00:07:21#

B: Mhm. #00:07:22#

I: Also Amazon ist ja erst einmal ein riesiger Marktplatz, damit gibt es aber natürlich auch viel Konkurrenz, kann ich mir vorstellen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, neben Amazon Bücher zu veröffentlichen? #00:07:36#

B: Ja, gibt es sicherlich, also ich veröffentliche meine Bücher auch nicht nur auf Amazon. Ich habe natürlich auch versucht, nicht 100% von Amazon abhängig zu sein, Amazon hat auch seinen eigenen Kopf, als Unternehmer möchte man natürlich auch immer diversifizieren, das heißt, ich veröffentliche meine Bücher z.B. auch auf Thalia, iTunes, und wie sie alle heißen, Hugendubel, natürlich auch Audible, wenn man das jetzt nicht direkt zu Amazon zählen möchte, es gehört natürlich zu Amazon, aber einfach, dass man auch noch einmal von einer anderen Plattform Einnahmen generiert. #00:08:10#

I: Mhm, so jetzt klingt da natürlich mit, du schreibst ja selbst, es ist ein super Einstieg. Warum ist das ein super Einstieg, also was ist daran, ich sage einmal gerade für Anfänger so gut geeignet? #00:08:23#

B: Es ist letztendlich ein Business-Modell, in dem man sehr schnell und sehr leicht Fuß fassen kann. Das heißt, du kannst dieses Business-Modell und deine Bücher komplett erst einmal nebenbei aufsetzen, das heißt gerade für Leute, die jetzt berufstätig sind und sich überlegen, ich möchte mir irgendwie noch ein zweites Standbein aufbauen, ist das super möglich, d. h. man muss das Ganze nicht full-time machen. Dadurch, dass es natürlich auf Amazon basiert, ist es ein Online-Business, das heißt, wir können es natürlich auch von zu Hause aus machen, wir sind komplett ortsunabhängig, auch gerade für digitale Nomaden und so etwas ideal, und auch komplett zeitlich ungebunden, wir haben nicht irgendwelche Kundentermine und müssen irgendwo antanzen, sondern wir können das letztendlich betreiben, wann und wo wir wollen. Man braucht relativ wenig Startkapital und auch relativ wenig Vorwissen; du brauchst keinen Abschluss, du musst keine Facebook-Ads schalten können, du musst keine Website programmieren können, also dieses ganze Know-How darum herum ist relativ eingeschränkt, da kommen wir bestimmt nachher auch noch einmal dazu. Klar, auch auf Amazon muss man vermarkten können. Ja, was noch? Man kann sehr, sehr viel outsourcen, das ist auch immer ein wichtiger Punkt für mich, dass ich sage: "Hey, pass auf, ich schreibe meine Bücher nicht selbst, ich mache die Cover nicht selbst, ich lektoriere das nicht selbst." Und sogar Teile des Marketings kann man outsourcen, und wir sind letztendlich diese Personen, die das nachher alles nur noch zusammensetzen, auf Amazon hochladen und vermarkten. Warum das gerade für Anfänger so interessant ist, ist aber auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den ich immer wieder auch bei meinen Coaching-Clienten sehe, ist, dass man sehr, sehr schnell Resultate bekommt. Also Motivation und Disziplin sind die wichtigsten Sachen überhaupt, wenn man sich online etwas aufbauen möchte. Und bei Amazon Kindle ist es tatsächlich so, dass du heute dein E-Book veröffentlichen kannst und heute oder morgen, nach 24 Stunden, kannst du direkt den ersten Verkauf generieren. Das ist bei sehr, sehr vielen anderen Business-Modellen nicht so, du musst vielleicht zuerst eine Webseite bauen, die ranken muss auf Google, du musst dir irgendwo Ware einkaufen oder du musst dir erst einmal eine Audience aufbauen. Und auf Amazon hast du wirklich die Chance, von Anfang an Sichtbarkeit zu bekommen. Amazon ist eine riesen Plattform mit Millionen von Kunden, und dort kannst du über SEO, aber auch über z.B. Advertising-Maßnahmen, das heißt bezahlte Werbeanzeigen, direkt diese Sichtbarkeit bekommen. Und es ist natürlich, auch wenn viele das immer gar nicht richtig glauben wollen, nahezu passiv. Also sobald man einmal ein Projekt einmal vernünftig aufgesetzt hat, verkauft sich das mehr oder weniger automatisiert, das heißt, Amazon wickelt diesen kompletten Prozess für dich ab, du musst dich nicht darum kümmern, dass Kunden das Ding kaufen können, du musst dich um die Bestellabwicklung, Zahlungsabwicklung nicht kümmern, um den Support, um Retouren, das macht alles mehr oder weniger Amazon. Das einzige, was wir machen müssen, ist, unser Listing weiter optimieren, unsere Werbeanzeigen im Blick behalten, deswegen würde ich sagen, nicht 100% passiv, vielleicht 95%. #00:11:12#

I: Da ist natürlich für mich die Frage, jetzt einmal ganz naiv gesprochen, ich habe mich schon ein bisschen mit dem Thema beschäftigt in der Vorrecherche, ich weiß, was da alles geht. Aber vielleicht für den Zuhörer noch einmal: Welche Produktionsschritte kann man bei der Erstellung eines Buches ganz konkret auslagern? #00:11:29#

B: Alles beginnt ja mehr oder weniger erst einmal damit, abzuchecken natürlich, ob eine lukrative Nische besteht, als ob du irgendwo auch Potenzial hast, das ist ein häufiger Fehler von Leuten, dass sie einfach blind darauf los publishen und dann merken: "Oh, es gibt gar keine Nachfrage für mein Produkt", das einmal vorausgesetzt, dann beginnt die Erstellung der Bücher. Da kann man die komplette Texterstellung auslagern, es gibt spezielle Texter, die sich darauf spezialisiert haben. Ich muss auch dazu sagen, es gibt sehr, sehr viele Leute in diesem Markt, die wirklich billig Bücher, billig E-Books auf sehr, sehr niedrigem Niveau publishen, da bin ich nicht der Verfechter von, ich positioniere mich wirklich sehr klar und sage: "Hey, pass auf, wir wollen schon fast auf Verlags-Niveau veröffentlichen, das heißt, wir wollen mit unseren Büchern natürlich auch einen riesen Mehrwert bringen, den Kunden einen riesen Mehrwert liefern, und das geht natürlich nur, wenn wir mit Experten kooperieren und Experten in einer bestimmten Nische uns dieses E-Book schreiben. Das ist zum Beispiel eine Sache, die wir komplett auslagern können. Was wir dann auslagern können, ist im nächsten Schritt ein Lektorat, dass dieses Buch auch vollkommen fehlerfrei ist und sich schön lesen lässt. Dann der Buchsatz, das ist mehr oder weniger das Buch-Layout also so, wie es nachher auf dem Kindle-Reader zu sehen ist oder auch als gedrucktes Buch, das kann man outsourcen. Dann die komplette Cover-Erstellung, auch das kann man sehr günstig zum Teil an ausländische Designer auslagern, ich habe mittlerweile meine deutschen Designer, die sind dann etwas teurer, haben auch manchmal, oder sehr, sehr häufig, höhere Qualität und einfachere Kommunikation. Dann, was können wir noch auslagern? Wir können sogar theoretisch den kompletten Launch auslagern, auch da gibt es bestimmte VAs, die einem da unter die Arme greifen, das heißt auch gerade so im Rezensionsmanagement: Wie generiere ich die ersten Rezensionen? Dann der komplette Bereich "Amazon Advertising", den können wir entweder auslagern an Agenturen, wir können auch bestimmte Tools nutzen, es gibt mittlerweile Tools, die automatisiert deine Werbeanzeigen managen, teilweise sogar auf künstliche-Intelligenz-Basis usw. Ich bin da nicht so ein riesen Freund von, ich bin immer noch der Meinung, da muss schon jemand dahinter sitzen, der auch darüber nachdenkt, was er da macht. Also klar, Zahlen und Fakten kann man sehr, sehr gut über Algorithmen auch lösen, aber dieses Gesamtbild sieht so eine künstliche Intelligenz meist nicht, deswegen bin ich da nicht so der große Fan von. Und gerade alles, was Vermarktung angeht, also auch gerade der externe Traffic, Traffic aufbauen über Pinterest, über die eigene Website, auch so etwas kann man natürlich alles auslagern. Das ist alles ein Kann, kein Muss, kostet natürlich auch alles Geld, das heißt, man muss natürlich schauen: Wie viel Budget habe ich für mein Buch-Projekt? Was kann ich selbst machen, worin habe ich eine Expertise? Ich bin immer ein großer Freund davon, zu sagen: "Hey, pass auf, mache bitte nicht alles selbst." Also manche Leute versuchen dann, ihr Cover selbst zu machen über Paint oder Canva oder was auch immer. Das kann manchmal ganz gut gehen, aber bei der Mehrheit der Leute sieht es einfach nicht professionell genug aus, und das funktioniert einfach heutzutage auf Amazon auch nicht mehr. #00:14:37#

I: Also das heißt, du sagst im Prinzip: Wer jetzt Bücher vermarkten möchte, seine eigenen Buchideen vielleicht vermarkten möchte, da mit Autoren kooperiert, der kommt an einem gewissen Qualitätsanspruch auf der Plattform Amazon nicht mehr vorbei. #00:14:56#

B: Richtig, also wenn er wirklich erfolgreich verkaufen möchte, dann muss er schon ordentlich etwas leisten. Ich habe 2016 gestartet, da konntest du mehr oder weniger alles hochladen, das hat schon irgendwie funktioniert, irgendwelche 5-Dollar-Fiverr-Cover, sehr, sehr kurze E-Books für teilweise nur drei, vier Euro, das hat alles super funktioniert. Mittlerweile ist mein Anspruch, besser zu sein als die Verlagsbücher, denn mit denen stehen wir auch auf Amazon in Konkurrenz, auch die sind dort vertreten. Wir haben allerdings als Self-Publisher auf Amazon den großen Vorteil, dass wir wirklich alles auf Amazon ausrichten können, die komplette Vermarktung. Wir können wirklich alles auf den Amazon-Algorithmus ausrichten, was die Verlage nicht können, denn die haben auch noch den stationären Handel, die müssen ihr Buch auch so darstellen, dass der Leser es dort wahrnimmt im Schaufenster oder im Store, das in die Hand nimmt usw., das heißt, es sieht in der Regel auch in der Optimierung auch komplett anders aus als bei jemandem, der nur auf Amazon veröffentlichen möchte. #00:15:55#

I: Verstehe so weit. Um einmal aus der eigenen Erfahrung zu sprechen: Ich habe, das war vor einem Jahr ungefähr oder anderthalb Jahren, ein Buch tatsächlich zum Thema Geld verdienen im Internet - auch ein Thema, wo es fast gar keine Bücher zu gibt - gekauft, und das Buch war so schlecht, also ich schreibe tatsächlich fast gar keine Rezensionen, aber das war wirklich so schlecht, das war voller Fehler, ich glaube, das war einfach eine Rich-Text-Datei, die man da hochgeladen hat, da waren gar keine Formatierungen drin. Ich habe mich da als Kunde wirklich in dem Moment ein bisschen vereimert gefühlt, das ist natürlich dann wahrscheinlich das untere Ende der Skala. Du sagst, so etwas funktioniert heutzutage eigentlich nicht mehr? #00:16:42#

B: Richtig, es ist natürlich schade, also man muss auch dazu sagen, von Amazon gibt es da sehr, sehr wenig Qualitätskontrolle, das heißt, man kann mehr oder weniger sagen, jeder kann wirklich alles dort hochladen. Das soll jetzt kein Aufruf sein, aber theoretisch kannst du da allen möglichen Schrott schreiben. Das Problem am Marketing ist natürlich auch, wenn du im Marketing stark bist, kriegst du so etwas dann an den Mann, an die Kunden, und so etwas ist dann eher so eine nachhaltige Sache, dass dann natürlich irgendwann die negativen Rezensionen kommen, wenn du dort so einen Schrott hochlädst, und dann wird dein Buchprojekt sich auch nicht lange verkaufen, denn jeder kennt wahrscheinlich diese Amazon-Bewertung, der Kunde kauft natürlich nur, wenn du eine vernünftige Bewertung hast, wenn da auch Social Proof dahinter ist, und Bücher, die schlecht bewertet werden, verkaufen sich einfach nicht, also alles, was unter vier Sternen ist, hat eigentlich gar keine Chance mehr, vernünftig zu verkaufen. #00:17:34#

I: Okay, und wenn man jetzt davon ausgeht, dass man die dem eigenen Budget entsprechende, bestmögliche Qualität anbringt: Was wäre denn ein Budget, wo du sagen würdest, wenn man jetzt nicht selbst schreibt und auch nicht selbst das Cover gestaltet, was wäre denn der Wert für das Budget, welchen man auf jeden Fall mitbringen müsste? #00:17:58#

B: Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Es ist eine sehr komplexe Frage, da natürlich sehr viele Bereiche dort beteiligt sind, Texterstellung, Marketing usw., und da gibt es natürlich immer "von bis", also es kommt immer darauf an, was nimmst du denn für ein Cover-Designer, nimmst du da jemanden von Fiverr oder nimmst du jemanden aus Deutschland, das ist ein riesen Unterschied. Ich sage mal so: Wer wirklich für unter 1000 Euro etwas veröffentlichen möchte, der wird es heutzutage tatsächlich schwer haben, denn wenn wir uns vorstellen, ein vernünftiges Buch, ich sage jetzt einmal, ein vernünftiges, gedrucktes Buch, ein Ratgeber, der hat schon sein Minimum mit 150, 200 Seiten, sonst sieht das eher aus wie die Apotheken Umschau, das heißt, das sind dann im Umfang mindestens 25 bis 30 Tausend Wörter, und allein, wenn du das auslagerst zu halbwegs vernünftigen Preisen bei den Ghostwritern, dann bist du allein damit schon bei ungefähr tausend Euro, sagen wir einmal 800 bis 1000 Euro, dann brauchst du noch ein Cover, musst ein bisschen etwas vermarkten, also unter tausend Euro würde ich keinem empfehlen, eher so tausend bis zweitausend Euro, ich habe auch schon Projekte gehabt, die dann deutlich teurer waren, aber das würde ich auch den Anfängern nicht empfehlen, weil man natürlich auch erst einmal den Proof haben muss, funktioniert das Business-Modell für mich überhaupt, bevor man da jetzt riesen Summen rein investiert. #00:19:16#

I: Das ist ein wichtiger Punkt, das, muss ich auch sagen, schätze ich sehr an dir und das, was du auf deinem Kanal auf YouTube dann machst, du sprichst da auch viel von den realistischen Zahlen, man hört im Internet ja viel mit "Ach, es ist ja leicht, im Internet Geld zu verdienen, einfach auf Amazon etwas Selbstgeschriebenes hochladen, das verkauft sich dann wie geschnitten Brot", aber das ist es an der Stelle nicht, sondern es muss schon einen gewissen Qualitätsanspruch haben, weil sich das ja auf Amazon auch entwickelt hat, also ich würde so ein Buch, was ich damals gekauft habe, nie wieder kaufen, und wenn ich schon irgendwie das rieche, würde ich gar nicht erst zu dem Buch greifen. Da würde mich auf der einen Seite interessieren: Wie wählst du denn deine Dienstleister aus, was sind denn die Kriterien daran, die du da anlegst? #00:20:04#

B: Das ist eine sehr gute Frage, viel ist natürlich die Erfahrung, man muss sehr viel probieren. Ich habe zum Beispiel Texter, mit denen ich jetzt schon seit zwei, drei Jahren zusammenarbeite, da habe ich einfach den Proof, die machen einen super Job, da kamen langfristig keine negativen Bewertungen rein, eher positive usw. Das ist am Anfang eher schwierig, gerade wenn man keine Erfahrung hat. Dort würde ich dann eher danach gehen: Wenn wir jetzt z.B. im Bereich Texterstellung sind, was haben sie für Referenztexte? Haben sie in dem Bereich, in dem du ein Buch auslagern möchtest, überhaupt eine Expertise oder zumindest eine große Affinität? Da muss man natürlich auch noch einmal unterscheiden: Möchte ich jetzt vielleicht einen Ratgeber zum Thema Selbstliebe veröffentlichen, ein eher softes Thema, oder möchte ich einen Ratgeber oder ein Lehrbuch veröffentlichen zum Thema Kernphysik. Da ist viel mehr Expertise gefragt, das wird natürlich deutlich schwerer, in diesem Bereich dann jemanden zu finden, der da halbwegs etwas abliefern kann, was überhaupt den Erwartungen der Kunden entspricht. Das heißt, das ist natürlich sehr, sehr schwer und auch ein bisschen abhängig von der Nische, die du wählst. Dann gibt es dort auch verschiedene Plattformen, bei denen es auch eine Art Social Proof gibt, das heißt, jeder, der dort einen Auftrag abschickt, kann dort teilweise dann auch die Dienstleister bewerten, z.B. die Arbeit des Designers, die Arbeit des Texters, des Lektors, es gibt immer eine Einsicht, was die für ein Portfolio haben, was haben sie schon für Projekte gemacht, wie hoch ist die Storno-Rate usw. Und wenn ich auch noch einmal so einen Tipp raushauen kann: Gerade im Bereich der Texterstellung rate ich jedem, dass er sich einfach einmal einen Probetext von dem jeweiligen Texter holt, da kann man nämlich schon einmal sehr schön sehen: Wie arbeiten sie allgemein, wie ist der Text inhaltlich, wie ist er auch von der Rechtschreibung, wird auch zu einer gewissen Deadline das Ganze eingereicht? Wie zuverlässig sind sie, wie gut sind sie in der Kommunikation, gehen sie auch auf die Wünsche ein, die du dann in der Instruierung mitgibst usw.? #00:22:06#

I: Super spannend, auch vor allem gerade die Instruierung stelle ich mir da an der Stelle auch des Öfteren einmal etwas schwierig vor, weil es auch immer ein bisschen den Konflikt berückt, zu sehr die eigene Meinung oder die eigene Recherche demjenigen, der es am Ende schreiben soll und der vielleicht wirklich der Experte ist, aufzudrücken, und dass er dann sich womöglich gezwungen fühlt, etwas zu schreiben, was er eigentlich gar nicht so schreiben würde. Also wo fängt der kreative Freiraum da an der Stelle an bei einem Ghostwriter, ist so eine Frage, was meinst du dazu? #00:22:43#

B: Also grundsätzlich würde ich jedem erst einmal dazu raten, dass er zumindest versucht, den absoluten Experten in einem Bereich für sein Buchprojekt zu gewinnen, denn dann hast du wirklich die Sicherheit, das was die Person dort schreibt, hat Hand und Fuß. Das ist natürlich nicht immer möglich, nicht in jedem Bereich findest du jemanden, der auch Lust auf so ein Projekt hat, der vielleicht auch Lust hat auf eine Kooperation und so weiter. Ich sage es einmal so: Je komplexer die Nische, desto weniger würde ich selbst instruieren. Je weniger du Plan von der Sache hast, desto mehr würde ich mich dort zurückhalten und dir lieber jemanden suchen, der sich in dem Bereich auskennt, also dass der Ghostwriter dann wirklich den kompletten roten Faden einmal durchzieht, die Gliederung erstellt, sich eigenständig Quellen heraussucht usw. Und das gilt auch für jeden anderen Bereich, also auch beim Cover-Design sehe ich immer wieder den Fehler, dass die Leute einfach ihre eigene Meinung zu stark einbringen. Das ist auch eine Sache, auf die ich z.B. in einem Coaching sehr achtgebe, dass ich den Leuten sage: "Es interessiert nicht, ob mir dein Text gefällt, ob dir dein Cover gefällt, es interessiert nur, ob der Zielgruppe das alles gefällt." Das heißt, wenn wir durch den kompletten Veröffentlichungs-Prozess gehen, dann holen wir uns immer das grüne Licht von der Zielgruppe. Wir arbeiten sehr, sehr eng mit der Zielgruppe zusammen und testen dort unsere Titel, unser Konzept, unseren Text, unsere Keywords, alles Mögliche. #00:24:06#

I: Ja, das ist ein super wichtiger Punkt für die Zuhörer, die Episode 1 mit Jan Doering gehört haben, auch da ging es um Prouct Launches und auch da haben wir schon festgestellt, dass man letztendlich die Produkte, und ein Buch ist letztendlich - digital oder gedruckt - auch ein Produkt, zusammen mit der Zielgruppe entwickelt werden sollten, um in dem Buch auch das zu liefern oder die Fragen zu beantworten, die Probleme zu lösen, die konkret der Zielgruppe entsprechen und von der auch gestellt wird. Das stelle ich bei mir selbst immer wieder fest, wenn mir selbst etwas gefällt, muss das noch lange nicht bedeuten, dass es jemand anderem an dieser Stelle gefällt. Und es zählt tatsächlich aus meiner Perspektive nicht, wenn ich ein Buch schreibe, dass mir das gefällt, sondern es muss am Ende, das Cover, der Text, die Formatierung, muss der Zielgruppe an der Stelle gefallen. Denkst du, es ist eine Falle, in die Viele tappen? #00:25:01#

B: Ja, absolut. Also so eine gewisse Distanz zum eigenen Projekt aufzubauen, ist ultra wichtig, gerade solche Autoren, die ihr Buch selbst schreiben, betrachten ihr Projekt häufig als ihr Baby. Die haben wirklich Monate teilweise damit verbracht, und jetzt kommt irgendein Designer daher, macht irgendein Cover und sie denken sich: "Nein, das habe ich mir ganz anders vorgestellt", oder "das ist noch nicht genau das, was ich möchte." Darauf kommt es aber nicht immer an, d. h. wir versuchen wirklich, uns komplett von diesem Bereich zu entkoppeln und wirklich rein auf die Zielgruppe einzugehen und das wirklich mit dem Zielkunden zu testen, natürlich auch so zu testen, dass das auch eine Aussagekraft hat, das setzt natürlich auch voraus, dass man seine Zielgruppe kennt und auch wirklich nur diese Zielgruppe befragt und auch so viele Antworten sammelt, dass es auch statistisch gesehen eine gewisse Aussagekraft hat, sonst macht das alles keinen Sinn. Auch das erlebe ich immer wieder, dass ich den Leuten sage, "Hey, geh' einmal auf deine Zielgruppe zu", und dann werden da so große Fehler gemacht, dass es einfach dann keine Aussagekraft hat und das ist dann natürlich auch gefährlich. Aber wenn man das wirklich so macht, dass man sehr, sehr eng an der Zielgruppe arbeitet, dann kann man wirklich eine sehr hohe Erfolgswahrscheinlichkeit schon fast prognostizieren. #00:26:12#

I: Spannender Punkt, noch einmal zurück zur Zielgruppe. Jetzt nehme ich einmal an, jetzt hört jemand diesen Podcast und findet dieses Thema total spannend, zurecht, und denkt sich, damit lege ich auch los. Erst einmal ist es natürlich relativ vielschichtig, vielleicht schreibt man auch einmal alles selbst, aber spätestens ab dem Punkt, wo es darum geht, seine Ideen zu testen, braucht es ja in gewisser Weise ein Netzwerk. Wie sind deine Erfahrungen? Wo finden Anfänger dieses Netzwerk, um ihre Produktideen, ihre Buchideen, Texte, Cover-Gestaltung, all so etwas zu testen, wo findet man so etwas? #00:26:57#

B: Das ist komplett unterschiedlich, es hängt natürlich auch von der Zielgruppe ab. Ich gebe jetzt einmal Beispiel, wenn du jetzt ein Grillbuch veröffentlichen möchtest und verschiedene Titel oder Cover testen möchtest, dann ist es ja relativ einfach dort in den Kontakt mit den Leuten zu treten, das kannst du über Social Media machen, gib einfach einmal auf Instagram ein "#Grillen", da findest du wahrscheinlich tausende Leute, die gerade ihre Bratwurst posten, das ist deine Zielgruppe, diese Leute kannst du kontaktieren und kannst sie befragen: "Hey, pass auf, wie findest du mein Cover?", und hast natürlich gleich den Vorteil, dass du eventuell auch gleich ein paar Leser für dein Projekt gefunden hast, die dir Feedback geben, nicht nur zum Cover, sondern vielleicht auch nachher eine Rezension auf Amazon usw. Es gibt natürlich auch Nischen oder Bereiche, in denen das deutlich schwerer ist, auch da gebe ich immer das Beispiel, wenn jemand Depressionen hat oder was im Bereich "Trauma heilen" oder so etwas macht, das ist natürlich sehr, sehr deep und das ist natürlich auch so ein Bereich, das legt man nicht so nach außen, da ist man nicht direkt in irgendeiner Facebook-Gruppe, auf Instagram unterwegs usw., das heißt, man muss natürlich erst einmal seine Zielgruppe finden, durch das Internet ist das fast in allen Bereichen möglich. Gerade in Social Media, irgendwelchen Foren, es gibt mittlerweile auch Anbieter, dort kannst du tatsächlich gerade Buchcover gegeneinander testen, es gibt so Anbieter, die machen für dich die Marktrecherche, das ist ziemlich teuer. Was man z.B. auch machen könnte, ist, dass man Paid Ads nutzt: Facebook Ads, Pinterest Ads, Instagram Ads, dort einfach visuelle Elemente im Split Test gegeneinander testet, auch da natürlich seine Zielgruppe anvisiert, das ist ja über Facebook oder alle Anbieter durchaus möglich, dass man da über Interessen filtert, über bestimmte demographische Sachen usw. und dass man z.B. über die Click-Rate dann schaut, welches meiner Buchcover funktioniert am besten usw. Das sind natürlich so Strategien, die sind dann ziemlich advanced, muss ich auch dazu sagen. Wichtig ist am Anfang, glaube ich, überhaupt erst einmal seine Zielgruppe aufzuspüren und sich mit ein paar Leuten auszutauschen. Und, da auch noch einmal als Tipp, auch die Meinung einer Einzelperson nicht überzubewerten. Auch das sehe ich immer wieder, dass meine Coaching-Clienten versuchen, irgendetwas zu validieren, und wirklich viele, viele z.B. Umfrageergebnisse bekommen, 50, 60, teilweise 100 Umfrageergebnisse, und dann postet irgendeine Person: "Nein, ich würde den Titel einmal komplett umdrehen, sodass der Untertitel vorne steht und der Haupttitel hinten", nach dem Motto, und dann stellen die ihr komplettes Ergebnis infrage, nur weil eine Person das sagt. Also auch bitte nicht verunsichern lassen, zu stark, von Einzelmeinungen. #00:29:43#

I: Also wie gesagt: Super spannend. Ich würde ganz gerne einmal auf einen Punkt, den du schon mehrfach genannt hast, bei dem bei mir auch damit alles steht und fällt, und du hast schon des Öfteren von der Nische gesprochen. Vielleicht ganz kurz für den Hörer, der das noch nicht alles so kennt mit Nischen und noch nicht so tief drin ist: Was verstehst du genau unter einer Nische? #00:30:06#

B: Eine Nische ist letztendlich eine Problemlösung für ein bestimmtes Problem einer bestimmten Zielgruppe. Also es gibt Leute, die haben ein Problem, und die suchen für ihr Problem eine Lösung. Einmal ein Beispiel: Jemand hat Fußpilz und sucht jetzt auf Amazon ein Buch "Fußpilz bekämpfen" und möchte damit sein Problem lösen, weil er Fußpilz hat, und sucht nach einer Lösung. Lösungen können natürlich auch so aussehen, dass man Hunger hat und sich etwas kochen möchte, Kochbuchbereich. Oder jetzt haben wir gerade die Corona-Zeit, alle Leute sitzen mit ihren Kids zuhause, niemand kann in die Kita und die Kinder wollen irgendwie beschäftigt werden, wie mache ich das? Okay, schaue ich einmal auf Amazon: Kinder beschäftigen, Malbücher usw., also es gibt ein sehr breites Spektrum, das ist der Non-Fiction-Bereich, den sehr viele Leute bedienen, weil man so etwas relativ einfach umsetzen kann. Dann gibt es natürlich auch den Bereich der Belletristik, da haben wir jetzt nicht direkt ein Problem, sondern eher den Unterhaltungsbereich, auch da gibt es verschiedene Nischen: Krimis, es gibt Kurzgeschichten, Erotikbereich, Romane usw. Das sind letztendlich Nischen und da muss man natürlich auch immer direkt abgrenzen: Einmal den Unterschied zwischen einem Themenbereich und einer Nische. Zum Beispiel kommen dann viele Leute und sagen: "Hey, Tom, ich habe jetzt hier eine super Nische gefunden, die Nische heißt Gesundheit." Gesundheit ist für mich ein sehr, sehr großer Themenbereich, in dem es sehr unterschiedliche Probleme gibt, die man lösen kann, d. h. da sollte man schon deutlich spezifischer sein. #00:31:36#

I: Genau, du hast jetzt gerade gesagt, die verschiedenen Bereiche, und hast auch Belletristik genannt und die Ratgeber. Es ist für mich die Frage: Verhalten sich auf Amazon am Markt Ratgeber genauso wie auch ein Liebesroman? #00:31:57#

B: Es kommt natürlich darauf an, wie du Verhalten definierst, aber es gibt schon sehr, sehr große Unterschiede. Erst einmal gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Medium an sich, gerade im Bereich Fiction, Belletristik geht sehr, sehr viel über das E-Book. Da gibt es, vielleicht habt ihr davon auch schon einmal gehört, ein Programm, das nennt sich Kindle Unlimited, dort hat man die Möglichkeit, quasi ein Abo-Modell abzuschließen wie bei Netflix oder Spotify und dann so viele E-Books sich herunterladen zu können, wie man möchte. Das nutzen sehr, sehr viele Leute, kostet zehn Euro im Monat, und sehr viele Leute ziehen sich da haufenweise Romane und Krimis und so weiter. Das heißt, in diesem Bereich geht tatsächlich sehr viel über das E-Book und auch sehr viel über diese Ausleihen. Im Non-Fiction-Bereich, gerade beim Ratgeber, überwiegt der Taschenbuchanteil, d. h., ich kann euch mal ein paar Zahlen nennen: Ich mache z.B. Minimum 80% mit meinen Taschenbüchern, mit der Print-Auflage, E-Books sind vielleicht 10% und Hörbuch vielleicht auch noch einmal 10%. Da muss man aber dazusagen, der Hörbuchmarkt wächst gerade rasant in Deutschland, vielleicht kennt ihr das auch, ich bin in Berlin und überall in den U-Bahnen usw. macht Audible gerade richtig krass Werbung, das heißt, ich glaube, auch dieser Bereich wird noch einmal krass wachsen auf dem deutschen Markt, im US-Markt ist es schon sehr, sehr groß. Ja, das ist zum Beispiel eine Sache, die sehr, sehr unterschiedlich ist, dann aber auch das Kaufverhalten an sich einfach, dass man natürlich im Bereich der Belletristik auch die Möglichkeit hat, Buchreihen zu bringen. Das heißt, man hat Roman 1, der Leser liest Roman 1, ist angefixt, ist heiß auf deine Story und möchte dann natürlich auch Roman 2 und Roman 3 lesen. Dort gibt es verschiedene Strategien, wie man dann seine Bücher vermarktet, häufig hat man dort ein Einstiegsprodukt, was sehr günstig ist, was man teilweise für 99 Cent herausgibt oder sogar kostenlos. Die Leute kommen dann rein in deine Story und müssen sich dann aber Buch 2, Buch 3, Buch 4 kaufen, und darüber wird dann das eigentliche Geld verdient. Und da ist es auch viel, viel wichtiger, sich da eine Leserschaft aufzubauen, eine E-Mail-Liste usw., während man im Bereich Non-Fiction auch gut und gerne einmal einen Ratgeber veröffentlichen kann, der vollkommen isoliert ist, ohne Reichweite, ohne Branding, und kann dann auch sein Geld verdienen, das ist da nicht so wichtig. Das, würde ich sagen, sind so die größten Unterschiede zwischen Non-Fiction und Fiction. #00:34:28#

I: Das hast du ja gerade gesagt, ein Ratgeber lässt sich dann auch ohne viel Vorarbeit schreiben. Jetzt gehen wir einmal vom Beispiel aus, ich suche mir einmal eine ganz abstruse Nische: Veganes Grillen auf dem Balkon. Das soll jetzt meine Nische sein, wie würdest du raten, sollte man diese Nische jetzt quasi, angenommen ich bin jetzt Hobby-Griller oder Hobby-Koch und will dieses Buch jetzt schreiben oder vermarkten, wie würdest du jetzt quasi diese Nische bewerten, was sind die Kriterien da für dich? #00:35:01#

B: Also das Hauptkriterium, und auch das ist wieder ein großer Bereich, den so viele Leute verkehrt machen, da blutet mir teilweise das Herz, ist die Nachfrage. Du brauchst eine Nachfrage für dein Thema auf Amazon. Es gibt so viele Leute da draußen, die schreiben die besten Bücher der Welt und investieren da teilweise Jahre für ihr Buchprojekt, hauen das dann auf den Markt und merken: Oh, kauft gar keiner, oder kaufen nur drei Leute pro Monat. Ja, weil es einfach keine Nachfrage dafür gibt. Auf der anderen Seite kommt irgendjemand daher, der ein bisschen Ahnung von Marketing hat, untersucht das, haut einen Schrott-Ratgeber raus und verkauft mehr als die andere Person, ganz einfach, weil er verstanden hat, wie das Game funktioniert, so nach dem Motto. Im ersten Schritt erst einmal quantitativ untersuchen: Gibt es eine Nachfrage für diesen Bereich? Wie mache ich das? Da haben wir einen großen Vorteil bei Amazon, denn Amazon zeigt über den sogenannten Verkaufsrang, das heißt, jedes Buch hat einen Verkaufsrang, wie viele Exemplare verkauft werden, nicht direkt, aber es gibt Tools, mit denen man quasi diesen BSR, diesen Verkaufsrang, umwandeln kann in tatsächliche Sales pro Monat, und da kann man schon einmal sehr gut vorher analysieren: Okay, wie viel verkaufen denn meine Konkurrenten oder meine zukünftigen Konkurrenten? Und ich kann dann schon so ungefähr abschätzen: "Aha, okay, da kann man vielleicht 100 Exemplare pro Monat verkaufen, in dieser Nische 50, in der vielleicht 1000", das ist so der erste Schritt. Das heißt, die Nachfrage muss einmal da sein, und dann im zweiten Schritt muss ich auch analysieren: Habe ich eine Chance dort Fuß zu fassen? Habe ich das Potenzial, irgendetwas besser zu machen als meine Konkurrenz? Ich rede immer von der qualitativen Analyse, d. h. ich schaue mir dann an: Gibt es irgendetwas bei den Konkurrenten, was ich deutlich besser machen kann? Das kann der Titel sein, das Cover, die Inhalte, die Beschreibungstexte, auch auf der Preisebene, kann ich vielleicht gleiche Qualität zu günstigerem Preis anbieten, kann ich an der Vermarktung etwas besser machen, schaltet mein Gegenüber überhaupt Werbeanzeigen usw., das kann man alles im Vorhinein analysieren, und wenn man das mit einem gewissen System macht, kann man wirklich prognostizieren, dass man dann auch Erfolg hat. Die Trefferwahrscheinlichkeit von mir und meinen Coaching-Clienten ist deshalb so groß, weil wir im Vorhinein schon versuchen, das Risiko zu minimieren, indem wir diese ganzen Punkte einmal analysieren, und dann weiß ich: A) es gibt sehr viel Nachfrage für diesen Bereich, B) die Konkurrenz ist einfach schwach unterwegs, das kann ich viel, viel besser machen. Und wenn ich in einer Nische bin, in einem Markt, in dem ich ein besseres Produkt habe als die Konkurrenz, dann ist es einfach nur logisch, dass die Leute es kaufen werden, unter der Voraussetzung, dass ich natürlich auch die Sichtbarkeit habe. #00:37:39#

I: Das hast du gerade gesagt, eine Nische zu finden, ist das eine, jetzt ist es aber für mich ein bisschen schwierig zu verstehen, jetzt nehmen wir einmal an, ich habe die Nische gefunden, die Bewertung ergibt, es ist eine sehr gute Nische. Jetzt gibt es viele Leute, und wie gesagt, ich habe mich mit dem Thema ja auch schon einmal beschäftigt, die auch auf dieser Nischensuche sind. Und mein persönlicher Eindruck war, dass sobald sich eine solche Nische auftut, also jetzt z.B. Resilienz oder Resilienz im Berufsleben, dass dann auch relativ schnell versucht wird, diese Nische zu besetzen. Jetzt ist für mich die Frage, man geht ja automatisch dann in so eine Art Wettlauf rein, und da spielt ja eine Rolle: Wie lange darf es dauern, ein Produkt einfach in eine solchen Nische mit reinzubringen, bevor die Nische womöglich so stark frequentiert ist, dass man da selbst für seine Vermarktung gar keine Sichtbarkeit mehr bekommt? Verstehst du, was ich meine? #00:38:44#

B: Ja, mit dieser Fragestellung setzt du aber schon voraus - einen ganz wichtigen Punkt vernachlässigst du mehr oder weniger und zwar, dass wir natürlich versuchen wollen, besser zu sein als die anderen. Wenn wir besser sind als die anderen, dann ist total egal, wie viele noch nach uns kommen, das heißt, da macht dann dieser Zeitfaktor gar keinen wirklichen Sinn. Klar, es gibt immer diesen First Mover Advantage, dass man, wenn man zuerst in einer Nische ist, natürlich auch die Möglichkeit hat, gegebenenfalls die komplette Nachfrage abzusahnen usw., aber ich habe versucht, mich von dem Gedanken komplett zu lösen, indem ich sage: "Hey, pass auf, ich mache Produkte, die einfach deutlich besser sind als die klassischen Self-Publishing-Produkte, ich mache vor allem auch Produkte, die eigenständig sind, die man nicht kopieren kann." Wie kann man so etwas machen? Indem man eine eigenständige Positionierung hat, indem man eigenständige Cover-Konzepte hat, indem man auch auf Marketing-Ebene Strategien hat, die einfach der 08/15-Self-Publisher nicht hat. Und da kann man mit relativ wenig Aufwand sich schon von der Masse mehr oder weniger absetzen und dann habe ich auch überhaupt kein Problem mit Konkurrenz, ganz und gar nicht. #00:39:51#

I: Okay, also mit dem Approach, immer der Erste zu sein, die beste Qualität anzubieten, interessiert einen dann automatisch der Schrott, der dann womöglich im Markt ist, nicht mehr, der ja einfach unter einem untergeht. #00:40:04#

B: Richtig. #00:40:04#

I: Das finde ich eine sehr gute Betrachtungsweise. Nichtsdestotrotz möchte ich ganz gerne noch einmal zurück auf den Punkt; sagen wir einmal man hat das Netzwerk, man hat die Dienstleister, man hat die Recherche betrieben und ist mit der Zielgruppe in Kontakt, macht da A- und B-Tests, aus deiner Erfahrung heraus und auch aus dem Coaching: Wie lange dauert es, bis dann das erste fertige Buch mit diesem Qualitätsanspruch in einem virtuellen Regal steht? #00:40:33#

B: Auch das ist eine gute Frage, da ist es auch wieder "von bis", also ich habe tatsächlich Leute, die es schaffen, solch ein Projekt innerhalb eines Monats über die Bühne zu bringen, das ist dann natürlich meist nicht das erste Projekt. Also ihr müsst euch vorstellen, wenn ihr diesen Prozess einmal komplett durchlaufen habt, dann habt ihr ja erst einmal ein grobes Verständnis dafür, was könnt ihr outsourcen, was könnt ihr automatisieren, ihr habt vielleicht auch schon die Kontakte. Der Cover-Designer, der euer erstes Buch gemacht hat, das erste Buchcover, kann natürlich dann das zweite machen und das geht alles deutlich schneller. Also es ist realistisch möglich, in ein bis zwei Monaten ein sehr hochwertiges Projekt auf den Markt zu bringen. Wenn ihr jetzt damit starten wollt, dann nehmt euch lieber Minimum zwei bis drei Monate, gerade wenn ihr auch noch viel lernen wollt nebenbei und nicht einfach, sage ich einmal, eine Wochenendaktion machen wollt und man einfach einmal etwas auf den Markt schmeißt. Das kann man natürlich auch machen, aber wenn man es professionell angehen möchte, sollte man sich da schon ein bisschen Zeit mitnehmen. #00:41:30#

I: Also zwei bis drei Monate, okay. Jetzt hast du auch von Vertrieb und Marketing gesprochen, jetzt nehmen wir an, ich habe mein erstes Buch veröffentlicht. Was sind dann so die Möglichkeiten, die Stellschrauben, um mein Buch zu promoten, wie gehe ich da am besten vor, was sind so die Schritte? #00:41:50#

B: Auch da habe ich eine ganz eigene Meinung, es gibt ja auch in dieser Self-Publishing-Szene die Meinung, man kann dann Leserunden machen und sich E-Mail-Listen aufbauen usw., und das sind alles so Dinge, wenn du die zum ersten Mal machst, wird das nicht gut funktionieren. Darüber kannst du ein paar Sales generieren, aber damit wirst du nicht dein Brot verdienen, damit wirst du nicht die Sichtbarkeit bekommen, die du wirklich brauchst, um permanent damit gute Einnahmen zu generieren. Wir haben auf Amazon den riesengroßen Vorteil, dass Amazon uns die Kunden bringt. Wir brauchen keine Ads irgendwie bei Facebook schalten, damit ein Kunde auf unsere Website kommt, der dann unser Produkt kauft, sondern die Leute sind schon auf Amazon. Und vor allen Dingen sind die da schon mit einer Kaufintention. Wir gehen nicht auf Amazon, weil wir einfach einmal ein bisschen durchscrollen wollen wie auf Instagram und einfach Langeweile haben, sondern die meisten Leute geben dort oben etwas ein, weil sie etwas kaufen wollen, und das ist ein riesengroßer Vorteil. Das heißt, wir müssen letztendlich zwei Ebenen auf Amazon ausnutzen: Und zwar einmal die SEO-Ebene, dass wir einfach über Keywords versuchen, für bestimmte Suchanfragen der Kunden organisch zu ranken, das heißt, ohne dafür Geld zu bezahlen. Wie macht man das Ganze? Indem wir mit Keywords arbeiten. Keywords kann man überall einbauen. Man kann die in dem Titel einbauen, in den Beschreibungstexten, man hat auch beim Hochladen der E-Books und der Taschenbücher die Möglichkeit, bis zu sieben Keywords zu hinterlegen, für die man dann gerankt wird. Die indexiert dann der Algorithmus und dafür wird man ausgespielt, und der große Vorteil bei Amazon ist es, das ist nicht wie bei Google, dass man erst einmal sechs Monate warten muss, bis man überhaupt einmal die Chance hat Traffic zu generieren, nennenswerten Traffic, sondern bei Amazon geht das eher nach Umsatz und Relevanz, d. h. wenn Amazon merkt: "Hey, dein Buch verkauft sich gut, es wird gut geklickt und es hat eine gute Konversionsrate", das heißt, viele Leute, die auf das Produkt klicken, kaufen es am Ende auch, dann kannst du sehr, sehr einfach nach oben kommen und zwar innerhalb von ein, zwei Wochen, wenn du dich klug anstellst. Jetzt ist natürlich die Frage: Woher kommen denn die ersten Klicks, die ersten Konversionen, wenn ich irgendwie auf Seite 2 bin, da habe ich ja keine Sichtbarkeit, wer soll das kaufen? Und da kommt jetzt der große Bereich Amazon Advertising ins Spiel. Amazon Advertising sind bezahlte Werbeanzeigen auf Amazon, das habt ihr vielleicht auch schon einmal gesehen, wenn ihr dort einen Suchbegriff eingebt, dann gibt es manche Suchergebnisse, die sind mit einem ganz kleinen "Gesponsert"-Logo markiert. Das sind Werbeanzeigen, dafür gibt jemand Geld aus, das heißt, wir bezahlen Amazon dafür, diese Werbeanzeige auszuspielen, bieten auf diesem Werbeplatz und wir bezahlen für jeden Interessenten, der dann da draufklickt. Und mit diesen Werbeanzeigen kannst du als absoluter No-Name, als absoluter Anfänger direkt vom ersten Tag an Sichtbarkeit einkaufen, und da brauchst du auch kein 5000-Euro-Werbebudget oder so etwas, da kannst du wirklich mit 100, 200 Euro monatlich schon ganz gut anfangen, kannst dann sehr, sehr viel selbst steuern, das ist natürlich auch eine Sache, in die man sich reinfuchsen muss, muss ich auch dazusagen. Also es ist mittlerweile wirklich eine Sache, auf die ich nicht mehr verzichten würde, auch als Anfänger, es gibt immer noch Leute, die sagen, "Ich traue mich da an den Bereich nicht so heran", aber du hast einen großen Nachteil, wenn du diese Werbeanzeigen nicht nutzt, und darüber kannst du dann direkt vom ersten Tag an Verkäufe generieren. Und über diese Verkäufe baust du dann quasi über den Amazon-Algorithmus mehr oder weniger Vertrauen auf, indem du Amazon zeigst, "Hey, mein Buch funktioniert." Dann gibt Amazon uns auch die organische Reichweite, indem sie uns über Keywords ausspielt, und wenn du da die Sichtbarkeit hast, dann läuft das Ding mehr oder weniger von alleine, plus noch einmal die Ad-Verkäufe on top. Und das kann dann in Summe, wenn alles glatt geht, wenn der Match-Plan aufgeht, dann geht dein Buch durch die Decke. Also es gibt echt Themenbereiche auf Amazon, die super viel Potenzial haben, von denen man teilweise auch gar nicht denkt, dass die so viel Potenzial haben. #00:45:39#

I: Das finde ich sehr spannend, vielleicht eine kurze letzte Frage dazu: Das hat natürlich Potenzial, das ist ja quasi eine Aufwärtsspirale, also wenn Amazon merkt, das ist ein geiles Buch, was da veröffentlicht wurde, das pushe ich jetzt einmal, denn Amazon hat natürlich auch ein eigenes Interesse, weil sie von jedem Buchverkauf auch profitieren. Das kann aber auch in die andere Richtung gehen, das heißt, wenn aus irgendeinem Grund etwas nicht stimmt, sei es der Bewertungstext oder der Beschreibungstext, der Titel, das Cover ist irgendwie komisch, und das Buch wird zwar vielleicht geklickt, aber nicht gekauft, dann kann es doch auch zu so einer Abwärtsspirale kommen, oder? #00:46:16#

B: Genau so sieht es aus. Also Amazon gibt dir quasi durch die Werbeanzeigen ganz am Anfang die Chance zu zeigen, ob dein Produkt funktioniert, ja oder nein. Wenn es nicht funktioniert, also wenn deine Konversionsrate zum Beispiel zu schlecht ist, dann ist es genau so eine Abwärtsspirale, wie du es angesprochen hast, dann wirst du nichts verkaufen, dann wirst du keine Sichtbarkeit bekommen und so weiter. Das Gute an Amazon ist: Es ist ein Print-on-Demand-Verfahren, das heißt, wir müssen nicht erst irgendwie tausend Exemplare drucken, die wir uns dann ins Lager legen, sondern das funktioniert so, dass wir einfach unseren Text als PDF hochladen, und jedes Mal, wenn ein Verkauf reinkommt, dann wird dein Buch erst gedruckt. Das macht Amazon vollkommen automatisiert, du hast eigentlich gar keinen persönlichen Kontakt zu deinen Büchern, die werden einfach komplett von Amazon vertrieben. Und dadurch, dass es Print on Demand ist, erlaubt Amazon uns, permanent an unserem Listing zu arbeiten, das heißt, du hast die Chance, deine Beschreibungstexte permanent zu überarbeiten, du kannst ein neues Cover hochladen, du kannst neue Bilder in deine Beschreibungstexte einfügen, du kannst vor allen Dingen auch deine Preise ändern, was viele gar nicht wissen. Wenn du über einen Verlag veröffentlichst, dann musst du dich auf einen Preis festlegen, hier kannst du permanent herumspielen mehr oder weniger, man sollte es natürlich auch nicht übertreiben. Aber das ist ein großer Vorteil, das heißt, wenn du siehst, mein Listing funktioniert nicht, dann hast du die Chance, dein Listing weiter zu verbessern, so lange, bis es dann irgendwann funktioniert. #00:47:37#

I: Jetzt haben wir viel über die Upsites gesprochen, jetzt gerade über den Vertrieb und das Marketing, es gibt ja eigentlich auch viele andere Möglichkeiten, beispielsweise über Facebook-Gruppen, dass man sich da auch irgendwie einen Bewertungstausch macht, dass man in Facebook-Gruppen für sein Buch Werbung macht: "Hier, ich habe ein Buch geschrieben, guckt euch das einmal an", oder es gibt auch diverse Dienste im Internet, die dann Newsletter verschicken, wo dein Buch mit dabei ist. Würdest du so etwas auch empfehlen zu tun oder sollte man sich tatsächlich eher auf die Bordmittel von Amazon beschränken, was das Marketing angeht? #00:48:18#

B: Das ist nachher alles nice to have, die Sachen auf Amazon müssen erst einmal sitzen. Also bevor du versuchst, irgendwelche wilden Sachen extern zu machen, fokussiere dich erst einmal darauf, intern die Sachen zu beherrschen, dann kannst du extern natürlich auch mit anderen Maßnahmen ein bisschen herumspielen. Was man auch dazusagen muss: Amazon liebt externen Traffic. Also jedes Mal, wenn du einen Käufer von extern auf Amazon bringst, der dein Buch kauft, ist das super, viel mehr wert als ein interner Kauf, weil du Amazon damit natürlich auch Kunden bringst. Extern hat man die Möglichkeit relativ viel zu machen, so die geläufigsten Sachen hast du schon angesprochen, man kann sein Buch natürlich in Zielgruppen, also in Facebook-Gruppen bewerben, es gibt verschiedene Newsletter-Anbieter, in die man sich einkaufen kann, man kann natürlich sich auch Reichweite mit Social Media aufbauen, z.B. mit Pinterest, über Facebook, über Instagram, man kann bezahlte Werbeanzeigen schalten auf Facebook, Instagram. Da muss man aber auch dazusagen, dass natürlich mittlerweile die Klickpreise so hoch sind, gerade auf Facebook, Instagram und Google, dass das kaum profitabel wird, also im Schnitt verdienen wir an so einem Buch vielleicht fünf Euro. Und da jetzt wirklich profitabel Ads zu schalten, das funktioniert nicht ganz so gut, aber gerade initial am Anfang, um erst einmal in Fahrt zu kommen, um das Buch zu pushen, um Amazon zu zeigen: "Hey, hier bin ich, ich verkaufe mein Buch!", kann man natürlich auch extern einiges machen. Da gibt es natürlich auch so Standard-Sachen: Man kann auch Leserunden machen, Zeitungsartikel veröffentlichen, so PR-mäßig, da kann man echt viel machen, aber ich bin ein großer Fan davon, sich auf die Amazon-Sachen zu fokussieren. Wenn man die drauf hat, dann kann man auch extern ein bisschen die Marketing-Trommel rühren. #00:50:01#

I: Verstehe, so, jetzt haben wir eigentlich sogar das Thema gehört, was mich noch interessieren würde aus deiner Perspektive: Für wen ist denn das Amazon-KDP-Self-Publishing-Business etwas? Und wer sollte eher die Finger davon lassen? #00:50:19#

B: Also da sage ich schon einmal ganz am Anfang: Jeder, der irgendwie reich werden möchte über Nacht, der kann es gleich lassen. Also bei diesem Business muss man natürlich daran arbeiten, das dauert ein bisschen Zeit, du musst dich weiterbilden, du musst auch Geld in die Hand nehmen. Also so eine "Get-rich-quick"-Nummer ist das auch nicht, auch wenn es da draußen Leute gibt, die versuchen, dir das so zu sagen. Und ich sage ja auch bewusst: Es ist ein sehr anfängerfreundliches Business, und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass wirklich nahezu jeder da drin Fuß fassen kann, also ich habe ganz unterschiedliche Leute schon gesehen, Leute, die einen Fulltime-Job haben, die 40, 50, 60 Stunden die Woche arbeiten, die es trotzdem geschafft haben, sich darüber etwas aufzubauen und sich vielleicht auch vom Job zu verabschieden, ich habe Leute kennengelernt, die teilweise Schüler waren, Studenten, die sich so etwas aufgebaut haben, Leute, die digitale Nomaden sind, Leute, die eine bestimmte Expertise haben in dem Bereich oder in irgendeinem Bereich, die gesagt haben: "Pass auf, ich bin Coach für Persönlichkeitsentwicklung, ich möchte ein, zwei Bücher veröffentlichen." Auch da ist es eine super Möglichkeit, um einfach Reichweite aufzubauen, um zusätzlichen Cashflow zu generieren, um vielleicht auch ein Referenzprojekt zu haben, also wer kann sich denn heutzutage schon Bestseller-Autor nennen, das ist eine Sache, die man mit Amazon relativ einfach erreichen kann, wenn man da ein bisschen herumtrickst. Auch das ist eine super Sache, also letztendlich kann es jeder machen, der bereit ist, sich dort einzuarbeiten, oder der bereit ist, natürlich Geld auszugeben, um vielleicht sich auch das Wissen einzukaufen. #00:51:52#

I: Ja, du hast es gerade gesagt, ich habe ja ein bisschen recherchiert und habe auch ein paar Aussagen von dir im "Travel Like a Boss Podcast" gefunden und da hast du sinngemäß gesagt: Das Amazon-KDP-Business ist letztendlich der Weg, sich die Freiheit zu verschaffen, an seinem eigenen Leben, an seinem eigenen Glück zu arbeiten. #00:52:18#

B: Genau, also letztendlich ist das Business-Modell für Viele auch nur ein Sprungbrett, ich muss auch dazusagen, für viele Leute sind Bücher jetzt natürlich nicht die Leidenschaft, aber es ist gerade für Anfänger eine super Möglichkeit, den Schritt in die Tür zu bekommen. Das erste Mal Online-Business, weil man auch super easy Resultate bekommt und auch schnell Resultate bekommt. Und mit diesen Resultaten kann man auch ganz gut arbeiten, dann sind die Leute motiviert, machen weiter, bauen sich vielleicht die ersten 500 Euro auf im Monat, die ersten 1000, vielleicht auch 2000. Und wenn du erst einmal diesen Cashflow hast, wenn du vielleicht nicht mehr 9 to 5 zum Job rennen musst, dann hast du die Freiheit, vielleicht auch einmal deiner Leidenschaft nachzugehen, dir vielleicht nebenbei ein Experten-Business aufzubauen, einen eigenen Online-Shop, was auch immer du machen möchtest. Aber bei Vielen scheitert es ja daran, dass sie kein Geld haben und keine Zeit haben. Und deswegen empfehle ich nahezu jedem, sich dieses Business-Modell zumindest einmal anzuschauen, weil man auch super viel lernt. Du hast es ja auch gemacht, Stefan, man lernt viel über Marketing, man lernt viel über Outsourcing, du wirst Leute kennenlernen, die du auch in anderen Business-Bereichen nachher nutzen kannst, gerade so Designer usw., du lernst, wie du Werbeanzeigen schaltest, Positionierung, ein Produkt zu launchen usw. Also es ist sehr facettenreich, und gerade für Anfänger, ich wiederhole mich sehr stark, sorry auch dafür, aber gerade für Anfänger ist es, glaube ich, eine super Sache, um wirklich Cashflow aufzubauen, viel zu lernen und den Einstieg zu schaffen. Und nicht jeder wird das fünf Jahre lang machen, aber einfach einmal starten und dann ergeben sich viele andere Sachen. #00:53:51#

I: Ja, also erst einmal: Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, deswegen genau sprechen wir ja an der Stelle, dieser Podcast hat ja auch so ein bisschen den Sinn, dass Leute, die überlegen, ein Online-Business aufzubauen, hier die Inputs finden und die Geschäftsmodelle vorgestellt bekommen. Das ist ja auch der Sinn von den Online-Business-Experten, dass man quasi, das ist einer meiner Claims letztendlich, dass man seine Vollzeitanstellung gegen ein Online-Business tauscht. Und das ist ein Prozess, der dann sukzessive ist. Du brauchst ein Business, was mit skalieren kann, es ist jetzt keine Firmengründung, wo du Venture-Kapitale einsammelst über Millionen und dich dann zwei Jahre im Keller verkriechst, um an dem nächsten iPhone zu arbeiten, sondern es ist etwas, was mit dir wachsen muss und auch kann, und das finde ich persönlich so spannend am Amazon-KDP-Self-Publishing. Ich habe immer Schwierigkeiten, den offiziellen Namen dafür wiederzugeben. Aber das finde ich so spannend daran, denn letztendlich, wenn man den Prozess einmal durchgemacht hat, und du hast recht, ich habe den Prozess auch schon einmal durchgemacht, lässt er sich auch "unbegrenzt", repetitiv immer wieder anwenden und man wird immer wieder sicherer. Was ich aber auch festgestellt habe, und wenn du da meine Versuche ansprichst, das finde ich super, ich bin nämlich auch darauf gekommen, ich habe festgestellt: Die Einstiegshürden sind relativ niedrig, jeder kann sich so einen Account anlegen, jeder kann sich ein Cover zusammenbasteln, jeder kann sich einen Text zusammenschreiben lassen womöglich auch, für relativ kleines Geld, und dann irgendetwas hochladen. Wenn es aber in die Feinheiten geht, also die Qualität vor allem, vom Text, vom Bild, von der Aufmachung, wenn es um das Abstimmen der Zielgruppe geht oder auch, was alleine schon die Amazon-Marketing-Möglichkeiten angeht, ist schon viel Wissen und Erfahrung notwendig. Von daher jetzt eine der letzten Fragen von meiner Seite: Was würdest du konkret raten? Macht es überhaupt Sinn, sich alleine mit diesem Thema zu beschäftigen, oder sollte man sich, wenn man den Wunsch hegt, in dieses Business einzusteigen, sich grundsätzlich einen Coach suchen? #00:56:12#

B: Man kann das Ganze auch alleine machen, ich sage auch dazu, natürlich, 2016, 2017, als ich damals angefangen habe, das war deutlich einfacher, Erfolge zu erzielen. Heutzutage, wie du sagst, sind die Markteintrittsbarrieren relativ niedrig, das Business-Modell gibt es jetzt auch schon ein paar Jahre und es gibt auch noch andere Leute, die das machen. Das muss man auf dem Schirm haben, das heißt, mit "schnell einmal ein Buch veröffentlichen" - ganz so einfach ist es auch nicht. Das heißt, wenn jemand das wirklich alleine machen möchte, dann sollte er sich gut einlesen. Ich sage auch dazu, ich habe einen riesengroßen YouTube-Kanal mit wirklich gutem Free-Content, über hundert Videos. Auch damit kann man super Ergebnisse bekommen, also ich bekomme immer wieder E-Mails, in denen Leute mir schreiben: "Hey, Tom, vielen Dank für deine ganzen Tipps, ich habe gerade mein erstes Buch gelauncht und habe meine ersten 300 Euro online verdient." Das kann man immer noch super schaffen, allerdings muss ich auch dazusagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass dein erstes Buch direkt ein Treffer wird und du viel Geld damit verdienst, ist jetzt nicht bei 100%. Es gibt auch einen sehr, sehr großen Anteil an Leuten, die das erste Buch veröffentlichen, dann keine Erfolge bekommen und dann so ein bisschen den Kopf in den Sand stecken. Und das ist natürlich schade. Deswegen, gerade wenn Leute sagen, ich will das wirklich verfolgen, ich will mir jemanden suchen, der das Ganze schon einmal gemacht hat, der letztendlich den ganzen Prozess schon so oft durchgegangen ist, der die ganzen Connections hat, der Vorlagen hat usw., der sollte sich lieber an einen Coach wenden, das ist so der Shortcut, die Abkürzung, und da kann man dann wirklich in sehr kurzer Zeit mit einer hohen, sehr, sehr hohen Erfolgswahrscheinlichkeit Resultate bekommen, die einen dann wieder beflügeln weiterzumachen und dann auch die Ergebnisse zu skalieren und das Geld wieder reinzubekommen, was man dafür ausgibt. Aber auch da sei gesagt, deswegen gibt es ja auch deine Plattform: Sucht euch die richtigen Coaches aus, da gibt es natürlich auch schwarze Schafe wie in jedem anderen Business-Modell auch, da sollte man wirklich die Augen offenhalten. Aber im Wesentlichen kann man es auch auf eigene Faust machen. #00:58:18#

I: Genau wie du es sagst, also von meiner Erfahrung - das soll jetzt nicht wie eine schamlose Werbung aussehen, aber mir ist es persönlich wichtig, noch einmal zu erwähnen: Ich habe es allein versucht und ich bin daran gescheitert, weil ich einfach unterschätzt habe, wie vielschichtig das ganze Thema ist. Und ich stand am Ende wirklich nicht genug hinter der Sache, hinter der Idee des Modells, um mich tatsächlich durchzusetzen und quasi noch einmal zu investieren, noch einmal zu investieren, noch einmal zu versuchen, noch einmal zu versuchen. Und ich wünschte, ich hätte tatsächlich diesen Schritt vorher gemacht und mich dann einem Coach angeschlossen, unabhängig davon, ob das jetzt du wärst oder jemand anders, hätte ich das gemacht, dann wäre das tatsächlich die Abkürzung gewesen. Und das ist etwas, darüber ärgere ich mich persönlich, weil ich viel Geld investiert habe, dieses Geld aber natürlich eher noch Lehrgeld ist bzw. Geld zum Ausprobieren ist, und man einfach auch bei der Masse an Möglichkeiten, allein was Ghostwriter, Designer angeht, wirklich in der Masse der Möglichkeiten ertrinkt, das wollte ich gerade noch einmal unterstrichen haben. Jetzt für mich, wenn wir schon bei dem Thema sind: Wie sieht denn bei dir so ein Coaching überhaupt konkret aus? #00:59:34#

B: Wir haben oder ich habe mit der Zeit ein Modell entwickelt, ungefähr seit 2018 biete ich die Coachings an, und habe am Anfang auch Einzelcoachings gegeben, d. h. ich habe mich zusammen mit den Leuten mehrere Wochen hingesetzt und zusammen bin ich mit denen einmal den kompletten Prozess durchgegangen. Das hat auch super funktioniert, aber ich habe mir so ein bisschen mein goldenes Hamsterrad erschaffen. Mein Ziel war es immer, online Geld zu verdienen, und das habe ich natürlich auch gemacht, und natürlich auch diese Freiheit zu haben. Und dann saß ich den ganzen Tag nur noch vor Skype, habe die Leute gecoacht und habe den Lifestyle eigentlich wieder komplett aus den Augen verloren. Deswegen habe ich mich jetzt dafür entschieden, die Leute in kleinen Gruppen zu coachen. Das läuft bei uns so ab, dass man zusammen einmal den kompletten Veröffentlichungsprozess durchläuft, das heißt von der Nischenrecherche bis hin zur Veröffentlichung. Wir begleiten die Leute einmal da, stellen die ganze Infrastruktur zur Verfügung, gute Kontakte teilweise, Verlagsdesigner und so weiter, Vorlagen usw., meine ganzen Strategien. Also die Leute bekommen quasi Zugriff zu einem großen Online-Bereich, dort können sie on demand Inhalte abrufen und haben dann die Möglichkeit, trotzdem noch von mir persönlich Support zu bekommen. Einmal gibt es wöchentliche Live-Calls bei uns, da kann jeder reinkommen, seine Fragen stellen, Probleme ansprechen, sich Feedback einholen, und zusätzlich hat auch jeder natürlich rund um die Uhr von mir E-Mail-Support. Das heißt letztendlich, der Support ist immer noch sichergestellt und die Leute können on demand das Ganze abrufen, keiner braucht Termine mit mir ausmachen, es ist einfach einfacher für beide Seiten, so ist zumindest meine Erfahrung. Und das Coaching ist dann so aufgebaut, dass man am Ende dieses Coachings ein eigenes Buchprojekt auf Amazon online hat, welches dann die ersten Einnahmen einbringt, und mein Ziel ist es aber vor allem auch, dass jeder das so weit verstanden hat und einmal durchlaufen hat, dass er dann selbst in die Skalierung gehen kann. Und da haben wir Leute dabei, die sagen: "Hey, ich mache zwei, drei Projekte und ich verdiene meine 2000 Euro und das reicht mir, ich fliege nach Bali und lege mich an den Strand", habe ich manchmal dabei, und dann habe ich Leute dabei, die skalieren das dann in den fünfstelligen Bereich, da muss jeder selbst gucken, was er für Zielsetzungen hat, aber ich gebe das Fundament dafür und jeder kann dann selbst Gas geben. #01:01:49#

I: Ja, cool. Im Anbetracht der Zeit, also ich habe noch eine Masse mehr Fragen, aber im Anbetracht der Zeit würde ich mich dann auf eine letzte beschränken, bevor wir hier das Interview auch beenden. Es ist eigentlich gar keine Frage, sondern eigentlich eine Beobachtung, die ich in dem "Travel-Like-a-Boss"-Podcast gemacht habe, du musst auch nicht darauf antworten, ich kann es nachher rausschneiden, wenn du keine Lust darauf hast, aber da hast du erzählt, dass du eines deiner Buchprojekte oder auch mehrere, ich bin mir gerade nicht sicher, dann auch dazu benutzt hast, dass deine Mutter in Rente gehen kann. Kannst du ein bisschen darüber erzählen? #01:02:32#

B: Genau, das war ja damals 2018 auf der (unv.), da habe ich den Johnny FD kennengelernt, der hat wie gesagt diesen Podcast und ich kannte diesen Podcast und habe auch den Johnny beobachtet. Und der Johnny hat genau das Gleiche für seine Eltern gemacht, also er hat sich ein Online-Business aufgebaut und zahlt seinen Eltern, ich glaube, 1000 Dollar pro Monat an Rente, hat deren Haus abbezahlt usw. Und genau das Gleiche habe ich mir auch als Zielsetzung gemacht, das ist einer meiner größten Motivatoren, dass ich einfach für meine Eltern sorgen kann, da muss jeder natürlich selbst schauen, was für ein Verhältnis er zu seinen Eltern hat. Einige Leute wollen sich einen Lambo holen oder sich ein Haus kaufen, für mich ist das einer meiner Motivatoren, einfach für meine Eltern da zu sein, weil ich ihnen sehr viel zu verdanken habe, sie mich immer unterstützt haben, auch auf meinem Weg, ich ein super Verhältnis habe, und das war damals eine Idee, die ich hatte, dass ich ein Buchprojekt rausbringe. Das habe ich quasi für meine Eltern gemacht, dieses Buchprojekt hat super funktioniert, das hat, glaube ich, über 1000 Euro pro Monat an Gewinn eingebracht, mittlerweile muss ich dazusagen, dass dieses Buchprojekt nicht mehr ganz so stark ist, also ich glaube, es ist im Bereich von 200 Euro, also es ist schon nahezu zu vernachlässigen, aber ich habe natürlich immer noch an meine Eltern gedacht, da muss ich jetzt nicht genauer darauf eingehen. Aber das war damals so die Story und ich wollte damit auch bezwecken, dass sich vielleicht auch der ein oder andere ein bisschen davon inspirieren lässt, weil ich das bei dem Johnny damals ziemlich cool fand, und wir wollten da einfach einmal hervorheben, dass man auch einmal an seine Eltern oder an sein Umfeld, es müssen ja nicht immer die Eltern sein, Oma und Opa oder die Freundin, denken sollte. #01:04:15#

I: Ja, also ich habe das jetzt extra hier auch noch einmal erwähnt, weil ich das wirklich toll finde. Mehr musst du mir über dich gar nicht erzählen. Ich finde das auf der einen Seite sehr toll und erwähnenswert, auf der anderen Seite dreht es auch ein bisschen die Perspektive auf dieses Geschäftsmodell und auf das Online-Business generell. Wenn man auf Instagram unterwegs ist, dann sieht man die Leute an tollen Stränden sitzen, auf irgendeiner Yacht sitzen, einmal unabhängig davon, was da Fiktion und Realität ist, kommt man immer so ein bisschen, das ist so zumindest bei mir, dass das einen Selbstbezug hat. Also es geht um mich, ich möchte meine Zeit gut verleben, ich möchte mich aus dem Hamsterrad befreien, "Guckt her, jetzt sitze ich im Lamborghini, habe die tolle Uhr", und was es da noch so gibt, aber dann zu sagen: "Du kannst auch so etwas aufbauen, um quasi in deinem Umfeld, und das ist ja jetzt nicht auf Familie festgelegt, es kann ja beispielsweise sein, dass man ein Buchprojekt ins Laufen bringt, und das finanziert von seinen Einnahmen ein Tierheim oder so etwas. Du kannst damit tatsächlich Gutes tun, du kannst nicht nur dir Gutes tun, sondern du kannst auch deinem Umfeld Gutes tun. Und ich finde, das hat noch einmal eine ganz neue Qualität von dem Ganzen, und das sollte man auf jeden Fall, wenn man darüber nachdenkt, in diese Richtung zu gehen, im Hinterkopf behalten, dass auch so etwas möglich ist und genutzt werden kann. #01:05:56#

B: Definitiv, definitiv. Ich hatte auch vor Kurzem einen Coaching-Clienten, der im Bereich Umweltschutz etwas gemacht hat, und der hat tatsächlich auch einen Teil seiner Bucheinnahmen dann an irgendeine Organisation gespendet. Das kann man natürlich auch als Marketing-Sache missbrauchen, aber es war tatsächlich so, dass er das gemacht hat und das fand ich dann auch gut. Was natürlich bei dieser ganzen Sache, die wir jetzt angesprochen haben - Ich weiß, es hört sich immer sehr geldgetrieben an, wir wollen uns alle ein Online-Business aufbauen usw., aber im Kern, was wir damit machen, mit diesen Büchern, ist, dass wir natürlich Menschen damit weiterhelfen. Und das geht oft verloren bei diesen ganzen Online-Business-Geschichten, im Wesentlichen basiert jedes Online-Business darauf, dass wir jemandem helfen, dass wir ein Problem lösen, jemanden von A nach B bringen, und auch das ist letztendlich die Grundlage dieses Business-Modells. Und es werden auch nur die Leute Erfolg haben, die das im Hinterkopf haben, die sich darauf fokussieren und nicht nur: "Okay, wie kann ich jetzt meine Einnahmen skalieren, wo kaufe ich mir irgendwelche Rezensionen", oder welchen Schwachsinn auch immer. #01:07:00#

I: Ja, sehr schönes Schlusswort, es geht nichts darüber, als dass man tatsächlich den Leuten hilft und vielleicht auch die eigenen Bestrebungen, jetzt damit dein Geld zu verdienen, nach hinten stellt und tatsächlich den Hilfe-Aspekt nach vorne stellt. #01:07:14#

B: Genau. #01:07:13#

I: Genau, mit Blick auf die Uhr, wie gesagt, ich könnte noch ein paar halbe Stunden weiter mit dir reden, aber in Anbetracht dessen, dass wahrscheinlich Leute nach einem fünfeinhalb-Stunden-Podcast abschalten, sollte man auf die Zeit jetzt achten. Und ich bedanke mich bei dir, Tom, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und ich denke auch, dass es hat für den Zuhörer sehr viel Mehrwert geboten hat. Ja, dann wie gesagt: Vielen Dank für deine Zeit und für die Einsichten in das Thema, und dann bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als dir einen schönen Abend zu wünschen. #01:07:55#

B: Vielen Dank, Stefan. Auch noch einmal vielen Dank für die Möglichkeit, dass wir uns hier unterhalten, es war ein sehr, sehr angenehmes Gespräch, ich hoffe, für den einen oder anderen war da etwas dabei, selbst wenn jetzt jemand sagt, es ist nichts für mich, ist es auch vollkommen in Ordnung, aber ich möchte das so einfach einmal als Möglichkeit aufzeichnen oder aufzeigen. Für die Leute, für die das etwas ist, kann ich nur noch einmal meinen YouTube-Kanal "Nomad Publishing" ans Herz legen, ihr könnt mich auch jederzeit erreichen, einfach Tom@Nomad-Publishing.de und ansonsten vielen, vielen Dank noch einmal, Stefan, auch dir noch einen schönen Abend, und vielleicht machen wir in ein paar Jahren noch einmal einen Podcast. #01:08:32#

I: Das würde mich auf jeden Fall freuen, vielen Dank, Tom, mach's gut. #01:08:35#

B: Vielen Dank, mach's gut, tschau tschau. #01:08:37#

I: Tschau! #01:08:37#

OBEP02: Melanie Retzlaff’s Bauplan für eine Wasserleitung mittels Productized Service

Productized Service
Productized Service

OBEP02: Melanie Retzlaff’s Bauplan für eine Wasserleitung mittels Productized Service

Shownotes zum Interview

Moin,

jeder Dienstleister kennt das, Angebote an Kunden zu schicken, ist eine schöne aber auch fürchterliche Arbeit. Die einem keiner bezahlt!
 
Es gibt sogar Konzerne, die bei großen Ausschreibungen für diese Arbeit Versicherungen abschließen.
 
Oft dauert sie mehrere Stunden, je nach Komplexität. Am Ende erdreistet sich der Kunde, Korrekturen machen zu wollen. Oder aber, im schlimmsten Fall, nie wieder von sich hören zu lassen.
 

Manche Spaßmacher halten das Gegenteil sogar für den schlimmsten Fall. Der Kunde droht mit Auftrag!

Ein solches Angebot ist wie ein Plan. Jeder Plan trifft irgendwann auf die Realität. Dann stellt sich heraus, wie gut oder eben auch schlecht der Plan war. Ein Plan, egal wie gut er aber auch ist, kann niemals die Komplexität der Realität hinreichend beschreiben.
 
Das will nur meist keiner wahr haben. Ja, mache halten es sogar für den richtigen Weg ihre Zeit gegen Geld zu tauschen. Im Unternehmen zu arbeiten, statt am Unternehmen.
 
Diese Realität kann aus Auslieferungsfehlern, Missverständnissen, hinausgezögerten Zahlungszielen, Ressourcenengpässen, unzuverlässigen Drittdienstleistern, Pandemien oder gar kompletten Kundeninsolvenzen bestehen.
 
Realität geht meist nie gut für einen Dienstleister aus.
 
Bis also tatsächlich Geld fließt, stehen die Chancen ziemlich gut, dass der Dienstleister vorher pleite geht. Wenn er nicht pleite geht, dann frisst dieses Konstrukt aber zumindest seine Marge.
 
Also den meist sehr kleinen Vorsprung, der Umsatz abzüglich Kosten zu Gewinn macht.
 
Es fühlt sich an, also würden Unternehmer wahrhaftig Tag ein, Tag aus, Wassereimer durch die Wüste schleppen. Die Arme werden lang, das Rückrat schmerzt und irgendwann geht es einfach nicht mehr.
 
Man kommt sich fast vor, wie im betriebswirtschaftlichen Mittelalter.
 
„Ach, gäbe es doch einen Ausweg“, schreit da der Agentur-Chef.
 
Den gibt es! Er nennt sich Productized Service!
 
Hör auf Wassereimer zu schleppen! Bau dir lieber eine Wasserleitung!
 
Genau darum geht es in dieser Episode. Mit Melanie bespreche ich wie Dienstleister sich mit einem standartisierten Angebot, einem sogenannten Productized Service aus ihrer Zeit-gegen-Geld Falle, ihrem eigenen Hamsterrad befreien können.
 
Ganz ehrlich?! Ich frage mich, warum nicht jeder sich so ein Angebot aufbaut.
 
Melanie weiß sehr genau, wovon sie spricht. War sie doch lange Jahre in der gleichen Situation. Mit viel Engagement und Geschick entwickelte sie über die Jahre ein standartisiertes Angebot, stellte damit die Wassereimer ab und drehte den Hahn voll auf.
 
Manchen würde das vermutlich genügen. Doch Melanie entwickelte diesen Approach weiter, um auch andere Dienstleister zu unterstützen. Ihnen zu helfen, an ihrer persönlichen Wasserleitung zu bauen.
 
Sie ist dabei extrem strukturiert und methodisch. Sie hat sogar eine eigene Methode entwickelt und über die Jahre verfeinert, mit der ihr Coaching Team im ganzen Land beginnt die Erde aufzureißen und Wasserleitungen für Dienstleister zu legen.
 
Mir hat das Interview mit Melanie sehr viel Spaß gemacht, weil sie unheimlich wissbegierig, transparent, partnerschaftlich und authentisch ist.
 
Wenn du also Dienstleister bist oder werden willst, solltest du dringend diese Episode durchhören.
 
Das wird dich womöglich davor schützen mit langen Armen irgendwann in den Dienstleister Himmel aufzusteigen.
 
Viel Spaß bei dieser Episode!
 

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP02: Melanie Retzlaff's Bauplan für eine Wasserleitung mittels Productized Service

I = Stefan
B = Melanie

I: Dann würde ich sagen: Herzlich willkommen in meinem Podcast, den Online-Business-Experten, ich freue mich sehr, dass du heute mit dabei bist, von der Stelle bist. #00:00:10#

B: Ja, vielen Dank für die Einladung! #00:00:14#

I: Gerne, gerne. Ich habe wirklich viele Fragen vorbereitet, aber bevor wir dazu kommen, würde ich dich ganz gerne natürlich dem Zuhörer erst einmal vorstellen und würde damit einfach einmal loslegen. Widersprich mir da, wo ich groben Unsinn erzähle, ich habe dich ein bisschen recherchiert und habe Folgendes herausgefunden: Du hast an der FH Münster European Business studiert, das nennt sich European Business Program, und ich habe festgestellt, das hat einen ziemlich harten Eignungstest. Der Schwerpunkt ist Marketing und du hast längere Strecken von deinem Studium in England verbracht. #00:00:56#

B: Da hast du aber ganz schön in meine Vergangenheit hereingeguckt, wow! #00:01:02#

I: Naja, du hast ein Facebook-Profil, tut mir leid. Naja, dann warst du als Unternehmensberaterin im Konzern unterwegs, zumindest seit relativ kurzer Zeit, bevor du deine Agentur in München eröffnet hast. Soweit ich weiß, ging es da hauptsächlich um Marketing-Themen, also alles Mögliche von WordPress-Installation bis hin zu Social-Media-Kampagnen, und du hast da letztendlich auch schon gemerkt, irgendwie funktioniert dieses Konzept letztendlich für dich nicht, hast nach deiner Aussage viele Überstunden gehabt, 80-Stunden-Wochen, hattest zwar einen relativ hohen Umsatz, aber wenig Gewinn, weil klassisches Dienstleistungsgeschäft auch viel mit Vorleistung zu tun hat, Stichwort: Angebotsphase. Und dann kam irgendwie der Bruch, wo du gesagt hast: "Nein, das mache ich so nicht mehr mit", und hast quasi Gründung, was heißt quasi, du hast Gründung - hast ein "Business mit Struktur" gegründet und hast dort jetzt eine Coaching-Ausbildung im Franchise-Betrieb, wenn ich das richtig verstanden habe, am Start, hast auch so Selbstlernunterlagen für Autodidakten in dem Bereich und hast so eine eigene Methode, "Business mit Struktur", die zwölf Kategorien von Dienstleistern letztendlich beleuchtet, und hast jetzt demnächst noch eine Master Class am Start. Als Mensch habe ich gesehen, dass du sehr kunstinteressiert bist, scheinbar scheint es dir die Geometrie angetan zu haben. Und, das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt noch, du singst, spielst Ukulele und hast zwei Katzen. #00:02:53#

B: Das ist korrekt, mein Gott, du hast dich aber sehr mit mir beschäftigt, wow, Respekt! #00:03:01#

I: Gut, okay, dann lag ich damit schon einmal richtig. Damit ich dich die Hörer ein bisschen kennenlernen, habe ich ein kleines Blitzlicht vorbereitet. Das sind fünf sehr einfache Fragen, bei denen ich dich bitten würde, sie einfach so aus dem Bauch heraus zu beantworten. Nichts Schwieriges, einfach, damit der Hörer dich schon einmal ein bisschen kennenlernt. Danach steigen wir dann auch in die Business-Themen ein. Okay, los geht's, Frage 1: Der letzte Ohrwurm? #00:03:30#

B: Das Lied hier: "Little boxes on the hillside", das ist glaube ich der Theme Song von Desperate Housewives, das war mein letzter Ohrwurm. #00:03:45#

I: Ja und somit wäre ja auch bewiesen, dass du singen kannst. Aktueller Lieblingsfilm? #00:03:51#

B: Immer noch Interstellar. #00:03:53#

I: Ah, sehr cooler Film, ich habe ihn geliebt. Er ist ein bisschen lang, aber allein der Soundtrack ist hammer! #00:04:00#

B: Mega! #00:04:01#

I: Verhassteste Speise? #00:04:03#

B: Käse, Käse! Ich hasse Käse, keiner glaubt es mir, aber ich hasse Käse. #00:04:09#

I: Wie bist du denn drauf? Käse macht doch alles besser. #00:04:15#

B: Nein, bei mir nicht. #00:04:17#

I: Ah, okay. Lieblingsbuch? #00:04:21#

B: Im Moment "Letting Go" von Dr. Richard Hawkins. #00:04:26#

I: Okay, ich nehme an, das ist ein Fachbuch oder ein Sachbuch wahrscheinlich. Wie sieht es bei Belletristik aus? #00:04:33#

B: Da muss ich ganz kurz nachdenken. Es gibt so eine Trilogie von Rebecca Gablé, "Jonah" heißt es. #00:04:45#

I: Okay, cool. Und letzte Frage: Größtes lebendes Vorbild? Das ist gemein. #00:04:54#

B: Ah, lebendes Vorbild, ich habe immer nur die Toten im Kopf. Lebendes Vorbild... Das ist richtig schwer gerade. Also Tote könnte ich dir genug sagen, Lebende stehe ich gerade auf dem Schlauch. #00:05:15#

I: Die meisten würden wahrscheinlich Elon Musk antworten. #00:05:18#

B: Nein, der hat auch seine Schwächen, ich habe eine Biografie von ihm gelesen, also natürlich ist er genial, aber er ist auch noch... Ich mag das gerne, wenn Leute ihre Schwächen wirklich niederlegen können, weil ich das selbst gerne möchte, und ich habe jetzt gerade nicht so die Figur parat, die das gerade lebend macht. Weißt du, was ich meine? #00:05:45#

I: Ja, verstehe ich. #00:05:46#

B: Also so ein Sokrates und Jesus fällt mir da leichter, weil das so eine... Okay, lebende Person, dann würde ich einmal sagen: Der Dalai Lama, der ist schon ziemlich nah dran. #00:05:55#

I: Der Dalai Lama, okay. Warum, also wenn ich fragen darf, warum der Dalai Lama? #00:06:00#

B: Naja, also ich finde einfach, dass er viel Gutes für die Welt tut, ich bin so ein bisschen auf dem Weg, zu versuchen, mein Ego liegen zu lassen. Wir alle haben ja irgendwie ein Ego und ich möchte da gerne darüber kommen. Und der Dalai Lama ist jetzt für mich ein lebendes Beispiel, der das sehr praktiziert. #00:06:28#

I: Ich finde immer, wenn er im Fernsehen ist, geht von ihm auch irgendetwas ganz Besonderes aus, ich kann das nicht so richtig in Worte fassen. #00:06:33#

B: Ja, genau, das ist wahrscheinlich diese Liebe, die er ausstrahlt. #00:06:40#

I: Ja, eine Zeit lang habe ich mich auch im Freundeskreis mit dem Buddhismus auch etwas mehr auseinandergesetzt und von daher kenne ich da ein paar Sachen. Aber cool, vielen Dank erst einmal! Das war erst einmal das Blitzlicht, schon sehr aufschlussreich. Dann würde ich auch sofort loslegen, damit wir gar nicht so viel Zeit verlieren, würde ich schon in das Fachliche, in das Business quasi reinspringen. Und da habe ich drei Fragen, die ich im Prinzip jedem stelle zu Beginn, um einfach so ein bisschen in die Diskussion reinzukommen. Diese sind erstens: Wer konkret ist deine Zielgruppe? Zweitens: Was ist das Problem deiner Zielgruppe? Und drittens: Wie löst du das Problem? #00:07:30#

B: Sehr gute Fragen. Also ich arbeite bei "Business mit Struktur" mit Dienstleistern, also produzierende Unternehmen passen nicht so gut zu uns, weil das Problem von Dienstleistern ist, dass sie wenig skalierfähig sind. Warum skalierfähig? Nicht, weil du unbedingt ein fettes Unternehmen haben willst, das Millionen an Euro scheffelt, sondern ich sehe bei den Dienstleistern... Also es ist aus meiner eigenen Not geboren, "Business mit Struktur", und eigentlich helfe ich mir selbst vor fünf Jahren, sagen wir es einmal so. Dienstleister husteln ganz schön, also sie müssen wirklich für jeden Euro sehr, sehr hart arbeiten, und die typische Dienstleistung, wenn sie nicht sehr gut strukturiert ist, musst du mit jedem Projekt immer wieder den neuen Input bringen. Und das war auch der Grund, warum ich meine Marketingagentur so in dieser Form nicht mehr weiterführen wollte, weil es einfach zu anstrengend ist. Wenn man jung ist, hat man diese Energie, aber ich bin auch schon ein sehr vorausschauender Mensch, und ich wusste einfach, mit zunehmendem Alter, wenn ich da nicht auf etwas Bestimmtes bauen kann, was in meinen jungen Jahren passiert ist, dann wird das einfach immer, immer schwerer. Ich nenne da so eine kleine Analogie: Wassereimer schleppen. Wenn du jung bist, kannst du das. Du schleppst die Eimer, es ist am Anfang vielleicht auch noch interessant, aber wenn du diesen Weg zwanzig Mal gegangen bist, fünfzig Mal gegangen bist, dann werden die Arme immer länger, es wird immer mühseliger, diese Eimer zu schleppen. Und die Alternative ist quasi, und das klingt ein bisschen plakativ, aber ich finde schon, dass das sehr Sinn macht, dieses Bild, dass du dir eine Wasserleitung baust, du in deinen jungen Jahren an der Konstruktion der Wasserleitung baust, und die ist auch in der Lage, Wasser fließen zu lassen, wenn du selbst nicht mehr die Eimer schleppen kannst. Das ist dann einfach ein dauerhaftes System, was das Wasser zum Fließen bringt. #00:09:20#

I: Das finde ich ein sehr schönes Bild. #00:09:25#

B: Und letztendlich: Also meine Zielgruppe sind eigentlich genau diese Leute, die denken: "Wassereimer schleppen, alles schön und gut, aber es wird immer mühseliger", und vielleicht wissen sie schon, dass eine Alternative auch eine Wasserleitung ist, aber sie wissen überhaupt nicht, wie man die baut als Dienstleister. Deswegen wünschen sich ja eigentlich so viele Leute ein passives Einkommen mit Amazon, FBA, oder sonstige Geschichten, weil sie einfach eine Alternative zu dem Dienstleistungs-Business suchen, und meine Lösung ist nicht, in Nebenschauplätze zu gehen wie E-Commerce oder FBA oder was es da sonst alles gibt oder Affiliate-Kram, da gibt es super viel da draußen. Ich meine, du bist Online-Business-Experte, die kennen sich damit alle aus, was es da draußen alles gibt. Meine Lösung ist eigentlich: Du bist in deiner Dienstleistung schon gut, jetzt lass uns das ein bisschen smarter aufstellen, lass uns da einen Productized Service daraus machen, dass du da mit deiner jetzigen Expertise, die du bereits schon hast, skalieren kannst. #00:10:23#

I: Da sind wir auch gleich beim Stichwort: Productized Service. Vielleicht weiß nicht jeder etwas mit diesem Begriff konkret anzufangen. Magst du den vielleicht noch einmal ein bisschen genauer umreißen? #00:10:36#

B: Gerne, also die typischen Dienstleistungsprojekte sind so: "Hey, lieber Kunde, meine Expertise ist Design oder Marketing oder so etwas, sag' mir, was du willst, mein Stundensatz ist - nehmen wir einmal - 80 Euro die Stunde." Das ist der typische Modus der Individualprojekte, wenn du einen Productized Service daraus machst, dann sagst du eigentlich: "Schau' einmal, lieber Kunde, ich habe hier eine Lösung gestrickt, die bringt dich von A nach B, und diese Lösung können wir gemeinsam gehen und die kostet 2000 Euro. Und jetzt suchst du dir nur noch die Kunden, die genau diesen Weg gehen wollen, von A nach B." Also es heißt nicht mehr: "Lieber Kunde, was willst du von mir, ich mache dir alles, was du willst, solange ich die Fähigkeiten dazu habe", sondern du sagst nur noch: "Hey, das ist hier meine Lösung von A nach B. Wer hat alles dieses Problem, wer will diesen Weg mit mir gehen?" Und das ist der Unterschied, Productized Service ist eigentlich ein Prozess, ein definierter Prozess, den du mit deinem Kunden gehst, und da wird ein bestimmtes Problem mit diesem Prozess gelöst und du suchst dir nur noch die Kunden, die genau dieses Problem haben. Productized Service ist also für Dienstleister, die schon ein bisschen dabei sind. Für ganz, ganz neue Leute, die noch nicht so viel Ahnung haben vom Markt, ist ein Productized ein bisschen schwierig zu entwickeln, aber wenn du schon ein, zwei Jahre dabei bist, dann fällt dir das auf jeden Fall leicht, weil du genau weißt: Die meisten meiner Kunden haben eigentlich doch immer irgendwie das gleiche Problem. #00:12:05#

I: Da wäre ich eigentlich als nächstes darauf hinausgekommen: Was ist denn der Mehrwert für einen Kunden bei einem Productized Service? #00:12:15#

B: Absolut, es gibt ganz viele Mehrwerte, der Kunde z.B. - Also ich bin ja auf beiden Seiten, ich bin ja ein Anbieter, aber ich habe auch viele Freelancer, die für mich arbeiten, oder Agenturen, die für mich arbeiten und ich bin da auch selbst Kunde. Und wenn meine Freelancer oder die Agenturen mir nichts Konkretes anbieten und ich eigentlich quasi mir selbst ausdenken muss, was ich haben will, dann kann ich sie nur nach Stunde bezahlen. Wenn du aber als Dienstleister genau zu mir kommst und sagst: "Hey Melanie, ich habe gesehen bei dir, das und das ist noch ein Potenzial, was noch nicht ausgeschöpft ist, lass uns genau dieses Potenzial ausschöpfen, und das kostet 2000 Euro und das und das sind deine Benefits, also deine Nutzen davon", dann kann ich viel einfacher sagen als Kunde: Ja oder nein, diese 2000 Euro sind es mir wert oder nicht. Denn es ist nicht ideal, auch aus Kundensicht, nach Stunde zu bezahlen, denn mir ist es völlig egal, wie viel Zeit du für etwas brauchst, mir geht es ja nur um das, was ich letztendlich bekomme. Und ich will eigentlich nur genau wissen: Die Lösung, wie viel kostet die und ist mir es das wert? Das heißt also, wenn du mir einen Productized Service anbietest, erstens kann ich besser einschätzen: Ist es mir das wert oder nicht. Und zweitens: Wer einen Productized Service entwickelt, der wird von der Qualität her mit jedem Kunden besser werden, denn Individualprojekte haben dieses Problem, dass du dich ständig neu einstellen musst auf neue Anforderungen. Wenn du einen Productized Service hast und du das zehnmal schon gemacht hast, dann wird das jedes Mal top-notch sein, weil du genau weißt, was du da treibst. #00:13:56#

I: Ich kann ja auch so ein bisschen aus eigener Erfahrung sprechen. In meinem Job habe ich bestimmt zwei-, dreihundert Angebote geschrieben für eine Software-Entwicklung, und wenn der Kunde etwas haben will, dann fängt man immer wieder an, ein neues Angebot zu schreiben, wobei der Ausgang, ob er das Angebot überhaupt annimmt, ungewiss ist, und es ist ungewiss, ob in der Software-Entwicklung der veranschlagte Stundensatz und die Anzahl der Stunden überhaupt eingehalten werden kann aufgrund von XY-Problemen, sodass es nachher so war, dass bei vielen Themen einfach dann auch draufgezahlt worden ist. #00:14:30#

B: Genau, und das ist natürlich nicht schön. Deswegen wollen Kunden auch immer gerne Stundensätze drücken, also sie wollen es eigentlich nicht, aber es ist natürlich, wenn du als Dienstleister nichts Konkretes anbietest, dann kann ich mich nur am Stundensatz orientieren, und dann frage ich mich: Warum kostet der jetzt 50 Euro und der Andere 80 Euro? Bloß, weil er eine schönere Webseite hat? Das ist ein bisschen blöd, das ist so eine Pseudo-Vergleichbarkeit, die eigentlich nicht sinnvoll ist. #00:14:59#

I: Kann denn jede Art von Dienstleister so ein standardisiertes Angebot, so ein Productized Service bauen? #00:15:06#

B: Ich bin ganz fest der Meinung, dass das jeder Dienstleister kann. Vielleicht ist es so, dass man nicht 100% standardisieren kann, aber man kann ganz, ganz große Teile standardisieren, und das kann - Ich sage einmal so: Es gibt ja auch oftmals die 80-20-Regel, und selbst wenn dein Service zu 80% standardisiert ist und 20% sind nur noch individuell, weil es da einfach nicht anders geht mit dem Kunden, dann ist dir trotzdem massiv geholfen. Und die andere Sache, was manche Dienstleister sich nicht vorstellen können, zum Beispiel Designer können sich das nicht vorstellen, auch IT-ler können sich das ganz, ganz schlecht vorstellen: Wie kann ich das denn machen, denn mein Kunde kriegt ja ein individuelles Ergebnis, das geht ja nicht. Und ich bin da ganz stark der Meinung und versuche auch, immer mehr Beispiele bei mir auf der Webseite zu bringen, weil ich nämlich sehe, die Leute müssen es sehen. Also der Designer, der Programmierer versteht es - weil das auch eher eine neuere Art zu denken ist, müssen sie einfach einmal sehen, wie so etwas aussehen kann. #00:16:13#

I: Wo würden denn die - also du hast es ja vorhin gesagt: Letztendlich Quell des Bösen sind auch diese nicht enden wollenden Individualprojekte. Wo würde denn ein Kunde letztendlich, wenn sich das so verbreitet, dass es im Prinzip nur noch Productized Services gibt, was ja nicht der Fall sein wird, aber nehmen wir jetzt den Fall, wo würde er denn dann mit seinen Individualprojekten hingehen? #00:16:40#

B: Die wird es immer geben. Also was sind denn Individualprojekte? Wenn du Individualprojekte für einen Kunden machst, was machst du eigentlich? Du bist einfach nur ein Mitarbeiter, du bist ein freier Mitarbeiter, du hast nicht einmal - Also das ist ja das Thema, wenn du Freelancer bist, dann hast du kein Business, du bist eigentlich ein Mitarbeiter, der aber nicht angestellt ist. Und das ist der Unterschied, du kannst quasi Mitarbeiter, entweder hast du sie angestellt oder du hast sie frei, wenn du nicht ganz so viel eine volle Stelle bedienen kannst, dann holst du dir einen Freelancer. Aber du musst verstehen, dass es immer noch - das ist eine Mitarbeit, das hat nichts mit Business zu tun, ich kaufe bei dir kein Produkt. #00:17:21#

I: Ich hatte mir aufgeschrieben, dass vielleicht so etwas auch ein bisschen dazu führt, also ich bin da komplett auf deiner Seite, die Extrawünsche sind es immer dann, die es ein bisschen schwierig machen, ob die jetzt benötigt werden oder nicht, hatte mir aufgeschrieben die Frage: Zwingt man den Kunden durch Standardisierung, auch ein Stück weit von seinen Extrawünschen Abstand zu nehmen? Denn letztendlich tun diese Extrawünsche ja dem Kunden auch nicht gut, wenn er einmal ehrlich zu sich selbst wäre. #00:17:53#

B: Ja, also: Definitiv, du hast total Recht. Woher kommt denn das von der Kundensicht her, diese Extrawünsche? Weil du ihm eigentlich nicht, wenn du wirklich der Experte bist und du auf mich zukommst und sagst: "Melanie, ich habe mir das bei dir angeguckt, das ist die Lösung, die du brauchst, und ich habe diese Lösung." Und wenn ich das als Kunde wirklich verstehe, dass das für mich passt und dass das der richtige Weg ist, dann will ich keine Extrawünsche, denn es gibt auch einen Unterschied, und das sehe ich ganz stark bei mir auch in der Bezahlung für die Leute, die für mich arbeiten: Wenn ich mir Leute hereinhole, Freelancer hereinhole, denen ich eigentlich sagen muss, was ich will, dann kriegst du von mir auch keinen hohen Stundensatz, denn letztendlich bringst du mir nichts bei, du bist ein Abarbeiter quasi. Ich brauche Man Power, aber eigentlich bin ich das Gehirn dahinter, und dann schaffst du es eigentlich nicht, mehr als 50-60 Euro die Stunde bei mir zu verdienen. Wenn du aber zu mir kommst und sagst: "Ich bringe dir etwas bei, Melanie, denn da habe ich ein Potenzial gesehen, das hast du noch nicht gesehen, und ich zeige dir, wie die Lösung ist", dann bin ich auch ganz anders bereit, andere Preise zu bezahlen. Also bringst du mir etwas bei oder bist du ein Abarbeiter? Das ist der Unterschied. #00:19:07#

I: Da sind wir ja eigentlich auch schon in dem Thema drin: Zeit gegen Geld, diese Zeit-gegen-Geld-Falle. Du hast vorhin das Bild beschrieben von einer Wasserleitung, was ich ja ein sehr schönes Bild finde, auf deiner Webseite hast du aber noch ein anderes Bild, und zwar hast du da so ein bisschen die Frage gestellt: Was wäre, wenn du jetzt dein Unternehmen zwölf Monate verlassen würdest und einfach nach dieser Zeit zurückkehrst. Würdest du es stärker vorfinden oder wäre es im Prinzip in Konkurs gegangen? Das ist ja auch so eine Frage, was ich mir letztendlich aufgeschrieben habe, was ich mir unterschrieben habe, ich weiß nicht, ob mir das nur so geht, aber ich finde, es steckt etwas sehr Ungehöriges in dieser Sache drin, dass man etwas schafft, was für einen arbeitet, obwohl man selbst nicht da ist. Kannst du dir vielleicht erklären, woher das kommt, habe nur ich das? #00:20:09#

B: Also erst einmal: Dieses Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Kiyosaki in seinem Buch "Cashflow Quadrant", und jetzt kann ich mir vorstellen: Das hat so ein bisschen mit Upbringing zu tun, jetzt möchte ich gerne sagen, jetzt möchte ich gerne ein Gegenbeispiel bringen: Stelle dir einmal vor, wir haben gerade die Corona-Krise, jetzt arbeiten Ärzte. Und Ärzte können auch nur eine bestimmte Anzahl an Stunden arbeiten, um die Patienten zu heilen. Das heißt also, wenn der Arzt nicht mehr kann, weil er selbst schlafen muss, weil er selbst essen muss, weil er selbst auf die Toilette muss, dann wird nicht weiter geholfen, denn ein Arzt ist nicht skalierfähig. Wenn wir aber die Lösung, jetzt ist wahrscheinlich Corona - ich möchte keinen Shitstorm verursachen, weil es da natürlich auch viele Vor- und Nachteile und viele Optionen - also ich habe keine bestimmte Meinung zu dem Thema, ich nutze das nur als Beispiel. #00:21:12#

I: Wir umschiffen das ganz elegant jetzt. #00:21:14#

B: Nehmen wir einmal an, die Lösung der Krankheit können wir in ein Produkt packen, wie zum Beispiel eine Tablette oder eine Impfung, wahrscheinlich schreien alle auf, die gegen Impfung sind oder so, aber bitte nehmt das nicht so ernst, sondern es geht hier eher um das Konzeptionelle dahinter, dann ist es möglich, die Lösung viel, viel größer in die Welt zu bringen. Also es ist eigentlich eine sehr, sehr gute Sache, wenn du eine echte Lösung gefunden hast, die der Welt hilft, und dann dafür sorgst, dass du skalierfähig bist und diese Lösung in großem Stile in den Markt bringen kannst, dann ist das doch sehr gut für die Welt. Das heißt also, wenn ich ein Business aufbaue, was von mir abhängt, ich kann nur maximal 24 Stunden am Tag arbeiten, und das auch nicht sehr lange, dann falle ich tot um. Und es wäre sehr, sehr schade, weil ich nicht mehr kann, weil ich im Burnout bin, dass dann diese Lösung der Welt nicht mehr zur Verfügung steht. Das heißt also, wenn ich eine wirklich gute Lösung für die Menschheit gefunden habe, dann sehe ich das persönlich schon auch als meine Pflicht dafür zu sorgen, dass die Lösung unabhängig von mir kommen kann. Das klingt jetzt ein bisschen - Zwölf Monate bist du bei deinem Business nicht anwesend, natürlich kannst du irgendwo auf Hawaii sitzen, aber du könntest z.B. auch sagen, dass du an anderen Lösungen arbeitest und dass deine Initiallösung trotzdem noch weiterarbeiten kann. Also ich glaube, das ist so ein bisschen eine Mindset-Geschichte. Du kannst der Welt wirklich helfen, wenn die Lösung nicht von dir abhängig ist, also viel, viel besser helfen. Deswegen dieses Beispiel mit dem Arzt, wenn der Arzt nicht mehr kann, das wäre so schade, denn dann gibt es keine Cure mehr, also keine Lösung mehr für die Kranken. #00:23:19#

I: Das ist auch das Stichwort, du hast gerade Mindset gesagt, und dass es von einem selbst nicht mehr abhängt, das ist eigentlich etwas, worauf ich eigentlich jetzt bei der Frage konkret hinauswollte. Und zwar habe ich mir hier unterstrichen oder aufgeschrieben: Müssen wir es uns vielleicht erst einmal selbst erlauben, ersetzbar zu sein als Dienstleister? #00:23:46#

B: Absolut. Es gibt da viele Mindset-Barrieren, also wenn du dir z.B. sagst: Niemand kann das so gut wie ich. Das ist eine ganz, ganz große Hürde im Kopf, wenn du wirklich der Meinung bist: Ich muss das selbst machen, denn sonst klappt das nicht. Also ein Team aufzubauen, kann unendlich frustrierend sein, wenn man das nicht richtig macht, und ich kenne viele Unternehmer, mit denen wir auch arbeiten, die bauen ein Team auf und sagen danach: "Ich will mich wieder verkleinern, das ist alles so Stress, die kriegen ständig Geld von mir, bringen aber eigentlich überhaupt nicht das, was das Geld bringen sollte", das ist erst einmal eine Sache. Denke nicht, dass nur du das allein kannst, baue das so auf, dass das auch andere können. Denn das ist wirklich auch Leadership z.B., wenn du nämlich dich entwickelst und anderen dabei hilfst, sich auch zu entwickeln, das ist wahres Leadership-Denken auch, wenn du z.B. die Ambition hast, Vorreiter in der Gesellschaft zu sein, dann gehört auch Leadership dazu. Nicht nur du hilfst dir selbst zu wachsen, sondern du hast sogar so viel Power und so viel Mut und so viel Intelligenz, dass du auch anderen dabei helfen kannst, sich zu entwickeln. Das ist zum Beispiel eine Geschichte. #00:25:08#

I: Es spielt ja auch noch ein bisschen härter mit rein, dass da letztendlich auch langfristiges Denken eine Rolle spielt, also nicht der kurzfristige Umsatz, den nehmen wir noch mit, den auch noch, und dann überlegen wir uns einmal, wie wir das vielleicht ein bisschen besser strukturieren können, sondern langfristig zu denken: Will ich tatsächlich in diesem Gefängnis, was ich mir selbst als Dienstleister baue, gefangen sein, obwohl ich ja aus diesem Hamsterrad, was ich vielleicht vorher im Job hatte, als ich irgendwo fest angestellt war, eigentlich konkret verlassen wollte. Das hat vielleicht auch etwas damit zu tun. #00:25:44#

B: Absolut, also was ich zum Beispiel noch merke bei manchen Kunden: Die haben jetzt eher eine Personal Brand aufgebaut, und am Anfang ist alles spannend und dann heißt es, Heinzmueller.de, und dann aber drei oder fünf Jahre später sind sie ihrem eigenen Business entwachsen, also ihr Business - für viele ist ja Unternehmertum auch ein Spielfeld, um sich selbst weiterzuentwickeln, und dann haben sie selbst etwas geschaffen und es bringt ihnen nichts mehr, weil sie alles gelernt haben aus dem Business, was sie lernen können, und jetzt kriegen sie da nichts mehr heraus. Sie haben aber ein Business aufgebaut, wo sie nicht herauskommen, die einzige Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, wäre, das Ganze einzustampfen. Ich sehe das ganz - Ich habe ganz viele Kunden, die da sind, leider, und die haben sich damit auch wieder ein eigenes Gefängnis gebaut, weil sie etwas aufgebaut haben, wo sie selbst nicht mehr herauskommen. Und deswegen finde ich das noch wichtiger, sich selbst ersetzbar zu machen, damit du die Möglichkeit hast, dich weiter- und weiter- und weiterzuentwickeln, ohne dass alles dann später zusammenfällt, weil du nicht mehr da bist. #00:26:59#

I: Daran anschließend auch sofort die Frage: Als du das für dich selbst erkannt hast, wie lange hast du gebraucht, um das Konzept zu entwickeln, wie du dich quasi aus deinem selbstgebauten Gefängnis befreien kannst, wie lange hat das gedauert? #00:27:13#

B: Also bei mir ist der Groschen gefallen, als ich ein Buch gelesen habe, das war schon immer diese latente Unzufriedenheit, und ich bin dann schon auch jemand, der dann Geld auf dem Tisch liegen lassen kann und sagen kann: "Okay, da ist jetzt Geld, aber ich nehme das einmal nicht, ich gehe einmal einen Schritt zurück, denn mir ist es lieber, dass morgen das Geld angenehmer zu verdienen ist." Und dann ist mir irgendwie ein Buch in die Finger gekommen, das war "Built to Sell" von John Warrillow, und da hat es dann so richtig Klick gemacht, denn in diesem Buch gibt es so einen Protagonisten und der ist Agenturinhaber, und ich habe echt gedacht: Oh mein Gott, er schreibt über mein Leben! Und das war die Initialzündung, wo ich gedacht habe: Ja genau, wegen der Individualprojekte habe ich diese ganzen Schwierigkeiten. Also ich hatte viele Schwierigkeiten, aber die Wurzel allen Übels waren wirklich die Individualprojekte, und das habe ich dann verstanden. Dann hat es aber noch gut zwei Jahre gedauert, bis dieser Gedanke gereift ist und sich das in "Business mit Struktur" entwickelt hat. Da würde ich auch nicht sagen, dass mein Prozess jetzt vorbei ist, ich bin ja immer noch dabei, mich weiterzuentwickeln und weitere Hebel in meinem Unternehmen zu identifizieren. Ich bin schon skalierfähig, aber ich bin jetzt auch noch nicht 100% aus meinem Business raus, das heißt, wenn ich jetzt in einem Jahr wiederkommen würde, dann würde es "Business mit Struktur" wahrscheinlich so auch nicht geben. Aber es ist ein Prozess, es ist alles angelegt, dass es passieren kann, dass ich da herauskommen kann. Also das ist wirklich eine Reise. Um jetzt einmal zurückzukommen mit dem Bild Wassereimer schleppen und Wasserleitungen: Wenn du nicht gerade reich geboren bist oder gerade irgendwie deine reiche Tante hinübergegangen ist und dich mit ihrem Erbe beglückt hat, dann ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass du tagsüber Wassereimer schleppen musst, weil du deine Miete bezahlen musst, und am Abend und am Wochenende baust du an deiner Wasserleitung. Also das ist für 95% der Kunden, mit denen wir arbeiten, Realität und für mich war das auch lange Realität. Und das Schöne ist aber, du musst nicht warten, bis die Wasserleitung vollständig fertig ist, weil, wenn du dir vorstellst, du musst, wenn du schon einen Teil der Leitung gebaut hast, nicht mehr ganz zum Fluss gehen, der, sagen wir einmal, zwei Kilometer weit weg ist, sondern wenn du schon 500 Meter Leitungen gebaut hast, dann musst du nur noch die Differenz gehen. Also ich will damit sagen: Wassereimer-Schleppen muss eine ganze Weile passieren, aber es lohnt sich, die Wasserleitungen zu bauen, und du wirst mit dem Bau der Leitung schon profitieren, also du musst nicht warten, bis es vollständig fertig ist. #00:30:01#

I: Ja, was würdest du denn jemandem empfehlen, der jetzt diesen Podcast hört, Dienstleister ist, den das total anspricht, jetzt noch mittendrin Wassereimer zu schleppen, wahrscheinlich sogar noch während er den Podcast hört, und er hört jetzt auf, er drückt auf "Stopp", was wäre das Erste, was er tun sollte, um quasi anzufangen, diese Wasserleitung zu bauen? #00:30:23#

B: Der aller-, allererste Schritt ist, ein konkretes standardisiertes Angebot zu entwickeln. Das ist die absolute Basis, das ist das Fundament für deine Leitung. Wenn du kein standardisiertes Angebot hast, denn das Angebot ist ein System, es gibt noch viele weitere Systeme in deinem Business, die du etablieren musst, aber ein Angebot ist das Erste; also du darfst keine Individualprojekte mehr machen, sondern du musst letztendlich einen Productized Service entwickeln, um dann weiterzumachen. #00:30:58#

I: Verstehe, ich würde ganz gerne noch auf ein anderes Thema kurz zu sprechen kommen, was du auch auf deiner Webseite schreibst, und zwar schreibst du da etwas von der Abkehr vom Shareholder-Value-Ansatz. Erstens noch einmal die Frage für die Zuhörer: Was ist genau der Shareholder-Value-Ansatz und warum willst du davon weg? #00:31:17#

B: Der Shareholder-Value-Ansatz ist, glaube ich, aus den 80er Jahren, wo es darum geht, das einzige Ziel eines Unternehmens ist, die Shareholder reicher zu machen, alle, die Aktien darin haben. Und das finde ich ein bisschen - das ist 80er-Jahre-Denke und ich glaube, diese ganzen - wir hatten schon über Mindset gesprochen oder so, wie wir aufgewachsen sind, oder das, was wir von unseren Eltern mitgekriegt haben, und die ganzen Reichen und die bösen Kooperationen usw. usf. Ich glaube, das kommt alles ein bisschen aus dieser Ecke, weil der Shareholder-Value-Ansatz... Die Mitarbeiter wurden schlecht bezahlt, denn wenn man die Gehälter der Mitarbeiter drückt, dann hat man natürlich viel mehr Geld für die Shareholder übrig. Und wir leben in einem System, da gibt es viele verschiedene Stakeholder, also Interessenten-Gruppen, es gibt die Lieferanten, die wollen auch etwas verdienen, wenn sie mit uns Business machen, wir haben die Mitarbeiter, wir haben die Kunden, die Kunden wollen auch gute Preise haben. Wir haben auch die Shareholder, bei uns in den kleinen Businesses gibt es ja nicht so viele Shareholder, weil wir keine Aktien ausgeben, aber letztendlich: Ich bin natürlich in meinem Unternehmen der Shareholder, weil ich nicht nur die Geschäftsführung bin, die ein Gehalt bezieht, ich bin aber natürlich auch der Inhaber, der dann die Dividende bekommt, also ich bin in meinem Unternehmen der einzige Shareholder. Also ich bin definitiv auch eine Interessengruppe dieses ganzen Konstrukts, und dann gibt es auch noch so etwas wie einen Staat und die Gesellschaft, die natürlich über Steuern auch etwas von dem Business haben möchte. Und ich glaube einfach: Letztendlich, ja, es ist ein Spannungsfeld, wenn man dem einen ein bisschen etwas wegnimmt, um dem anderen etwas zu geben, wir müssen aber gucken, dass alle glücklich sind, weil, letztendlich, wenn eine Zielgruppe oder eine Interessengruppe dauerhaft leer ausgeht oder geknebelt oder wie man es auch nennen möchte, also wenn das keine Win-Win-Solution für alle ist, dann bin ich einfach der Meinung, dass Businesses nicht mehr lange durchhalten. Wir haben noch die großen Kooperationen, die alten noch, aber wir sind so wie so in einer Zeit, wo es gerade einen extremen Wandel durchmacht, und wenn du jetzt einfach nicht mehr in der Lage bist, auf den neuen Zug aufzuspringen, dann gehen dir so wie so irgendwann die Lichter aus. Deswegen, ich sehe die Zukunft sehr positiv, weil ich einfach glaube, dass diese schlechten Business-Geschichten aus der Vergangenheit nicht mehr lange überleben können, dafür ändern sich jetzt einfach die Zeiten. #00:33:59#

I: Verstehe. Sind kleinere Unternehmen automatisch auch agiler für diese Zeiten? #00:34:08#

B: Ja, unbedingt, ich glaube das. Also ich arbeite jetzt nicht - ich war ja vorher einmal in einem Konzern und ich war auch Unternehmensberater dort, und wie langsam dort die Mühlen mahlen, das ist echt unglaublich. Ich war nicht lange dort. Ich bin schon ein dynamischer Mensch und ich habe Ideen, ich möchte die umsetzen, und das war für mich einfach nicht das richtige Umfeld und deswegen habe ich mich da relativ schnell verabschiedet und fühle mich hier in dieser Welt viel wohler. Denn man kann auch als kleines Unternehmen oder als Mittelständler mit den heutigen Möglichkeiten wahnsinnig viel machen. Aber es ist wie gesagt wichtig, wenn dein Business von dir selbst abhängt, dann kannst du eben nicht so viele Leute erreichen, weil du nur so viele Stunden arbeiten kannst. Und nehmen wir einmal ein Beispiel auch: Ich kriege relativ viel positives Feedback, wie viel Content wir veröffentlichen, die Blog-Artikel sind sehr tief usw. usf., das kann ich aber nur machen, weil ich skalierfähig bin. Wenn ich 80% meiner Zeit Coaching machen müsste, um meine Miete zu bezahlen, dann hätte ich natürlich auch überhaupt nicht die Zeit, so viel Content zu produzieren. Der Content ist ja auch da, dass ich den Leuten helfen möchte, die vielleicht noch nicht das Geld dafür haben, ein 1-on-1-Coaching bei mir zu machen, es ist natürlich auch schon ein bisschen hochpreisiger. Und ich möchte auch den Leuten helfen, die da noch hinkommen müssen, sich so etwas leisten zu können, und das mache ich natürlich auch mit diesen vielen Educating-Content, wo du wirklich etwas davon hast, was dich wirklich weiterbringt. #00:35:48#

I: Ja, was ich ganz cool fand, du schreibst auch, wer dich kopieren will, soll dich als Coach buchen, damit würde man viele Fettnäpfchen und viel Lehrgeld vermeiden. Das ist ja auch so ein bisschen der Sinn und Zweck von den Online-Business-Experten, weil ich auch für mich selbst erkannt habe: Man kann es alleine, man kann hustlen, wie man will, und man kann vielleicht auch denken, dass man es besser weiß, und Erfolg auch vielleicht haben, aber es ist aus meiner Perspektive immer erst einmal besser, wenn man sich Leute sucht, die das, was man konkret vorhat, auch schon einmal auch getan haben, und sich von denen beraten lässt. #00:36:28#

B: Ja, also warum ich das geschrieben habe: Ich veröffentliche sehr, sehr großzügig und sehr detailliert, was ich eigentlich genau mache, und da fragen mich manche Leute schon: "Sag' mal, Melanie, hast du nicht Angst, dass man dich kopiert oder dass man das klaut oder so etwas?" Und dann sage ich mir immer: Wissen und Weisheit sind wirklich zwei große Unterschiede. Bloß, weil du etwas weißt, heißt das noch lange nicht, dass du das in vernünftigem Maße anwendest, also das ist der Unterschied zwischen Weisheit. Weisheit ist angewandtes Wissen. Ich sage auch z.B.: Wenn du weißt, wie eine Maschine von außen aussieht, dann hast du immer noch keine Ahnung, wie die Mechanik drinnen aussieht. Und die meisten Maschinen sind ja smart, weil sie drinnen smart arbeiten, und nicht, weil sie außen fancy aussehen. Und wenn man jetzt z.B. auf meine Webseite guckt und mein Angebot sieht und man glaubt: Ah, super, so hat das die Melanie gemacht, jetzt weiß ich, wie man Productized Service macht. Dann sage ich: "Falsch gefehlt, jetzt wirst du wahrscheinlich wahnsinnig viele Fehler machen, weil du nämlich glaubst, zu wissen, wie die Maschine funktioniert, bloß weil du sie von außen gesehen hast." Da gibt es nämlich sehr, sehr viel zu beachten, was du so per Reverse Engineering - das kriegst du gar nicht so hin. #00:37:44#

I: Und letztendlich ist ja auch nicht besonders partnerschaftlich an der Stelle, also wer dein Geheimnis hat, und darauf würde ich jetzt gleich im Folgenden auch noch ein bisschen versuchen, das herauszuarbeiten, was dein persönliches Geheimnis ist, ich finde, das kann man an der Stelle auch schon honorieren, indem man dann auch deine Leistung in Anspruch nimmt. Ich würde ganz gerne so ein bisschen weg von dem Online-Business-Thema, vielleicht nicht so wirklich, aber eher so in die Richtung des Persönlichen: Du führst ja dein Unternehmen "Business mit Struktur" auch als ein transparentes Unternehmen, wie du schreibst. Das heißt, du veröffentlichst ja bis auf den Cent genau, wie viel du umgesetzt hast und alle möglichen Kennzahlen, du bist also wirklich sehr, sehr transparent. Als ich das das erste Mal gesehen habe, ist mir die Kinnlade erst einmal heruntergefallen. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum, aber irgendwie fand ich das wirklich toll, das zu sehen. Und dann habe ich mich gefragt: Steckt da vielleicht ein konkreter Wunsch dahinter, den du quasi an die Geschäftswelt hast, und welcher wäre das? #00:38:55#

B: Ja, also ich sehe mich schon wirklich schon als Vorreiter im Sinne davon, dass ich auch anderen zeigen möchte, dass es geht. Und meine Werte z.B.: Was ich eigentlich nicht vertrete, ist, was man manchmal im Internet ein bisschen sieht mit den Online-Kursen, wenn es um Online-Business oder so etwas geht, wo jemand dann sagt, wie schnell das bei ihm gegangen ist, wie schnell er erfolgreich geworden ist. Was mir oftmals klar ist: Wenn man selbst etwas gelernt hat oder wenn man selbst etwas hingekriegt hat, dann vergisst man eigentlich manchmal, wie lang der Weg doch war. Also wenn man irgendwie eine Eingebung hat, ist das auf einmal total klar und total einfach für jemanden, wenn man etwas gelernt hat. Für mich ein Productized zu entwickeln, ist total einfach, jetzt. Aber der Weg dorthin, bis diese Gedanken einfach gereift sind, das hat wirklich ganz lange gedauert. Und die erste Sache, die ich eigentlich sagen möchte, ist: Wir sind alle auf unserem Weg, und ich möchte, dass unsere Zielgruppe oder unsere Kunden, mit denen wir arbeiten, die sollen sich nicht schlecht fühlen, denn ein Business aufzubauen, wo dann eine Nuance ist: "Du bist noch nicht erfolgreich, du machst etwas falsch. Du musst einfach nur meinen Kurs kaufen und dann bist du genauso erfolgreich wie ich", das ist einfach nicht mein Style. Die zweite Sache, die ich einfach sagen möchte, ist, dass Umsatz allein nicht das Nonplusultra an Unternehmenserfolg ist. Ich kenne natürlich, weil ich sehr viele Unternehmen auch coache, kann ich da ganz knallhart reingucken, und ich sehe Unternehmen, die mit mir arbeiten, die machen eine Million Umsatz, aber die haben massive Probleme, wo ich jetzt schon sehe: Naja, in fünf Jahren bist du wahrscheinlich platt, weil da eine andere Kennzahl fehlt, so etwas wie z.B., sagen wir einmal so, Substanz. #00:41:04#

I: Ja, klar, was dann von dem Umsatz nachher auch übrigbleibt, nicht? #00:41:09#

B: Ja. Und ich möchte auch einfach - das ist dieses Transparenzversprechen, was ich bei mir auf meiner Webseite habe, das hat viele verschiedene Sachen. Ich möchte erst einmal, dass meine Kunden sich nicht schlecht fühlen, ich möchte auch selbst zeigen, dass ich selbst auf meinem Weg bin und ich selbst noch ganz viel zu lernen habe. Ich glaube nämlich, wenn man sich so darstellt, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen und alles ist perfekt, dann ist man auch wahnsinnig angreifbar. Denn niemand ist perfekt und gerade, wenn man dann eine kleine Delle sieht, dann stürzen sich die Leute da darauf, weil man vorher eher so einen arroganten Touch hatte, und ich möchte eigentlich schon sagen: Pass auf, wir sind hier alle auf der Reise und ich finde es total genial, wenn du mir Feedback gibst und sagst: "Du, Melanie, das war jetzt aber nicht so hilfreich", oder "schau' mal da, da fehlt noch etwas, das wäre ziemlich cool, wenn das noch kommen würde, das würde mir helfen", und dann können wir uns alle gemeinsam entwickeln. Genau, also das sind - Ich möchte einfach die Leute mit auf meine Reise nehmen und dadurch inspirieren und das auch ehrlich und authentisch, nicht mit einem Heiligenschein. #00:42:22#

I: Das gelingt dir auf jeden Fall. #00:42:23#

B: Danke schön. #00:42:24#

I: Ja, oder mit dem Lamborghini in der Garage. Das ist mir auch aufgefallen auf deiner Webseite. Letztendlich, der Podcast, weswegen ich da auch so in diese Richtung gehe, dient auch dem Ziel, dass der Zuhörer ein bisschen Vertrauen aufbaut, ein bisschen Motivation kennenlernt, und das ist mir bei deinem Angebot ist mir das ganz stark aufgefallen, dass du jetzt auf relativ - also ich könnte jetzt eigentlich keinen einzigen benennen, aber du verzichtest ja so gut wie auf jeden mentalen Anker, also sprich, so dieses Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen: "Hey du musst jetzt reagieren, da läuft irgendeine Stoppuhr rückwärts", oder "nur noch so lange, dann gibt es das Angebot nie wieder", das sind alles Sachen, die findet man im Prinzip bei dir auf der Seite überhaupt gar nicht. Obwohl man sie natürlich so in dem Online-Business-Marketing-Buch, was manche vielleicht glauben, im Schrank stehen zu haben, durchaus immer wieder findet, das finde ich persönlich sehr angenehm. #00:43:30#

B: Ja, danke. Ich habe da selbst einmal eine ganz schlechte negative Erfahrung gemacht, wo ich etwas bei einem Business-Coach gekauft habe, und ich habe danach so eine Kauf-Reue gehabt, weil ich mich da wirklich "gepressured" gefühlt habe, dieses Angebot zu kaufen, und er hat es dann auch geschafft, das war so ein Amerikaner. Diese ganzen Emotionen, die er da - Ich bin auch ein Mensch! Ich habe Emotionen und irgendwie habe ich auch meine Schwächen. Und wenn du damit spielst, dann kriegst du mich vielleicht, und dann kaufe ich, weil ich mich so schlecht fühle und unbedingt deine acht Tipps haben will, damit ich genauso erfolgreich bin wie du. Aber ich habe gemerkt, wie schlecht das Gefühl danach ist, und ich möchte nicht, dass meine Kunden sich schlecht fühlen. Es gibt auch Angebote, bei denen wir sagen: "Pass auf, das gibt es nur jetzt", aber das hat eine natürliche Scarcity, eine Masterclass zum Beispiel, wo es wirklich darum geht, dass ich live dabei bin. Das ist kein Evergreen-Angebot und da musst du dich einfach jetzt entscheiden oder nicht. Das sind so Angebote, die haben eine ganz natürliche Scarcity, und diese Anker funktionieren auch, aber ich möchte das nicht wie schwarze Magie benutzen, das muss schon auch alles Hand und Fuß haben, und wenn du mich live sehen willst und live die Fragen stellen willst, dann musst du dich jetzt auch für dieses Angebot entscheiden, ansonsten geht das einfach nicht mehr. Aber die ganzen Evergreen-Sachen, die du wirklich jederzeit kaufen kannst, warum soll ich da irgendwelche Fake-Uhren einbauen, die da ablaufen, das wäre einfach nicht ehrlich. #00:45:11#

I: Ja, das finde ich sehr gut. Wie lange hat es gedauert, bis du mit deinem Weg, wie du ihn jetzt auch heute hast, die ersten Erfolge hattest? Also du hast vorhin gesagt, zwei Jahre hat es ungefähr gedauert, und du bist immer noch auf dem Weg, aber wo würdest du sagen, ab welchem Zeitpunkt hat es sich abgezeichnet, dass das, was du tust, funktioniert? #00:45:32#

B: Das hat sich ganz früh abgezeichnet, weil ich nämlich mit meinem Angebot - also ich habe jetzt nicht zwei Jahre im Keller gesessen und da herumgebastelt, sondern ich habe von Anfang an Geld damit verdient, und das versuche ich auch meinen Kunden immer beizubringen: Du darfst nicht einfach sechs bis zwölf Monate im Keller verschwinden, das funktioniert heute nicht mehr, weil du das Feedback von den Kunden brauchst. Und wenn du Interessenten hast, die einfach nur sagen, "Ja, finde ich gut", wenn du denen das kostenlos gibst, dann kann das vielleicht ein Feedback sein, aber das kannst du gar nicht so ernst nehmen. Wenn du merkst, die Leute kaufen das oder nicht, dann weißt du wirklich, ob es funktioniert. Das heißt, ich habe, glaube ich, als ich die ganze "Business-mit-Struktur"-Methode aufgebaut hatte, hatte ich erst ein einziges Kuchenstück, das war das Thema Angebote, es geht um dieses skalierfähiges Angebot, und da hatte ich nur ein einziges Arbeitsbuch, es gab keine Videos, es gab keine Extra-Ressourcen, es gab nur dieses eine Arbeitsbuch. Und mit diesem Arbeitsbuch habe ich einen Kunden gefunden, der mir das Vertrauen geschenkt hat, und ich habe mit ihm 6000 Euro Umsatz gemacht. Und das möchte ich einfach immer wieder sagen: Du musst eine Klarheit über dein Konzept haben. Das Konzept muss noch nicht vollständig - Deshalb machen wir eigentlich Coaching-Arbeit, was wir machen, ist ja Konzeption. Du musst einen klaren Plan haben, was du versuchst, da zu erschaffen, und dann musst du aber auch, wenn das noch nicht alles implementiert ist, so früh wie möglich das verkaufen. Nur dann weißt du, ob das wirklich funktioniert. Das heißt, ich kann wirklich sagen: Ja, meine ganze Methode, die ist auch wirklich richtig groß mit diesen zwölf Kuchenstücken, deswegen hat das so lange gedauert, zwei Jahre, bis das alles fertig war, weil ich das auch hardcore an den Kunden getestet habe, ich habe das wirklich "tested and approved". #00:47:23#

I: Ist das also im Prinzip die Legitimation? #00:47:26#

B: Genau. Also da gab es auch verschiedene - das ist auch eine Sache, die Leute gucken sich jetzt meine Webseite an und denken, dass ist das, was sie jetzt kreieren, aber das ist viel zu groß, das hat ja so lange gedauert, bis es zu diesem Punkt gekommen ist, wie es jetzt ist. Und das ist nämlich auch so eine Sache, warum du das nicht einfach kopieren kannst: Weil du, wenn du mich von Anfang an gekannt hast, dann die Evolution miterlebt hast. Aber wenn du mich jetzt erst kennenlernst, dann hast du die Evolutionsschritte nicht gesehen, das heißt, wenn du jetzt versuchst, es einfach zu machen, dann wirst du wahrscheinlich auf die Nase fallen, weil es viel zu groß ist. Du musst die Meilensteine vernünftig planen, denn das, was wir jetzt haben, hatte ich so vor zwei Jahren nicht, das war ein anderes Paket, das hat sich natürlich total entwickelt. #00:48:13#

I: Das finde ich super spannend, denn da stecken unheimlich viele Dinge darin, die so auch als normale Lebensweisheiten durchgehen würden, wie z.B., dass sich die Dinge langsam entwickeln, auch im Online-Business, wo im Internet eigentlich alles super schnell geht irgendwie, müssen sich Dinge über einen längeren Zeitraum erst einmal entwickeln. Es ist nicht sofort möglich, die ultimative Lösung bereitzustellen, deswegen gibt es so Ansätze wie das MVP. Das finde ich sehr cool, da spiegelt sich sehr viel wider. Du schreibst, ich weiß gar nicht, ob das Facebook war, irgendwo, dass du eine Hardcore-Selbstweiterbilderin bist. Woher kommt diese unbändige Neugier? #00:48:59#

B: Weiß ich nicht, also jeder hat ja, glaube ich, irgendwie so seinen eigenen Lebensweg, und ich habe für mich erkannt, mir macht es unendlich viel Spaß, neue Dinge zu lernen. Am Anfang hatte ich damit ein riesen Problem, weil ich "all over the place" war, also ich hatte keinen Fokus. Das sieht man ja heute auch noch sehr viel: "Hey, ich habe ein neues Projekt, hey, ich habe ein neues Projekt!" Und das sagt mir eigentlich schon, dass du noch nicht so richtig auf dem Pfad bist, denn Projekte haben ein Anfang und ein Ende, Projekte sind keine Firmen. #00:49:36#

I: Das stimmt. #00:49:36#

B: Also ich habe eine Firma und ich hoffe einmal, dass die nicht so einfach ein Ende hat, und das hat natürlich eine Weile gedauert, bis ich, ich habe viel ausprobiert, "Business mit Struktur" für mich so gefunden habe. Und jetzt kann ich mich wahnsinnig stark weiterbilden und das, was ich alles gemacht habe, und bringe das quasi alles in diese "Brand" mit herein, das hat eine Weile gedauert. #00:49:58#

I: Wo versagt denn deine Neugier? Also mit welchen Themen kannst du so gar nichts anfangen? #00:50:08#

B: Ja, also CSS und HTML. Da zum Beispiel. #00:50:21#

I: Aha, okay. Da werden also die Augen glasig. #00:50:24#

B: Ja, genau. Nein, keine Ahnung, vielleicht kriege ich das noch einmal hin oder so, aber was ich z.B. auch Jahre lang nicht mochte, war das ganze Thema Finanzen, bis mein Unternehmen immer größer geworden ist und ich war nicht - jetzt bin ich an einem Punkt, da bin ich nicht nur für mich verantwortlich. Es gibt Leute, die auf mich bauen, die vertrauen darauf, dass sie durch mit ihre Miete bezahlen können, und diese Herausforderung habe ich einfach angenommen, um da auch wirklich dieses Leadership leben zu können, muss ich da Verantwortung übernehmen und meine Zahlen gut kennen und gut steuern können. Das war für mich eine kleine Reise, die ein bisschen schmerzhaft auch war, aber es hat sich gelohnt, diese Themen auch anzugehen, weil ich einfach die Verantwortung tragen möchte und auch muss. #00:51:16#

I: Ja, finde ich sehr spannend. Ich würde ganz kurz trotzdem noch einmal, verzeihe es mir bitte, zum Thema HTML und CSS zurückkehren, denn ich habe auch immer so eine Section mit Beobachtungen. Und eine der Beobachtungen, die ich gemacht habe, war, dass du dich ja schon, gerade wenn du dich so mit Excel beschäftigst, neulich hast du auch einmal auf Facebook - du merkst schon, bei mir muss man echt vorsichtig sein - einen Coding-Kurs für Frauen beispielsweise geteilt. Und da ist bei mir so die Frage entstanden, da du ja eher mit dem Schwerpunkt Marketing studiert hast: Hast du es nachher bereut, nicht Informatik studiert zu haben? Das scheint dir jetzt doch zu liegen irgendwie. #00:52:02#

B: Ja, die Sache ist die: Manchmal ist es einfach blöd, von anderen Leuten abhängig zu sein. Ich bin nicht der Meinung, ich muss alles selbst können, aber im Falle des Falles finde ich es dann doch schon einmal gut, wenn ich selbst heran kann an das Problem. Und wenn es um meine Webseite geht, kann ich das im Moment gar nicht. Ich habe irgendetwas gedrückt und auf einmal geht nichts mehr, und dann stehe ich da wie - "Ich habe das Internet gelöscht!" Einfach jemanden zu finden, ich habe im Moment keinen Tekkie in meinem Business, also wer Interesse hat, soll sich gerne bei mir melden. Das ist ein bisschen blöd, dass ich da komplett abhängig bin von jemandem, der technisch "aversierter" ist als ich. #00:52:58#

I: Das wird auch auf jeden Fall noch in die Showdowns aufgenommen. #00:53:01#

B: "Aversierter", war das das richtige Wort? #00:53:02#

I: Technisch affin, vielleicht. #00:53:05#

B: Affin, ja, genau, das war das richtige Wort. #00:53:11#

I: Genau, eine weitere Beobachtung, die ich gemacht habe: Du bist für mich persönlich eine gestandene Geschäftsfrau, mit allen Wassern gewaschen, und trotzdem fragst du immer sehr offen nach Hilfe für, ich sage einmal, "Kleinigkeiten" wie SVERWEIS, Excel. Jeder, der den SVERWEIS bei Excel kennt, der weiß, dass es keine Kleinigkeit ist, aber ist das vielleicht genau dein Geheimrezept, warum die Sachen dann bei dir auch so gut funktionieren? #00:53:44#

B: Mein Geheimrezept, also ich habe dir ja, glaube ich, am Anfang der Folge gesagt, dass mein derzeitiges Lieblingsbuch "Letting Go" ist, von Dr. Richard Hawkins. Und da habe ich etwas ganz Geiles gelesen, und zwar redet er dort über die Emotion Stolz. Und wenn du stolz auf etwas bist, bist du dir eigentlich noch nicht genau sicher, dass das wirklich so ist, und deswegen verteidigst du es ganz stark. Mir ist dann aufgefallen, am Anfang meines Businesses, da war ich auch noch wirklich sehr unsicher und hatte diesen Stolz, und habe dann richtig gemerkt, dass es doch viel Kritik auch ausgelöst hat, also diese - da will ich auch einmal einen Blog-Artikel darüber schreiben - andere Sicht auf Hater. Und zwar habe ich da dann schon ein paar Hater angezogen oder Leute, die dann mir sagen wollten: "Du bist doch nicht so toll, wie du denkst, Melanie." Und dann habe ich gemerkt, zuerst fand ich die dann total doof, warum machen die das, das hat mich dann schon verletzt, weil mir mein Business auch immer sehr viel bedeutet hat, und dann habe ich dieses Buch gelesen und habe gemerkt: Es ist eigentlich egal, was die da machen oder nicht, aber letztendlich liegt es an meinem Stolz, den ich habe. Und dann habe ich da so ein bisschen daran gearbeitet und dadurch ist es auch alles gekommen, dass ich nicht zeigen will, dass ich alles weiß und ich fehlerfrei bin. Da habe ich dann gemerkt, die Leute sind viel hilfsbereiter, viel gnädiger mit einem, weil man sich gar nicht von vornherein so darstellt, als dass ich die tollste, erfolgreichste Unternehmerin bin. Das war für mich ein totales Learning, dass wenn du sehr viele Hater anziehst, sagt man ja manchmal da draußen: Hey, wenn du Hater anziehst, dann bist du erfolgreich, aber ich würde sagen, wenn du Hater anziehst, dann bist du eigentlich stolz, also Pride. Das ist eigentlich eine destruktive Emotion, und da habe ich jetzt gemerkt, je weniger ich diesen Pride, diesen Stolz habe, umso angenehmer wird es eigentlich, umso liebevoller sind die Leute, die ich anziehe. #00:55:54#

I: Ich finde das ultra spannend, denn Stolz als Sache an sich ist ja erst einmal nicht negativ konnotiert, sondern positiv durchaus in der Gesellschaft, auf etwas stolz sein, etwas erreicht zu haben. Dass aber genau dieser Stolz es ist, der am Ende diese negativen Schwingungen mitbringt, das finde ich einen sehr spannenden Gedanken. Also ich schreibe auch zu jeder Podcast-Folge nachher dann eine Zusammenfassung, da ist auf jeden Fall immer dann eine Liste mit Learnings darin, und da würde ich es auf jeden Fall mit reinnehmen, denn ich finde das einen sehr spannenden Gedanken. #00:56:31#

B: Naja, es heißt ja nicht umsonst: "Pride comes before the fall", da ist schon etwas dran. Und er beschreibt zum Beispiel in diesem Buch auch, was eine höhere Emotion wäre anstatt des Stolzes, und zwar einfach die Liebe zu etwas, der Spaß zu etwas. Ich mache das nicht, weil ich stolz bin und das alles so toll ist, sondern ich mache das einfach, weil ich das liebe und mir das Spaß macht. Und wenn du diese Emotionen ausdrückst, dann kommen auch viel weniger Hater. #00:57:00#

I: Sehr spannend. Wir kommen langsam zum Ende dieser Podcast-Episode. Ich habe noch zwei letzte Fragen. Auf der einen Seite habe ich gelesen, dass du nicht nur jetzt eine Masterclass veröffentlichst, über die ich dich bitten würde, gleich noch etwas zu erzählen, sondern du schreibst auch ein Buch. Worum geht es genau und wann kommt es raus? #00:57:27#

B: Also das ist das erste Buch, was ich schreibe und mir macht der Prozess total Spaß, ich gehe einmal davon aus, wenn ich 80% damit fertig bin und es dann um die Kleinigkeiten geht, dann will ich meinen Computer aus dem Fenster schmeißen oder so, aber im Moment macht es noch wahnsinnig viel Spaß. Es geht eigentlich darum, auch in unseren Online-Kursen sagen wir: Es gibt drei Grundsysteme, was wir Tagesgeschäft nennen. Und wir wollen ein Unternehmen aufbauen, wie du aus dem Tagesgeschäft kommst. Diese drei Systeme sind die Lieferung der Leistung, also der Kunde hat etwas gekauft und jetzt kriegt er die Leistung, das ist das erste System, aus dem du versuchst, herauszukommen, deswegen braucht es auch einen Productized Service, denn wenn du das nicht hast, dann wird es ganz schwer, da herauszukommen. Das zweite System ist die Lead-Konvertierung, also im Sinne von: Wie wird aus einem Interessenten ein Kunde? Bist du der einzige, der Kunden gewinnen kann, oder kannst du auch Kunden gewinnen, ohne dass du in dem Prozess dabei bist? Und das dritte System ist die Lead-Generierung: Also wie kommen eigentlich die Leute in deine Welt, kannst das nur du machen? Also hier zum Beispiel im Podcast, da bin ich jetzt nicht unbedingt ersetzbar, weil ich schon hier sein muss, aber mein Business basiert nicht nur auf dieser Form der Lead-Generierung, sondern es hat noch andere Systeme, wie Leads generiert werden, ohne dass ich dabei sein muss. Und dieses Buch geht genau darum, wie du diese drei Systeme aufbauen musst, damit du da herauskommst. Also es wird ein sehr, sehr Hands-on-Buch sein, wo du nach dem Buch genau weißt, was du zu tun hast. Also nicht irgendwie nur konzeptionell und "lalala", jetzt habe ich ein bisschen geredet, sondern es geht wirklich so: Okay, wie mache ich das? Das sind die Hebel, die du hast. Ich habe mir vorgenommen, bis zum Ende des Jahres das Buch fertig zu schreiben, ich habe ja noch nicht so viele Erfahrungen im Buch-Veröffentlichen, aber ich gehe einmal davon aus, es braucht mindestens noch ein halbes Jahr, bis es vom fertigen Skript käuflich zu erhalten ist, also gehen wir einmal davon aus, dass es in Q3 oder Q4 2021 ist. #00:59:16#

I: Bei deiner Masterclass geht es ja, glaube ich, auch um die Nine-to-Five-Falle, nicht? #00:59:21#

B: Also die Masterclass - ich launche jetzt gerade, die fängt am 25. an, die Masterclass heißt "Entwickle einen Productized Service", und hier geht es wirklich ganz knallhart darum, wie du das erste System, Lieferung der Leistung, aufbaust, dass du da wieder herauskommst. Das ist das Fundament, und die meisten Dienstleister, mit denen wir arbeiten, haben noch nicht einmal ein Angebot, und da müssen wir als erstes ansetzen. Die Masterclass ist für die Leute, die eigentlich noch genau an diesem Anfangsstadium sind, denn im 1-on-1-Coaching machen wir dann noch ganz andere Sachen, wo es dann wirklich darum geht zu skalieren. Und die Masterclass "Entwickle einen Productized Service" ist genau für die Leute da, die erst einmal ein Angebot schaffen müssen. #01:00:06#

I: Okay, verstehe, sehr interessant, vielen Dank. Allerletzte Frage, das muss ich auf jeden Fall noch fragen, denn ich habe dazu nichts gefunden, ich habe es gegoogelt, aber es war nicht von Erfolg gekrönt: Was ist der Crushing-Chaos-Club? #01:00:23#

B: Der Crushing-Chaos-Club ist eigentlich ein Kunden-Newsletter, der ist exklusiv für die Kunden, also wenn du bei uns in irgendeiner Form irgendetwas gekauft hast, dann bist du automatisch - es ist ein fancy Name für einen Kunden-Newsletter, wo ich dir regelmäßig Impulse eines kleinen Prozesses gebe, den du implementieren kannst, und das dauert weniger als vier Stunden. Also weil die Leute immer etwas sehr Konkretes in der Hand brauchen, und dann sage ich denen quasi regelmäßig: "Diesen kleinen Prozess, bitte jetzt einmal vier Stunden freinehmen, den Nachmittag, und jetzt diesen Prozess implementieren, dass du da nie wieder drin bist", weil die meisten Unternehmer sind busy, busy, busy, und deswegen muss man denen das in so kleinen Häppchen geben, dass sie sich Schritt für Schritt ersetzbar machen können. #01:00:59#

I: Ja, würdest du folgenden Spruch unterschreiben, dass busy the new stupid ist? #01:01:05#

B: Ja, ich würde jetzt, weil ich nicht so gerne negative Gefühle verbreite, nicht unbedingt stupid sagen, aber es ist auf jeden Fall nicht der ideale Weg, busy, busy, busy zu sein. #01:01:18#

I: Okay. Gut, ich überlege mir ein anderes Wort für stupid und das drucke ich mir dann auf ein T-Shirt dann. Melanie, damit sind wir eigentlich im Prinzip auch am Ende dieser Podcast-Episode angekommen. Wir haben sehr viel gesprochen über Productized Services, die Zeit-gegen-Geld-Falle bei Dienstleistern, wie Dienstleister ihr Angebot aufsetzen sollten, dass der allererste Schritt beim Bau dieser Wasserleitung, das Bild, das du da bemüht hast, quasi ist, ein abgestecktes standardisiertes Angebot erst einmal zu erdenken, dass dieser Prozess nicht von heute auf morgen funktioniert, sondern durchaus auch eine ganze Zeit lang dauern kann, dass es aber trotzdem auf diesem Weg dann relativ schnell möglich ist, auch unter anderem durch deine Hilfe dann, schon die ersten Erfolge im Dienstleistertagesgeschäft zu sehen und zu bekommen. Und ich glaube, wenn Dienstleister das jetzt hier hören an der Stelle, ihnen das auf jeden Fall schon viel Mehrwert gegeben hat. Vielen Dank dafür und dann bliebe mir fast nichts anderes zu sagen, als dir noch einen schönen Abend zu wünschen und eine schöne restliche Woche. #01:02:35#

B: Wünsche ich dir auch, Stefan, vielen Dank! #01:02:38#

OBEP00: Ein Tag am Strand, ein Todesfall und ein Versprechen

OBEP00: Ein Tag am Strand, ein Todesfall und ein Versprechen

Hallo und herzlich Willkommen,

zu dieser ersten Podcast Episode 0 🎉. Seit ungefähr 3 Monaten arbeite ich auf diesen Moment hin und nun ist es endlich soweit. Ich gehe mit meinem Baby live!

In dieser Episode lernst du mich und meine Motivation für dieses Projekt kennen. Diese Geschichte betitele ich auch gerne mit „Ein Tag am Strand“. Ihr könnt sie auch separat auf meiner About-Seite lesen.

Du erfährst außerdem, wie ein Todesfall im engeren Kollegenkreis und ein fünfjähriges Versprechen an mich selber, mich dazu gebracht haben einen eigenen Podcast zu starten. Und das als ziemlich introvertierter Typ.

Außerdem gebe ich dir in dieser Episode einen Überblick, was du von diesem Podcast erwarten kannst, wie oft er erscheint und was bzw. wen ich in den nächsten Wochen hier als Interview-Gast begrüßen darf.

Eine Sache noch ist mir ganz wichtig:

Dies ist mein erster Podcast und deshalb ist er sicher noch nicht perfekt, wie andere. Wahrscheinlich sogar ganz im Gegenteil.

Aber auch andere Broadcaster, haben mal klein angefangen (zumindest vermute ich das) und so kann ich dir versprechen, dass ich mich stetig verbessere und an Soundqualität und Inhalten pfeilen werde.

Das funktioniert aber nur, wenn du mir auf diesem Weg auch folgst. Schließlich muss jemand meine Fortschritte auch sehen und beurteilen können. Darüber würde ich mich sehr freuen und dazu lade ich dir herzlichst ein.

So, nun möchte ich deinem Hörvergnügen an dieser Stelle aber nicht mehr im Weg stehen.

Ich wünsche dir eine gute Zeit mit dieser und allen zukünftigen Online Business Experten Podcast Episoden (das passt auf keine Visitenkarte).

Bleib gesund!

Dein Stefan

PS. Unten findest du zu jeder Episode auch das vollständige Transkript. Bei meinen Interview Episoden erhalten Newsletter Abonnenten eine handliche Zusammenfassung der Inhalte. Zeit ist ja bekanntlich knapp!

OBEP00: Ein Tag am Strand, ein Todesfall und ein Versprechen

Stefan: Also was ist meine persönliche Motivation hinter diesem Podcast? Da sind im Groben drei Dinge zu nennen. Sache Nummer eins ist eine persönliche Erkenntnis, die ich vor ein paar Jahren hatte, und zwar nenne ich diese Story gerne "Ein Tag am Strand". Ihr kennt es vielleicht, man hat im Urlaub dieses Urlaubsgefühl, man fühlt sich wohl, es ist ein sehr schöner Aufenthalt, ein sehr schöner Ort, an dem man ist. Eigentlich möchte man nicht nach Hause und schon gar nicht möchte man wieder arbeiten gehen. Dieses Gefühl kennen, glaube ich, viele. Bei mir war das so stark, dass ich an einem Tag in meinem Urlaub am Strand saß, zusammen mit meiner Frau, in der Sonne, in der Düne, und aber nicht aufs Meer guckte, sondern den Taschenrechner in den Händen hatte. Und ich rechnete quasi - was heißt quasi - ich rechnete tatsächlich die Jahre, die ich womöglich bis zur Rente hätte - mein Vater ging zu dem Zeitpunkt in Rente, deswegen beschäftigte mich dieses Thema sehr - und rechnete letztendlich die Jahre bis zur Rente mal den Tagen Urlaub pro Jahr, die ich hatte. Und heraus kamen 2,6 Jahre, eigentlich relativ viel. Also 2,6 Jahre, in denen man finanziell abgesichert durch das weiterlaufende Gehalt und zeitlich unabhängig sowie auch örtlich flexibel unterwegs war, also ein Lifestyle, der mir persönlich eigentlich sehr gut gefiel, auch wenn ich nicht jeden Tag unterwegs sein musste.

So, auf der anderen Seite stand aber auch noch eine Zahl, und zwar zog ich diese 2,6 Jahre von den 35 Jahren ab und bekam 32,4 Jahre. Diese Zahl schockte mich wirklich, denn 32,4 Jahre ich letztendlich arbeiten musste, mal von Feierabend und Wochenende abgesehen, um mir 2,6 Jahre Freizeit, Freiraum in meinem Leben zu erschaffen. Und diese beiden Zahlen waren so in dieser krassen Disbalance, dass ich sehr geschockt war auf der einen Seite, aber mit mir auf der anderen Seite einen Vertrag machte. Und dieser Vertrag mit mir selbst besagte Folgendes, dass ich in den nächsten fünf Jahren fünf Projekte mit dem Ziel starten wollte, genau dieses Missverhältnis, diese Disbalance zu kippen.
Also programmierte ich diverse Web-Projekte, ich habe sogar eine eigene Schichtplanung für die Arbeit programmiert, ich hatte zeitweise einen Productized Service und ich war als Self-Publisher unterwegs und habe sogar Bücher veröffentlicht.

Und jetzt komme ich zu dem Warum. Hier habe ich letztendlich vier Beobachtungen. Beobachtung Nummer eins ist: Aus dieser Zeit habe ich mitgenommen, dass Unternehmertum der höchste Grad der Selbstverwirklichung ist, der Selbstwirksamkeit. Ein Unternehmen zu bauen, ist wie eine Maschine, nur es macht dann einen Unterschied, ob man in dieser Maschine arbeitet oder ob die Maschine für einen arbeitet. Und genau das ist der Punkt; ein erfolgreiches Online-Business ist eine Maschine, die für einen arbeitet. Und etwas zu bauen, was einem sogar gegebenenfalls ein Leben lang dient, unterstützt, einen bereichert und Freiheiten verschafft, das ist der höchste Grad von Selbstwirksamkeit und Selbstverwirklichung, den ein Mensch meines Erachtens überhaupt anstreben kann.

Der zweite Punkt: Die Zeit-gegen-Geld-Falle durchbrechen. Es ist so einfach, 40 Stunden die Woche zur Arbeit zu gehen und dafür bekommst du Gehalt X, wenn du nur 20 Stunden gehst, dann bekommst du auch nur die Hälfte. Genauso ist es bei Freelancern oder auch bei anderen Dienstleistern, es wird immer Zeit gegen Geld getauscht. Und sich davon zu entkoppeln, dieser 9-to-5-Falle, wie ich sie auch nenne, zu entfliehen, das ist meines Erachtens die Challenge in unserer Gesellschaft, und der Gewinn davon ist persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung. Außerdem hat man nur das eine Leben.
Vielleicht kennt ihr das, es gibt vor unserer Haustür ein weißes Fahrrad. Und die weißen Fahrräder bedeuten, dass dort an dieser Stelle ein Fahrradfahrer umgekommen ist. In dem Fall war es ein 54-Jähriger, der gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause war, vielleicht zu seiner Familie, vielleicht zu seinem Haustier, und dort nie angekommen ist, weil er von einem LKW überfahren wurde. Das zeigt mir, das Leben kann in Sekundenbruchteilen aus den Fugen geraten, nicht erst seit Corona. Das stellt aber die Frage: Was ist denn wirklich wichtig für mich? Ist das neue iPhone oder die neue Uhr wirklich wichtig für mich oder das schicke Auto, oder eher Zeit mit der Familie, persönliche Gesundheit, das Selbst und Erlebnisse und Erfahrungen, die wir im Leben sammeln? Doch viele Erfahrungen bleiben einem meiner Meinung nach verschlossen, wenn man sich in einem täglichen Hamsterrad dreht, und genau darum geht es. Ein erfolgreiches Online Business, also diese Maschine, von der ich schon gesprochen habe, die einem verhilft, aus diesem Kreislauf auszubrechen, ist genau die Sache, die man braucht, um sich erst einmal Gedanken um sich selbst machen zu können. Und wenn mehr Leute sich Gedanken um sich selbst machen und um die Welt, in der sie leben, dann wäre dieser Ort womöglich vielleicht ein ganz anderer.

Der letzte Grund ist: Bei all meinen Projekten habe ich herausgefunden: So einfach, wie alle sagen, ist es nicht. Es ist nicht einfach mal eben über das Internet Geld zu verdienen, denn wenn dem so wäre, würde es jeder tun und würde damit auch jeder erfolgreich sein. Dem ist aber nicht so, viele haben es versucht und viele sind damit gescheitert. Viele - ich zähle nämlich auch dazu - haben frustriert das ein oder andere Projekt auch aufgegeben. Im Internet Geld zu verdienen, ein Online-Business aufzubauen ist vielschichtig und komplex.

Der letzte Grund, weswegen ich diesen Grund mache, ist das Thema Intransparenz. Als Solopreneur oder Sidepreneuer, also jemand, der nebenberuflich ein Online Business aufbaut oder eben grundsätzlich alleine, kann nicht alles wissen. Das Internet oder das Geld verdienen im Internet oder Online Business an und für sich ist vom Wissen her so vielschichtig gestreut und erstreckt sich über Marketing, Steuer, Recht, Technik usw. usf., dass man nicht alles alleine wissen oder alleine machen kann. Deswegen ist es wichtig, sich die richtigen Experten an Bord zu holen. Dummerweise ist das Internet extrem intransparent, auch durch Google, oder trotz Google oder anderer Suchmaschinen. Denn man findet wenig Antworten darauf: Wer ist denn wirklich Experte? Will ich mit dem überhaupt zusammenarbeiten? Kann ich dem vertrauen? Und ist am Ende der Preis, den er verlangt, auch wirklich angemessen? Und darum geht es auch auf dieser Seite, in diesem Podcast; ich möchte euch Leuten vorstellen, die wirklich partnerschaftlich, authentisch sind, denen man vertrauen kann, und die eigentlich im Prinzip nur eine Sache im Sinn haben, und zwar, dass du als Zuhörer mit dem, was du dir vornimmst, Erfolg hast.

Also was sind die Inhalte dieses Podcasts? Es geht um den Aufbau eines erfolgreichen Online Business, es geht um inspirierende Unternehmer und Persönlichkeiten vor dem Mikro, es geht um Denkanstöße und Unternehmer-Mindset. Ich will zeigen, wie du deinen 9-to-5-Job gegen ein Online Business tauschst ohne Risiken einzugehen, und das auf dem kürzesten Weg. Und ich möchte den Menschen, die letztendlich genau das tun, was du dir vielleicht vorgenommen hast, die dabei großartig, authentisch, partnerschaftlich sind, möchte ich eine Plattform bieten.

Wie sieht es nun mit der Logistik des Podcasts aus? Der Podcast erscheint alle zwei Wochen. Es gibt drei Formate: Das Solo-Format, ihr hört mich also alleine sprechen, das Interview-Format und das (unv.)-Format, das heißt, ich habe mehrere Experten eingeladen zu einem Thema. Viel wichtiger ist mir allerdings: Sorry, ich bin Anfänger. Ich verspreche mich, ich benutze viele Füllwörter, ich bilde Satzkonstruktionen wohl möglich, die vorne Sinn machen, hinten aber nicht mehr, und manchmal gibt es einfach Störgeräusche. Was ich aber versprechen kann, ist, dass ich weniger Füllwörter benutzen werde, mich weniger verspreche, noch besseren Sound liefere und auch die Interviews von Gast zu Gast verbessern. Das geht aber nicht von heute auf gleich, sondern nur von Folge zu Folge, und ich würde mich einfach freuen, wenn ihr mich bei dieser Reise begleiten würdet. [09:49]

Ich habe noch eine Bitte an dich. Ich würde mich sehr über deine Unterstützung freuen, und rufe hiermit auf: Wenn du Fragen, Themen, Vorschläge für diesen Podcast hast, dann schicke mir gerne ein E-Mail, einen Link dazu, zu dem Kontaktformular, findest du in den Shownotes. Mir würde es sehr helfen, wenn du diesen Podcast gut findest, die weiteren Folgen gut findest und es dir Mehrwert liefert, wenn du mir einfach eine Fünf-Sterne-Bewertung geben würdest. Denn gerade auf iTunes verbessert das meine Auffindbarkeit, das bedeutet, ich kann noch mehr Menschen erreichen mit meinem Podcast und den Inhalten, und kann so noch mehr Menschen helfen, ihren 9-to-5-Job durch ein erfolgreiches Online Business auszutauschen.

Zum Schluss dieser Episode möchte ich euch noch einen kleinen Ausblick geben. In Episode 1, also der offiziell ersten Episode, habe ich mir Jan Döhring eingeladen, der Launch-Rockstar. Mit ihm spreche ich über das launchen von Produkten, was in einem Online Business ein unheimlich wichtiger Bestandteil ist, weil man auf der einen Seite so Produkte erst einmal bekommt, die die Menschen wirklich haben wollen, und auf der anderen Seite diese Produkte die Aufmerksamkeit bekommen, die sie wirklich verdient haben.
In Episode 2 habe ich Melanie Retzlaff im Podcast. Sie ist die Gründerin von Business mit Struktur und hilft Dienstleistern, eben dieser Zeit-gegen-Geld-Falle, von der ich auch schon gesprochen habe, zu entfliehen, und zwar mithilfe eines Productized Services.
In Episode 3 findest du Tom Schmidt von Nomad-Publishing. Er ist der absolute Experte, wenn es darum geht, selbst Bücher zu vermarkten, z.B. auf Amazon. Mit ihm habe ich über das Self-Publishing-Business gesprochen und was die Herausforderungen und die Challenges in diesem Business, in diesem Online-Business-Modell sind.

OBEP05: Sebastian Krämer’s Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business

Online Coaching Business
Online Coaching Business

OBEP05: Sebastian Krämer’s Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business!

Shownotes zur Episode

Sei gegrüßt,

oft höre ich folgenden Satz: „Heute ist doch jeder Coach!“.

Was dieser Satz meint, ist, dass es ein Überangebot an Menschen gibt, die anderen Menschen etwas beibringen (zum Beispiel: Wie erstelle ich einen Online-Kurs? Wie werde ich glücklich?) oder sie von etwas befreien (zum Beispiel: Flugangst, Höhenangst, Angst vor der Angst).

Diese Aussage macht den Eindruck, als gäbe es bereits zu viele Coaches in der Welt. Außerdem impliziert sie, dass mit steigender Anzahl von Coaches notwendigerweise die Qualität ihrer Dienstleistung sinkt.

Ganz besonders, wenn man darüber spricht eine sehr persönliche Beziehung zwischen Coach und Coachee automatisieren zu wollen. Einem automatsierten Online Coaching Business haftet daher schon etwas Verbotenes an.

Um ehrlich zu sein, war ich lange der gleichen Meinung. Deswegen wollte ich nie ein Coach sein. Schließlich gab es ja schon genug davon, oder?

Das ist leider ein Denkfehler. Wenn wir zunächst nur mal von der Sache ausgehen, sind Coaches Menschen, die anderen Menschen helfen wollen. 
 
Jetzt meine Frage: Kann es wirklich zu viel Menschen geben, die helfen wollen?
 
Ich denke nicht. Es gibt eher noch zu wenige!
 
Es gibt allerdings zwei Eigenschaften, die Coaches voneinander unterscheiden.
 
Das ist einerseits ihre persönliche Motivation für das Coaching Business.
 
Sebastian spricht hier gerne von dem ‚ehrenwerten‘ Coach. Das heißt, die Motivation liegt nicht im unermesslichen Reichtum über Nacht (das ist sowieso unwahrscheinlich), sondern darin für und mit Menschen zu arbeiten und ihre Probleme zu lösen. Das Interesse am Menschen steht im Vordergrund.
 
Andererseits, ist es der Grad an Wirksamkeit des Coaches.
 
Das hängt oft davon ab, wie lange ein Coach schon in einem bestimmten Nischenmarkt unterwegs ist. Je besser er seinen Markt, seine Kunden und deren Probleme kennt, desto besser kann er ihnen auch Hilfestellung geben.
 
Und wie passt nun der Aspekt der Automatisierung hier rein?
 
Automatisierung meint nichts anderes, als die konsequente Nutzung heutiger technischer Möglichkeiten.

Hier haben viele Coaches erheblichen Nachholbedarf, wie auch die Corona Krise gezeigt hat. Die Technik erlaubt es außerdem dem Coach sein Geschäft stärker nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Zum Beispiel, wenn eher 1:1 Coachings oder Gruppen-Coachings bevorzugt werden.
 
In diesem Interview verrät Sebastian, wie er sein Coaching Business automatisert hat und schon tausenden seiner Klienten weitergeholfen hat. Denn letztendlich, so Sebastians Überzeugung, ist bei einem ehrenwerten & wahrhaftigem, wirksamen Coaching Geld nur noch ein Abfallprodukt des eigenen Tuns.
 

Viel Spaß bei dieser Episode!

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP05: Sebastian Krämer's Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business

I=Stefan
B=Sebastian

I: Heute bei mir zu Gast: Sebastian Krämer. Hallo, ich grüße dich sehr, ich habe mich sehr auf das Interview gefreut. Herzlich willkommen in meinem Podcast! #00:00:08#

B: Ja, hi Stefan. Vielen Dank, ich freue mich auch. #00:00:12#

I: Ich habe wieder einmal - die Hörer kennen das mittlerweile schon, ich bereite immer extrem viele Fragen vor. Das ist natürlich bei dir jetzt auch keine Ausnahme, aber diejenigen, die den Podcast schon ein bisschen kennen, die wissen auch, dass ich immer erst einmal damit starte, meinen Podcast-Gast kurz vorzustellen. Und damit würde ich auch hier an der Stelle kurz beginnen und würde dich erst einmal dem Zuhörer vorstellen. So, und dazu gehe ich dann immer ein bisschen in die Vergangenheit, gucke auf der Webseite, was ich an Informationen finde. Manche finden das unheimlich, aber ich finde das eigentlich okay. #00:00:50#

B: Nein, mach mal, gerne. #00:00:53#

I: Also: Wer ist denn eigentlich Sebastian Krämer? Sebastian Krämer, das habe ich mir hier aufgeschrieben, dass letztendlich dein Werdegang damit begonnen hat, dass du tatsächlich eigentlich unschön selbst eine massive Angststörung und Panikattacken und handfeste körperliche Symptome dieser Dinge entwickelt hast, ich glaube, damit fing dein Werdegang letztendlich in dieser Richtung an. Und du hast dann begonnen, dich damit sehr stark auseinander zu setzen und hast es natürlich auch irgendwann geschafft. Was heißt natürlich? Du hast es glücklicherweise geschafft, das Ganze auch zu überwinden, und dann stand der Wunsch bei dir, auch natürlich anderen Menschen, die diese Probleme haben, zu helfen. Und so wurde aus dir ein handfester Life-Coach. Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende; als nächsten Schritt hast du einen Verlag gegründet, hast ein Buch geschrieben, was sogar ein Bestseller wurde, und hast da ein sehr erfolgreiches Business im Prinzip aufgebaut, wo du Menschen bei der Überwindung von Angststörungen und Panikattacken weiterhilfst. Jetzt gehst du, wenn ich das richtig verstanden habe, korrigiere mich bitte immer gerne, den nächsten logischen Schritt, und zwar, dass du sagst: Ich habe mir jetzt hier ein bis zu 90% automatisiertes Online-Coaching-Business aufgebaut mit genau diesem Thema, das kann ich auch für andere Bereiche machen, und hast ein neues Projekt jetzt ins Leben gerufen, das sich da nennt: Forbettercoaches. So, und hier zeigst du Coaches, wie sie ihr Coaching-Business automatisieren können. Das ist der letzte Stand, damit bist du jetzt letztendlich hier auch zu Gast. Bevor wir allerdings in die ersten Fragen reinstarten, habe ich hier mein kleines Spielchen, ich nenne das Blitzlicht, das ist ein bisschen zum Auflockern für uns beide auch, denn ich bin natürlich auch immer bei diesen Interviews ein bisschen nervös. Und das sind fünf einfache Fragen, bei denen ich dich bitten würde, die einfach aus dem Bauch zu beantworten, es ist nichts Schweres, das gibt mir und auch den Zuhörern ein bisschen die Gelegenheit, sich ein bisschen kennenzulernen. Ich würde einfach mit der ersten Frage einmal starten. #00:03:24#

B: Ich bin gespannt. #00:03:26#

I: Ganz schnell aus dem Bauch heraus: Letztes besuchtes Land, als es noch ging? #00:03:32#

B: Spanien. #00:03:33#

I: Spanien, okay. Camping oder Luxus Retreat? #00:03:38#

B: Camping. #00:03:40#

I: Aha, okay, cool. Wann lagst du das letzte Mal vor Lachen auf dem Boden? #00:03:45#

B: Gestern, als ich mit meinen Kindern gespielt habe. #00:03:51#

I: Okay. Auf der Autobahn: Linke Spur oder rechte Spur? #00:03:57#

B: Rechte Spur. #00:04:00#

I: Rechte Spur, okay. Und die letzte Frage: Vanille oder Schoko? #00:04:05#

B: Vanille. Das war ja einfach. #00:04:08#

I: Das war ja einfach, ja, sage ich ja auch immer, da braucht man gar keine Angst vor zu haben, es ist trivial. Aber jetzt haben wir dich schon einmal ein bisschen kennengelernt. Genau, jetzt steige ich dann letztendlich in die beruflichen Fragen ein, und da würde mich natürlich als allererstes, auch für die Zuhörer, erst einmal brennend interessieren: Was ist denn überhaupt ein automatisiertes Online-Coaching-Business, wenn du das vielleicht erklären kannst? #00:04:38#

B: Ja, erst einmal danke für die Vorstellung, also ich fand es jetzt gar nicht so unheimlich, um ehrlich zu sein. Das hast du ganz gut recherchiert. Ja, ich sage einmal, Online-Coaching-Business, der Begriff sagt es ja schon ein bisschen, fangen wir beim Coaching an. Das ist ein bisschen ein Synonym geworden für Beratung aller Art. Ob man da jetzt immer Coach - Coaching definiert sich ja, soweit ich weiß, eher dadurch, dass man den Coachee eben Antworten geben lässt und eher mit Fragen usw. arbeitet, ich bin da selbst immer ein bisschen ungeduldig und sage schon einmal auch selbst oder gebe selbst schon einmal den einen oder anderen Hinweis. Darum ist Coaching eher so ein Sammelbegriff für Beratung aller Art und online ist ja klar, 1:1-Coaching, Online-Kurse, all die Leistungen, die eben ein Coach so erbringen kann, können online erbracht werden, und auch die Kunden-Akquise, also dieser Verkaufsprozess, das funktioniert online, und man sollte das Ganze dann auch nicht nur als Hobby, sondern eben als Business, als Unternehmen begreifen, so setzt sich eben der Begriff Online-Coaching-Business zusammen. #00:05:52#

I: Verstehe. Jetzt steht da ja noch etwas davor, und zwar dieses Automatisierte. Und du schreibst es auf deiner Webseite, aber ich würde dich trotzdem gerne noch einmal fragen: Wie stark lässt sich denn aus deiner Perspektive so ein Business automatisieren? #00:06:08#

B: Ja, das lässt sich in weiten Teilen automatisieren. Es kommt immer ein bisschen auch darauf an, inwiefern man die Dienstleistung oder Produkte dann auch anbieten möchte, also wenn man jetzt viel 1:1-Coaching machen möchte oder überhaupt 1:1 coachen möchte, da ist man dann natürlich vor Ort, beziehungsweise eben vor dem Laptop und arbeitet mit seinen Coachees, mit seinen Klienten gemeinsam, aber man kann vieles auch automatisiert anbieten. Es liegt auch daran, wie weit man Dienstleistung persönlich anbieten möchte, im Fall von 1:1-Coachings muss ich eben persönlich anwesend sein, ich kann aber auch viel über Online-Kurse machen, über Membership-Produkte, Gruppen zusammenführen, die gemeinsam an ihren Zielen, an ihrem Problem arbeiten oder an der Lösung ihrer Probleme. Aber ich kann viel auch in der Dienstleistungserbringung automatisieren und auch komplett diesen Kundengewinnungsprozess, nämlich z.B. durch Werbung oder eben auch über die Google-Suche, YouTube usw. dafür sorge, dass potenzielle Kunden auf meine Webseite gelangen. So kann ich dann auch dafür sorgen, dass diese potenziellen Kunden davon überzeugt werden, mit mir zusammenzuarbeiten. Und das Ganze kann eben automatisiert erfolgen, beispielsweise, indem man anfängt, einen E-Mail-Kurs anzubieten, ein E-Mail-Coaching, so nenne ich das, in dem automatisiert E-Mails mit wertvollen Inhalten an potenzielle Interessenten ausgespielt werden und man auch sein Angebot bewerben kann, und da übernehmen dann die Webseiten, sogenannte Landingpages, die Arbeit, und das Ganze funktioniert eben voll automatisiert. Natürlich muss man da immer ein bisschen eingreifen in Sachen Support, also den wird es immer irgendwo geben. Das könnte man auch outsourcen oder eben auch minimieren, indem man gute FAQs durch die Erfahrung dann erstellt, nach und nach verbessert. Aber im Prinzip kann man wirklich so ziemlich alles automatisieren, man muss da natürlich immer einmal wieder kontrollieren, ob alles noch so funktioniert, sich Kennzahlen anschauen, versuchen, das Ganze zu optimieren. Aber im Prinzip kann da sehr, sehr viel automatisiert werden. #00:08:35#

I: Bei dem Thema Automatisierung ist mir sofort eine Frage in den Kopf gekommen, und zwar: Was sind denn aus deiner Perspektive - also über die positiven Aspekte haben wir jetzt schon gerade etwas gehört von dir, was sind denn so die Nachteile einer Automatisierung eines solchen Businesses? #00:08:53#

B: Ja, die Nachteile von so einer Automatisierung sind vor allem in der Ausspielung der Dienstleistung. Also wenn wir jetzt einmal annehmen, wir erstellen einen Online-Kurs und haben einen - wir haben ja verschiedene Leute, die diese Kurse machen oder die diese Probleme haben. Und man muss diesen Menschen ja auch verschiedene Lösungsmöglichkeiten anbieten. So kann das Ganze auch in dem Bereich, in dem ich das mache, also als Life-Coach vor allen Dingen - Wie du richtig gesagt hast, kümmere ich mich ja darum, Menschen mit übermäßigen Ängsten zu helfen. Dass das Ganze relativ umfangreich ist, um die unterschiedlichen Persönlichkeiten und die unterschiedlichen Probleme, die dahinterstecken können, auch zu berücksichtigen. Und das ist dann nicht ganz so einfach bzw. dann kann es ganz schön umfangreich werden, und da hat man dann den Nachteil, dass die einzelnen Inhalte ja nicht für Jeden gleichermaßen hilfreich sind, sondern für den einen mehr, für den anderen weniger, während die nächste Lektion wieder für den anderen mehr geeignet ist. Das ist schon ein Problem der Automatisierung im Angebot letzten Endes. #00:10:07#

I: Verstehe. Jetzt hast du gesagt, die Zielgruppe, die Kunden oder die Klienten sind natürlich alle verschieden, ich wiederhole es noch einmal, die sind alle verschieden, und wenn du ein etwas generalistischeres Angebot hast, kann es sein, dass bestimmte Dinge eher passen oder auch weniger passen, habe ich soweit verstanden. Würdest du denn sagen, dass man jedes "Coaching-Business" in dieser Art und Weise automatisieren kann? Also ich habe hier jetzt drei Beispiele aufgeschrieben, das sind: Hochzeitsplanerin, Tanzlehrer, Tauchlehrer. #00:10:51#

B: Ja, zumindest, wie gesagt, wir stoßen wahrscheinlich in verschiedenen Bereichen an unsere Grenzen, was jetzt die Produktauslieferung bzw. die Dienstleistungserbringung angeht. Eine Hochzeitsplanerin kann wahrscheinlich auch viel automatisch machen, aber muss mehr auf individuelle Wünsche eingehen als wahrscheinlich in anderen Bereichen, muss vielleicht auch vor Ort, ich kenne mich nicht so aus im Bereich Hochzeitsplanung, aber muss wahrscheinlich auch vor Ort auch einmal schauen, wie funktioniert das Ganze, muss auch einmal zum Telefonhörer greifen, die verschiedenen Leute wie Sänger, DJ, Fotografen usw. zusammenzubringen. Da gibt es dann wahrscheinlich individuelle Wünsche, wobei man sicherlich Pakete anbieten kann, in denen man vielleicht durch so einen Fragenkatalog leitet, schon viel vorwegnehmen kann und viele Lösungsmöglichkeiten dann irgendwann automatisiert hat. Da braucht man natürlich Erfahrung dafür, welche Fragen ich stellen muss, um die verschiedenen Kundentypen differenzieren zu können. Beim Tanzlehrer allerdings kann ich schon - das liegt jetzt wahrscheinlich auch daran, ob man jetzt Paartanz macht oder ob das irgendein Hip-Hop-Tanz oder so etwas ist, aber da kann ich wunderbar einen Videokurs aufnehmen und den Leuten zeigen, wie die einzelnen Tanzschritte sind. Ich habe selbst, ich bin nicht so der große Tänzer, um ehrlich zu sein, aber ich habe einmal von meiner Mutter mit meiner Partnerin so einen Discofox-Kurs geschenkt bekommen, also einen Paartanz. Wir hätten uns fast getrennt, um ehrlich zu sein. Aber was geholfen hätte, wäre, glaube ich, wenn wir in der Zwischenzeit für die Woche tatsächlich so eine Art Video oder einen Videokurs hätten, wo wir die einzelnen Tanzschritte noch einmal sehen können, weil unser Problem war, dass wir nach diesem Abend nach Hause gekommen sind, am nächsten Tag keinen Bock hatten und dann auch nicht und dann auch nicht. Und dann aber an dem Tag oder einen Tag bevor der Tanzkurs wieder anstand wollten wir auch nicht wie Idioten dastehen, und da wäre es echt hilfreich gewesen, so etwas als Video noch einmal sehen zu können. Wir haben das vor Ort gemacht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man gerade so etwas wie Tanzlehrer - das gibt es ja auch schon, Online-Coaches, die Tanzen lehren - kann man wunderbar auch im Internet machen. Die Akzeptanz für solche Dinge wird wahrscheinlich mehr und mehr steigen, gerade auch jetzt mit Corona. Was war das dritte Beispiel? #00:13:28#

I: Tauchlehrer. #00:13:30#

B: Tauchlehrer, ja zumindest die Information, die im Vorfeld - also man muss ja auch einiges wissen, wie man taucht, was ist wichtig, wie taucht man wieder auf, damit man nicht zu Schaden kommt, all diese Informationen, die man jedem angehenden Tauchschüler mitgeben muss, so etwas kann online erfolgen. Das Tauchen an sich ist dann wahrscheinlich unter Wasser ein bisschen schwierig, aber wenn man eine Einführung gemacht hat, um dann weiterhin am Ball zu bleiben oder sich in Erinnerung zu rufen, wie funktioniert das noch einmal, weil dann doch schon manchmal ein paar Monate zwischen den Tauchgängen dann vergehen, da halte ich das für eine tolle Ergänzung zumindest. Und wie gesagt, von der Akquise her, vom Kundengewinnungsprozess kann das alles 100% automatisiert werden. #00:14:25#

I: Ja, ich glaube, das ist auch ein wichtiger Punkt. Um das noch einmal so herauszukristallisieren: Was du im Prinzip hier sagst, ist, dass dieser Stichpunkt "online" ja letztendlich etwas ist, was unterstützend wirkt, also alles, was man irgendwie an Informationen asynchron, also nicht live, vermitteln muss, sondern wo es egal ist, wann derjenige dann vor dem Rechner sitzt oder sich einen Kurs anguckt, das kann man dann machen online, über Videos, über Texte, PDFs, irgendwelche Masterclasses. Und was auch sehr gut automatisiert werden kann, ist der Akquiseprozess. Das heißt aber nicht notwendigerweise - das war auch so eine Frage, die ich im Kopf hatte: Verliert das Coaching nicht seinen Sinn, wenn man versucht, es zu automatisieren? Aber so, wie du es jetzt gerade beschrieben hast, ist es ja tatsächlich eine Unterstützung und nutzt einfach die Möglichkeiten, die es an der Stelle gibt. Es höhlt ja den Sinn eines Coachings so in der Form gar nicht aus, sondern ergänzt ihn ja sogar noch. #00:15:33#

B: Vielfach wird der Sinn ergänzt, aber wie gesagt: Man kann auch Online-Coaching statt normalem Coaching in vielen Bereichen eben auch anbieten, da muss man ein bisschen - Es führt oftmals dazu, dass die Videokurse und was es da alles gibt etwas umfangreicher sind, weil eben die unterschiedlichen Typen berücksichtigt werden müssen, aber was auch ein großer Vorteil ist, ist eben, dass es Inhalte, die ich - bleiben wir beim Tauchschüler - das sind immer die gleichen Inhalte, die ich den Leuten erzählen muss, die ich dann auswendig da irgendwie runterleiere, und gerade solche immer wiederkehrende Inhalte, die quasi jeder mitbekommen muss, dann in Videoform automatisiert ausliefern zu können hat den großen Vorteil, dass die Qualität natürlich auch dementsprechend gut ist. Ich kann jetzt das Video zwanzig Mal aufnehmen und kann das Beste davon nehmen und jedem diese beste Version präsentieren, während ich ja manchmal einfach nicht so gut drauf bin oder einfach einen nicht so guten Tag habe, mal ein paar Dinge vergesse oder so, passiert das nicht, weil ich da wirklich mehrere Versuche habe. #00:16:46#

I: Ja stimmt, durch diese Sache des Mehrfach-Aufnehmens kristallisiert sich am Ende die beste Version heraus, das kann man in der Live-Performance nicht so unbedingt. Ich würde ganz kurz zu deinem Angebot, ein bisschen mehr auf dein Angebot eingehen, dieses "Forbettercoaches": Kannst du darüber ein bisschen etwas erzählen, weil ich glaube, das ist den Zuhörern noch nicht so transparent, was das konkret ist, was du dort anbietest? #00:17:11#

B: Genau, ich arbeite da mit Online-Coaches oder potenziellen Online-Coaches daran, ein Business aufzubauen, was zum Großteil automatisiert ist, das liegt letzten Endes auch an jedem selbst. Also es gibt durchaus auch Kunden von mir, die sagen: "Ich gehe da total drin auf, in diesem 1:1-Online-Coaching", das ist auch total in Ordnung und ich mache das auch ergänzend, ich warne nur davor, da ausschließlich darauf zu setzen, denn was ist, wenn du als Coach einmal ausfällt, wenn dein ganzes Business auf dich als Person ausgerichtet ist? Dann verdienst du kein Geld oder dann ist dein Business platt, wenn du einmal für ein paar Wochen im Krankenhaus liegst, weil du einen Tauchunfall meinetwegen hattest, oder dir beim Tanzen die Hand gebrochen hast. Und von daher halte ich es für sinnvoll und auch für verantwortungsvoll für sich oder auch für die Familie, die man vielleicht hat, da wirklich auf Automatisierung zu setzen, auch wenn man dieses 1:1-Online-Coaching gerne machst. Also wie gesagt, meine Kunden sehen das unterschiedlich, wie sie das machen wollen, aber ich weise sie immer darauf hin, dass eine größtmögliche Automatisierung absolut sinnvoll ist, auch in ihrem eigenen Interesse. Und ich helfe eben dabei, es geht darum, komplett - ich habe auf der einen Seite Kunden, die bisher offline tätig waren und genau wissen, was sie tun, was ihre Zielgruppe ist, was ihr Markt ist, und ihr ganzes Offline-Business online, ins Internet bringen wollen. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten macht es ja auch Sinn, weil Viele einfach zeitweise keine Klienten, keine Coachees empfangen konnten zu Hause. Also wie bekommen sie das hin? Vielfach ist auch ein Problem in Sachen Technik, in Sachen Online-Marketing: Wie gehe ich das an, wie mache ich das am besten, wie gehe ich da vor? Und dann gibt es welche, die noch gar nicht genau wissen, die haben einen inneren Drang, anderen Menschen zu wollen, haben auch meist latent da irgendeinen Bereich, in dem sie tätig sein wollen, aber haben sich noch nicht festgelegt auf eine bestimmte Zielgruppe. Da geht es eben dann auch um solche Fragen wie Positionierung, manchmal auch: Wer bin ich eigentlich, was sind meine Werte, die ich auf der Webseite dann auch entsprechend herausstellen muss, um dann Klienten zu gewinnen, die zu mir passen? Und das ist auch für mich wichtig, denn ich mache das derzeit auch mit den Leuten 1:1 zum Großteil, das heißt, ich erkläre ihnen, wie man automatisiert ein Business auf die Beine stellt, allerdings mache ich das ja erst aktiv wirklich seit ein paar Monaten, und ich denke, dass es gerade in diesem Bereich noch sinnvoll ist, und das empfehle ich meinen Kunden ihrerseits auch, wenn sie gerade ganz neu anfangen und diese Probleme und Hindernisse und Hürden noch nicht alle kennen, mit diesen Kunden wirklich 1:1 zusammenzuarbeiten, ehe man das Ganze dann automatisiert, denn sonst habe ich - da sind wir wieder beim Angebot, bei der Dienstleistungserbringung, - sonst habe ich einen wunderbaren Online-Kurs erstellt, der aber vielleicht gar nicht die Probleme berücksichtigt, die die Leute gar nicht haben, also das dann nicht wirklich passt. Deshalb macht es Sinn, wenn man als Coach in einem neuen Markt einsteigt, sich erst einmal mit den Leuten wirklich auseinanderzusetzen, mit denen Gespräche führen: "Sag mal, wo drückt denn der Schuh überhaupt?" Und das erkennt man dann erst in der 1:1-Zusammenarbeit. #00:20:44#

I: Da hast du auch schon ganz viel vorweggenommen von meinen nächsten Fragen, das war nämlich tatsächlich auch eine der Fragen, ob du eher bestehende Coaches adressierst oder ob es auch Leute sind, die sagen, "Ich möchte mit meiner Profession, mit dem, was ich mir wünsche oder womit ich helfen möchte, als Coach jetzt erst einmal durchstarten." Was ich mich da gefragt habe, ist: Was muss man denn als Coach im Prinzip mitbringen schon an Eigenschaften, wenn man sich so ein Business aufbauen will, sagen wir einmal von neu auf? Was muss quasi schon da sein und was kann man lernen? #00:21:23#

B: Ich glaube, dass man sehr, sehr viel lernen kann. Also gerade, was diese Probleme, die die meisten Kunden haben, Technik, Marketing usw., das kann man alles lernen. Man sollte natürlich ein Interesse daran haben, mit Menschen zusammenzuarbeiten oder denen auch helfen zu wollen. Und zwar nicht nur, weil es irgendwie aus ihnen herauskommt, sondern auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Was passiert, wenn ich den Kundennutzen nicht an erste Stelle stelle? Dann wird kein Unternehmen dieser Welt langfristig überleben. Und da ist es eben auch wichtig, dass diese Menschen auch wirklich anderen Menschen helfen wollen. Das muss jetzt nicht so sein, dass man sich auf ein Podest heben muss oder sagt, ich bin jetzt Mutter Theresa oder so, aber es sollte ihnen schon wichtig sein, ein Anliegen, warum auch immer Menschen helfen zu wollen, sie sollten gerne mit Menschen zusammenarbeiten, sie sollten Menschen auch irgendwie mögen, das ist ja auch nicht bei jedem gleich der Fall, aber dann kann man sehr, sehr viel lernen. Also ein gewisses Einfühlungsvermögen ist natürlich wichtig, aber ansonsten... Das war tatsächlich auch eher vom potenziellen Kunden, mit denen ich im Vorfeld ein Gespräch geführt habe, selten ein Ausschlusskriterium, dass die jetzt gesagt hätten: "Menschen interessieren mich überhaupt nicht." #00:22:48#

I: Ja, gut. Ein gewisses Helfer-Syndrom, hatte ich mir hier aufgeschrieben, muss ja haben, sonst käme man wahrscheinlich gar nicht auf die Idee als Coach zu arbeiten. Finde ich sehr interessant. Eine Frage, also ich stelle sie jetzt, die man an der Stelle auch öfters hört, die ist ein bisschen ketzerisch an der Stelle, verzeih mir das bitte, aber ich will sie ja einfach loswerden: Gibt es nicht bereits zu viele Coaches? Was ist deine Meinung dazu? #00:23:22#

B: Es gibt viele Coaches, das ist richtig. Man hört ja immer wieder, dass der Coaching-Boom noch bevorsteht, ich bin ganz ehrlich, ich kann das so gar nicht beurteilen, ob das tatsächlich der Fall ist, man hört das immer wieder. Also ich glaube auch, dass da noch ein großes Potenzial ist, allerdings kann auch niemand in die Zukunft gucken. Es gibt viele Coaches, es gibt aber auch leider, wie ich finde, Coaches, die kommen selten zu mir, weil ich auf meiner Webseite darauf hinweise, dass es mir wichtig ist - ich habe einmal geschrieben, ich weiß gar nicht, was momentan darauf steht, aber "Coaches mit edlen Absichten". Da meine ich Coaches, die ihrerseits anderen Menschen wirklich helfen wollen, das heißt, das sind bisher nur diejenigen, die auf mich zukommen, aber es gibt viele, die vor allen Dingen an dem Lifestyle interessiert sind, die so ein Coaching-Leben mit sich bringen kann. Man kann das von überall machen, man braucht ja auch erst einmal auf dem Papier keine besonderen Qualifikationen, der Begriff Coach ist auch nicht geschützt, es kann im Prinzip jeder machen. Und es sind viele dort draußen, meiner Meinung nach, die im Marketing einigermaßen gut sind, die auch wenig Selbstzweifel haben, denen es aber primär um ihren eigenen Lifestyle geht, oder fast ausschließlich. Und es gibt viele Coaches, die so ein bisschen an sich zweifeln, an dem ganzen Konzept vielleicht auch: Bin ich gut genug? Kann ich meinen Klienten auch wirklich weiterhelfen und diese gewisse Hemmnis auch haben, damit nach draußen zu gehen? Und es sind momentan sehr viele Menschen oder Coaches auch, die sehr laut schreien, das sind erfahrungsgemäß aber nicht unbedingt die besten, und ich möchte eben vor allen Dingen denjenigen helfen, die ein bisschen mehr an sich zweifeln, aber denen es total wichtig ist eigentlich, etwas zu verändern im Leben von Menschen. Da glaube ich, der Markt wird vieles bereinigen, denn so in den letzten ein, zwei, drei Jahren sind ja wirklich viele Coaches auf der Bühne des Internets erschienen, aber da wird der Markt wie gesagt auch einiges bereinigen und merken: Wer ist denn wirklich daran interessiert, anderen zu helfen, und wem geht es primär nur um den Lifestyle und gar nicht so sehr um meinen Klienten? #00:25:50#

I: Ja, du hast jetzt gerade das Wort "Selbstzweifel" gesagt, es ist ein Wort, was ich auch in meinem Vokabular sehr gut kennengelernt habe, weil ich auch persönlich dazu neige, Sachen einfach einmal zu zerdenken, und am Ende dieses Prozesses, wenn er denn endet, komme ich vielleicht zu einem Ergebnis, dass ich eine Sache nicht machen würde. Was ich sagen will: Selbstzweifel sind mir sehr wohl bekannt. Was würdest du denn auch Zuhörern, die sich damit auch sehr gut identifizieren können - was wäre denn dein Tipp, wie man mit Selbstzweifeln in dieser Richtung Coaching umgehen kann? Was sagst du den Leuten? #00:26:26#

B: Ja, also erst einmal kenne ich das auch sehr gut, Selbstzweifel zu haben, auch ich bin jemand, der vorher das Projekt dreimal überdenkt, bevor er damit nach draußen geht, irgendwann mache ich dann den Schritt. Zum Beispiel habe ich, du hast vorhin mein Buch erwähnt, ganz am Anfang, da habe ich drei Jahre daran geschrieben und ich war mir total unsicher, ob ich das überhaupt veröffentlichen möchte. Und da hat man auch Zweifel: Ja, wer will denn meine Geschichte - es ist jetzt kein Ratgeber - sondern wer will denn meine Geschichte überhaupt lesen, wer ist denn daran interessiert? Das sind ja auch so typische Selbstzweifel, die man ganz am Anfang hat, aber auch jetzt mit dem neuen Projekt, da denkt man ja auch: Es gibt viele Coaches, und es gibt natürlich auch viele Coaches, die anderen Coaches helfen. Und da fragt man sich natürlich auch: Wer braucht mich denn da jetzt noch? Klar, ich habe die Erfahrung als Life-Coach, ich mache das jetzt seit 2011 im Prinzip, also seit fast neun Jahren, das unterscheidet mich vielleicht von vielen anderen, aber trotzdem stellt man sich ja manchmal diese zweifelnden Fragen: Funktioniert das denn überhaupt? Wer braucht mich denn noch? Wie kann ich mich entsprechend positionieren? All diese Fragen hatte ich ja jetzt auch wieder für mich zu beantworten, von daher kenne ich das sehr gut, und ich glaube, das hilft auch, indem man das selbst kennt, anderen Leuten zu helfen, wie man das überwindet. Letzten Endes, diesen letzten Zweifel als Coach, ob ich als Coach gut bin oder ob ich als Coach geeignet bin oder ob ich als Online-Coach mit einem Online-Coaching-Business erfolgreich sein kann, dieser letzte Zweifel wird erst verschwinden, wenn man das letzten Endes geschafft hat. Wenn ich jetzt meine ersten Kunden, meine ersten Klienten habe, und denen geholfen habe und ich bekomme das Feedback: "Du hast mir total geholfen, mir geht es wieder gut", oder "du hast mir bei diesem oder jenen Problem geholfen, du hast mich total unterstützt", da wird man auch mehr und mehr dieses Selbstverständnis gewinnen, dass man ein guter Coach ist und anderen helfen kann. Da kann ich nur zu raten, dass man sich einmal klarmachen muss, dass es immer jemanden gibt auf dieser Welt, der in einem Bereich größerer Experte ist als man selbst, vielleicht auch mehr als einen, vielleicht gibt es ja auch eine Hand voll oder vielleicht gibt es auch hundert Leute, aber du musst ja denjenigen helfen können, die weniger wissen oder weniger können, und das kann sogar auch einmal so sein, dass man Coachees hat, die durchaus bei einem Thema eigentlich von dem Vorwissen auf Augenhöhe sind und man dann als Sparringspartner fungiert, d.h. dass man durchaus dann erfolgreich coachen kann, wenn der andere schon viel Vorwissen mitbringt, und zwar ähnlich viel wie man selbst. #00:29:11#

I: Also das finde ich einen sehr interessanten Gedanken, den du da äußerst, du sagst ja im Prinzip: Ein Coach muss nicht notwendigerweise die Wissensführerschaft, wenn man es so sagen will, in einem bestimmten Bereich vor Augen haben, nach dem Motto: "Ich weiß hier an der Stelle alles", sondern um noch einmal den Schritt zurück zu machen, ist es ja auch die Empathie und die externe Sicht auf das Problem des Coachees, was einen dann letztendlich zu einem guten Coach macht, oder? #00:29:50#

B: Ja, genau, und unabhängig davon, oder das Wichtigste, glaube ich wirklich, in einem Coaching-Prozess ist, dass die Chemie zwischen Coach und Coachee auch stimmt. Wenn es nicht so wirklich passt, dann ist es total schwierig, und zwar für beide Seiten. Von daher reicht nicht nur das Einfühlungsvermögen, sondern die Chemie muss auch stimmen. Und darum macht es total Sinn, es werden ja auch oft mittlerweile solche Coaching-Pakete verkauft, manchmal auch durch die Webseite an sich, ich halte es für total wichtig, gerade, wenn man als Coach 1:1 für einen längeren Zeitraum mit seinen Klienten arbeiten möchte, dass man vorher mit dem einmal ein intensives Gespräch führt, um auch herauszufinden, ob die Chemie auch passt. Denn sonst, stell dir einmal vor, bist du drei, vier, fünf, sechs Monate mit einem verbandelt, wo es total schwierig wird, und wo es dann auch schwierig wird, dass man ihm bei den Problemen hilft. Darum ist die Chemie zwischen Coach und Coachee, ich glaube, das Allerwichtigste. Und diese Selbstzweifel, da ist es wirklich irgendwann - muss man rausgehen, es lohnt sich auch, sich Mut zuzusprechen, aber da muss man mit seinem Angebot rausgehen und mit den Leuten wirklich zusammenarbeiten. Man muss jetzt ja nicht irgendwie Stundensätze von 3000€ anfangs nehmen, sondern man kann ja klein anfangen oder auch einmal kostenlos mit den Leuten ins Gespräch kommen, um zu sehen: Kann ich denen überhaupt helfen? Um dann auch nicht diesen immensen Druck zu haben, gerade wenn die Selbstzweifel groß sind. #00:31:30#

I: Das zahlt ja alles ein bisschen auf einen Punkt ein, den ich mir eher in der Kategorie "Persönliches" aufgeschrieben hatte, und zwar hast du auf deiner Webseite einen wie ich finde sehr bemerkenswerten Satz stehen, der da heißt, also sinngemäß: Das Geld ist nur noch ein Abfallprodukt unseres Tuns und kommt irgendwann von ganz alleine. Im Umkehrschluss wäre dann letztendlich die Frage: Wer ein Online-Business nur für das Geld aufzieht, ist zum Scheitern verurteilt. #00:32:10#

B: Ja, also es kommt - wie gesagt, das Geld ist nicht unwichtig, es ist auch nicht schlimm, dass jemand einen gewissen Lebensstil damit erreichen möchte, dass er eben arbeiten kann, wo immer er ist, und auch eine gewisse Freiheit hat, Selbstbestimmung. Man kann schon auf sich gucken und auch Geld ist nicht unwichtig, um uns unsere Wünsche zu erfüllen, um auch Projekte zu starten, die man möchte, aber letzten Endes ist es doch entscheidend, dass ich als Unternehmer, und letztlich ist jemand, der ein Online-Coaching-Business aufbaut, der in ein Business startet, letzten Endes Unternehmer oder sollte einer sein oder einer werden, wenn er es noch nicht ist. Dann ist es entscheidend, dass du dem Kunden weiterhilfst, egal, was du machst. Ein Unternehmen ist ja nicht nur einfach da, damit es da ist, sondern es mag intern dem Unternehmer dienen und auch seinen Lifestyle ermöglichen, auf der anderen Seite nach außen hin und das Allerwichtigste ist eben, dass es dem Kunden nutzt. Denn was passiert gerade zur Zeit des Internets, wenn er es nicht tut? Es macht ganz schnell die Runde und von daher, einfach nur Coach zu werden, weil man denkt, dass es total einfach ist und man irgendwie nur Kohle verdienen will, um seinen Lifestyle zu finanzieren, das ist, glaube ich, der falsche Ansatz. Dann sollte man lieber etwas anderes machen, was auch vielleicht weniger irgendwelchen Menschen schadet oder Erkenntnis für sich gewinnen: "Okay, ich möchte Geld verdienen mit dem Ganzen, ich möchte meinen Lifestyle pflegen und Coaching hört sich ganz cool an für mich, aber ich muss trotzdem alles tun, gerade weil ich das langfristig möchte, um meinen Kunden zu helfen", dann ist das auch okay. #00:33:57#

I: Ich verstehe. Jetzt angenommen, jemand hört diesen Podcast und denkt sich: Mensch, das ist doch eigentlich genau die Sache, die ich machen möchte. Er hat jetzt aber vielleicht noch kein eigenes Coaching-Business. Meine erste Frage wäre: Aus deiner Perspektive, was wären seine konkreten ersten Schritte, um letztendlich so in diese Richtung zu gehen, sich da ein Business aufzubauen? Und Frage Nummer zwei: Wie lange dauert es deiner Meinung nach, bis nach deinem Königsweg, den du vielleicht empfiehlst, die ersten Erfolge sichtbar sind? #00:34:40#

B: Ja, also erst einmal ist es eher wichtig, zu wissen: Okay, ich möchte jetzt Online-Coach werden, aber habe noch gar keine Ahnung, in welchem Bereich. Dann muss man sich ja erst einmal klar darüber werden, in welchem Bereich ich den Menschen überhaupt helfen will. Einfach nur zu sagen, ich bin jetzt Life-Coach oder Business-Coach, das wird nicht funktionieren, denn dann bin ich in Konkurrenz mit ganz vielen anderen Menschen. Also ich muss mir schon vorher darüber im Klaren sein oder ich muss mir darüber klar werden, in welchem Bereich will ich denn wie helfen. Also wem will ich helfen, bei welchem Problem? Und bei vielen geht es auch darum, zu wissen oder herauszufinden: Wer bin ich denn überhaupt selbst oder was sind meine Werte, nach denen ich lebe oder die mir wichtig sind? Und die muss ich dann eben später auf einer Website auch kommunizieren können, aber das ist oftmals auch vielleicht der langwierigste Part überhaupt, wenn ich mir nicht im Klaren bin: Was möchte ich machen? Also in welchem Bereich möchte ich Menschen wirklich helfen? Und welchen Menschen möchte ich helfen? Sich darüber klar zu werden, das wäre in diesem Bereich, also deine Frage war ja, wenn man noch keine Ahnung hat, dann wäre das der allererste Schritt. Und da würde ich wirklich auch im ersten Schritt nicht davon ausgehen: Was gibt es schon? Denn das ist ja oft dann so: "Okay, ich bin jetzt Coach für -" #00:35:58#

I: "... tanzende Tauchlehrer". #00:35:59#

B: "... mehr Selbstliebe bei Männern über 30", oder so. "Nein, das gibt es schon, ist gestrichen", nein, da sollte es nicht darum gehen, was es alles schon gibt, sondern: Was würde mir eine Freude machen? Mit welchem Thema kann ich mich denn wirklich beschäftigen? Wo kann ich Menschen auch helfen? Wo werde ich um Rat gefragt, im Alltag von meinen Mitmenschen? Und womit kann ich mir vorstellen, mich wirklich viele Stunden am Tag auseinanderzusetzen? Dass man wirklich von sich dann ausgeht und gar nicht davon ausgeht, ob das jetzt einen Selbstliebe-Männer-Coach über 30 schon gibt, sondern das kann immer noch variieren und das macht auch nichts, wenn ich eine gleiche Zielgruppe habe wie jemand, den es schon da draußen gibt, weil man ja, wenn man sich mit seiner Persönlichkeit nach draußen begibt, dann hat man schon sein Alleinstellungsmerkmal. Und das wäre der erste Schritt, sich darüber klar zu werden: Wer bin ich eigentlich? Wem will ich bei welchem Problem helfen? Die zweite Frage war? #00:36:59#

I: Wenn man das im Prinzip hat, wenn man das jetzt gemacht hat, wenn man das weiß, ab diesem Punkt: Wie lange dauert es aus deiner Perspektive von deiner Meinung her, bis man die ersten Erfolge dann sieht? Also mit allem, was dazugehört, das ganze Online-Marketing, wenn man das nach diesem Weg, den du beschreibst, aufbaut. Wie lange dauert es, bis man da in den Kontakt kommt, bis man sieht, das funktioniert, darüber kann ich meinen Lifestyle auch beispielsweise pflegen? #00:37:30#

B: Ja das kann dann relativ schnell gehen, wie gesagt, der erste Teil ist oftmals der langwierigste, und dann braucht man im Prinzip eine Website auf jeden Fall, wo man sich entsprechend präsentiert, wo man seine Erkenntnisse, die man aus den Fragestellungen gewonnen hat, also wie "Wer bin ich? Wem will ich bei welchen Problemen helfen?" klar kommuniziert, dann habe ich die Webseite, und dann muss ich irgendwie dafür sorgen, dass potenzielle Interessenten meine Webseite auch finden. Und das geht im schnellsten Fall über Werbung, die kann ich z.B. auf Facebook, Google, YouTube oder so machen, und bekomme sofort zielgerichteten Traffic, also Besuch auf meine Webseite und kann schon an dieser Stelle dafür sorgen, mit den ersten Leuten in das Gespräch zu kommen. Darum geht es ja erst einmal, die Leute wirklich kennenzulernen, die zu einem Gespräch einzuladen, um Erfahrung zu sammeln, auch: Wo sind die Probleme der Zielgruppe denn wirklich? Und ich kann dann auch in diesen Gesprächen schon - man sieht ja, wie die so laufen - mein erstes Angebot machen an dieser Stelle, indem ich sage: "Ich möchte dich gerne 1:1 weiter coachen, hättest du da Bock darauf?", und dann eben mit einem Preis, mit dem sich dann beide Seiten gut fühlen. Da kann man dann schon sehr, sehr schnell Ergebnisse sehen, wo man sagen kann: Das Ganze kann ja wirklich funktionieren. #00:38:51#

I: Verstehe. Ich finde es wirklich bemerkenswert gerade, was sich jetzt hier herauskristallisiert, denn - das hast du jetzt natürlich noch nicht mitbekommen - der Podcast startet erst am 01.07., das sind ja quasi die Vorarbeiten, die ich hier mache, aber in den Gesprächen vorher habe ich ja auch schon über die verschiedensten Themen mit den Leuten gesprochen. Und überall, quasi in jedem einzelnen Gespräch - das ist nicht abgesprochen - kristallisiert sich immer wieder heraus, dass man möglichst früh den Kontakt zu seiner potenziellen Zielgruppe suchen muss, um dann mit ihr zusammen das Produkt letztendlich zu entwickeln, dass das der einzige Weg ist, naja der einzige Weg, das ist halt der Weg, wie man ein Produkt entwickelt, was auch langfristig, nachhaltig am Markt funktioniert, einfach, weil es durch die Wünsche der Kunden geprägt ist. Und das kristallisiert sich jetzt hier auch in diesem Interview wieder heraus, das finde ich sehr bemerkenswert, das scheint also eine Sache zu sein, gerade wenn es um das Online-Business geht, es ist zwar nur eine Bezeichnung, es ist aber trotzdem ein Unternehmen, ein Business, aber das scheint eine der goldenen Wege oder Königswege zu sein, im Internet auch irgendwann Geld zu verdienen, indem man Produkte aufbaut, die mit dem Kunden zusammen entstehen und nicht ohne den Kunden. #00:40:22#

B: Ja genau, es kann auch funktionieren, dass sie ohne den Kunden entstehen, damals - ich habe ja, wie gesagt, 2010 meinen ersten Gehversuch im Internet gestartet, so nebenbei - ich habe damals auch meinen ersten Online-Kurs gestartet, ohne die Rücksprache mit der Zielgruppe zu halten. Es hat funktioniert, es hat aber auch wahrscheinlich auch deshalb funktioniert, weil ich eben selbst dieser Zielgruppe entstamme. Das macht es natürlich einfacher, das ist so wie so oftmals sinnvoll, dass man sich einen Markt oder eine Zielgruppe sucht, der man selbst angehört. Es ist nicht zwingend notwendig, aber es erleichtert manches, und es hat funktioniert, also es kann auch funktionieren, ohne mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, aber es ist natürlich ein gewisses Risiko. Dann gehe ich in Vorleistung, und ich habe ja vorhin schon gesagt, dass bei komplexen Problemen man natürlich viele verschiedene Inhalte anbieten muss, weil die Persönlichkeiten doch sehr unterschiedlich sein können, und dann geht man unter Umständen das Risiko ein, dass man monatelange Arbeit investiert, die sich später dann nicht auszahlt, weil man eben an der Zielgruppe vorbei Produkte gebaut hat. #00:41:35#

I: Ja, was würdest du denn sagen: Wie viel Arbeit hast du investiert, bis es endlich begann zu laufen, so ungefähr eingeschätzt? #00:41:47#

B: Ich habe ja damals das alles nebenbei gestartet, also ich habe meine Angststörung überwunden und bin mir auch darüber klar geworden, dass ich eigentlich ein Angestellten-Verhältnis nicht möchte. Also noch einmal kurz zum Verständnis: Ich habe erst BWL studiert und danach (unv.), war mir total sicher, dass das nicht der richtige Weg für mich ist, habe aber trotzdem dem Druck in meinem Umfeld nachgegeben und habe dann in Beratungsgesellschaften gearbeitet, habe das auch Vollzeit gemacht, aber wusste ja für mich, dass ich das nicht will, und habe nebenbei eben mit meinen ersten Gehversuchen gestartet. Das heißt, erst hatte ich nur die Idee - damals gab es ja auch dieses Coaching in dieser Form irgendwie nicht - mein Buch zu schreiben und dieses entsprechend zu vermarkten. Ich habe dann angefangen, mich da zu erkundigen, was gibt es für Möglichkeiten im Internet, online, habe dann meine ersten Affiliate-Nischen-Seiten erstellt, einfach nur, weil ich wissen wollte, ob das so wirklich funktionieren kann, und es funktionierte auch. Also ich habe drei Seiten gebaut und ohne viel zu wissen, damals ging es mit Suchmaschinenoptimierung auch noch ein bisschen leichter, da hat man einfach das Keyword entsprechend ein paar Mal in den Text geballert, hat dann auf irgendwelchen dubiosen Seiten Content veröffentlicht, der nicht einmal gut sein musste, nur themenrelevant, hat dort seinen Link eingebaut und dann hat man bei Google gerankt. Also das ging damals schon schnell, da musste man nicht einmal Geld investieren in irgendwelche Werbung. Da habe ich dann gesehen, du hast jetzt nach relativ kurzer Zeit einen vierstelligen Betrag im Monat verdient, also nicht so, dass ich davon hätte leben können, aber das war ja auch nicht mein Ziel, es war nur ein Test. Es war auch nie mein Ziel, immer verschiedene Nischen- oder Themenseiten zu bauen, wo die Themen mich im Zweifel überhaupt nicht interessiert haben. Aber ich habe das alles nebenbei aufgebaut und habe dann an meinem Buch geschrieben, habe einen Blog gestartet und bin das echt langsam angegangen, weil ich auch nebenbei voll gearbeitet habe. Nebenbei habe ich das Business ja aufgebaut und habe Vollzeit gearbeitet. Ich habe dann Ende 2013, also nach zweieinhalb Jahren insgesamt, nachdem ich mich da ausprobiert habe, gekündigt und bin dann raus aus meinem Angestellten-Verhältnis, weil ich dann sagen konnte: Okay, jetzt verdienst du genug mit dieser Online-Geschichte, dass du guten Gewissens sagen kannst: So, jetzt gehe ich." #00:44:40#

I: Ich denke, vielen geht es genauso, die dann auch gegenüber ihrer Familie unnötige Risiken eingehen wollen, und ich kann mich davon auch nicht freisprechen, und da einen sicheren Weg suchen, von daher ist das vollkommen nachzuvollziehen. Ich würde an der Stelle gerne ganz kurz einen Abstecher machen, auch in Anbetracht der Zeit, weil ich ein Thema auf jeden Fall noch ansprechen möchte, weil mich da deine Meinung sehr interessiert. Ich stelle das bei mir selbst fest, also mittlerweile ist es ein bisschen - also deswegen gibt es dieses Projekt jetzt, die Online-Business-Experten, da geht es mir ja darum, dass ich für mich selbst letztendlich erkannt habe, dass es total weltfremd ist und eigentlich keinen großen Sinn hat, immer zu versuchen, die Sachen alleine zu bewältigen, sondern dass man sich auch Hilfe suchen sollte. Und gerade im Bereich Online-Business ist das so, weil es ein unheimlich vielschichtiger Bereich ist. So, das war bei mir aber ein Lern-Prozess. Es betrifft jetzt nicht nur das Online-Business, es kann auch Lebensthemen beispielsweise betreffen. Aus deiner Perspektive: Was hindert den Menschen womöglich daran, sich einen professionellen Coach erstens zu suchen und sich dem anzuvertrauen? Was sind die gängigen Einwände, die du da kennst? #00:46:04#

B: Ja, gute Frage. Ich kann mich auch nicht davor freisprechen, dass ich zum Beispiel damals, als ich meine Angststörung hatte, habe ich irgendwann auch eine Therapie gemacht. Was du gerade bei der Vorstellung nicht gesagt hast: Ich habe zusätzlich noch meine komplette Körperbehaarung verloren, also ich hatte eine Glatze, keine Augenbrauen mehr und nichts, und habe mich dann auch erst dazu entschließen zu können, zum Therapeuten zu gehen. Wie gesagt, damals gab es Coaching nicht, es war mir zumindest nicht ein Begriff, dass es für Privat-Leute so angeboten worden ist. Zum Therapeuten bin damals dann auch erst gegangen, nachdem mein Hautarzt, der mich wegen dieser Haarausfallgeschichte behandelt hat, gesagt hat: "Vielleicht könnte das helfen, da einmal mit jemandem zu sprechen." Und erst, nachdem so ein "normaler" Arzt das gesagt hat, war ich überhaupt erst willens, mich in andere Hände zu begeben oder mir Hilfe zu suchen. Und ich glaube, das haben viele Menschen, dass sie sich scheuen, sich Hilfe zu suchen, vielleicht gerade Männer, auf der anderen Seite erlebe ich gerade, dass beim Life-Coaching, gerade in diesem 1:1-Coaching, was ich nebenbei auch mache, weil ich mit meiner Zielgruppe auch in Kontakt bleiben möchte, da sitzen wirklich 80% Unternehmer. Also es ist nicht meine Zielgruppe speziell, Unternehmer, ich adressiere die nirgendwo, und in der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland sind meines Wissens nach ungefähr 10% Selbstständige, das heißt, 90% sind angestellt. Wenn man das auf alle - also zu mir können ja auch potenziell Menschen kommen, die nicht arbeiten, die habe ich ja auch im Coaching, wenn man das auf die gesamte Bevölkerung bezieht, dann sind sogar nur 5% ungefähr der Bevölkerung in Deutschland selbstständig. Aber trotzdem sitzen da bei mir 80%, obwohl ich sie nicht explizit adressiere. Und ich habe mir auch die Frage gestellt, warum ist das so. Haben Unternehmer vielleicht vermehrt Probleme, das war der erste Gedanke, ich glaube, so nach langem Überlegen, um das abzukürzen, dass es einfach im Business-Bereich eher Standard ist, also da kennt man das als Unternehmer, als Selbstständiger, dass ein externer Berater ins Unternehmen kommt, um irgendwelche Prozesse beispielsweise zu verbessern. Und da ist Coaching eher Standard. Ich habe noch nie - ich weiß nicht, vielleicht geht es dir da anders - aber ich habe noch nie in meinem privaten Umfeld, ich habe ja hier auch nicht nur mit Unternehmern zu tun, ich habe noch nie gehört, dass jemand zu mir gesagt hat: "Ich habe dieses oder jenes Problem, ich glaube, ich brauche da einmal einen Coach." Ich glaube, den Leuten ist es auch egal, ich glaube auch, da sind wir jetzt beim Marketing, dass es ein großer Fehler ist, den Menschen - das ist ja okay, dass man nicht viel Ahnung von Marketing hat, die Coaches sollen ja auch coachen in erster Linie. Aber das liest man ganz oft: Ich bin Coach für XY, ich bin Selbstliebe-Coach für Männer ab 30. Böse gesprochen interessiert das kein Schwein, was man ist. Wie gesagt, keiner will einen Coach, die wollen eine Lösung für ihr Problem, die wollen irgendetwas schneller erreichen, die wollen etwas vereinfachen, meinetwegen. Aber es geht nicht darum, sich eine Person, einen Coach zu suchen, das ist denen - geh von dir selbst aus, du hast ein Problem, dir ist es relativ egal, ob das jetzt ein Coach ist oder wie auch immer er sich nennt, Hauptsache, dir wird geholfen. Und ich glaube, dass es einfach in der Gesellschaft noch nicht so üblich ist. Auch in diesem Bereich, wir bewegen uns ja auch beide ein bisschen in einer Blase manchmal, wo viele Unternehmer, viele Selbstständige sind, da kennt das jeder, aber geh einmal ein bisschen raus, geh einmal in Freundeskreise, wo das nicht so üblich ist, da habe ich das noch nie gehört, dass irgendjemand einen Coach braucht, oder auch fast nicht, dass jemand einmal einen hatte. #00:50:02#

I: Das kann ich bestätigen, in meinem Bekanntenkreis oder Freundeskreis ist auch niemand, der sagen würde: "Oh, weißt du was, ich habe mir da jetzt einen Coach gesucht", außer wenn es in die Richtung geht: Online-Unternehmer, Unternehmer generell, da ist das dann üblicher, was für mich sehr spannend ist, weil das ja auch ein bisschen etwas mit dem Unternehmer-Mindset zu tun hat, aber natürlich auch mit kulturellen Hintergründen. Einfach vielleicht auch deswegen, weil man es einfach nicht gewohnt ist, sein Problem oder die Probleme, die man selbst hat, konkret so zu adressieren, dass man sagt: Die löse ich jetzt, ich komme damit alleine nicht klar, deswegen suche ich mir jemanden, der genau für dieses Problem eine Lösung hat, finde den dann auch und dann beauftrage ihn auch noch und gebe dafür auch noch gegebenenfalls Geld aus, weil das womöglich nicht in dieser Gesellschaft, in dieser Kultur drin ist, dass man das an der Stelle so tut, dass man für sich selbst im Prinzip etwas investiert, um sich besser zu fühlen, mehr Selbstliebe ab 30 zu empfinden, wie du sagst, und diese Geschichten, das finde ich sehr interessant. Wobei allerdings auch, das finde ich auch wiederum sehr spannend an deinem Projekt Forbettercoaches, das führt ja letztendlich dazu, dass mehr Leute über dieses Online-Modell über Online-Marketing, und da würde ich gerne im Anbetracht gerade noch einmal darauf zu sprechen kommen, dass über dieses Online-Marketing natürlich auch die Auffindbarkeit in Google und im Internet einfach steigt und man Positionierung macht. Das heißt, je mehr Leute quasi diesen Weg gehen, desto mehr werden Problemlösungen ja auch sichtbarer. Jeder googelt ja auch so seine Sachen wahrscheinlich, das machen die Leute schon, deshalb weiß Google ja auch so viel über uns, aber das würde dazu führen, dass auch mehr Leute das finden. D. h. du trägst mit deinem Projekt auch dazu bei, dass sich aktiv mehr Leute Hilfe suchen, nicht nur, dass du Coaches ins Internet bringst oder mit ihnen ein Online-Business aufbaust, sondern du führst auch dazu, dass sich die Leute, die einen Coach brauchen, tatsächlich eher einen nehmen. #00:52:26#

B: Ja, genau. Also es ist wichtig, glaube ich, dass dieses Mindset auch voranschreitet, sich Hilfe zu suchen. Man kann sich ja auch nicht in jedem Bereich gleich gut auskennen. Ich habe ja jetzt - Ich bin seit Jahren ein Coach, und habe aber trotzdem Probleme gehabt nach Jahren, mir selbst noch einmal einen Coach zu suchen, was sich total bescheuert anhört, aber selbst da ist noch so eine Hemmschwelle da. Obwohl ich selbst - ich habe mich jetzt auch nie Coach so offiziell genannt, letztlich ist das eine Coaching-Tätigkeit, die ich da mache, aber ich habe trotzdem ein Problem gehabt oder hatte eine Hemmschwelle, mir bei bestimmten Dingen Coaches zu suchen, denn man sagt ja schon irgendwie ein bisschen: "Ich brauche da Hilfe", oder "ich kenne mich in diesem oder jenem Bereich nicht so gut aus", oder "ich kann irgendetwas nicht alleine lösen", und das ist vielleicht auch vor allem für Männer, das weiß ich aber nicht, ob das für Männer wirklich schlimmer ist, aber ich bin halt ein Mann und ich kann nur aus meiner Warte berichten, dass es schwierig ist. Aber ich glaube auch, dass sich das da in diesem Bereich so langsam verändert, es geht langsam voran und von daher kann dieser Coaching-Markt wachsen, ich glaube auch, dass das stimmt. Ja, man trägt dazu bei, indem man eben diesen Coaches - und das ist der Sinn, warum ich das alles gemacht habe, der Sinn ist ja nicht, dass es keinen gibt, der anderen Coaches dabei hilft, wie man ein Online-Coaching-Business aufbaut, es gibt ja durchaus Leute, die das machen. Ich glaube nur, das sollte - manchmal habe ich das Gefühl, was mich trügen kann und wo ich auch nicht alle in einen Topf werfen möchte, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute anderen Leuten beibringen, was sie einmal gehört haben, weißt du, wie so ein Schneeballsystem. Ohne, dass sie jemals wirklich einmal selbst als Coach gearbeitet haben, außer in dem Bereich "Wie wird man denn als Coach erfolgreich?" Und das kann es ja dann irgendwo auch nicht sein, weil man dann auch diese Probleme, diese Hemmnisse, diese Selbstzweifel auch gar nicht so kennt. Man kennt ja auch nicht diese schweren Phasen, die ein jeder wahrscheinlich irgendwie einmal durchmacht auf dem Weg dahin, dass man irgendwann erfolgreich wird. Ich meine, das hört man von ganz großen, weiß ich nicht, von Steve Jobs oder so hörst du auch, dass sie irgendwie einmal eine Krise hatten, aber das hat ja letzten Endes tatsächlich auch jeder Kleinunternehmer und muss das durchleben. Und diese Erfahrungen helfen eben dabei, den Menschen, den Coachees auch zu helfen, durch diese Phase hindurchzukommen, weil auch der Aufbau eines Coaching-Unternehmens geht nicht immer nur bergauf. Da gibt es auch Probleme, Hürden, da gibt es auch Tage, da hat man mal keinen Bock, und auch, wenn es schon erfolgreich ist, da gibt es Tage, da läuft irgendwie nichts. Da wird eine Webseite gehackt, dann ist plötzlich deine E-Mail-Adresse auf irgendeiner Blacklist und dann kommen deine Mails nicht mehr an, dann wirst du schlechtgemacht im Internet. Das gibt es eben auch, und da sollte man dann die Erfahrung mitbringen, um den Leuten wirklich helfen zu können. Aber noch einmal ganz kurz zu deiner Google-Suche: Auch da, in Google suchen die Leute ja selten nach einem Coach. Ich glaube nicht, dass da jemand eingibt: "Ich suche einen Selbstliebe-Coach für Männer ab 30". #00:55:39#

I: Nein, die suchen immer nach einer Problemlösung eher. #00:55:39#

B: Genau, sie geben vielleicht ein: "Ich kann mich nicht leider", oder "ich mag mich nicht", oder vielleicht auch, dass man über das Problem geht, dass man keine Frau findet, und vielleicht ist das ein Problem von Selbstliebe, was ich ansprechen kann auf meiner Webseite usw. Das heißt, die Probleme sollten angesprochen werden, damit der Besucher das Gefühl hat: Hier bin ich richtig, er beschreibt gerade mein Problem. Und da geht es eben nicht darum, wie man sich selbst nennt. #00:56:10#

I: Sondern es geht nur um die Problemlösung. #00:56:14#

B: Genau. #00:56:15#

I: Finde ich sehr spannend, wie gesagt, im Anbetracht der Zeit, die Stunde ist jetzt schon fast wieder um, die ich angekündigt hatte, aber eine Frage habe ich noch, und die geht ein bisschen in den Bereich Technik. Wie ich das festgestellt habe, alles, was mit Internet zu tun hat, da sind die Einstiegshürden für jemanden, der ein bisschen technikaffin ist, relativ gering. Also einen WordPress-Blog aufzusetzen mit den Möglichkeiten, die es heutzutage so bei den Hostern gibt, das ist noch relativ einfach, aber gerade, wenn es dann z.B. in die Richtung Webinare, Sales, Funnel, Automatisierung geht, auch das Anbinden von der Technik beispielsweise, was Newsletter angeht, Datenschutz, der damit zusammenhängt, da wird es ja relativ schnell kleinteilig. Also erstens: Wie lange hat es gedauert, bis du dich darin sattelfest gefühlt hast? Und was sind die technischen, essenziellen Dinge, die man beherrschen sollte, wenn man das in diese Richtung versucht? #00:57:29#

B: Ja, also da in diesem Bereich kann man, glaube ich, wirklich alles lernen. Also ich würde mich gar nicht als technikaffin bezeichnen, ich kann auch nach Jahren nicht coden oder irgendetwas, ich kann hier so ein paar HTML-Begriffe, da hört es dann aber auch schon auf. Ich glaube, dass es gerade heutzutage sehr, sehr viel Software gibt, die Dinge erleichtern, es gibt viele gute Anleitungen für die Software, und wenn man sich damit ein bisschen auseinandersetzt, dann kann man viel selbst hinbekommen. Auf der anderen Seite kann ich, weil die Sachen auch nicht mehr so schwer sind und viel erleichtern, auch einigermaßen günstig Dienstleister bekommen, die mir beispielsweise eine Webseite bauen. Es gibt ja auch mittlerweile Tools, mit denen ich die Webseite gar nicht mehr selbst hosten muss, mit denen ich die irgendwo anders gehostet habe. Das beinhaltet seine Gefahren, aber für den Anfang ist das alles in Ordnung, ich glaube, da muss man bereit sein, sich mit diesen Sachen auseinanderzusetzen. Wenn man sich davon abhalten lässt, dann wird man letztlich auch nicht erfolgreich, denn es wird - auch wenn man technisch versiert ist, dann gibt es eben in einem anderen Bereich einmal eine Hürde, und die muss man eben bereit sein zu überwinden, und man kann das mittlerweile ganz gut hinbekommen, oder sich eben einen Coach suchen oder jemanden suchen, der einen dabei unterstützt, der einem sagt, wie man das macht, oder auf Dienstleister teilweise zurückzugreifen, die bestimmte Dinge technisch umsetzen. All das ist heutzutage möglich und das sollte auch keine Hürde mehr darstellen. Ich glaube, dass es wirklich ein jeder lernen kann oder eben jemanden bezahlen kann, der das so macht, und man muss ja auch nicht alles auf einmal machen. Man muss ja nicht anfangen, indem man ein Webinar aufstellt, indem man E-Mail-Tool, E-Mail-Dienstleister da beauftragt und das alles einbindet und eine WordPress-Seite und einen Page-Builder und Analytics und was weiß ich alles. Das ist natürlich viel auf einmal und man kann da wirklich einen Schritt nach dem anderen gehen, und auch bevor ich jetzt so große Funnels aufbauen würde, wenn ich jetzt gar keine Ahnung habe und gerade neu anfange: Baue eine Webseite, lass eine bauen, nimm einen Dienstleister in Anspruch, wo du eine Webseite mit ein paar Klicks zusammenstellen kannst, geh mit den Leuten ins Gespräch, schalte im Zweifel ein paar Werbeanzeigen oder sprich sie vielleicht auch selbst an bei Facebook, LinkedIn usw., frage sie, ob du ihnen helfen kannst, ob sie Bock haben, sich mit dir zu unterhalten, eine Webseite solltest du haben, um den Leuten ein bisschen etwas zu zeigen, wie so eine Visitenkarte, das muss jetzt ja nichts Großes sein. Und dann kann ich ja schon anfangen, da brauche ich ja gar nicht viel Technik, und alles andere kommt dann mit der Zeit. #01:00:16#

I: Das ist auch ein wichtiger Punkt, das habe ich auch bei mir selbst festgestellt. Ich bin technikaffin und ich liebe es, Sachen auszuprobieren, nur man verliert sich unheimlich schnell auch in so etwas. Alleine die Einstellungsmöglichkeiten, die manche Tools bieten, bis man das alles kennengelernt hat, bis man weiß, wie was zusammenarbeitet, die Rudimentals, wie man beim Schlagzeugspielen sagt, also die Grundtöne, die sind tatsächlich mit der Zielgruppe in Kontakt zu kommen und sich eine halbwegs passable Webseite hinzustellen, das kann eigentlich jeder mit den Mitteln heutzutage. Und alles andere ist genauso, wie du sagst, ist das, was dann Schritt für Schritt mit diesem Wachstumsprozess kommt. Erst einmal vielen Dank dafür, ich hätte tatsächlich noch eine letzte Frage, bevor ich dich auch in den wohlverdienten Feierabend schicken würde. #01:01:09#

B: Okay, schieß los. #01:01:10#

I: Du schreibst auf irgendeiner Webseite an irgendeinem Punkt, dass du Generalist bist. Das fand ich sehr spannend, das muss man vielleicht erklären: Ich bin selbst auch ein Generalist. Und in der heutigen Zeit ist es aber eigentlich so, dass Experten gehypt werden. Ich sage einmal, jemand, der sich bewirbt in einem Unternehmen, wird sehr spezifisch gesucht beispielsweise für irgendwelche Themen, es gibt Leute, die sich sehr tief reinarbeiten in bestimmte Dinge. Welchen Vorteil oder welche positiven Aspekte hat es für dich, ein Generalist zu sein? #01:01:55#

B: Ja, also wenn ich jetzt an meine Kunden denke, die ja schon beraten werden, und denen ich auch tatsächlich zeige oder auch wirklich zur Hand gehe, wie bestimmte Dinge ineinandergreifen, wie das funktioniert, dazu muss ich ja die einzelnen Prozesse auch wirklich kennen. Wenn jetzt jemand einen suchen würde, bleiben wir einmal bei dem Thema, der Werbeanzeigen schaltet, dann gehe ich tatsächlich - und ich brauche nur dieses Thema oder das ist ausschließlich mein Problem - am besten wirklich zu jemandem, der sich darauf spezialisiert hat, der kennt alle Einstellmöglichkeiten, wie du sagst, es ist total vielfältig bei allen Tools, bei jeder Software kann ich alles Mögliche machen, das war übrigens schon immer so, ich kann mich noch erinnern, was mit Excel alles möglich ist, das ist ja Wahnsinn z.B., und ich möchte das jetzt lernen, wie Excel funktioniert, wie Facebook-Werbeanzeigen funktionieren und nur das, dann gehe ich zu einem Spezialisten. Wenn ich aber so etwas wie ein ganzes Business aufbauen möchte, da gehören ja ganz, ganz viele Dinge dazu, da gehört ja so etwas dazu wie - manche Fragen mich: Wie melde ich denn ein Gewerbe an, was muss ich denn da reinschreiben in die Gewerbeanmeldung? Wie mache ich das denn mit dem Steuerberater? Wie mache ich das mit der Buchhaltung? Welchen Zahlungsdienstleister nehme ich denn da? Welchen E-Mail-Marketing-Dienstleister, welche E-Mails mache ich denn da in welche Reihenfolge? Wie erstelle ich denn auch ein Webinar? Was brauche ich denn für Equipment, wenn ich Videos machen will? Was ist da besonders wichtig? Wie sind denn die Einstellmöglichkeiten bei YouTube oder welche Beschreibung soll ich da reinbringen? Wie kann ich denn mich auf Social Media bekannt machen? Wie funktioniert Facebook, wie funktioniert Instagram, wie funktioniert TikTok oder so? All das kenne ich ja aus eigener Erfahrung. Wenn ich jetzt nur - es gibt Leute, die machen das schon länger, die sind länger auf TikTok meinetwegen oder machen das viel intensiver als ich. Wenn ich nur das lernen will, gehe ich zu einem Spezialisten, der kann dir aber nicht sagen, wie ich das ganze Unternehme aufbaue, wie ich mich selbst auch brande, wie ich Werbetexte - all die einzelnen Bestandteile, du kannst auch zu einem Spezialisten gehen, dann bist du aber, glaube ich, sehr viel Geld los, wenn du für jeden Bereich einen Spezialisten beauftragst. #01:04:14#

I: Ja, definitiv. Ich habe es versucht, es ist teuer. #01:04:20#

B: Ja, es ist teuer und du brauchst ja noch irgendein Element, was auch die verschiedenen Spezialisten miteinander übereinbringt. Du sagst, du bist technikaffin, es ist ja ganz oft so, dass z.B. in der Wirtschaft die Software-Entwickler eine Software entwickeln, die die Anwender gar nicht so brauchen oder die wollten etwas ganz anderes und die Kommunikation war fehlerhaft, weil jeder eine andere Sprache spricht. Du brauchst ja auch jemanden, der die Sprache beider Parteien kennt, oder jemanden, der weiß, was wie funktioniert und was gehen kann. Wie gesagt, ich bin z.B. kein Techniker, ich bin da auch auf Hilfe angewiesen, wenn es darum geht, dass da irgendwelche Dinge auf der Webseite programmiert werden oder irgendetwas Besonderes, was es in der Form nicht gibt. Aber mir braucht keiner zu sagen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Ich kann nicht alles selbst, aber ich kenne mich mit allem zumindest ein bisschen aus. #01:05:17#

I: Das finde ich sehr gut, ich glaube, daran führt auch kein Weg vorbei, man muss zumindest wissen, worum es geht, und auch wenn man es jetzt nicht völlig in der Tiefe weiß, was jetzt noch für Möglichkeiten ein Facebook-Marketing-Manager hat, muss man zumindest ein bisschen die Kenntnisse haben, aber auch ganz wichtig: Es kann sich entwickeln und wird sich dann auch entwickeln, wenn man das Interesse in dem Bereich hat, dann kommt man automatisch mit diesen Themen in Kontakt. Wir sind jetzt schon über einer Stunde, das tut mir leid, auch für den Zuhörer, der jetzt schon relativ lange dran ist. Ich würde jetzt an der Stelle - (Unterbrechung) Gut, ich bin eigentlich wunschlos glücklich, ich bin alle meine Fragen losgeworden. Jetzt wäre die Frage an dich: Hast du noch etwas, vielleicht einen Appell an jemanden, der sich gerade denkt: Mensch, das ist eigentlich eine richtig tolle Sache, ich möchte das auch machen, aber ich weiß es nicht, habe Selbstzweifel. Hast du noch eine Art von Appell, den du ganz gerne vielleicht an die Zuhörer senden würdest? #01:06:53#

B: Ja, ich glaube, dass prinzipiell Zweifler die besseren Coaches sind. Das sind diejenigen, die Verantwortung tragen, was ganz wichtig ist, glaube ich, auch im Zusammenleben, oder dass diejenigen auch potenziell sehr daran interessiert sind, anderen Menschen wirklich zu helfen. Dieser Selbstzweifel sollte nicht zu groß sein und diese Hürden, diese Fragestellungen, die man im Vorfeld vielleicht haben mag, ob technischer Art usw., die sind alle zu lösen. Wichtig ist, dass man bereit ist, diese kleineren Hürden, die es ja tatsächlich nur noch sind, zu überwinden, um etwas Großes in die Welt rauszubringen, denn man muss sich vorstellen: Das ist ein ganz tolles Gefühl, wenn man als Coach, als Berater oder wie auch immer man sich nennt, einem anderen Menschen wirklich aus einer Krisensituation geholfen hat, dass er dir sagt: "Du hast mein Leben verändert." Das ist ein ganz, ganz tolles Gefühl, und es lohnt sich, diesen Weg zu gehen. #01:07:54#

I: Tolles Schlusswort. Vielen Dank dafür, Sebastian. Dann bleibt mir im Prinzip eigentlich nur noch eine Sache, und zwar mich noch einmal zu bedanken, vielen Dank, und dich dann jetzt quasi in den Feierabend zu entlassen und dir noch einen schönen Abend wünschen. #01:08:09#

B: Ja, danke dir, es hat mir großen Spaß gemacht. #01:08:11#

I: Mir auch, vielen Dank, mach es gut, noch einen schönen Abend! #01:08:14#

B: Danke, bis dann, Stefan, tschau!

OBEP01: Die Magie eines Produkt Launches mit Jan Doering

Produkt Launch
Produkt Launch

OBEP01 (Interview): Die Magie eines Produkt Launches mit Jan Doering

Shownotes zur Episode

Hallihallo,

ich bin ja ein totaler Filmfan und regelrecht süchtig nach Blockbustern!

Früher war es aber noch schlimmer, da war ich schon Monate vor einem offiziellen Filmstart auf der Suche nach neuen Teasern, Trailern und Set-Bildern.

Ich konnte den Zeitpunkt, bis ich endlich im Kino die Karte kaufen konnte, gar nicht abwarten. Die Warterei hat mir schon fast Schmerzen bereitet!

Warum waren die Filmstudios so grausam zu mir? Warum machten sie mich nur so neugierig?

Die Antwort ist einfach.

Einerseits, je mehr Menschen sehnsüchtig auf etwas warten, desto höher ist auch die Anzahl derer, die es dann (am besten direkt) bei Veröffentlichung kaufen.

Anderseits, neugierig macht man die Menschen, in dem man einen ansteigenden Fluss an Informationen zur Verfügung stellt, je näher der Launch rückt. Der Kunde bekommt den Eindruck, dass da etwas ganz großes auf dem Weg ist.

Um sich diese Systhematik zu nutzen zu machen, braucht es aber kein riesiges Filmstudio mit Millionen Euro in der Portokasse.

Jeder kann so sein Produkt lauchen. Selbst, wenn es noch gar kein Produkt gibt.

Wie das genau funktioniert, dass weiß Jan Doering.

Er zeigt mit seinen Launch Rockstars, wie angehende Online Unternehmer Produkte bauen und verkaufen, die die Kunden an der Kasse Schlange stehen lassen.

Jan verbindet dabei auf intelligente Art schlagkräftiges Online Marketing und minimalistisches Produktdesign, ohne viel Zeit und Energie zu verschwenden. Seine Kernaussage: Ein guter Launch ist in 6 Wochen machbar.

In dieser Interview Episode besprechen wir die essentiellen Punkte seiner Launch-Strategie mit der du Produkte baust, die deine Kunden wirklich haben wollen.

Jan beantwortet dazu eine Vielzahl an Fragen zu effektivem Produktdesign und passendem unternehmerischem Mindset.

Viel Spaß bei dieser Episode!

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP01: Die Magie eines Produkt Launches mit Jan Doering

I=Stefan
B=Jan

I: Dann würde ich sagen: Herzlich willkommen in meinem Podcast, den Online-Business-Experten, ich freue mich sehr, dass du heute mit dabei bist, von der Stelle bist. #00:00:10#

B: Ja, vielen Dank für die Einladung! #00:00:14#

I: Gerne, gerne. Ich habe wirklich viele Fragen vorbereitet, aber bevor wir dazu kommen, würde ich dich ganz gerne natürlich dem Zuhörer erst einmal vorstellen und würde damit einfach einmal loslegen. Widersprich mir da, wo ich groben Unsinn erzähle, ich habe dich ein bisschen recherchiert und habe Folgendes herausgefunden: Du hast an der FH Münster European Business studiert, das nennt sich European Business Program, und ich habe festgestellt, das hat einen ziemlich harten Eignungstest. Der Schwerpunkt ist Marketing und du hast längere Strecken von deinem Studium in England verbracht. #00:00:56#

B: Da hast du aber ganz schön in meine Vergangenheit hereingeguckt, wow! #00:01:02#

I: Naja, du hast ein Facebook-Profil, tut mir leid. Naja, dann warst du als Unternehmensberaterin im Konzern unterwegs, zumindest seit relativ kurzer Zeit, bevor du deine Agentur in München eröffnet hast. Soweit ich weiß, ging es da hauptsächlich um Marketing-Themen, also alles Mögliche von WordPress-Installation bis hin zu Social-Media-Kampagnen, und du hast da letztendlich auch schon gemerkt, irgendwie funktioniert dieses Konzept letztendlich für dich nicht, hast nach deiner Aussage viele Überstunden gehabt, 80-Stunden-Wochen, hattest zwar einen relativ hohen Umsatz, aber wenig Gewinn, weil klassisches Dienstleistungsgeschäft auch viel mit Vorleistung zu tun hat, Stichwort: Angebotsphase. Und dann kam irgendwie der Bruch, wo du gesagt hast: "Nein, das mache ich so nicht mehr mit", und hast quasi Gründung, was heißt quasi, du hast Gründung - hast ein "Business mit Struktur" gegründet und hast dort jetzt eine Coaching-Ausbildung im Franchise-Betrieb, wenn ich das richtig verstanden habe, am Start, hast auch so Selbstlernunterlagen für Autodidakten in dem Bereich und hast so eine eigene Methode, "Business mit Struktur", die zwölf Kategorien von Dienstleistern letztendlich beleuchtet, und hast jetzt demnächst noch eine Master Class am Start. Als Mensch habe ich gesehen, dass du sehr kunstinteressiert bist, scheinbar scheint es dir die Geometrie angetan zu haben. Und, das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt noch, du singst, spielst Ukulele und hast zwei Katzen. #00:02:53#

B: Das ist korrekt, mein Gott, du hast dich aber sehr mit mir beschäftigt, wow, Respekt! #00:03:01#

I: Gut, okay, dann lag ich damit schon einmal richtig. Damit ich dich die Hörer ein bisschen kennenlernen, habe ich ein kleines Blitzlicht vorbereitet. Das sind fünf sehr einfache Fragen, bei denen ich dich bitten würde, sie einfach so aus dem Bauch heraus zu beantworten. Nichts Schwieriges, einfach, damit der Hörer dich schon einmal ein bisschen kennenlernt. Danach steigen wir dann auch in die Business-Themen ein. Okay, los geht's, Frage 1: Der letzte Ohrwurm? #00:03:30#

B: Das Lied hier: "Little boxes on the hillside", das ist glaube ich der Theme Song von Desperate Housewives, das war mein letzter Ohrwurm. #00:03:45#

I: Ja und somit wäre ja auch bewiesen, dass du singen kannst. Aktueller Lieblingsfilm? #00:03:51#

B: Immer noch Interstellar. #00:03:53#

I: Ah, sehr cooler Film, ich habe ihn geliebt. Er ist ein bisschen lang, aber allein der Soundtrack ist hammer! #00:04:00#

B: Mega! #00:04:01#

I: Verhassteste Speise? #00:04:03#

B: Käse, Käse! Ich hasse Käse, keiner glaubt es mir, aber ich hasse Käse. #00:04:09#

I: Wie bist du denn drauf? Käse macht doch alles besser. #00:04:15#

B: Nein, bei mir nicht. #00:04:17#

I: Ah, okay. Lieblingsbuch? #00:04:21#

B: Im Moment "Letting Go" von Dr. Richard Hawkins. #00:04:26#

I: Okay, ich nehme an, das ist ein Fachbuch oder ein Sachbuch wahrscheinlich. Wie sieht es bei Belletristik aus? #00:04:33#

B: Da muss ich ganz kurz nachdenken. Es gibt so eine Trilogie von Rebecca Gablé, "Jonah" heißt es. #00:04:45#

I: Okay, cool. Und letzte Frage: Größtes lebendes Vorbild? Das ist gemein. #00:04:54#

B: Ah, lebendes Vorbild, ich habe immer nur die Toten im Kopf. Lebendes Vorbild... Das ist richtig schwer gerade. Also Tote könnte ich dir genug sagen, Lebende stehe ich gerade auf dem Schlauch. #00:05:15#

I: Die meisten würden wahrscheinlich Elon Musk antworten. #00:05:18#

B: Nein, der hat auch seine Schwächen, ich habe eine Biografie von ihm gelesen, also natürlich ist er genial, aber er ist auch noch... Ich mag das gerne, wenn Leute ihre Schwächen wirklich niederlegen können, weil ich das selbst gerne möchte, und ich habe jetzt gerade nicht so die Figur parat, die das gerade lebend macht. Weißt du, was ich meine? #00:05:45#

I: Ja, verstehe ich. #00:05:46#

B: Also so ein Sokrates und Jesus fällt mir da leichter, weil das so eine... Okay, lebende Person, dann würde ich einmal sagen: Der Dalai Lama, der ist schon ziemlich nah dran. #00:05:55#

I: Der Dalai Lama, okay. Warum, also wenn ich fragen darf, warum der Dalai Lama? #00:06:00#

B: Naja, also ich finde einfach, dass er viel Gutes für die Welt tut, ich bin so ein bisschen auf dem Weg, zu versuchen, mein Ego liegen zu lassen. Wir alle haben ja irgendwie ein Ego und ich möchte da gerne darüber kommen. Und der Dalai Lama ist jetzt für mich ein lebendes Beispiel, der das sehr praktiziert. #00:06:28#

I: Ich finde immer, wenn er im Fernsehen ist, geht von ihm auch irgendetwas ganz Besonderes aus, ich kann das nicht so richtig in Worte fassen. #00:06:33#

B: Ja, genau, das ist wahrscheinlich diese Liebe, die er ausstrahlt. #00:06:40#

I: Ja, eine Zeit lang habe ich mich auch im Freundeskreis mit dem Buddhismus auch etwas mehr auseinandergesetzt und von daher kenne ich da ein paar Sachen. Aber cool, vielen Dank erst einmal! Das war erst einmal das Blitzlicht, schon sehr aufschlussreich. Dann würde ich auch sofort loslegen, damit wir gar nicht so viel Zeit verlieren, würde ich schon in das Fachliche, in das Business quasi reinspringen. Und da habe ich drei Fragen, die ich im Prinzip jedem stelle zu Beginn, um einfach so ein bisschen in die Diskussion reinzukommen. Diese sind erstens: Wer konkret ist deine Zielgruppe? Zweitens: Was ist das Problem deiner Zielgruppe? Und drittens: Wie löst du das Problem? #00:07:30#

B: Sehr gute Fragen. Also ich arbeite bei "Business mit Struktur" mit Dienstleistern, also produzierende Unternehmen passen nicht so gut zu uns, weil das Problem von Dienstleistern ist, dass sie wenig skalierfähig sind. Warum skalierfähig? Nicht, weil du unbedingt ein fettes Unternehmen haben willst, das Millionen an Euro scheffelt, sondern ich sehe bei den Dienstleistern... Also es ist aus meiner eigenen Not geboren, "Business mit Struktur", und eigentlich helfe ich mir selbst vor fünf Jahren, sagen wir es einmal so. Dienstleister husteln ganz schön, also sie müssen wirklich für jeden Euro sehr, sehr hart arbeiten, und die typische Dienstleistung, wenn sie nicht sehr gut strukturiert ist, musst du mit jedem Projekt immer wieder den neuen Input bringen. Und das war auch der Grund, warum ich meine Marketingagentur so in dieser Form nicht mehr weiterführen wollte, weil es einfach zu anstrengend ist. Wenn man jung ist, hat man diese Energie, aber ich bin auch schon ein sehr vorausschauender Mensch, und ich wusste einfach, mit zunehmendem Alter, wenn ich da nicht auf etwas Bestimmtes bauen kann, was in meinen jungen Jahren passiert ist, dann wird das einfach immer, immer schwerer. Ich nenne da so eine kleine Analogie: Wassereimer schleppen. Wenn du jung bist, kannst du das. Du schleppst die Eimer, es ist am Anfang vielleicht auch noch interessant, aber wenn du diesen Weg zwanzig Mal gegangen bist, fünfzig Mal gegangen bist, dann werden die Arme immer länger, es wird immer mühseliger, diese Eimer zu schleppen. Und die Alternative ist quasi, und das klingt ein bisschen plakativ, aber ich finde schon, dass das sehr Sinn macht, dieses Bild, dass du dir eine Wasserleitung baust, du in deinen jungen Jahren an der Konstruktion der Wasserleitung baust, und die ist auch in der Lage, Wasser fließen zu lassen, wenn du selbst nicht mehr die Eimer schleppen kannst. Das ist dann einfach ein dauerhaftes System, was das Wasser zum Fließen bringt. #00:09:20#

I: Das finde ich ein sehr schönes Bild. #00:09:25#

B: Und letztendlich: Also meine Zielgruppe sind eigentlich genau diese Leute, die denken: "Wassereimer schleppen, alles schön und gut, aber es wird immer mühseliger", und vielleicht wissen sie schon, dass eine Alternative auch eine Wasserleitung ist, aber sie wissen überhaupt nicht, wie man die baut als Dienstleister. Deswegen wünschen sich ja eigentlich so viele Leute ein passives Einkommen mit Amazon, FBA, oder sonstige Geschichten, weil sie einfach eine Alternative zu dem Dienstleistungs-Business suchen, und meine Lösung ist nicht, in Nebenschauplätze zu gehen wie E-Commerce oder FBA oder was es da sonst alles gibt oder Affiliate-Kram, da gibt es super viel da draußen. Ich meine, du bist Online-Business-Experte, die kennen sich damit alle aus, was es da draußen alles gibt. Meine Lösung ist eigentlich: Du bist in deiner Dienstleistung schon gut, jetzt lass uns das ein bisschen smarter aufstellen, lass uns da einen Productized Service daraus machen, dass du da mit deiner jetzigen Expertise, die du bereits schon hast, skalieren kannst. #00:10:23#

I: Da sind wir auch gleich beim Stichwort: Productized Service. Vielleicht weiß nicht jeder etwas mit diesem Begriff konkret anzufangen. Magst du den vielleicht noch einmal ein bisschen genauer umreißen? #00:10:36#

B: Gerne, also die typischen Dienstleistungsprojekte sind so: "Hey, lieber Kunde, meine Expertise ist Design oder Marketing oder so etwas, sag' mir, was du willst, mein Stundensatz ist - nehmen wir einmal - 80 Euro die Stunde." Das ist der typische Modus der Individualprojekte, wenn du einen Productized Service daraus machst, dann sagst du eigentlich: "Schau' einmal, lieber Kunde, ich habe hier eine Lösung gestrickt, die bringt dich von A nach B, und diese Lösung können wir gemeinsam gehen und die kostet 2000 Euro. Und jetzt suchst du dir nur noch die Kunden, die genau diesen Weg gehen wollen, von A nach B." Also es heißt nicht mehr: "Lieber Kunde, was willst du von mir, ich mache dir alles, was du willst, solange ich die Fähigkeiten dazu habe", sondern du sagst nur noch: "Hey, das ist hier meine Lösung von A nach B. Wer hat alles dieses Problem, wer will diesen Weg mit mir gehen?" Und das ist der Unterschied, Productized Service ist eigentlich ein Prozess, ein definierter Prozess, den du mit deinem Kunden gehst, und da wird ein bestimmtes Problem mit diesem Prozess gelöst und du suchst dir nur noch die Kunden, die genau dieses Problem haben. Productized Service ist also für Dienstleister, die schon ein bisschen dabei sind. Für ganz, ganz neue Leute, die noch nicht so viel Ahnung haben vom Markt, ist ein Productized ein bisschen schwierig zu entwickeln, aber wenn du schon ein, zwei Jahre dabei bist, dann fällt dir das auf jeden Fall leicht, weil du genau weißt: Die meisten meiner Kunden haben eigentlich doch immer irgendwie das gleiche Problem. #00:12:05#

I: Da wäre ich eigentlich als nächstes darauf hinausgekommen: Was ist denn der Mehrwert für einen Kunden bei einem Productized Service? #00:12:15#

B: Absolut, es gibt ganz viele Mehrwerte, der Kunde z.B. - Also ich bin ja auf beiden Seiten, ich bin ja ein Anbieter, aber ich habe auch viele Freelancer, die für mich arbeiten, oder Agenturen, die für mich arbeiten und ich bin da auch selbst Kunde. Und wenn meine Freelancer oder die Agenturen mir nichts Konkretes anbieten und ich eigentlich quasi mir selbst ausdenken muss, was ich haben will, dann kann ich sie nur nach Stunde bezahlen. Wenn du aber als Dienstleister genau zu mir kommst und sagst: "Hey Melanie, ich habe gesehen bei dir, das und das ist noch ein Potenzial, was noch nicht ausgeschöpft ist, lass uns genau dieses Potenzial ausschöpfen, und das kostet 2000 Euro und das und das sind deine Benefits, also deine Nutzen davon", dann kann ich viel einfacher sagen als Kunde: Ja oder nein, diese 2000 Euro sind es mir wert oder nicht. Denn es ist nicht ideal, auch aus Kundensicht, nach Stunde zu bezahlen, denn mir ist es völlig egal, wie viel Zeit du für etwas brauchst, mir geht es ja nur um das, was ich letztendlich bekomme. Und ich will eigentlich nur genau wissen: Die Lösung, wie viel kostet die und ist mir es das wert? Das heißt also, wenn du mir einen Productized Service anbietest, erstens kann ich besser einschätzen: Ist es mir das wert oder nicht. Und zweitens: Wer einen Productized Service entwickelt, der wird von der Qualität her mit jedem Kunden besser werden, denn Individualprojekte haben dieses Problem, dass du dich ständig neu einstellen musst auf neue Anforderungen. Wenn du einen Productized Service hast und du das zehnmal schon gemacht hast, dann wird das jedes Mal top-notch sein, weil du genau weißt, was du da treibst. #00:13:56#

I: Ich kann ja auch so ein bisschen aus eigener Erfahrung sprechen. In meinem Job habe ich bestimmt zwei-, dreihundert Angebote geschrieben für eine Software-Entwicklung, und wenn der Kunde etwas haben will, dann fängt man immer wieder an, ein neues Angebot zu schreiben, wobei der Ausgang, ob er das Angebot überhaupt annimmt, ungewiss ist, und es ist ungewiss, ob in der Software-Entwicklung der veranschlagte Stundensatz und die Anzahl der Stunden überhaupt eingehalten werden kann aufgrund von XY-Problemen, sodass es nachher so war, dass bei vielen Themen einfach dann auch draufgezahlt worden ist. #00:14:30#

B: Genau, und das ist natürlich nicht schön. Deswegen wollen Kunden auch immer gerne Stundensätze drücken, also sie wollen es eigentlich nicht, aber es ist natürlich, wenn du als Dienstleister nichts Konkretes anbietest, dann kann ich mich nur am Stundensatz orientieren, und dann frage ich mich: Warum kostet der jetzt 50 Euro und der Andere 80 Euro? Bloß, weil er eine schönere Webseite hat? Das ist ein bisschen blöd, das ist so eine Pseudo-Vergleichbarkeit, die eigentlich nicht sinnvoll ist. #00:14:59#

I: Kann denn jede Art von Dienstleister so ein standardisiertes Angebot, so ein Productized Service bauen? #00:15:06#

B: Ich bin ganz fest der Meinung, dass das jeder Dienstleister kann. Vielleicht ist es so, dass man nicht 100% standardisieren kann, aber man kann ganz, ganz große Teile standardisieren, und das kann - Ich sage einmal so: Es gibt ja auch oftmals die 80-20-Regel, und selbst wenn dein Service zu 80% standardisiert ist und 20% sind nur noch individuell, weil es da einfach nicht anders geht mit dem Kunden, dann ist dir trotzdem massiv geholfen. Und die andere Sache, was manche Dienstleister sich nicht vorstellen können, zum Beispiel Designer können sich das nicht vorstellen, auch IT-ler können sich das ganz, ganz schlecht vorstellen: Wie kann ich das denn machen, denn mein Kunde kriegt ja ein individuelles Ergebnis, das geht ja nicht. Und ich bin da ganz stark der Meinung und versuche auch, immer mehr Beispiele bei mir auf der Webseite zu bringen, weil ich nämlich sehe, die Leute müssen es sehen. Also der Designer, der Programmierer versteht es - weil das auch eher eine neuere Art zu denken ist, müssen sie einfach einmal sehen, wie so etwas aussehen kann. #00:16:13#

I: Wo würden denn die - also du hast es ja vorhin gesagt: Letztendlich Quell des Bösen sind auch diese nicht enden wollenden Individualprojekte. Wo würde denn ein Kunde letztendlich, wenn sich das so verbreitet, dass es im Prinzip nur noch Productized Services gibt, was ja nicht der Fall sein wird, aber nehmen wir jetzt den Fall, wo würde er denn dann mit seinen Individualprojekten hingehen? #00:16:40#

B: Die wird es immer geben. Also was sind denn Individualprojekte? Wenn du Individualprojekte für einen Kunden machst, was machst du eigentlich? Du bist einfach nur ein Mitarbeiter, du bist ein freier Mitarbeiter, du hast nicht einmal - Also das ist ja das Thema, wenn du Freelancer bist, dann hast du kein Business, du bist eigentlich ein Mitarbeiter, der aber nicht angestellt ist. Und das ist der Unterschied, du kannst quasi Mitarbeiter, entweder hast du sie angestellt oder du hast sie frei, wenn du nicht ganz so viel eine volle Stelle bedienen kannst, dann holst du dir einen Freelancer. Aber du musst verstehen, dass es immer noch - das ist eine Mitarbeit, das hat nichts mit Business zu tun, ich kaufe bei dir kein Produkt. #00:17:21#

I: Ich hatte mir aufgeschrieben, dass vielleicht so etwas auch ein bisschen dazu führt, also ich bin da komplett auf deiner Seite, die Extrawünsche sind es immer dann, die es ein bisschen schwierig machen, ob die jetzt benötigt werden oder nicht, hatte mir aufgeschrieben die Frage: Zwingt man den Kunden durch Standardisierung, auch ein Stück weit von seinen Extrawünschen Abstand zu nehmen? Denn letztendlich tun diese Extrawünsche ja dem Kunden auch nicht gut, wenn er einmal ehrlich zu sich selbst wäre. #00:17:53#

B: Ja, also: Definitiv, du hast total Recht. Woher kommt denn das von der Kundensicht her, diese Extrawünsche? Weil du ihm eigentlich nicht, wenn du wirklich der Experte bist und du auf mich zukommst und sagst: "Melanie, ich habe mir das bei dir angeguckt, das ist die Lösung, die du brauchst, und ich habe diese Lösung." Und wenn ich das als Kunde wirklich verstehe, dass das für mich passt und dass das der richtige Weg ist, dann will ich keine Extrawünsche, denn es gibt auch einen Unterschied, und das sehe ich ganz stark bei mir auch in der Bezahlung für die Leute, die für mich arbeiten: Wenn ich mir Leute hereinhole, Freelancer hereinhole, denen ich eigentlich sagen muss, was ich will, dann kriegst du von mir auch keinen hohen Stundensatz, denn letztendlich bringst du mir nichts bei, du bist ein Abarbeiter quasi. Ich brauche Man Power, aber eigentlich bin ich das Gehirn dahinter, und dann schaffst du es eigentlich nicht, mehr als 50-60 Euro die Stunde bei mir zu verdienen. Wenn du aber zu mir kommst und sagst: "Ich bringe dir etwas bei, Melanie, denn da habe ich ein Potenzial gesehen, das hast du noch nicht gesehen, und ich zeige dir, wie die Lösung ist", dann bin ich auch ganz anders bereit, andere Preise zu bezahlen. Also bringst du mir etwas bei oder bist du ein Abarbeiter? Das ist der Unterschied. #00:19:07#

I: Da sind wir ja eigentlich auch schon in dem Thema drin: Zeit gegen Geld, diese Zeit-gegen-Geld-Falle. Du hast vorhin das Bild beschrieben von einer Wasserleitung, was ich ja ein sehr schönes Bild finde, auf deiner Webseite hast du aber noch ein anderes Bild, und zwar hast du da so ein bisschen die Frage gestellt: Was wäre, wenn du jetzt dein Unternehmen zwölf Monate verlassen würdest und einfach nach dieser Zeit zurückkehrst. Würdest du es stärker vorfinden oder wäre es im Prinzip in Konkurs gegangen? Das ist ja auch so eine Frage, was ich mir letztendlich aufgeschrieben habe, was ich mir unterschrieben habe, ich weiß nicht, ob mir das nur so geht, aber ich finde, es steckt etwas sehr Ungehöriges in dieser Sache drin, dass man etwas schafft, was für einen arbeitet, obwohl man selbst nicht da ist. Kannst du dir vielleicht erklären, woher das kommt, habe nur ich das? #00:20:09#

B: Also erst einmal: Dieses Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Kiyosaki in seinem Buch "Cashflow Quadrant", und jetzt kann ich mir vorstellen: Das hat so ein bisschen mit Upbringing zu tun, jetzt möchte ich gerne sagen, jetzt möchte ich gerne ein Gegenbeispiel bringen: Stelle dir einmal vor, wir haben gerade die Corona-Krise, jetzt arbeiten Ärzte. Und Ärzte können auch nur eine bestimmte Anzahl an Stunden arbeiten, um die Patienten zu heilen. Das heißt also, wenn der Arzt nicht mehr kann, weil er selbst schlafen muss, weil er selbst essen muss, weil er selbst auf die Toilette muss, dann wird nicht weiter geholfen, denn ein Arzt ist nicht skalierfähig. Wenn wir aber die Lösung, jetzt ist wahrscheinlich Corona - ich möchte keinen Shitstorm verursachen, weil es da natürlich auch viele Vor- und Nachteile und viele Optionen - also ich habe keine bestimmte Meinung zu dem Thema, ich nutze das nur als Beispiel. #00:21:12#

I: Wir umschiffen das ganz elegant jetzt. #00:21:14#

B: Nehmen wir einmal an, die Lösung der Krankheit können wir in ein Produkt packen, wie zum Beispiel eine Tablette oder eine Impfung, wahrscheinlich schreien alle auf, die gegen Impfung sind oder so, aber bitte nehmt das nicht so ernst, sondern es geht hier eher um das Konzeptionelle dahinter, dann ist es möglich, die Lösung viel, viel größer in die Welt zu bringen. Also es ist eigentlich eine sehr, sehr gute Sache, wenn du eine echte Lösung gefunden hast, die der Welt hilft, und dann dafür sorgst, dass du skalierfähig bist und diese Lösung in großem Stile in den Markt bringen kannst, dann ist das doch sehr gut für die Welt. Das heißt also, wenn ich ein Business aufbaue, was von mir abhängt, ich kann nur maximal 24 Stunden am Tag arbeiten, und das auch nicht sehr lange, dann falle ich tot um. Und es wäre sehr, sehr schade, weil ich nicht mehr kann, weil ich im Burnout bin, dass dann diese Lösung der Welt nicht mehr zur Verfügung steht. Das heißt also, wenn ich eine wirklich gute Lösung für die Menschheit gefunden habe, dann sehe ich das persönlich schon auch als meine Pflicht dafür zu sorgen, dass die Lösung unabhängig von mir kommen kann. Das klingt jetzt ein bisschen - Zwölf Monate bist du bei deinem Business nicht anwesend, natürlich kannst du irgendwo auf Hawaii sitzen, aber du könntest z.B. auch sagen, dass du an anderen Lösungen arbeitest und dass deine Initiallösung trotzdem noch weiterarbeiten kann. Also ich glaube, das ist so ein bisschen eine Mindset-Geschichte. Du kannst der Welt wirklich helfen, wenn die Lösung nicht von dir abhängig ist, also viel, viel besser helfen. Deswegen dieses Beispiel mit dem Arzt, wenn der Arzt nicht mehr kann, das wäre so schade, denn dann gibt es keine Cure mehr, also keine Lösung mehr für die Kranken. #00:23:19#

I: Das ist auch das Stichwort, du hast gerade Mindset gesagt, und dass es von einem selbst nicht mehr abhängt, das ist eigentlich etwas, worauf ich eigentlich jetzt bei der Frage konkret hinauswollte. Und zwar habe ich mir hier unterstrichen oder aufgeschrieben: Müssen wir es uns vielleicht erst einmal selbst erlauben, ersetzbar zu sein als Dienstleister? #00:23:46#

B: Absolut. Es gibt da viele Mindset-Barrieren, also wenn du dir z.B. sagst: Niemand kann das so gut wie ich. Das ist eine ganz, ganz große Hürde im Kopf, wenn du wirklich der Meinung bist: Ich muss das selbst machen, denn sonst klappt das nicht. Also ein Team aufzubauen, kann unendlich frustrierend sein, wenn man das nicht richtig macht, und ich kenne viele Unternehmer, mit denen wir auch arbeiten, die bauen ein Team auf und sagen danach: "Ich will mich wieder verkleinern, das ist alles so Stress, die kriegen ständig Geld von mir, bringen aber eigentlich überhaupt nicht das, was das Geld bringen sollte", das ist erst einmal eine Sache. Denke nicht, dass nur du das allein kannst, baue das so auf, dass das auch andere können. Denn das ist wirklich auch Leadership z.B., wenn du nämlich dich entwickelst und anderen dabei hilfst, sich auch zu entwickeln, das ist wahres Leadership-Denken auch, wenn du z.B. die Ambition hast, Vorreiter in der Gesellschaft zu sein, dann gehört auch Leadership dazu. Nicht nur du hilfst dir selbst zu wachsen, sondern du hast sogar so viel Power und so viel Mut und so viel Intelligenz, dass du auch anderen dabei helfen kannst, sich zu entwickeln. Das ist zum Beispiel eine Geschichte. #00:25:08#

I: Es spielt ja auch noch ein bisschen härter mit rein, dass da letztendlich auch langfristiges Denken eine Rolle spielt, also nicht der kurzfristige Umsatz, den nehmen wir noch mit, den auch noch, und dann überlegen wir uns einmal, wie wir das vielleicht ein bisschen besser strukturieren können, sondern langfristig zu denken: Will ich tatsächlich in diesem Gefängnis, was ich mir selbst als Dienstleister baue, gefangen sein, obwohl ich ja aus diesem Hamsterrad, was ich vielleicht vorher im Job hatte, als ich irgendwo fest angestellt war, eigentlich konkret verlassen wollte. Das hat vielleicht auch etwas damit zu tun. #00:25:44#

B: Absolut, also was ich zum Beispiel noch merke bei manchen Kunden: Die haben jetzt eher eine Personal Brand aufgebaut, und am Anfang ist alles spannend und dann heißt es, Heinzmueller.de, und dann aber drei oder fünf Jahre später sind sie ihrem eigenen Business entwachsen, also ihr Business - für viele ist ja Unternehmertum auch ein Spielfeld, um sich selbst weiterzuentwickeln, und dann haben sie selbst etwas geschaffen und es bringt ihnen nichts mehr, weil sie alles gelernt haben aus dem Business, was sie lernen können, und jetzt kriegen sie da nichts mehr heraus. Sie haben aber ein Business aufgebaut, wo sie nicht herauskommen, die einzige Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, wäre, das Ganze einzustampfen. Ich sehe das ganz - Ich habe ganz viele Kunden, die da sind, leider, und die haben sich damit auch wieder ein eigenes Gefängnis gebaut, weil sie etwas aufgebaut haben, wo sie selbst nicht mehr herauskommen. Und deswegen finde ich das noch wichtiger, sich selbst ersetzbar zu machen, damit du die Möglichkeit hast, dich weiter- und weiter- und weiterzuentwickeln, ohne dass alles dann später zusammenfällt, weil du nicht mehr da bist. #00:26:59#

I: Daran anschließend auch sofort die Frage: Als du das für dich selbst erkannt hast, wie lange hast du gebraucht, um das Konzept zu entwickeln, wie du dich quasi aus deinem selbstgebauten Gefängnis befreien kannst, wie lange hat das gedauert? #00:27:13#

B: Also bei mir ist der Groschen gefallen, als ich ein Buch gelesen habe, das war schon immer diese latente Unzufriedenheit, und ich bin dann schon auch jemand, der dann Geld auf dem Tisch liegen lassen kann und sagen kann: "Okay, da ist jetzt Geld, aber ich nehme das einmal nicht, ich gehe einmal einen Schritt zurück, denn mir ist es lieber, dass morgen das Geld angenehmer zu verdienen ist." Und dann ist mir irgendwie ein Buch in die Finger gekommen, das war "Built to Sell" von John Warrillow, und da hat es dann so richtig Klick gemacht, denn in diesem Buch gibt es so einen Protagonisten und der ist Agenturinhaber, und ich habe echt gedacht: Oh mein Gott, er schreibt über mein Leben! Und das war die Initialzündung, wo ich gedacht habe: Ja genau, wegen der Individualprojekte habe ich diese ganzen Schwierigkeiten. Also ich hatte viele Schwierigkeiten, aber die Wurzel allen Übels waren wirklich die Individualprojekte, und das habe ich dann verstanden. Dann hat es aber noch gut zwei Jahre gedauert, bis dieser Gedanke gereift ist und sich das in "Business mit Struktur" entwickelt hat. Da würde ich auch nicht sagen, dass mein Prozess jetzt vorbei ist, ich bin ja immer noch dabei, mich weiterzuentwickeln und weitere Hebel in meinem Unternehmen zu identifizieren. Ich bin schon skalierfähig, aber ich bin jetzt auch noch nicht 100% aus meinem Business raus, das heißt, wenn ich jetzt in einem Jahr wiederkommen würde, dann würde es "Business mit Struktur" wahrscheinlich so auch nicht geben. Aber es ist ein Prozess, es ist alles angelegt, dass es passieren kann, dass ich da herauskommen kann. Also das ist wirklich eine Reise. Um jetzt einmal zurückzukommen mit dem Bild Wassereimer schleppen und Wasserleitungen: Wenn du nicht gerade reich geboren bist oder gerade irgendwie deine reiche Tante hinübergegangen ist und dich mit ihrem Erbe beglückt hat, dann ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass du tagsüber Wassereimer schleppen musst, weil du deine Miete bezahlen musst, und am Abend und am Wochenende baust du an deiner Wasserleitung. Also das ist für 95% der Kunden, mit denen wir arbeiten, Realität und für mich war das auch lange Realität. Und das Schöne ist aber, du musst nicht warten, bis die Wasserleitung vollständig fertig ist, weil, wenn du dir vorstellst, du musst, wenn du schon einen Teil der Leitung gebaut hast, nicht mehr ganz zum Fluss gehen, der, sagen wir einmal, zwei Kilometer weit weg ist, sondern wenn du schon 500 Meter Leitungen gebaut hast, dann musst du nur noch die Differenz gehen. Also ich will damit sagen: Wassereimer-Schleppen muss eine ganze Weile passieren, aber es lohnt sich, die Wasserleitungen zu bauen, und du wirst mit dem Bau der Leitung schon profitieren, also du musst nicht warten, bis es vollständig fertig ist. #00:30:01#

I: Ja, was würdest du denn jemandem empfehlen, der jetzt diesen Podcast hört, Dienstleister ist, den das total anspricht, jetzt noch mittendrin Wassereimer zu schleppen, wahrscheinlich sogar noch während er den Podcast hört, und er hört jetzt auf, er drückt auf "Stopp", was wäre das Erste, was er tun sollte, um quasi anzufangen, diese Wasserleitung zu bauen? #00:30:23#

B: Der aller-, allererste Schritt ist, ein konkretes standardisiertes Angebot zu entwickeln. Das ist die absolute Basis, das ist das Fundament für deine Leitung. Wenn du kein standardisiertes Angebot hast, denn das Angebot ist ein System, es gibt noch viele weitere Systeme in deinem Business, die du etablieren musst, aber ein Angebot ist das Erste; also du darfst keine Individualprojekte mehr machen, sondern du musst letztendlich einen Productized Service entwickeln, um dann weiterzumachen. #00:30:58#

I: Verstehe, ich würde ganz gerne noch auf ein anderes Thema kurz zu sprechen kommen, was du auch auf deiner Webseite schreibst, und zwar schreibst du da etwas von der Abkehr vom Shareholder-Value-Ansatz. Erstens noch einmal die Frage für die Zuhörer: Was ist genau der Shareholder-Value-Ansatz und warum willst du davon weg? #00:31:17#

B: Der Shareholder-Value-Ansatz ist, glaube ich, aus den 80er Jahren, wo es darum geht, das einzige Ziel eines Unternehmens ist, die Shareholder reicher zu machen, alle, die Aktien darin haben. Und das finde ich ein bisschen - das ist 80er-Jahre-Denke und ich glaube, diese ganzen - wir hatten schon über Mindset gesprochen oder so, wie wir aufgewachsen sind, oder das, was wir von unseren Eltern mitgekriegt haben, und die ganzen Reichen und die bösen Kooperationen usw. usf. Ich glaube, das kommt alles ein bisschen aus dieser Ecke, weil der Shareholder-Value-Ansatz... Die Mitarbeiter wurden schlecht bezahlt, denn wenn man die Gehälter der Mitarbeiter drückt, dann hat man natürlich viel mehr Geld für die Shareholder übrig. Und wir leben in einem System, da gibt es viele verschiedene Stakeholder, also Interessenten-Gruppen, es gibt die Lieferanten, die wollen auch etwas verdienen, wenn sie mit uns Business machen, wir haben die Mitarbeiter, wir haben die Kunden, die Kunden wollen auch gute Preise haben. Wir haben auch die Shareholder, bei uns in den kleinen Businesses gibt es ja nicht so viele Shareholder, weil wir keine Aktien ausgeben, aber letztendlich: Ich bin natürlich in meinem Unternehmen der Shareholder, weil ich nicht nur die Geschäftsführung bin, die ein Gehalt bezieht, ich bin aber natürlich auch der Inhaber, der dann die Dividende bekommt, also ich bin in meinem Unternehmen der einzige Shareholder. Also ich bin definitiv auch eine Interessengruppe dieses ganzen Konstrukts, und dann gibt es auch noch so etwas wie einen Staat und die Gesellschaft, die natürlich über Steuern auch etwas von dem Business haben möchte. Und ich glaube einfach: Letztendlich, ja, es ist ein Spannungsfeld, wenn man dem einen ein bisschen etwas wegnimmt, um dem anderen etwas zu geben, wir müssen aber gucken, dass alle glücklich sind, weil, letztendlich, wenn eine Zielgruppe oder eine Interessengruppe dauerhaft leer ausgeht oder geknebelt oder wie man es auch nennen möchte, also wenn das keine Win-Win-Solution für alle ist, dann bin ich einfach der Meinung, dass Businesses nicht mehr lange durchhalten. Wir haben noch die großen Kooperationen, die alten noch, aber wir sind so wie so in einer Zeit, wo es gerade einen extremen Wandel durchmacht, und wenn du jetzt einfach nicht mehr in der Lage bist, auf den neuen Zug aufzuspringen, dann gehen dir so wie so irgendwann die Lichter aus. Deswegen, ich sehe die Zukunft sehr positiv, weil ich einfach glaube, dass diese schlechten Business-Geschichten aus der Vergangenheit nicht mehr lange überleben können, dafür ändern sich jetzt einfach die Zeiten. #00:33:59#

I: Verstehe. Sind kleinere Unternehmen automatisch auch agiler für diese Zeiten? #00:34:08#

B: Ja, unbedingt, ich glaube das. Also ich arbeite jetzt nicht - ich war ja vorher einmal in einem Konzern und ich war auch Unternehmensberater dort, und wie langsam dort die Mühlen mahlen, das ist echt unglaublich. Ich war nicht lange dort. Ich bin schon ein dynamischer Mensch und ich habe Ideen, ich möchte die umsetzen, und das war für mich einfach nicht das richtige Umfeld und deswegen habe ich mich da relativ schnell verabschiedet und fühle mich hier in dieser Welt viel wohler. Denn man kann auch als kleines Unternehmen oder als Mittelständler mit den heutigen Möglichkeiten wahnsinnig viel machen. Aber es ist wie gesagt wichtig, wenn dein Business von dir selbst abhängt, dann kannst du eben nicht so viele Leute erreichen, weil du nur so viele Stunden arbeiten kannst. Und nehmen wir einmal ein Beispiel auch: Ich kriege relativ viel positives Feedback, wie viel Content wir veröffentlichen, die Blog-Artikel sind sehr tief usw. usf., das kann ich aber nur machen, weil ich skalierfähig bin. Wenn ich 80% meiner Zeit Coaching machen müsste, um meine Miete zu bezahlen, dann hätte ich natürlich auch überhaupt nicht die Zeit, so viel Content zu produzieren. Der Content ist ja auch da, dass ich den Leuten helfen möchte, die vielleicht noch nicht das Geld dafür haben, ein 1-on-1-Coaching bei mir zu machen, es ist natürlich auch schon ein bisschen hochpreisiger. Und ich möchte auch den Leuten helfen, die da noch hinkommen müssen, sich so etwas leisten zu können, und das mache ich natürlich auch mit diesen vielen Educating-Content, wo du wirklich etwas davon hast, was dich wirklich weiterbringt. #00:35:48#

I: Ja, was ich ganz cool fand, du schreibst auch, wer dich kopieren will, soll dich als Coach buchen, damit würde man viele Fettnäpfchen und viel Lehrgeld vermeiden. Das ist ja auch so ein bisschen der Sinn und Zweck von den Online-Business-Experten, weil ich auch für mich selbst erkannt habe: Man kann es alleine, man kann hustlen, wie man will, und man kann vielleicht auch denken, dass man es besser weiß, und Erfolg auch vielleicht haben, aber es ist aus meiner Perspektive immer erst einmal besser, wenn man sich Leute sucht, die das, was man konkret vorhat, auch schon einmal auch getan haben, und sich von denen beraten lässt. #00:36:28#

B: Ja, also warum ich das geschrieben habe: Ich veröffentliche sehr, sehr großzügig und sehr detailliert, was ich eigentlich genau mache, und da fragen mich manche Leute schon: "Sag' mal, Melanie, hast du nicht Angst, dass man dich kopiert oder dass man das klaut oder so etwas?" Und dann sage ich mir immer: Wissen und Weisheit sind wirklich zwei große Unterschiede. Bloß, weil du etwas weißt, heißt das noch lange nicht, dass du das in vernünftigem Maße anwendest, also das ist der Unterschied zwischen Weisheit. Weisheit ist angewandtes Wissen. Ich sage auch z.B.: Wenn du weißt, wie eine Maschine von außen aussieht, dann hast du immer noch keine Ahnung, wie die Mechanik drinnen aussieht. Und die meisten Maschinen sind ja smart, weil sie drinnen smart arbeiten, und nicht, weil sie außen fancy aussehen. Und wenn man jetzt z.B. auf meine Webseite guckt und mein Angebot sieht und man glaubt: Ah, super, so hat das die Melanie gemacht, jetzt weiß ich, wie man Productized Service macht. Dann sage ich: "Falsch gefehlt, jetzt wirst du wahrscheinlich wahnsinnig viele Fehler machen, weil du nämlich glaubst, zu wissen, wie die Maschine funktioniert, bloß weil du sie von außen gesehen hast." Da gibt es nämlich sehr, sehr viel zu beachten, was du so per Reverse Engineering - das kriegst du gar nicht so hin. #00:37:44#

I: Und letztendlich ist ja auch nicht besonders partnerschaftlich an der Stelle, also wer dein Geheimnis hat, und darauf würde ich jetzt gleich im Folgenden auch noch ein bisschen versuchen, das herauszuarbeiten, was dein persönliches Geheimnis ist, ich finde, das kann man an der Stelle auch schon honorieren, indem man dann auch deine Leistung in Anspruch nimmt. Ich würde ganz gerne so ein bisschen weg von dem Online-Business-Thema, vielleicht nicht so wirklich, aber eher so in die Richtung des Persönlichen: Du führst ja dein Unternehmen "Business mit Struktur" auch als ein transparentes Unternehmen, wie du schreibst. Das heißt, du veröffentlichst ja bis auf den Cent genau, wie viel du umgesetzt hast und alle möglichen Kennzahlen, du bist also wirklich sehr, sehr transparent. Als ich das das erste Mal gesehen habe, ist mir die Kinnlade erst einmal heruntergefallen. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum, aber irgendwie fand ich das wirklich toll, das zu sehen. Und dann habe ich mich gefragt: Steckt da vielleicht ein konkreter Wunsch dahinter, den du quasi an die Geschäftswelt hast, und welcher wäre das? #00:38:55#

B: Ja, also ich sehe mich schon wirklich schon als Vorreiter im Sinne davon, dass ich auch anderen zeigen möchte, dass es geht. Und meine Werte z.B.: Was ich eigentlich nicht vertrete, ist, was man manchmal im Internet ein bisschen sieht mit den Online-Kursen, wenn es um Online-Business oder so etwas geht, wo jemand dann sagt, wie schnell das bei ihm gegangen ist, wie schnell er erfolgreich geworden ist. Was mir oftmals klar ist: Wenn man selbst etwas gelernt hat oder wenn man selbst etwas hingekriegt hat, dann vergisst man eigentlich manchmal, wie lang der Weg doch war. Also wenn man irgendwie eine Eingebung hat, ist das auf einmal total klar und total einfach für jemanden, wenn man etwas gelernt hat. Für mich ein Productized zu entwickeln, ist total einfach, jetzt. Aber der Weg dorthin, bis diese Gedanken einfach gereift sind, das hat wirklich ganz lange gedauert. Und die erste Sache, die ich eigentlich sagen möchte, ist: Wir sind alle auf unserem Weg, und ich möchte, dass unsere Zielgruppe oder unsere Kunden, mit denen wir arbeiten, die sollen sich nicht schlecht fühlen, denn ein Business aufzubauen, wo dann eine Nuance ist: "Du bist noch nicht erfolgreich, du machst etwas falsch. Du musst einfach nur meinen Kurs kaufen und dann bist du genauso erfolgreich wie ich", das ist einfach nicht mein Style. Die zweite Sache, die ich einfach sagen möchte, ist, dass Umsatz allein nicht das Nonplusultra an Unternehmenserfolg ist. Ich kenne natürlich, weil ich sehr viele Unternehmen auch coache, kann ich da ganz knallhart reingucken, und ich sehe Unternehmen, die mit mir arbeiten, die machen eine Million Umsatz, aber die haben massive Probleme, wo ich jetzt schon sehe: Naja, in fünf Jahren bist du wahrscheinlich platt, weil da eine andere Kennzahl fehlt, so etwas wie z.B., sagen wir einmal so, Substanz. #00:41:04#

I: Ja, klar, was dann von dem Umsatz nachher auch übrigbleibt, nicht? #00:41:09#

B: Ja. Und ich möchte auch einfach - das ist dieses Transparenzversprechen, was ich bei mir auf meiner Webseite habe, das hat viele verschiedene Sachen. Ich möchte erst einmal, dass meine Kunden sich nicht schlecht fühlen, ich möchte auch selbst zeigen, dass ich selbst auf meinem Weg bin und ich selbst noch ganz viel zu lernen habe. Ich glaube nämlich, wenn man sich so darstellt, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen und alles ist perfekt, dann ist man auch wahnsinnig angreifbar. Denn niemand ist perfekt und gerade, wenn man dann eine kleine Delle sieht, dann stürzen sich die Leute da darauf, weil man vorher eher so einen arroganten Touch hatte, und ich möchte eigentlich schon sagen: Pass auf, wir sind hier alle auf der Reise und ich finde es total genial, wenn du mir Feedback gibst und sagst: "Du, Melanie, das war jetzt aber nicht so hilfreich", oder "schau' mal da, da fehlt noch etwas, das wäre ziemlich cool, wenn das noch kommen würde, das würde mir helfen", und dann können wir uns alle gemeinsam entwickeln. Genau, also das sind - Ich möchte einfach die Leute mit auf meine Reise nehmen und dadurch inspirieren und das auch ehrlich und authentisch, nicht mit einem Heiligenschein. #00:42:22#

I: Das gelingt dir auf jeden Fall. #00:42:23#

B: Danke schön. #00:42:24#

I: Ja, oder mit dem Lamborghini in der Garage. Das ist mir auch aufgefallen auf deiner Webseite. Letztendlich, der Podcast, weswegen ich da auch so in diese Richtung gehe, dient auch dem Ziel, dass der Zuhörer ein bisschen Vertrauen aufbaut, ein bisschen Motivation kennenlernt, und das ist mir bei deinem Angebot ist mir das ganz stark aufgefallen, dass du jetzt auf relativ - also ich könnte jetzt eigentlich keinen einzigen benennen, aber du verzichtest ja so gut wie auf jeden mentalen Anker, also sprich, so dieses Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen: "Hey du musst jetzt reagieren, da läuft irgendeine Stoppuhr rückwärts", oder "nur noch so lange, dann gibt es das Angebot nie wieder", das sind alles Sachen, die findet man im Prinzip bei dir auf der Seite überhaupt gar nicht. Obwohl man sie natürlich so in dem Online-Business-Marketing-Buch, was manche vielleicht glauben, im Schrank stehen zu haben, durchaus immer wieder findet, das finde ich persönlich sehr angenehm. #00:43:30#

B: Ja, danke. Ich habe da selbst einmal eine ganz schlechte negative Erfahrung gemacht, wo ich etwas bei einem Business-Coach gekauft habe, und ich habe danach so eine Kauf-Reue gehabt, weil ich mich da wirklich "gepressured" gefühlt habe, dieses Angebot zu kaufen, und er hat es dann auch geschafft, das war so ein Amerikaner. Diese ganzen Emotionen, die er da - Ich bin auch ein Mensch! Ich habe Emotionen und irgendwie habe ich auch meine Schwächen. Und wenn du damit spielst, dann kriegst du mich vielleicht, und dann kaufe ich, weil ich mich so schlecht fühle und unbedingt deine acht Tipps haben will, damit ich genauso erfolgreich bin wie du. Aber ich habe gemerkt, wie schlecht das Gefühl danach ist, und ich möchte nicht, dass meine Kunden sich schlecht fühlen. Es gibt auch Angebote, bei denen wir sagen: "Pass auf, das gibt es nur jetzt", aber das hat eine natürliche Scarcity, eine Masterclass zum Beispiel, wo es wirklich darum geht, dass ich live dabei bin. Das ist kein Evergreen-Angebot und da musst du dich einfach jetzt entscheiden oder nicht. Das sind so Angebote, die haben eine ganz natürliche Scarcity, und diese Anker funktionieren auch, aber ich möchte das nicht wie schwarze Magie benutzen, das muss schon auch alles Hand und Fuß haben, und wenn du mich live sehen willst und live die Fragen stellen willst, dann musst du dich jetzt auch für dieses Angebot entscheiden, ansonsten geht das einfach nicht mehr. Aber die ganzen Evergreen-Sachen, die du wirklich jederzeit kaufen kannst, warum soll ich da irgendwelche Fake-Uhren einbauen, die da ablaufen, das wäre einfach nicht ehrlich. #00:45:11#

I: Ja, das finde ich sehr gut. Wie lange hat es gedauert, bis du mit deinem Weg, wie du ihn jetzt auch heute hast, die ersten Erfolge hattest? Also du hast vorhin gesagt, zwei Jahre hat es ungefähr gedauert, und du bist immer noch auf dem Weg, aber wo würdest du sagen, ab welchem Zeitpunkt hat es sich abgezeichnet, dass das, was du tust, funktioniert? #00:45:32#

B: Das hat sich ganz früh abgezeichnet, weil ich nämlich mit meinem Angebot - also ich habe jetzt nicht zwei Jahre im Keller gesessen und da herumgebastelt, sondern ich habe von Anfang an Geld damit verdient, und das versuche ich auch meinen Kunden immer beizubringen: Du darfst nicht einfach sechs bis zwölf Monate im Keller verschwinden, das funktioniert heute nicht mehr, weil du das Feedback von den Kunden brauchst. Und wenn du Interessenten hast, die einfach nur sagen, "Ja, finde ich gut", wenn du denen das kostenlos gibst, dann kann das vielleicht ein Feedback sein, aber das kannst du gar nicht so ernst nehmen. Wenn du merkst, die Leute kaufen das oder nicht, dann weißt du wirklich, ob es funktioniert. Das heißt, ich habe, glaube ich, als ich die ganze "Business-mit-Struktur"-Methode aufgebaut hatte, hatte ich erst ein einziges Kuchenstück, das war das Thema Angebote, es geht um dieses skalierfähiges Angebot, und da hatte ich nur ein einziges Arbeitsbuch, es gab keine Videos, es gab keine Extra-Ressourcen, es gab nur dieses eine Arbeitsbuch. Und mit diesem Arbeitsbuch habe ich einen Kunden gefunden, der mir das Vertrauen geschenkt hat, und ich habe mit ihm 6000 Euro Umsatz gemacht. Und das möchte ich einfach immer wieder sagen: Du musst eine Klarheit über dein Konzept haben. Das Konzept muss noch nicht vollständig - Deshalb machen wir eigentlich Coaching-Arbeit, was wir machen, ist ja Konzeption. Du musst einen klaren Plan haben, was du versuchst, da zu erschaffen, und dann musst du aber auch, wenn das noch nicht alles implementiert ist, so früh wie möglich das verkaufen. Nur dann weißt du, ob das wirklich funktioniert. Das heißt, ich kann wirklich sagen: Ja, meine ganze Methode, die ist auch wirklich richtig groß mit diesen zwölf Kuchenstücken, deswegen hat das so lange gedauert, zwei Jahre, bis das alles fertig war, weil ich das auch hardcore an den Kunden getestet habe, ich habe das wirklich "tested and approved". #00:47:23#

I: Ist das also im Prinzip die Legitimation? #00:47:26#

B: Genau. Also da gab es auch verschiedene - das ist auch eine Sache, die Leute gucken sich jetzt meine Webseite an und denken, dass ist das, was sie jetzt kreieren, aber das ist viel zu groß, das hat ja so lange gedauert, bis es zu diesem Punkt gekommen ist, wie es jetzt ist. Und das ist nämlich auch so eine Sache, warum du das nicht einfach kopieren kannst: Weil du, wenn du mich von Anfang an gekannt hast, dann die Evolution miterlebt hast. Aber wenn du mich jetzt erst kennenlernst, dann hast du die Evolutionsschritte nicht gesehen, das heißt, wenn du jetzt versuchst, es einfach zu machen, dann wirst du wahrscheinlich auf die Nase fallen, weil es viel zu groß ist. Du musst die Meilensteine vernünftig planen, denn das, was wir jetzt haben, hatte ich so vor zwei Jahren nicht, das war ein anderes Paket, das hat sich natürlich total entwickelt. #00:48:13#

I: Das finde ich super spannend, denn da stecken unheimlich viele Dinge darin, die so auch als normale Lebensweisheiten durchgehen würden, wie z.B., dass sich die Dinge langsam entwickeln, auch im Online-Business, wo im Internet eigentlich alles super schnell geht irgendwie, müssen sich Dinge über einen längeren Zeitraum erst einmal entwickeln. Es ist nicht sofort möglich, die ultimative Lösung bereitzustellen, deswegen gibt es so Ansätze wie das MVP. Das finde ich sehr cool, da spiegelt sich sehr viel wider. Du schreibst, ich weiß gar nicht, ob das Facebook war, irgendwo, dass du eine Hardcore-Selbstweiterbilderin bist. Woher kommt diese unbändige Neugier? #00:48:59#

B: Weiß ich nicht, also jeder hat ja, glaube ich, irgendwie so seinen eigenen Lebensweg, und ich habe für mich erkannt, mir macht es unendlich viel Spaß, neue Dinge zu lernen. Am Anfang hatte ich damit ein riesen Problem, weil ich "all over the place" war, also ich hatte keinen Fokus. Das sieht man ja heute auch noch sehr viel: "Hey, ich habe ein neues Projekt, hey, ich habe ein neues Projekt!" Und das sagt mir eigentlich schon, dass du noch nicht so richtig auf dem Pfad bist, denn Projekte haben ein Anfang und ein Ende, Projekte sind keine Firmen. #00:49:36#

I: Das stimmt. #00:49:36#

B: Also ich habe eine Firma und ich hoffe einmal, dass die nicht so einfach ein Ende hat, und das hat natürlich eine Weile gedauert, bis ich, ich habe viel ausprobiert, "Business mit Struktur" für mich so gefunden habe. Und jetzt kann ich mich wahnsinnig stark weiterbilden und das, was ich alles gemacht habe, und bringe das quasi alles in diese "Brand" mit herein, das hat eine Weile gedauert. #00:49:58#

I: Wo versagt denn deine Neugier? Also mit welchen Themen kannst du so gar nichts anfangen? #00:50:08#

B: Ja, also CSS und HTML. Da zum Beispiel. #00:50:21#

I: Aha, okay. Da werden also die Augen glasig. #00:50:24#

B: Ja, genau. Nein, keine Ahnung, vielleicht kriege ich das noch einmal hin oder so, aber was ich z.B. auch Jahre lang nicht mochte, war das ganze Thema Finanzen, bis mein Unternehmen immer größer geworden ist und ich war nicht - jetzt bin ich an einem Punkt, da bin ich nicht nur für mich verantwortlich. Es gibt Leute, die auf mich bauen, die vertrauen darauf, dass sie durch mit ihre Miete bezahlen können, und diese Herausforderung habe ich einfach angenommen, um da auch wirklich dieses Leadership leben zu können, muss ich da Verantwortung übernehmen und meine Zahlen gut kennen und gut steuern können. Das war für mich eine kleine Reise, die ein bisschen schmerzhaft auch war, aber es hat sich gelohnt, diese Themen auch anzugehen, weil ich einfach die Verantwortung tragen möchte und auch muss. #00:51:16#

I: Ja, finde ich sehr spannend. Ich würde ganz kurz trotzdem noch einmal, verzeihe es mir bitte, zum Thema HTML und CSS zurückkehren, denn ich habe auch immer so eine Section mit Beobachtungen. Und eine der Beobachtungen, die ich gemacht habe, war, dass du dich ja schon, gerade wenn du dich so mit Excel beschäftigst, neulich hast du auch einmal auf Facebook - du merkst schon, bei mir muss man echt vorsichtig sein - einen Coding-Kurs für Frauen beispielsweise geteilt. Und da ist bei mir so die Frage entstanden, da du ja eher mit dem Schwerpunkt Marketing studiert hast: Hast du es nachher bereut, nicht Informatik studiert zu haben? Das scheint dir jetzt doch zu liegen irgendwie. #00:52:02#

B: Ja, die Sache ist die: Manchmal ist es einfach blöd, von anderen Leuten abhängig zu sein. Ich bin nicht der Meinung, ich muss alles selbst können, aber im Falle des Falles finde ich es dann doch schon einmal gut, wenn ich selbst heran kann an das Problem. Und wenn es um meine Webseite geht, kann ich das im Moment gar nicht. Ich habe irgendetwas gedrückt und auf einmal geht nichts mehr, und dann stehe ich da wie - "Ich habe das Internet gelöscht!" Einfach jemanden zu finden, ich habe im Moment keinen Tekkie in meinem Business, also wer Interesse hat, soll sich gerne bei mir melden. Das ist ein bisschen blöd, dass ich da komplett abhängig bin von jemandem, der technisch "aversierter" ist als ich. #00:52:58#

I: Das wird auch auf jeden Fall noch in die Showdowns aufgenommen. #00:53:01#

B: "Aversierter", war das das richtige Wort? #00:53:02#

I: Technisch affin, vielleicht. #00:53:05#

B: Affin, ja, genau, das war das richtige Wort. #00:53:11#

I: Genau, eine weitere Beobachtung, die ich gemacht habe: Du bist für mich persönlich eine gestandene Geschäftsfrau, mit allen Wassern gewaschen, und trotzdem fragst du immer sehr offen nach Hilfe für, ich sage einmal, "Kleinigkeiten" wie SVERWEIS, Excel. Jeder, der den SVERWEIS bei Excel kennt, der weiß, dass es keine Kleinigkeit ist, aber ist das vielleicht genau dein Geheimrezept, warum die Sachen dann bei dir auch so gut funktionieren? #00:53:44#

B: Mein Geheimrezept, also ich habe dir ja, glaube ich, am Anfang der Folge gesagt, dass mein derzeitiges Lieblingsbuch "Letting Go" ist, von Dr. Richard Hawkins. Und da habe ich etwas ganz Geiles gelesen, und zwar redet er dort über die Emotion Stolz. Und wenn du stolz auf etwas bist, bist du dir eigentlich noch nicht genau sicher, dass das wirklich so ist, und deswegen verteidigst du es ganz stark. Mir ist dann aufgefallen, am Anfang meines Businesses, da war ich auch noch wirklich sehr unsicher und hatte diesen Stolz, und habe dann richtig gemerkt, dass es doch viel Kritik auch ausgelöst hat, also diese - da will ich auch einmal einen Blog-Artikel darüber schreiben - andere Sicht auf Hater. Und zwar habe ich da dann schon ein paar Hater angezogen oder Leute, die dann mir sagen wollten: "Du bist doch nicht so toll, wie du denkst, Melanie." Und dann habe ich gemerkt, zuerst fand ich die dann total doof, warum machen die das, das hat mich dann schon verletzt, weil mir mein Business auch immer sehr viel bedeutet hat, und dann habe ich dieses Buch gelesen und habe gemerkt: Es ist eigentlich egal, was die da machen oder nicht, aber letztendlich liegt es an meinem Stolz, den ich habe. Und dann habe ich da so ein bisschen daran gearbeitet und dadurch ist es auch alles gekommen, dass ich nicht zeigen will, dass ich alles weiß und ich fehlerfrei bin. Da habe ich dann gemerkt, die Leute sind viel hilfsbereiter, viel gnädiger mit einem, weil man sich gar nicht von vornherein so darstellt, als dass ich die tollste, erfolgreichste Unternehmerin bin. Das war für mich ein totales Learning, dass wenn du sehr viele Hater anziehst, sagt man ja manchmal da draußen: Hey, wenn du Hater anziehst, dann bist du erfolgreich, aber ich würde sagen, wenn du Hater anziehst, dann bist du eigentlich stolz, also Pride. Das ist eigentlich eine destruktive Emotion, und da habe ich jetzt gemerkt, je weniger ich diesen Pride, diesen Stolz habe, umso angenehmer wird es eigentlich, umso liebevoller sind die Leute, die ich anziehe. #00:55:54#

I: Ich finde das ultra spannend, denn Stolz als Sache an sich ist ja erst einmal nicht negativ konnotiert, sondern positiv durchaus in der Gesellschaft, auf etwas stolz sein, etwas erreicht zu haben. Dass aber genau dieser Stolz es ist, der am Ende diese negativen Schwingungen mitbringt, das finde ich einen sehr spannenden Gedanken. Also ich schreibe auch zu jeder Podcast-Folge nachher dann eine Zusammenfassung, da ist auf jeden Fall immer dann eine Liste mit Learnings darin, und da würde ich es auf jeden Fall mit reinnehmen, denn ich finde das einen sehr spannenden Gedanken. #00:56:31#

B: Naja, es heißt ja nicht umsonst: "Pride comes before the fall", da ist schon etwas dran. Und er beschreibt zum Beispiel in diesem Buch auch, was eine höhere Emotion wäre anstatt des Stolzes, und zwar einfach die Liebe zu etwas, der Spaß zu etwas. Ich mache das nicht, weil ich stolz bin und das alles so toll ist, sondern ich mache das einfach, weil ich das liebe und mir das Spaß macht. Und wenn du diese Emotionen ausdrückst, dann kommen auch viel weniger Hater. #00:57:00#

I: Sehr spannend. Wir kommen langsam zum Ende dieser Podcast-Episode. Ich habe noch zwei letzte Fragen. Auf der einen Seite habe ich gelesen, dass du nicht nur jetzt eine Masterclass veröffentlichst, über die ich dich bitten würde, gleich noch etwas zu erzählen, sondern du schreibst auch ein Buch. Worum geht es genau und wann kommt es raus? #00:57:27#

B: Also das ist das erste Buch, was ich schreibe und mir macht der Prozess total Spaß, ich gehe einmal davon aus, wenn ich 80% damit fertig bin und es dann um die Kleinigkeiten geht, dann will ich meinen Computer aus dem Fenster schmeißen oder so, aber im Moment macht es noch wahnsinnig viel Spaß. Es geht eigentlich darum, auch in unseren Online-Kursen sagen wir: Es gibt drei Grundsysteme, was wir Tagesgeschäft nennen. Und wir wollen ein Unternehmen aufbauen, wie du aus dem Tagesgeschäft kommst. Diese drei Systeme sind die Lieferung der Leistung, also der Kunde hat etwas gekauft und jetzt kriegt er die Leistung, das ist das erste System, aus dem du versuchst, herauszukommen, deswegen braucht es auch einen Productized Service, denn wenn du das nicht hast, dann wird es ganz schwer, da herauszukommen. Das zweite System ist die Lead-Konvertierung, also im Sinne von: Wie wird aus einem Interessenten ein Kunde? Bist du der einzige, der Kunden gewinnen kann, oder kannst du auch Kunden gewinnen, ohne dass du in dem Prozess dabei bist? Und das dritte System ist die Lead-Generierung: Also wie kommen eigentlich die Leute in deine Welt, kannst das nur du machen? Also hier zum Beispiel im Podcast, da bin ich jetzt nicht unbedingt ersetzbar, weil ich schon hier sein muss, aber mein Business basiert nicht nur auf dieser Form der Lead-Generierung, sondern es hat noch andere Systeme, wie Leads generiert werden, ohne dass ich dabei sein muss. Und dieses Buch geht genau darum, wie du diese drei Systeme aufbauen musst, damit du da herauskommst. Also es wird ein sehr, sehr Hands-on-Buch sein, wo du nach dem Buch genau weißt, was du zu tun hast. Also nicht irgendwie nur konzeptionell und "lalala", jetzt habe ich ein bisschen geredet, sondern es geht wirklich so: Okay, wie mache ich das? Das sind die Hebel, die du hast. Ich habe mir vorgenommen, bis zum Ende des Jahres das Buch fertig zu schreiben, ich habe ja noch nicht so viele Erfahrungen im Buch-Veröffentlichen, aber ich gehe einmal davon aus, es braucht mindestens noch ein halbes Jahr, bis es vom fertigen Skript käuflich zu erhalten ist, also gehen wir einmal davon aus, dass es in Q3 oder Q4 2021 ist. #00:59:16#

I: Bei deiner Masterclass geht es ja, glaube ich, auch um die Nine-to-Five-Falle, nicht? #00:59:21#

B: Also die Masterclass - ich launche jetzt gerade, die fängt am 25. an, die Masterclass heißt "Entwickle einen Productized Service", und hier geht es wirklich ganz knallhart darum, wie du das erste System, Lieferung der Leistung, aufbaust, dass du da wieder herauskommst. Das ist das Fundament, und die meisten Dienstleister, mit denen wir arbeiten, haben noch nicht einmal ein Angebot, und da müssen wir als erstes ansetzen. Die Masterclass ist für die Leute, die eigentlich noch genau an diesem Anfangsstadium sind, denn im 1-on-1-Coaching machen wir dann noch ganz andere Sachen, wo es dann wirklich darum geht zu skalieren. Und die Masterclass "Entwickle einen Productized Service" ist genau für die Leute da, die erst einmal ein Angebot schaffen müssen. #01:00:06#

I: Okay, verstehe, sehr interessant, vielen Dank. Allerletzte Frage, das muss ich auf jeden Fall noch fragen, denn ich habe dazu nichts gefunden, ich habe es gegoogelt, aber es war nicht von Erfolg gekrönt: Was ist der Crushing-Chaos-Club? #01:00:23#

B: Der Crushing-Chaos-Club ist eigentlich ein Kunden-Newsletter, der ist exklusiv für die Kunden, also wenn du bei uns in irgendeiner Form irgendetwas gekauft hast, dann bist du automatisch - es ist ein fancy Name für einen Kunden-Newsletter, wo ich dir regelmäßig Impulse eines kleinen Prozesses gebe, den du implementieren kannst, und das dauert weniger als vier Stunden. Also weil die Leute immer etwas sehr Konkretes in der Hand brauchen, und dann sage ich denen quasi regelmäßig: "Diesen kleinen Prozess, bitte jetzt einmal vier Stunden freinehmen, den Nachmittag, und jetzt diesen Prozess implementieren, dass du da nie wieder drin bist", weil die meisten Unternehmer sind busy, busy, busy, und deswegen muss man denen das in so kleinen Häppchen geben, dass sie sich Schritt für Schritt ersetzbar machen können. #01:00:59#

I: Ja, würdest du folgenden Spruch unterschreiben, dass busy the new stupid ist? #01:01:05#

B: Ja, ich würde jetzt, weil ich nicht so gerne negative Gefühle verbreite, nicht unbedingt stupid sagen, aber es ist auf jeden Fall nicht der ideale Weg, busy, busy, busy zu sein. #01:01:18#

I: Okay. Gut, ich überlege mir ein anderes Wort für stupid und das drucke ich mir dann auf ein T-Shirt dann. Melanie, damit sind wir eigentlich im Prinzip auch am Ende dieser Podcast-Episode angekommen. Wir haben sehr viel gesprochen über Productized Services, die Zeit-gegen-Geld-Falle bei Dienstleistern, wie Dienstleister ihr Angebot aufsetzen sollten, dass der allererste Schritt beim Bau dieser Wasserleitung, das Bild, das du da bemüht hast, quasi ist, ein abgestecktes standardisiertes Angebot erst einmal zu erdenken, dass dieser Prozess nicht von heute auf morgen funktioniert, sondern durchaus auch eine ganze Zeit lang dauern kann, dass es aber trotzdem auf diesem Weg dann relativ schnell möglich ist, auch unter anderem durch deine Hilfe dann, schon die ersten Erfolge im Dienstleistertagesgeschäft zu sehen und zu bekommen. Und ich glaube, wenn Dienstleister das jetzt hier hören an der Stelle, ihnen das auf jeden Fall schon viel Mehrwert gegeben hat. Vielen Dank dafür und dann bliebe mir fast nichts anderes zu sagen, als dir noch einen schönen Abend zu wünschen und eine schöne restliche Woche. #01:02:35#

B: Wünsche ich dir auch, Stefan, vielen Dank! #01:02:38#

Zusatz:

B: Klingt vielleicht ein bisschen langweilig, aber achte von Anfang an auf deine Finanzen, das ist mein Learning. Also wirklich, wenn du - Ich habe eine Zeit lang auf einem Deficit gearbeitet, das war ziemlich scheiße. Wenn man das ein bisschen smarter macht, dann kommt man viel schneller voran, also Finanzen im Blick zu haben. Die meisten Unternehmer sind ja Experten in ihrem Feld, und das Thema Finanzen ärgert sie total, also damit wollen sie nichts zu tun haben, das macht der Steuerberater. Und das kann ich jetzt wirklich nicht mehr empfehlen, rückblickend. Da die Verantwortung übernehmen und das nicht auslagern an Steuerberater, das musst du als Unternehmer wirklich selbst können, und du kommst viel schneller voran, wenn du deine Zahlen wirklich im Blick hast. Denn Unternehmertum ist wie: Du sitzt wie in einem Auto, und wenn du deine Zahlen nicht anguckst, hast du eigentlich eine Augenbinde um und fährst blind. Also Management bei Kontoauszug ist nicht ideal, besonders nicht für das skalierende Unternehmen. Also da einmal eine GUV und Einnahmenüberschussrechnung vernünftig lesen zu können, ist schon wichtig.