OBEP04: Die Entdeckung der 8 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

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OBEP04: Die Entdeckung der 7 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

Tach,

so mancher unkomplizierte Zeitgenosse fragt sich, ob das Licht im Kühlschrank eigentlich eingeschaltet bleibt, wenn die Tür zu ist.
 
Nein, bleibt es nicht. Im Kühlschrank ist es dunkel, wenn die Tür geschlossen ist. Wozu sollte es auch eingeschaltet bleiben? Damit das Gemüse keine Angst im Dunkeln hat?
 
Es gibt allerdings einen Kühlschrank, bei dem ist das Licht immer an. Egal, ob dessen Zugänge offen oder geschlossen sind. Ich rede vom größten Kühlschrank der Welt. Nein, dass wird kein Rainer Calmund Witz. Ich meine natürlich den Large Hadron Collider LHC am CERN.
 
Der LHC ist nicht nur der größte Kühlschrank, weil für seinen Betrieb diverse Magnete auf wahrhaft frostige Temperaturen gekühlt werden müssen. Er ist auch ein Teilchenbeschleuniger zur Erforschung der Grundelemente von Materie. Auch Elementarteilchen genannt.
 
Während Wissenschaftler bei dieser lapidaren Beschreibung sich womöglich angewidert wegdrehen, reicht mir das als komplizierte Einleitung zu dieser Solo Episode meines Podcasts.
 
Auch ich beschäftige mich in dieser Episode mit der Erforschung der Elementarteilchen aber aus Perspektive eines erfolgreichen Online Business.
 
Ich hatte zwar eigentlich ein ganz anderes Thema vor, aber das war nach der 1. Aufnahme so langweilig, dass unser Kater Kiwi frustriert sein Frühstück erbrochen hat. Da musste ich also nochmal ran. Also nachdem ich aufgeräumt hatte.
 
Daher möchte ich hier nun nach den ersten drei Interviews ein kleines Resumé ziehen und die Grundelemente eines erfolgreichen Online Business rausarbeiten. Hier nun auch zum nachlesen und auswendig lernen:
 
1. Testen, Testen, Testen
2. Nie ohne Zielgruppe
3. Bootstraping und MVP
4. Mehrwert liefer, viel Mehrwert
5. Reziprozität
6. AM Unternehmen statt im Unternehmen
7. Konkrete Problemlösunge bereitstellen
 
Garniert werden die Ausführungen durch 10 spannende (ja, wirklich!) Fakten aus meinem Leben, damit ihr mich etwas besser kennenlernt.
 
Ich wünsche dir viel Spaß bei dieser Folge!
 

Bleib gesund!

Dein Stefan

PS. Unten findest du zu jeder Episode auch das vollständige Transkript.

OBEP04: Die Entdeckung der 8 Elementarteilchen eines erfolgreichen Online Business!

S: Ich habe immer noch das Gefühl, mich nicht richtig bei euch vorgestellt zu haben. Deswegen will ich das hier mit zehn Fakten aus meinem Leben jetzt nachholen. Fakt Nummer 1: Ich hasse Kleinkram, das heißt, ich brauche Shampoo-Flaschen, Packungen, Tüten, überall, wo noch ein kleiner Rest drin ist, brauche ich nicht richtig auf. Mich nervt das einfach, lieber breche ich eine volle Packung an. Das treibt natürlich meine Frau in den Wahnsinn. [00:26]

Fakt Nummer 2: Ich wurde im Gymnasium ziemlich gemobbt. Und bevor ich die Schule wegen meiner schlechten Noten verließ, habe ich dem Obermobber volle Kartoffel eins auf die empfindliche Nase gegeben. Ach, was hat das schön geblutet. [00:40]

Fakt Nummer 3: Ich bin in Köln geboren, ich lebe in Köln und ich liebe Köln. Doch den Karneval kann ich nicht ausstehen. Meistens flüchten meine Frau und ich an Karneval aus der Stadt. Das weiteste Ziel ist da gerade gut genug, 2020, vor Corona, war es Japan. [00:57]

Fakt Nummer 4: Ich bin über zehn Jahre mit meinem Vater zu den Kölner Haien zum Eishockey gegangen, kann mich aber keine zehn Sekunden auf dem Eis aufrecht halten. [01:06]

Fakt Nummer 5: Es hat 38 Lebensjahre gedauert, bis ich das erste Haustier bekommen habe. Seit Mai haben wir einen Kater namens Kiwi. Richtig gehört, eine Katze namens Kiwi, nicht andersherum, keine Kiwi namens Katze. Obwohl das pflegeleichter wäre. By the way: Im Blog Post zu dieser Episode ist auch ein Foto von Kiwi. Katzenbilder und Internet soll sich ja irgendwie gut vertragen. [01:29]

Fakt Nummer 6: Corona hat bei mir dazu geführt, dass meine Sozialphobie noch größer geworden ist, selbst mittlere Menschenansammlungen finde ich mittlerweile echt ätzend. [01:40]

Fakt Nummer 7: Hätte ich meine Frau Tanja nicht kennengelernt, würde ich wahrscheinlich immer noch zu Hause hocken, total verpickelt, World of Warcraft spielen und einfach nur zocken. [01:50]

Fakt Nummer 8: Ich mache echt richtig gute Pizza, ehrlich, ohne Mist, sie ist echt gut! [01:56]

Fakt Nummer 9: Einmal pro Jahr suche ich mir den beschissensten Tag im Jahr aus, der möglichst kalt und möglichst verregnet sein soll, um dann in den Zoo zu gehen und die Gehege quasi für mich allein zu haben. Meistens klappt das nicht, denn am Eingang warten ganz früh morgens dann trotzdem drei komplette Kindergärten auf Einlass. [02:15]

Fakt Nummer 10: Ich bin ziemlich strukturiert, was aber nicht heißt, dass ich auch ziemlich ordentlich bin. Ich bitte, das nicht zu verwechseln. [02:24]

So, nachdem wir diese essenziellen, wichtigen Themen geklärt haben, können wir ja eigentlich mit dem Thema loslegen, aber was war das Thema gleich noch?
Das Thema ist, dass in den Interviews, die ich führe, bestimmte Grundsätze eines Online Business immer wieder durchscheinen, entweder ganz klar ausgesprochen oder irgendwie zwischen den Zeilen. Und ich wollte mir jetzt einfach einmal die Mühe machen und habe diese Grundsätze, acht an der Zahl, hier in diesem Podcast einmal aufgelistet, und sage dann zu jedem dieser einzelnen Punkte dann noch etwas.
Los geht's. [03:01]

Grundsatz Nummer 1: In einem Online Business muss man testen, testen, testen. Was heißt das konkret? Das heißt konkret, dass der erste Entwurf einer Webseite niemals der beste ist, sondern man muss optimieren. Wenn die ersten User darauf gegangen sind, dann schaut man, was funktioniert und was nicht funktioniert. Da können zum Beispiel A- und B-Tests eine gute Möglichkeit sein, d. h. ein Modul, ein Schriftzug, eine Box, wo sich Leute anmelden sollen, wird in verschiedenen Variationen auf der Webseite ausgespielt, und die Variation, die am meisten Anklang findet, wird dann vorgeschlagen als Optimierung für die Webseite. Testen bezieht sich aber natürlich nicht nur auf die Webseite, sondern auch auf das Produkt, indem man unter anderem eine Umfrage gestaltet oder vielleicht auch einen kleinen Selbsttest oder ein Quiz zu dem Thema, auf die dann die Leute antworten können. Wichtig beim Testen ist, dass man Feedback von seiner Zielgruppe bekommt. Doch es gibt da ein Problem: Wenn man 10.000 Menschen fragen würde zu seinem Produkt, zu seiner Webseite, zu egal, welchem Thema, bekäme man auch 10.000 Meinungen. Doch nicht jede Meinung, die man bekommt, ist auch Grund dafür, sein komplettes Produkt-Design beispielsweise zu überdenken. Denn nur, weil jemand eine Meinung hat, heißt das nicht, dass derjenige auch Expertise in dem jeweiligen Thema hat und sich auskennt. Deswegen ist immer abzuwägen, ob die Resultate, die ihr beim Testen bekommt, euch tatsächlich dazu veranlassen sollten, euer Produkt oder eure Webseite oder was auch immer zu überdenken. Es hängt nämlich immer davon ab, wer tatsächlich diese Meinung äußert und was für einen Hintergrund diese Person hat. Ich gebe ein Beispiel: Nur, weil jemand Facebook-Werbung total kacke findet, heißt das nicht, dass er jemals selbst Facebook-Werbung geschaltet hat. Nur weil jemand euer Buch total doof findet, heißt das nicht, dass er erstens sich im Thema auskennt und zweitens überhaupt auf diese Art von Büchern steht. Also die Person und ihr Hintergrund sind für ihre Meinung für euch einzusortieren extrem wichtig. Und trotzdem bleibt - der Erfolg, heißt der Weg im Online Business, ist, seine Produkte immer wieder zu testen, zu testen, zu testen. Und wie gesagt, das bezieht sich nicht nur auf Produkte, sondern im Prinzip auf alles. Auf die Webseite, auf eure Newsletter, auf Affiliate-Links, die ihr gesetzt habt. Egal, auf was, testet, testet, testet. [05:35]

Punkt Nummer 2: Arbeite niemals ohne deine Zielgruppe. Es hilft dir gar nichts, wenn du in den Keller gehst und dort zwei Jahre lang verschwindest, dass dich deine Familie womöglich als vermisst meldet, und du dann nach zwei Jahren wiederkehrst und ein Produkt in den Händen hältst, was am Ende keinen wirklich interessiert, weil du innerhalb dieses Prozesses, innerhalb dieser zwei Jahre niemanden wirklich gefragt hast, ob das, was du da baust, überhaupt jemand braucht, überhaupt jemand gut findet, versteht. Und deswegen ist es super wichtig, nicht nur zu testen, wie wir es in Punkt 1 hatten, sondern auch möglichst früh den Kontakt zu deiner Zielgruppe aufzubauen.
Aber wo ist denn deine Zielgruppe? Das hängt natürlich so ein bisschen von deinem Produkt ab oder von deiner Idee. Allerdings ist der Weg zur Zielgruppe doch wesentlich kürzer, als die meisten für möglich halten. Gucken wir uns die sozialen Netzwerke an, Facebook beispielsweise, gucken wir uns Instagram an. Solltest du z.B. ein neues Produkt, einen neuen speziellen Grill, mit dem die Grillwürstchen noch besser werden, designen gerade, dann ist das jetzt vielleicht nicht unbedingt ein Online Business, aber du solltest dann den Kontakt zu Leuten suchen, die auf Instagram jetzt neulich ihre Bratwurst gepostet habe, denn das scheinen ja Leute zu sein, die gerne grillen. Vielleicht könntest du im Park einfach auch einmal Leute ansprechen, die gerade grillen, und fragen, was sie denn an ihrem derzeitigen Grill wirklich gut finden und was nicht so sehr. Der Weg zur Zielgruppe ist meistens nicht so lang, wie man ihn für möglich hält oder wie man befürchtet, dass er es sein könnte. Dafür muss man keine professionelle Marktforschung tun, sondern sich nur vielleicht innerlich ein bisschen überwinden, auf Menschen konkret zuzugehen und sie anzusprechen, mit ihnen über deine Idee zu sprechen, und womöglich auch zu kassieren, dass sie davon nicht besonders begeistert sind. Aber das ist nicht schlimm, denn womöglich kannst du ihr Feedback verwenden, um das Produkt besser zu machen. [07:35]

Wenn es um die Produktentwicklung geht, im Online Business, dann gibt es zwei Ansätze, die ich hier gerne an Punkt 3 wiedergeben würde. Auch die sind in Interviews immer wieder durchgeklungen und sie nennen sich: Bootstrapping und der MVP-Ansatz.
Bootstrapping bedeutet, dass man mit dem minimalsten Produkt, was man sich irgendwie vorstellen kann, also das heißt, ein Produkt, was das elementarste Problem des Kunden löst, aber viel mehr auch nicht, an den Start geht, und dann mit dem hoffentlich dadurch entstehenden Cashflow, also Einnahmen, die man generiert, dann das Produkt immer weiter aufbaut. Nichts anderes hat ein Bill Gates getan, als er in seiner Garage saß und dort die ersten PCs zusammengebaut hat. Bei Steve Jobs war es an der Stelle genauso. Sie haben immer mit dem Minimum, was ihnen zur Verfügung stand, angefangen, und haben dann auf Basis des Erfolges ihres Produktes immer weiter quasi hinzugefügt und das Produkt vervollständigt. Der MVP-Ansatz oder auch der Minimal-Viable-Product-Ansatz funktioniert ähnlich bzw. beschreibt eigentlich genau das Gleiche, dass man auch hier mit einem Minimalprodukt erst einmal testet, ob es überhaupt am Markt richtig gut ankommt, und dann sukzessive immer weiter Produkt-Features ergänzt, um quasi den kompletten Bedarf des Kunden abzudecken. [09:07]

Punkt Nummer 4 gehört dem Mehrwert. Mehrwert, das hört man im Internet häufiger: "Du musst Mehrwert liefern, und zwar viel Mehrwert, grandiosen Mehrwert!" Ich habe mich da immer gefragt: Was denn zur Hölle ist denn Mehrwert überhaupt? Und ist der Mehrwert, den ich für mich selbst als solchen definieren würde, auch etwas, was du persönlich als Mehrwert siehst?
Und da ist die Krux: Etwas, was für mich Mehrwert hat, hat für dich vielleicht gar keinen Mehrwert und andersherum. Aber wie sollst du nun entscheiden, was du an Mehrwert liefern kannst, deinen Kunden? Was dahintersteckt, ist eigentlich ganz einfach: Letztendlich gibt es im Internet alles umsonst, es ist einfach so. Jede Information kann letztendlich kostenfrei irgendwo bezogen werden. Auch Inhalte, die in Online-Kursen vermittelt werden, sind meistens auf die eine oder andere Art und Weise, aggregiert oder nicht aggregiert, als Information kostenfrei im Netz erhältlich.
Mehrwert kann man dabei definieren als etwas, was dich in deiner Problemlösung zu einem x-beliebigen Problem einen Schritt vorwärtsbringt. Zum Beispiel: Du möchtest neuen Rasen aussähen in deinem Vorgarten, und suchst jetzt einen Ratgeber, erstens wie man das jetzt konkret macht, und zweitens was die besten Rasensorten dafür sind. Du hast also ein konkretes Problem. Mehrwert wäre jetzt hier, dass du eine Anleitung findest, in der jemand beschreibt, wie man ganz korrekt den Rasen aussäht und welche Rasensorten man in welcher Jahreszeit für welches Klima ganz konkret nutzen sollte. Das wäre Mehrwert an der Stelle. Das bringt mich allerdings zu einer interessanten Frage: Wie entscheide ich denn jetzt, was ich kostenfrei rausgebe an Mehrwert in meinem Produkt, und was ich mir bezahlen lasse? Denn letztendlich könnte ich ja auch eigentlich alles kostenfrei veröffentlichen, nur dann habe ich davon ja auch in meinem Produkt Cashflow-technisch, Umsatz-technisch nicht so viel. Das ist eine sehr interessante Frage, und letztendlich gibt es eine konkrete Antwort darauf:
Du gibst nämlich alles kostenfrei raus, tatsächlich alles. Die Frage ist nur, wie gehst du ins Detail? Denn nur weil du eine Anleitung schreibst, wie man seinen Rasen im Vorgarten bestellt, heißt das noch lange nicht, dass das jemand hinbekommt. Je mehr du mit deinem Mehrwert ins Detail gehst, je mehr du in die Frage "Wie mache ich das denn?", gehst, desto höher ist der Mehrwert am Ende, den das Ganze für deine Kunden hat, und desto eher kannst du auch entscheiden, dass du genau diese Inhalte, die exakt von A bis Z vorgeben, wie er sein Problem löst, dass diese dann die Bezahl-Inhalte sind. Das Wie auf der obersten Ebene, also z.B.: "Du gehst in den Baumarkt, kaufst die und die Rasensorte, du brauchst die und die Geräte, du sollst das in dieser und dieser Jahreszeit machen, und achte bitte darauf, dass du X-, Y-Punkte noch bei dem Vertikutieren deines Rasens beachtest", so etwas kann man kostenfrei herausgeben und gibt auch schon einmal Hinweise und eine wertvolle Hilfe. Aber wenn es dann wirklich ins Detail geht, Detail-Fragen aufkommen, dann sind das immer kostenpflichtige Inhalte. [12:26]

Punkt Nummer 5, auch etwas, was in den Gesprächen immer wieder herauskommt, ist die sogenannte Reziprozität. "Oh Gott, was ist das denn?", denkt man sich jetzt. Es ist eigentlich ganz einfach. Dahinter steckt der Gedanke: Wer gibt, dem wird gegeben. Ein kleines Beispiel: Ich war vor einiger Zeit einmal in einer Sporttherapie und der dortige Trainer, als er mich gerade massierte, erklärte mir, dass er gerade ein tolles Buch von Bodo Schäfer gelesen hätte, in dem stand, dass man spenden müsste, damit man sehr viel Geld bekommt. Und ich habe das nicht verstanden, ich habe ihn mehrfach gefragt. Ich habe nicht verstanden, warum man Geld ausgeben muss, damit man Geld bekommt. Da wäre es doch logischer, Geld zu behalten, um Geld zu haben, egal. Auf jeden Fall habe ich es zu dem Zeitpunkt nicht verstanden, mir ist es erst später klargeworden, von was er konkret da gesprochen hat, und zwar ist es genau dieses Reziprozitäre: Man gibt, um am Kreislauf des Lebens, Wirtschaftskreislauf zu partizipieren, um dann in der Hoffnung zu sein, dass man auch entsprechend Geld zurückbekommt, weil auch andere geben, und das fließt einem dann wieder zu. Es klingt so ein bisschen spirituell, muss man ehrlicherweise zugeben, und verlangt auch eine gewisse Form von Vertrauen, aber es gibt tatsächlich Kreise, die sagen: Du musst schon größere Beträge, mindestens vier- bis fünfstellig im Jahr spenden, damit das Kapital dann auch in irgendeiner Art von Form über deine Bemühungen dann zu dir zurückfließt.
Man kann das ein bisschen reduzieren für das Online Business. Es ist immer besser, Vertrauen aufzubauen, und das gelingt, indem man erst einmal gibt. Also Vertrauen z.B. gibt, oder Informationen gibt, oder Hilfestellungen gibt, ohne etwas dafür zu erwarten, aber immer mit dem Hintergedanken, dass irgendwann diese - man kann es auch Karmapunkte nennen - dass irgendwann dieses Karma, irgendwann dieses Geben schon irgendwann zu einem zurückkehren wird. Das ist mit diesem Punkt gemeint. [14:43]

Punkt Nummer 6, der immer wieder rausgekommen ist, ganz besonders in dem Interview mit Melanie Retzlaff, war, dass es das oberste Ziel sein sollte, nicht im Unternehmen zu arbeiten, sondern am Unternehmen. Da das einen wesentlich höheren Wirkungsgrad hat, oder deine Arbeit damit einen wesentlich höheren Wirkungsgrad hat, als wenn du dich in deinem Unternehmen aufreibst. Also auch hier ein Beispiel: Nehmen wir an, du bietest einen Service an, um E-Books zu formatieren. Dann kannst du natürlich den lieben langen Tag E-Books formatieren und das funktioniert vielleicht ganz gut, aber letztendlich hast du den gleichen Stress, als wenn du Nine to Five zum Job gehen würdest und dort die Aufgaben bearbeitest, nur dass du im Job dann sagen kannst nach 17 Uhr: "So, ich gehe jetzt nach Hause." Mit dem eigenen Business, wo du derjenige bist, der ständig die E-Books formatieren muss, kannst du das nicht, denn vielleicht hat der Kunde noch Sonderwünsche oder die Deadline rückt schon wieder näher als sie eigentlich sollte, und es muss ganz dringend abgegeben werden, das fertige Format etc. pp. Letztendlich baust du dir als Unternehmer, der du im Unternehmen arbeitest statt am Unternehmen, eine Art eigenes goldenes Hamsterrad, wenn es gut läuft. Und genau das soll nicht. Das ist einer der Grundsätze im Online Business, dass man immer am Unternehmen arbeitet. Also am Beispiel, dass man sich Gedanken macht: Wer kann denn, wenn ich einmal nicht kann, die E-Books formatieren? Kann ich es auslagern? Muss ich es vielleicht so dokumentieren, dass diese Arbeit jeder ausführen kann? Genau das ist der Kern. Ich arbeite am Unternehmen, ich automatisiere, ich hole mir Leute rein, die ich dafür beauftragen kann, vielleicht geht meine Marge ein bisschen runter, aber zumindest verschaffe ich mir die Zeit, an den Themen zu arbeiten, die wirklich wichtig sind, und zwar an der Maschine, an diesem Unternehmen, das am Ende für mich arbeiten soll. [16:40]

Punkt Nummer 7 ist die konkrete Problemlösung. Es geht immer um Probleme, die gelöst werden müssen. Auch hier wieder ein kleines Beispiel: Ich war einmal auf einer Messe unterwegs, es war eine Karrieremesse, wir waren mit der Firma an unserem Stand und haben potenzielle Bewerber angesprochen. Ganz am Ende dieser Veranstaltung kam ein etwas älterer Herr zu uns und sprach aber mit uns nicht über unsere verfügbaren Stellen und die Job-Profile, sondern versuchte, uns sein Produkt zu verkaufen, und zwar einen Buchständer. Vielleicht kennt ihr das, die gibt es manchmal aus Holz, gerade so in Kirchen, wo dann die Bibel aufgeklappt darauf liegt. Und er hatte so ein Ding entwickelt, aus Plastik bzw. ich glaube, es war sogar aus Pappe, was man sehr variabel verschieben konnte und jede Menge Bücher darauf bauen konnte. Gut, wir waren interessiert an diesem Herrn und fragten uns natürlich, was das jetzt konkret sei, was er uns denn da anbieten wollen würde, und er zeigte uns Bilder, zeigte, wie er drei, vier, fünf Jahre an diesem Ding entwickelt hat, zeigte uns seinen Lagerbestand, wie viel tausend Exemplare er hatte, nur es änderte alles nichts. Er war auf einer Karrieremesse, er sprach mit IT-lern von einem IT-Unternehmen, dem er versuchte, sein Produkt zu verkaufen, was eigentlich komplett am Bedarf dieser Menschen, mit denen er sprach, vorbei war, denn erstens waren die Bücher, die wir hatten, nicht so groß, dass wir dafür einen Buchständer bräuchten, zweitens bräuchten wir generell keinen Buchständer, selbst wenn wir so große, dicke Bücher hätten, und drittens: Wer benutzt heute schon noch Buchständer zu Hause, um da ein riesiges dickes Buch daraufzustellen, und wer hat noch so große Bücher, wofür man so einen Buchständer bräuchte? Diverse Gründe, warum er komplett zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Deswegen sage ich: Ich gebe dieses Beispiel jetzt hier an der Stelle, um einfach noch einmal zu vermitteln, es geht um eine konkrete Problemlösung. Er hat ein Problem erkannt, womöglich, dass die Leute zu wenig Buchständer haben oder dass das Halten von schweren Büchern zu schwer ist. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob er tatsächlich einfach nur diesen Buchständer entwickeln wollte, um ihn dann zu verkaufen, oder ob er tatsächlich an einer konkreten Problemstellung dieses Produkt entwickelt hat. Und wenn man das an einer konkreten Problemstellung entwickelt, dann hat man doch sicherlich auch eine Zielgruppe, die man dazu ansprechen kann, die aber wahrscheinlich nicht auf einer Karrieremesse unterwegs ist. Egal, ich denke, der Punkt ist klargeworden. Es geht im Internet immer um konkrete Problemlösungen, und dafür kann man beispielsweise auch Google befragen. Es gibt Webseiten - wird in den Showdowns verlinkt - die listen auf, welche Fragen Google gestellt werden. Also z.B.: Mir fallen ständig die Bilder von der Wand, was tun? So, und da kann man sein Produkt jetzt entwickeln. Entweder ist es ein physisches Produkt, mit dem man wesentlich besser seine Bilder an der Wand befestigen kann, oder es ist eine Anleitung, wie man Hammer und Nagel adäquat benutzt. [19:58]

Und da sind wir auch schon am letzten Punkt dieser Auflistung, Punkt Nummer 8: Denkt nicht ans Geld. Nein, im Ernst: Hör auf, ans Geld zu denken. Das ist ein Punkt, der mir persönlich auch sehr schwerfällt. Das ist aber auch okay, weil uns gerade bestimmte Experten im Internet immer wieder glauben machen wollen, dass es unheimlich einfach ist, im Internet Geld zu verdienen. Und es gibt auch viele Bilder von Lamborghinis und dicken Uhren, gerade auch im Network-Marketing tolle Traumstrände und die Leute leben in Saus und Braus, und man gewinnt den Eindruck: "Boah, das will ich auch, geil, das kann doch eigentlich gar nicht so schwer sein. Wenn die das können, kriege ich das auch hin." So, aber das ist schon einmal der erste Punkt. Wer mit der Motivation in ein Online Business, ein eigenes Unternehmen geht, "Ich will damit möglichst viel Geld verdienen", startet bereits mit einer gewissen Toxi[zi]tät. Was ich damit sagen will, ist: Wer nur das Ziel hat, Geld zu verdienen, der kann auch in seinem Job bleiben, denn da kriegt er ja Geld. Es geht aber bei einem Online Business um viel mehr, nicht nur darum, dass man Geld verdienen will, auch dass man viel und schnelles Geld verdienen will, ist im Online Business in den meisten Fällen nicht der Fall. Es dauert mindestens zwei bis drei Jahre, bis tatsächlich vernünftige Umsätze erwirtschaftet werden, mit denen man dann tatsächlich auch seine Träume und sein Leben so leben kann, wie man sich das vorstellt. Wenn man das aber tut, mit dem ersten und alleinigen Ziel, genau diese Beträge zu erwirtschaften, wird diese Motivation so oder so nicht lange halten. Und darum geht es aber, deswegen ist es so wichtig, im Internet sein eigenes Warum zu finden, um die Motivation aufrecht zu halten, diesen langen Weg von zwei bis drei Jahren überhaupt gehen zu können. Versteh mich bitte nicht falsch: Ein Online Business ist kein karitativer Verein, es geht natürlich darum, dass man auch mit dem, was man da tut, Geld verdient und Umsätze erwirtschaftet, denn sonst können Unternehmen nicht existieren, ohne dass Geld reinkommt. Aber es darf eben nicht die erste Motivation sein. Die erste Motivation muss immer sein, dass man den Menschen helfen möchte, so blöd und abgedroschen das auch klingt. Der erste Gedanke ist: Ich möchte ein Problem meiner Zielgruppe lösen. Meine Motivation mit den Online Business Experten ist es beispielsweise, mehr Menschen zu ermöglichen, den Weg aus einem frustrierenden Nine-to-Five-Job in ein freiheitsverschaffendes Online Business zu finden. Das ist meine persönliche Motivation. Ich stelle mir Kunden vor, die ich später einmal haben werden, denen ich klar erkläre, von A bis Z, ohne Risiko, ohne finanzielle Einschränkungen, wie sie ein Online Business aufbauen können, und die Leute kommen plötzlich aus ihrer Frustration heraus, sehen wieder Licht am Ende des Tunnels, freuen sich des Lebens und gehen in eine wirklich hell scheinende Zukunft mit ihrem Online Business, und können sich im Prinzip gar nicht mehr vorstellen, warum sie all die Jahre hinter ihrem Schreibtisch so geklemmt haben. Das ist mein Zielaspekt, das möchte ich erreich. Und da spielt natürlich Geld nachher eine Rolle, aber so, wie es Sebastian Krämer in einem der zukünftigen Interviews sagen wird: "Geld ist, wenn man das Warum gefunden hat, nur ein Abfallprodukt." [23:12]

Das sind die acht Grundwerte eines Online Business, so wie ich es ja aus den letzten Interviews herauskristallisiert habe. Ich freue mich sehr auf die weiteren Interviews und hoffe, dass sie euch auch entsprechende Einsichten in ein Online Business geben, euch unterstützen, und dass ihr Menschen findet, die euch zeigen können, wie ihr das, was ihr womöglich dann jetzt bald vorhabt, auch tatsächlich umsetzen könnt. [23:36]

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OBEP05: Sebastian Krämer’s Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business

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OBEP05: Sebastian Krämer’s Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business!

Shownotes zur Episode

Sei gegrüßt,

oft höre ich folgenden Satz: „Heute ist doch jeder Coach!“.

Was dieser Satz meint, ist, dass es ein Überangebot an Menschen gibt, die anderen Menschen etwas beibringen (zum Beispiel: Wie erstelle ich einen Online-Kurs? Wie werde ich glücklich?) oder sie von etwas befreien (zum Beispiel: Flugangst, Höhenangst, Angst vor der Angst).

Diese Aussage macht den Eindruck, als gäbe es bereits zu viele Coaches in der Welt. Außerdem impliziert sie, dass mit steigender Anzahl von Coaches notwendigerweise die Qualität ihrer Dienstleistung sinkt.

Ganz besonders, wenn man darüber spricht eine sehr persönliche Beziehung zwischen Coach und Coachee automatisieren zu wollen. Einem automatsierten Online Coaching Business haftet daher schon etwas Verbotenes an.

Um ehrlich zu sein, war ich lange der gleichen Meinung. Deswegen wollte ich nie ein Coach sein. Schließlich gab es ja schon genug davon, oder?

Das ist leider ein Denkfehler. Wenn wir zunächst nur mal von der Sache ausgehen, sind Coaches Menschen, die anderen Menschen helfen wollen. 
 
Jetzt meine Frage: Kann es wirklich zu viel Menschen geben, die helfen wollen?
 
Ich denke nicht. Es gibt eher noch zu wenige!
 
Es gibt allerdings zwei Eigenschaften, die Coaches voneinander unterscheiden.
 
Das ist einerseits ihre persönliche Motivation für das Coaching Business.
 
Sebastian spricht hier gerne von dem ‚ehrenwerten‘ Coach. Das heißt, die Motivation liegt nicht im unermesslichen Reichtum über Nacht (das ist sowieso unwahrscheinlich), sondern darin für und mit Menschen zu arbeiten und ihre Probleme zu lösen. Das Interesse am Menschen steht im Vordergrund.
 
Andererseits, ist es der Grad an Wirksamkeit des Coaches.
 
Das hängt oft davon ab, wie lange ein Coach schon in einem bestimmten Nischenmarkt unterwegs ist. Je besser er seinen Markt, seine Kunden und deren Probleme kennt, desto besser kann er ihnen auch Hilfestellung geben.
 
Und wie passt nun der Aspekt der Automatisierung hier rein?
 
Automatisierung meint nichts anderes, als die konsequente Nutzung heutiger technischer Möglichkeiten.

Hier haben viele Coaches erheblichen Nachholbedarf, wie auch die Corona Krise gezeigt hat. Die Technik erlaubt es außerdem dem Coach sein Geschäft stärker nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Zum Beispiel, wenn eher 1:1 Coachings oder Gruppen-Coachings bevorzugt werden.
 
In diesem Interview verrät Sebastian, wie er sein Coaching Business automatisert hat und schon tausenden seiner Klienten weitergeholfen hat. Denn letztendlich, so Sebastians Überzeugung, ist bei einem ehrenwerten & wahrhaftigem, wirksamen Coaching Geld nur noch ein Abfallprodukt des eigenen Tuns.
 

Viel Spaß bei dieser Episode!

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP05: Sebastian Krämer's Blaupause für ein automatisiertes Online Coaching Business

I=Stefan
B=Sebastian

I: Heute bei mir zu Gast: Sebastian Krämer. Hallo, ich grüße dich sehr, ich habe mich sehr auf das Interview gefreut. Herzlich willkommen in meinem Podcast! #00:00:08#

B: Ja, hi Stefan. Vielen Dank, ich freue mich auch. #00:00:12#

I: Ich habe wieder einmal - die Hörer kennen das mittlerweile schon, ich bereite immer extrem viele Fragen vor. Das ist natürlich bei dir jetzt auch keine Ausnahme, aber diejenigen, die den Podcast schon ein bisschen kennen, die wissen auch, dass ich immer erst einmal damit starte, meinen Podcast-Gast kurz vorzustellen. Und damit würde ich auch hier an der Stelle kurz beginnen und würde dich erst einmal dem Zuhörer vorstellen. So, und dazu gehe ich dann immer ein bisschen in die Vergangenheit, gucke auf der Webseite, was ich an Informationen finde. Manche finden das unheimlich, aber ich finde das eigentlich okay. #00:00:50#

B: Nein, mach mal, gerne. #00:00:53#

I: Also: Wer ist denn eigentlich Sebastian Krämer? Sebastian Krämer, das habe ich mir hier aufgeschrieben, dass letztendlich dein Werdegang damit begonnen hat, dass du tatsächlich eigentlich unschön selbst eine massive Angststörung und Panikattacken und handfeste körperliche Symptome dieser Dinge entwickelt hast, ich glaube, damit fing dein Werdegang letztendlich in dieser Richtung an. Und du hast dann begonnen, dich damit sehr stark auseinander zu setzen und hast es natürlich auch irgendwann geschafft. Was heißt natürlich? Du hast es glücklicherweise geschafft, das Ganze auch zu überwinden, und dann stand der Wunsch bei dir, auch natürlich anderen Menschen, die diese Probleme haben, zu helfen. Und so wurde aus dir ein handfester Life-Coach. Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende; als nächsten Schritt hast du einen Verlag gegründet, hast ein Buch geschrieben, was sogar ein Bestseller wurde, und hast da ein sehr erfolgreiches Business im Prinzip aufgebaut, wo du Menschen bei der Überwindung von Angststörungen und Panikattacken weiterhilfst. Jetzt gehst du, wenn ich das richtig verstanden habe, korrigiere mich bitte immer gerne, den nächsten logischen Schritt, und zwar, dass du sagst: Ich habe mir jetzt hier ein bis zu 90% automatisiertes Online-Coaching-Business aufgebaut mit genau diesem Thema, das kann ich auch für andere Bereiche machen, und hast ein neues Projekt jetzt ins Leben gerufen, das sich da nennt: Forbettercoaches. So, und hier zeigst du Coaches, wie sie ihr Coaching-Business automatisieren können. Das ist der letzte Stand, damit bist du jetzt letztendlich hier auch zu Gast. Bevor wir allerdings in die ersten Fragen reinstarten, habe ich hier mein kleines Spielchen, ich nenne das Blitzlicht, das ist ein bisschen zum Auflockern für uns beide auch, denn ich bin natürlich auch immer bei diesen Interviews ein bisschen nervös. Und das sind fünf einfache Fragen, bei denen ich dich bitten würde, die einfach aus dem Bauch zu beantworten, es ist nichts Schweres, das gibt mir und auch den Zuhörern ein bisschen die Gelegenheit, sich ein bisschen kennenzulernen. Ich würde einfach mit der ersten Frage einmal starten. #00:03:24#

B: Ich bin gespannt. #00:03:26#

I: Ganz schnell aus dem Bauch heraus: Letztes besuchtes Land, als es noch ging? #00:03:32#

B: Spanien. #00:03:33#

I: Spanien, okay. Camping oder Luxus Retreat? #00:03:38#

B: Camping. #00:03:40#

I: Aha, okay, cool. Wann lagst du das letzte Mal vor Lachen auf dem Boden? #00:03:45#

B: Gestern, als ich mit meinen Kindern gespielt habe. #00:03:51#

I: Okay. Auf der Autobahn: Linke Spur oder rechte Spur? #00:03:57#

B: Rechte Spur. #00:04:00#

I: Rechte Spur, okay. Und die letzte Frage: Vanille oder Schoko? #00:04:05#

B: Vanille. Das war ja einfach. #00:04:08#

I: Das war ja einfach, ja, sage ich ja auch immer, da braucht man gar keine Angst vor zu haben, es ist trivial. Aber jetzt haben wir dich schon einmal ein bisschen kennengelernt. Genau, jetzt steige ich dann letztendlich in die beruflichen Fragen ein, und da würde mich natürlich als allererstes, auch für die Zuhörer, erst einmal brennend interessieren: Was ist denn überhaupt ein automatisiertes Online-Coaching-Business, wenn du das vielleicht erklären kannst? #00:04:38#

B: Ja, erst einmal danke für die Vorstellung, also ich fand es jetzt gar nicht so unheimlich, um ehrlich zu sein. Das hast du ganz gut recherchiert. Ja, ich sage einmal, Online-Coaching-Business, der Begriff sagt es ja schon ein bisschen, fangen wir beim Coaching an. Das ist ein bisschen ein Synonym geworden für Beratung aller Art. Ob man da jetzt immer Coach - Coaching definiert sich ja, soweit ich weiß, eher dadurch, dass man den Coachee eben Antworten geben lässt und eher mit Fragen usw. arbeitet, ich bin da selbst immer ein bisschen ungeduldig und sage schon einmal auch selbst oder gebe selbst schon einmal den einen oder anderen Hinweis. Darum ist Coaching eher so ein Sammelbegriff für Beratung aller Art und online ist ja klar, 1:1-Coaching, Online-Kurse, all die Leistungen, die eben ein Coach so erbringen kann, können online erbracht werden, und auch die Kunden-Akquise, also dieser Verkaufsprozess, das funktioniert online, und man sollte das Ganze dann auch nicht nur als Hobby, sondern eben als Business, als Unternehmen begreifen, so setzt sich eben der Begriff Online-Coaching-Business zusammen. #00:05:52#

I: Verstehe. Jetzt steht da ja noch etwas davor, und zwar dieses Automatisierte. Und du schreibst es auf deiner Webseite, aber ich würde dich trotzdem gerne noch einmal fragen: Wie stark lässt sich denn aus deiner Perspektive so ein Business automatisieren? #00:06:08#

B: Ja, das lässt sich in weiten Teilen automatisieren. Es kommt immer ein bisschen auch darauf an, inwiefern man die Dienstleistung oder Produkte dann auch anbieten möchte, also wenn man jetzt viel 1:1-Coaching machen möchte oder überhaupt 1:1 coachen möchte, da ist man dann natürlich vor Ort, beziehungsweise eben vor dem Laptop und arbeitet mit seinen Coachees, mit seinen Klienten gemeinsam, aber man kann vieles auch automatisiert anbieten. Es liegt auch daran, wie weit man Dienstleistung persönlich anbieten möchte, im Fall von 1:1-Coachings muss ich eben persönlich anwesend sein, ich kann aber auch viel über Online-Kurse machen, über Membership-Produkte, Gruppen zusammenführen, die gemeinsam an ihren Zielen, an ihrem Problem arbeiten oder an der Lösung ihrer Probleme. Aber ich kann viel auch in der Dienstleistungserbringung automatisieren und auch komplett diesen Kundengewinnungsprozess, nämlich z.B. durch Werbung oder eben auch über die Google-Suche, YouTube usw. dafür sorge, dass potenzielle Kunden auf meine Webseite gelangen. So kann ich dann auch dafür sorgen, dass diese potenziellen Kunden davon überzeugt werden, mit mir zusammenzuarbeiten. Und das Ganze kann eben automatisiert erfolgen, beispielsweise, indem man anfängt, einen E-Mail-Kurs anzubieten, ein E-Mail-Coaching, so nenne ich das, in dem automatisiert E-Mails mit wertvollen Inhalten an potenzielle Interessenten ausgespielt werden und man auch sein Angebot bewerben kann, und da übernehmen dann die Webseiten, sogenannte Landingpages, die Arbeit, und das Ganze funktioniert eben voll automatisiert. Natürlich muss man da immer ein bisschen eingreifen in Sachen Support, also den wird es immer irgendwo geben. Das könnte man auch outsourcen oder eben auch minimieren, indem man gute FAQs durch die Erfahrung dann erstellt, nach und nach verbessert. Aber im Prinzip kann man wirklich so ziemlich alles automatisieren, man muss da natürlich immer einmal wieder kontrollieren, ob alles noch so funktioniert, sich Kennzahlen anschauen, versuchen, das Ganze zu optimieren. Aber im Prinzip kann da sehr, sehr viel automatisiert werden. #00:08:35#

I: Bei dem Thema Automatisierung ist mir sofort eine Frage in den Kopf gekommen, und zwar: Was sind denn aus deiner Perspektive - also über die positiven Aspekte haben wir jetzt schon gerade etwas gehört von dir, was sind denn so die Nachteile einer Automatisierung eines solchen Businesses? #00:08:53#

B: Ja, die Nachteile von so einer Automatisierung sind vor allem in der Ausspielung der Dienstleistung. Also wenn wir jetzt einmal annehmen, wir erstellen einen Online-Kurs und haben einen - wir haben ja verschiedene Leute, die diese Kurse machen oder die diese Probleme haben. Und man muss diesen Menschen ja auch verschiedene Lösungsmöglichkeiten anbieten. So kann das Ganze auch in dem Bereich, in dem ich das mache, also als Life-Coach vor allen Dingen - Wie du richtig gesagt hast, kümmere ich mich ja darum, Menschen mit übermäßigen Ängsten zu helfen. Dass das Ganze relativ umfangreich ist, um die unterschiedlichen Persönlichkeiten und die unterschiedlichen Probleme, die dahinterstecken können, auch zu berücksichtigen. Und das ist dann nicht ganz so einfach bzw. dann kann es ganz schön umfangreich werden, und da hat man dann den Nachteil, dass die einzelnen Inhalte ja nicht für Jeden gleichermaßen hilfreich sind, sondern für den einen mehr, für den anderen weniger, während die nächste Lektion wieder für den anderen mehr geeignet ist. Das ist schon ein Problem der Automatisierung im Angebot letzten Endes. #00:10:07#

I: Verstehe. Jetzt hast du gesagt, die Zielgruppe, die Kunden oder die Klienten sind natürlich alle verschieden, ich wiederhole es noch einmal, die sind alle verschieden, und wenn du ein etwas generalistischeres Angebot hast, kann es sein, dass bestimmte Dinge eher passen oder auch weniger passen, habe ich soweit verstanden. Würdest du denn sagen, dass man jedes "Coaching-Business" in dieser Art und Weise automatisieren kann? Also ich habe hier jetzt drei Beispiele aufgeschrieben, das sind: Hochzeitsplanerin, Tanzlehrer, Tauchlehrer. #00:10:51#

B: Ja, zumindest, wie gesagt, wir stoßen wahrscheinlich in verschiedenen Bereichen an unsere Grenzen, was jetzt die Produktauslieferung bzw. die Dienstleistungserbringung angeht. Eine Hochzeitsplanerin kann wahrscheinlich auch viel automatisch machen, aber muss mehr auf individuelle Wünsche eingehen als wahrscheinlich in anderen Bereichen, muss vielleicht auch vor Ort, ich kenne mich nicht so aus im Bereich Hochzeitsplanung, aber muss wahrscheinlich auch vor Ort auch einmal schauen, wie funktioniert das Ganze, muss auch einmal zum Telefonhörer greifen, die verschiedenen Leute wie Sänger, DJ, Fotografen usw. zusammenzubringen. Da gibt es dann wahrscheinlich individuelle Wünsche, wobei man sicherlich Pakete anbieten kann, in denen man vielleicht durch so einen Fragenkatalog leitet, schon viel vorwegnehmen kann und viele Lösungsmöglichkeiten dann irgendwann automatisiert hat. Da braucht man natürlich Erfahrung dafür, welche Fragen ich stellen muss, um die verschiedenen Kundentypen differenzieren zu können. Beim Tanzlehrer allerdings kann ich schon - das liegt jetzt wahrscheinlich auch daran, ob man jetzt Paartanz macht oder ob das irgendein Hip-Hop-Tanz oder so etwas ist, aber da kann ich wunderbar einen Videokurs aufnehmen und den Leuten zeigen, wie die einzelnen Tanzschritte sind. Ich habe selbst, ich bin nicht so der große Tänzer, um ehrlich zu sein, aber ich habe einmal von meiner Mutter mit meiner Partnerin so einen Discofox-Kurs geschenkt bekommen, also einen Paartanz. Wir hätten uns fast getrennt, um ehrlich zu sein. Aber was geholfen hätte, wäre, glaube ich, wenn wir in der Zwischenzeit für die Woche tatsächlich so eine Art Video oder einen Videokurs hätten, wo wir die einzelnen Tanzschritte noch einmal sehen können, weil unser Problem war, dass wir nach diesem Abend nach Hause gekommen sind, am nächsten Tag keinen Bock hatten und dann auch nicht und dann auch nicht. Und dann aber an dem Tag oder einen Tag bevor der Tanzkurs wieder anstand wollten wir auch nicht wie Idioten dastehen, und da wäre es echt hilfreich gewesen, so etwas als Video noch einmal sehen zu können. Wir haben das vor Ort gemacht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man gerade so etwas wie Tanzlehrer - das gibt es ja auch schon, Online-Coaches, die Tanzen lehren - kann man wunderbar auch im Internet machen. Die Akzeptanz für solche Dinge wird wahrscheinlich mehr und mehr steigen, gerade auch jetzt mit Corona. Was war das dritte Beispiel? #00:13:28#

I: Tauchlehrer. #00:13:30#

B: Tauchlehrer, ja zumindest die Information, die im Vorfeld - also man muss ja auch einiges wissen, wie man taucht, was ist wichtig, wie taucht man wieder auf, damit man nicht zu Schaden kommt, all diese Informationen, die man jedem angehenden Tauchschüler mitgeben muss, so etwas kann online erfolgen. Das Tauchen an sich ist dann wahrscheinlich unter Wasser ein bisschen schwierig, aber wenn man eine Einführung gemacht hat, um dann weiterhin am Ball zu bleiben oder sich in Erinnerung zu rufen, wie funktioniert das noch einmal, weil dann doch schon manchmal ein paar Monate zwischen den Tauchgängen dann vergehen, da halte ich das für eine tolle Ergänzung zumindest. Und wie gesagt, von der Akquise her, vom Kundengewinnungsprozess kann das alles 100% automatisiert werden. #00:14:25#

I: Ja, ich glaube, das ist auch ein wichtiger Punkt. Um das noch einmal so herauszukristallisieren: Was du im Prinzip hier sagst, ist, dass dieser Stichpunkt "online" ja letztendlich etwas ist, was unterstützend wirkt, also alles, was man irgendwie an Informationen asynchron, also nicht live, vermitteln muss, sondern wo es egal ist, wann derjenige dann vor dem Rechner sitzt oder sich einen Kurs anguckt, das kann man dann machen online, über Videos, über Texte, PDFs, irgendwelche Masterclasses. Und was auch sehr gut automatisiert werden kann, ist der Akquiseprozess. Das heißt aber nicht notwendigerweise - das war auch so eine Frage, die ich im Kopf hatte: Verliert das Coaching nicht seinen Sinn, wenn man versucht, es zu automatisieren? Aber so, wie du es jetzt gerade beschrieben hast, ist es ja tatsächlich eine Unterstützung und nutzt einfach die Möglichkeiten, die es an der Stelle gibt. Es höhlt ja den Sinn eines Coachings so in der Form gar nicht aus, sondern ergänzt ihn ja sogar noch. #00:15:33#

B: Vielfach wird der Sinn ergänzt, aber wie gesagt: Man kann auch Online-Coaching statt normalem Coaching in vielen Bereichen eben auch anbieten, da muss man ein bisschen - Es führt oftmals dazu, dass die Videokurse und was es da alles gibt etwas umfangreicher sind, weil eben die unterschiedlichen Typen berücksichtigt werden müssen, aber was auch ein großer Vorteil ist, ist eben, dass es Inhalte, die ich - bleiben wir beim Tauchschüler - das sind immer die gleichen Inhalte, die ich den Leuten erzählen muss, die ich dann auswendig da irgendwie runterleiere, und gerade solche immer wiederkehrende Inhalte, die quasi jeder mitbekommen muss, dann in Videoform automatisiert ausliefern zu können hat den großen Vorteil, dass die Qualität natürlich auch dementsprechend gut ist. Ich kann jetzt das Video zwanzig Mal aufnehmen und kann das Beste davon nehmen und jedem diese beste Version präsentieren, während ich ja manchmal einfach nicht so gut drauf bin oder einfach einen nicht so guten Tag habe, mal ein paar Dinge vergesse oder so, passiert das nicht, weil ich da wirklich mehrere Versuche habe. #00:16:46#

I: Ja stimmt, durch diese Sache des Mehrfach-Aufnehmens kristallisiert sich am Ende die beste Version heraus, das kann man in der Live-Performance nicht so unbedingt. Ich würde ganz kurz zu deinem Angebot, ein bisschen mehr auf dein Angebot eingehen, dieses "Forbettercoaches": Kannst du darüber ein bisschen etwas erzählen, weil ich glaube, das ist den Zuhörern noch nicht so transparent, was das konkret ist, was du dort anbietest? #00:17:11#

B: Genau, ich arbeite da mit Online-Coaches oder potenziellen Online-Coaches daran, ein Business aufzubauen, was zum Großteil automatisiert ist, das liegt letzten Endes auch an jedem selbst. Also es gibt durchaus auch Kunden von mir, die sagen: "Ich gehe da total drin auf, in diesem 1:1-Online-Coaching", das ist auch total in Ordnung und ich mache das auch ergänzend, ich warne nur davor, da ausschließlich darauf zu setzen, denn was ist, wenn du als Coach einmal ausfällt, wenn dein ganzes Business auf dich als Person ausgerichtet ist? Dann verdienst du kein Geld oder dann ist dein Business platt, wenn du einmal für ein paar Wochen im Krankenhaus liegst, weil du einen Tauchunfall meinetwegen hattest, oder dir beim Tanzen die Hand gebrochen hast. Und von daher halte ich es für sinnvoll und auch für verantwortungsvoll für sich oder auch für die Familie, die man vielleicht hat, da wirklich auf Automatisierung zu setzen, auch wenn man dieses 1:1-Online-Coaching gerne machst. Also wie gesagt, meine Kunden sehen das unterschiedlich, wie sie das machen wollen, aber ich weise sie immer darauf hin, dass eine größtmögliche Automatisierung absolut sinnvoll ist, auch in ihrem eigenen Interesse. Und ich helfe eben dabei, es geht darum, komplett - ich habe auf der einen Seite Kunden, die bisher offline tätig waren und genau wissen, was sie tun, was ihre Zielgruppe ist, was ihr Markt ist, und ihr ganzes Offline-Business online, ins Internet bringen wollen. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten macht es ja auch Sinn, weil Viele einfach zeitweise keine Klienten, keine Coachees empfangen konnten zu Hause. Also wie bekommen sie das hin? Vielfach ist auch ein Problem in Sachen Technik, in Sachen Online-Marketing: Wie gehe ich das an, wie mache ich das am besten, wie gehe ich da vor? Und dann gibt es welche, die noch gar nicht genau wissen, die haben einen inneren Drang, anderen Menschen zu wollen, haben auch meist latent da irgendeinen Bereich, in dem sie tätig sein wollen, aber haben sich noch nicht festgelegt auf eine bestimmte Zielgruppe. Da geht es eben dann auch um solche Fragen wie Positionierung, manchmal auch: Wer bin ich eigentlich, was sind meine Werte, die ich auf der Webseite dann auch entsprechend herausstellen muss, um dann Klienten zu gewinnen, die zu mir passen? Und das ist auch für mich wichtig, denn ich mache das derzeit auch mit den Leuten 1:1 zum Großteil, das heißt, ich erkläre ihnen, wie man automatisiert ein Business auf die Beine stellt, allerdings mache ich das ja erst aktiv wirklich seit ein paar Monaten, und ich denke, dass es gerade in diesem Bereich noch sinnvoll ist, und das empfehle ich meinen Kunden ihrerseits auch, wenn sie gerade ganz neu anfangen und diese Probleme und Hindernisse und Hürden noch nicht alle kennen, mit diesen Kunden wirklich 1:1 zusammenzuarbeiten, ehe man das Ganze dann automatisiert, denn sonst habe ich - da sind wir wieder beim Angebot, bei der Dienstleistungserbringung, - sonst habe ich einen wunderbaren Online-Kurs erstellt, der aber vielleicht gar nicht die Probleme berücksichtigt, die die Leute gar nicht haben, also das dann nicht wirklich passt. Deshalb macht es Sinn, wenn man als Coach in einem neuen Markt einsteigt, sich erst einmal mit den Leuten wirklich auseinanderzusetzen, mit denen Gespräche führen: "Sag mal, wo drückt denn der Schuh überhaupt?" Und das erkennt man dann erst in der 1:1-Zusammenarbeit. #00:20:44#

I: Da hast du auch schon ganz viel vorweggenommen von meinen nächsten Fragen, das war nämlich tatsächlich auch eine der Fragen, ob du eher bestehende Coaches adressierst oder ob es auch Leute sind, die sagen, "Ich möchte mit meiner Profession, mit dem, was ich mir wünsche oder womit ich helfen möchte, als Coach jetzt erst einmal durchstarten." Was ich mich da gefragt habe, ist: Was muss man denn als Coach im Prinzip mitbringen schon an Eigenschaften, wenn man sich so ein Business aufbauen will, sagen wir einmal von neu auf? Was muss quasi schon da sein und was kann man lernen? #00:21:23#

B: Ich glaube, dass man sehr, sehr viel lernen kann. Also gerade, was diese Probleme, die die meisten Kunden haben, Technik, Marketing usw., das kann man alles lernen. Man sollte natürlich ein Interesse daran haben, mit Menschen zusammenzuarbeiten oder denen auch helfen zu wollen. Und zwar nicht nur, weil es irgendwie aus ihnen herauskommt, sondern auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Was passiert, wenn ich den Kundennutzen nicht an erste Stelle stelle? Dann wird kein Unternehmen dieser Welt langfristig überleben. Und da ist es eben auch wichtig, dass diese Menschen auch wirklich anderen Menschen helfen wollen. Das muss jetzt nicht so sein, dass man sich auf ein Podest heben muss oder sagt, ich bin jetzt Mutter Theresa oder so, aber es sollte ihnen schon wichtig sein, ein Anliegen, warum auch immer Menschen helfen zu wollen, sie sollten gerne mit Menschen zusammenarbeiten, sie sollten Menschen auch irgendwie mögen, das ist ja auch nicht bei jedem gleich der Fall, aber dann kann man sehr, sehr viel lernen. Also ein gewisses Einfühlungsvermögen ist natürlich wichtig, aber ansonsten... Das war tatsächlich auch eher vom potenziellen Kunden, mit denen ich im Vorfeld ein Gespräch geführt habe, selten ein Ausschlusskriterium, dass die jetzt gesagt hätten: "Menschen interessieren mich überhaupt nicht." #00:22:48#

I: Ja, gut. Ein gewisses Helfer-Syndrom, hatte ich mir hier aufgeschrieben, muss ja haben, sonst käme man wahrscheinlich gar nicht auf die Idee als Coach zu arbeiten. Finde ich sehr interessant. Eine Frage, also ich stelle sie jetzt, die man an der Stelle auch öfters hört, die ist ein bisschen ketzerisch an der Stelle, verzeih mir das bitte, aber ich will sie ja einfach loswerden: Gibt es nicht bereits zu viele Coaches? Was ist deine Meinung dazu? #00:23:22#

B: Es gibt viele Coaches, das ist richtig. Man hört ja immer wieder, dass der Coaching-Boom noch bevorsteht, ich bin ganz ehrlich, ich kann das so gar nicht beurteilen, ob das tatsächlich der Fall ist, man hört das immer wieder. Also ich glaube auch, dass da noch ein großes Potenzial ist, allerdings kann auch niemand in die Zukunft gucken. Es gibt viele Coaches, es gibt aber auch leider, wie ich finde, Coaches, die kommen selten zu mir, weil ich auf meiner Webseite darauf hinweise, dass es mir wichtig ist - ich habe einmal geschrieben, ich weiß gar nicht, was momentan darauf steht, aber "Coaches mit edlen Absichten". Da meine ich Coaches, die ihrerseits anderen Menschen wirklich helfen wollen, das heißt, das sind bisher nur diejenigen, die auf mich zukommen, aber es gibt viele, die vor allen Dingen an dem Lifestyle interessiert sind, die so ein Coaching-Leben mit sich bringen kann. Man kann das von überall machen, man braucht ja auch erst einmal auf dem Papier keine besonderen Qualifikationen, der Begriff Coach ist auch nicht geschützt, es kann im Prinzip jeder machen. Und es sind viele dort draußen, meiner Meinung nach, die im Marketing einigermaßen gut sind, die auch wenig Selbstzweifel haben, denen es aber primär um ihren eigenen Lifestyle geht, oder fast ausschließlich. Und es gibt viele Coaches, die so ein bisschen an sich zweifeln, an dem ganzen Konzept vielleicht auch: Bin ich gut genug? Kann ich meinen Klienten auch wirklich weiterhelfen und diese gewisse Hemmnis auch haben, damit nach draußen zu gehen? Und es sind momentan sehr viele Menschen oder Coaches auch, die sehr laut schreien, das sind erfahrungsgemäß aber nicht unbedingt die besten, und ich möchte eben vor allen Dingen denjenigen helfen, die ein bisschen mehr an sich zweifeln, aber denen es total wichtig ist eigentlich, etwas zu verändern im Leben von Menschen. Da glaube ich, der Markt wird vieles bereinigen, denn so in den letzten ein, zwei, drei Jahren sind ja wirklich viele Coaches auf der Bühne des Internets erschienen, aber da wird der Markt wie gesagt auch einiges bereinigen und merken: Wer ist denn wirklich daran interessiert, anderen zu helfen, und wem geht es primär nur um den Lifestyle und gar nicht so sehr um meinen Klienten? #00:25:50#

I: Ja, du hast jetzt gerade das Wort "Selbstzweifel" gesagt, es ist ein Wort, was ich auch in meinem Vokabular sehr gut kennengelernt habe, weil ich auch persönlich dazu neige, Sachen einfach einmal zu zerdenken, und am Ende dieses Prozesses, wenn er denn endet, komme ich vielleicht zu einem Ergebnis, dass ich eine Sache nicht machen würde. Was ich sagen will: Selbstzweifel sind mir sehr wohl bekannt. Was würdest du denn auch Zuhörern, die sich damit auch sehr gut identifizieren können - was wäre denn dein Tipp, wie man mit Selbstzweifeln in dieser Richtung Coaching umgehen kann? Was sagst du den Leuten? #00:26:26#

B: Ja, also erst einmal kenne ich das auch sehr gut, Selbstzweifel zu haben, auch ich bin jemand, der vorher das Projekt dreimal überdenkt, bevor er damit nach draußen geht, irgendwann mache ich dann den Schritt. Zum Beispiel habe ich, du hast vorhin mein Buch erwähnt, ganz am Anfang, da habe ich drei Jahre daran geschrieben und ich war mir total unsicher, ob ich das überhaupt veröffentlichen möchte. Und da hat man auch Zweifel: Ja, wer will denn meine Geschichte - es ist jetzt kein Ratgeber - sondern wer will denn meine Geschichte überhaupt lesen, wer ist denn daran interessiert? Das sind ja auch so typische Selbstzweifel, die man ganz am Anfang hat, aber auch jetzt mit dem neuen Projekt, da denkt man ja auch: Es gibt viele Coaches, und es gibt natürlich auch viele Coaches, die anderen Coaches helfen. Und da fragt man sich natürlich auch: Wer braucht mich denn da jetzt noch? Klar, ich habe die Erfahrung als Life-Coach, ich mache das jetzt seit 2011 im Prinzip, also seit fast neun Jahren, das unterscheidet mich vielleicht von vielen anderen, aber trotzdem stellt man sich ja manchmal diese zweifelnden Fragen: Funktioniert das denn überhaupt? Wer braucht mich denn noch? Wie kann ich mich entsprechend positionieren? All diese Fragen hatte ich ja jetzt auch wieder für mich zu beantworten, von daher kenne ich das sehr gut, und ich glaube, das hilft auch, indem man das selbst kennt, anderen Leuten zu helfen, wie man das überwindet. Letzten Endes, diesen letzten Zweifel als Coach, ob ich als Coach gut bin oder ob ich als Coach geeignet bin oder ob ich als Online-Coach mit einem Online-Coaching-Business erfolgreich sein kann, dieser letzte Zweifel wird erst verschwinden, wenn man das letzten Endes geschafft hat. Wenn ich jetzt meine ersten Kunden, meine ersten Klienten habe, und denen geholfen habe und ich bekomme das Feedback: "Du hast mir total geholfen, mir geht es wieder gut", oder "du hast mir bei diesem oder jenen Problem geholfen, du hast mich total unterstützt", da wird man auch mehr und mehr dieses Selbstverständnis gewinnen, dass man ein guter Coach ist und anderen helfen kann. Da kann ich nur zu raten, dass man sich einmal klarmachen muss, dass es immer jemanden gibt auf dieser Welt, der in einem Bereich größerer Experte ist als man selbst, vielleicht auch mehr als einen, vielleicht gibt es ja auch eine Hand voll oder vielleicht gibt es auch hundert Leute, aber du musst ja denjenigen helfen können, die weniger wissen oder weniger können, und das kann sogar auch einmal so sein, dass man Coachees hat, die durchaus bei einem Thema eigentlich von dem Vorwissen auf Augenhöhe sind und man dann als Sparringspartner fungiert, d.h. dass man durchaus dann erfolgreich coachen kann, wenn der andere schon viel Vorwissen mitbringt, und zwar ähnlich viel wie man selbst. #00:29:11#

I: Also das finde ich einen sehr interessanten Gedanken, den du da äußerst, du sagst ja im Prinzip: Ein Coach muss nicht notwendigerweise die Wissensführerschaft, wenn man es so sagen will, in einem bestimmten Bereich vor Augen haben, nach dem Motto: "Ich weiß hier an der Stelle alles", sondern um noch einmal den Schritt zurück zu machen, ist es ja auch die Empathie und die externe Sicht auf das Problem des Coachees, was einen dann letztendlich zu einem guten Coach macht, oder? #00:29:50#

B: Ja, genau, und unabhängig davon, oder das Wichtigste, glaube ich wirklich, in einem Coaching-Prozess ist, dass die Chemie zwischen Coach und Coachee auch stimmt. Wenn es nicht so wirklich passt, dann ist es total schwierig, und zwar für beide Seiten. Von daher reicht nicht nur das Einfühlungsvermögen, sondern die Chemie muss auch stimmen. Und darum macht es total Sinn, es werden ja auch oft mittlerweile solche Coaching-Pakete verkauft, manchmal auch durch die Webseite an sich, ich halte es für total wichtig, gerade, wenn man als Coach 1:1 für einen längeren Zeitraum mit seinen Klienten arbeiten möchte, dass man vorher mit dem einmal ein intensives Gespräch führt, um auch herauszufinden, ob die Chemie auch passt. Denn sonst, stell dir einmal vor, bist du drei, vier, fünf, sechs Monate mit einem verbandelt, wo es total schwierig wird, und wo es dann auch schwierig wird, dass man ihm bei den Problemen hilft. Darum ist die Chemie zwischen Coach und Coachee, ich glaube, das Allerwichtigste. Und diese Selbstzweifel, da ist es wirklich irgendwann - muss man rausgehen, es lohnt sich auch, sich Mut zuzusprechen, aber da muss man mit seinem Angebot rausgehen und mit den Leuten wirklich zusammenarbeiten. Man muss jetzt ja nicht irgendwie Stundensätze von 3000€ anfangs nehmen, sondern man kann ja klein anfangen oder auch einmal kostenlos mit den Leuten ins Gespräch kommen, um zu sehen: Kann ich denen überhaupt helfen? Um dann auch nicht diesen immensen Druck zu haben, gerade wenn die Selbstzweifel groß sind. #00:31:30#

I: Das zahlt ja alles ein bisschen auf einen Punkt ein, den ich mir eher in der Kategorie "Persönliches" aufgeschrieben hatte, und zwar hast du auf deiner Webseite einen wie ich finde sehr bemerkenswerten Satz stehen, der da heißt, also sinngemäß: Das Geld ist nur noch ein Abfallprodukt unseres Tuns und kommt irgendwann von ganz alleine. Im Umkehrschluss wäre dann letztendlich die Frage: Wer ein Online-Business nur für das Geld aufzieht, ist zum Scheitern verurteilt. #00:32:10#

B: Ja, also es kommt - wie gesagt, das Geld ist nicht unwichtig, es ist auch nicht schlimm, dass jemand einen gewissen Lebensstil damit erreichen möchte, dass er eben arbeiten kann, wo immer er ist, und auch eine gewisse Freiheit hat, Selbstbestimmung. Man kann schon auf sich gucken und auch Geld ist nicht unwichtig, um uns unsere Wünsche zu erfüllen, um auch Projekte zu starten, die man möchte, aber letzten Endes ist es doch entscheidend, dass ich als Unternehmer, und letztlich ist jemand, der ein Online-Coaching-Business aufbaut, der in ein Business startet, letzten Endes Unternehmer oder sollte einer sein oder einer werden, wenn er es noch nicht ist. Dann ist es entscheidend, dass du dem Kunden weiterhilfst, egal, was du machst. Ein Unternehmen ist ja nicht nur einfach da, damit es da ist, sondern es mag intern dem Unternehmer dienen und auch seinen Lifestyle ermöglichen, auf der anderen Seite nach außen hin und das Allerwichtigste ist eben, dass es dem Kunden nutzt. Denn was passiert gerade zur Zeit des Internets, wenn er es nicht tut? Es macht ganz schnell die Runde und von daher, einfach nur Coach zu werden, weil man denkt, dass es total einfach ist und man irgendwie nur Kohle verdienen will, um seinen Lifestyle zu finanzieren, das ist, glaube ich, der falsche Ansatz. Dann sollte man lieber etwas anderes machen, was auch vielleicht weniger irgendwelchen Menschen schadet oder Erkenntnis für sich gewinnen: "Okay, ich möchte Geld verdienen mit dem Ganzen, ich möchte meinen Lifestyle pflegen und Coaching hört sich ganz cool an für mich, aber ich muss trotzdem alles tun, gerade weil ich das langfristig möchte, um meinen Kunden zu helfen", dann ist das auch okay. #00:33:57#

I: Ich verstehe. Jetzt angenommen, jemand hört diesen Podcast und denkt sich: Mensch, das ist doch eigentlich genau die Sache, die ich machen möchte. Er hat jetzt aber vielleicht noch kein eigenes Coaching-Business. Meine erste Frage wäre: Aus deiner Perspektive, was wären seine konkreten ersten Schritte, um letztendlich so in diese Richtung zu gehen, sich da ein Business aufzubauen? Und Frage Nummer zwei: Wie lange dauert es deiner Meinung nach, bis nach deinem Königsweg, den du vielleicht empfiehlst, die ersten Erfolge sichtbar sind? #00:34:40#

B: Ja, also erst einmal ist es eher wichtig, zu wissen: Okay, ich möchte jetzt Online-Coach werden, aber habe noch gar keine Ahnung, in welchem Bereich. Dann muss man sich ja erst einmal klar darüber werden, in welchem Bereich ich den Menschen überhaupt helfen will. Einfach nur zu sagen, ich bin jetzt Life-Coach oder Business-Coach, das wird nicht funktionieren, denn dann bin ich in Konkurrenz mit ganz vielen anderen Menschen. Also ich muss mir schon vorher darüber im Klaren sein oder ich muss mir darüber klar werden, in welchem Bereich will ich denn wie helfen. Also wem will ich helfen, bei welchem Problem? Und bei vielen geht es auch darum, zu wissen oder herauszufinden: Wer bin ich denn überhaupt selbst oder was sind meine Werte, nach denen ich lebe oder die mir wichtig sind? Und die muss ich dann eben später auf einer Website auch kommunizieren können, aber das ist oftmals auch vielleicht der langwierigste Part überhaupt, wenn ich mir nicht im Klaren bin: Was möchte ich machen? Also in welchem Bereich möchte ich Menschen wirklich helfen? Und welchen Menschen möchte ich helfen? Sich darüber klar zu werden, das wäre in diesem Bereich, also deine Frage war ja, wenn man noch keine Ahnung hat, dann wäre das der allererste Schritt. Und da würde ich wirklich auch im ersten Schritt nicht davon ausgehen: Was gibt es schon? Denn das ist ja oft dann so: "Okay, ich bin jetzt Coach für -" #00:35:58#

I: "... tanzende Tauchlehrer". #00:35:59#

B: "... mehr Selbstliebe bei Männern über 30", oder so. "Nein, das gibt es schon, ist gestrichen", nein, da sollte es nicht darum gehen, was es alles schon gibt, sondern: Was würde mir eine Freude machen? Mit welchem Thema kann ich mich denn wirklich beschäftigen? Wo kann ich Menschen auch helfen? Wo werde ich um Rat gefragt, im Alltag von meinen Mitmenschen? Und womit kann ich mir vorstellen, mich wirklich viele Stunden am Tag auseinanderzusetzen? Dass man wirklich von sich dann ausgeht und gar nicht davon ausgeht, ob das jetzt einen Selbstliebe-Männer-Coach über 30 schon gibt, sondern das kann immer noch variieren und das macht auch nichts, wenn ich eine gleiche Zielgruppe habe wie jemand, den es schon da draußen gibt, weil man ja, wenn man sich mit seiner Persönlichkeit nach draußen begibt, dann hat man schon sein Alleinstellungsmerkmal. Und das wäre der erste Schritt, sich darüber klar zu werden: Wer bin ich eigentlich? Wem will ich bei welchem Problem helfen? Die zweite Frage war? #00:36:59#

I: Wenn man das im Prinzip hat, wenn man das jetzt gemacht hat, wenn man das weiß, ab diesem Punkt: Wie lange dauert es aus deiner Perspektive von deiner Meinung her, bis man die ersten Erfolge dann sieht? Also mit allem, was dazugehört, das ganze Online-Marketing, wenn man das nach diesem Weg, den du beschreibst, aufbaut. Wie lange dauert es, bis man da in den Kontakt kommt, bis man sieht, das funktioniert, darüber kann ich meinen Lifestyle auch beispielsweise pflegen? #00:37:30#

B: Ja das kann dann relativ schnell gehen, wie gesagt, der erste Teil ist oftmals der langwierigste, und dann braucht man im Prinzip eine Website auf jeden Fall, wo man sich entsprechend präsentiert, wo man seine Erkenntnisse, die man aus den Fragestellungen gewonnen hat, also wie "Wer bin ich? Wem will ich bei welchen Problemen helfen?" klar kommuniziert, dann habe ich die Webseite, und dann muss ich irgendwie dafür sorgen, dass potenzielle Interessenten meine Webseite auch finden. Und das geht im schnellsten Fall über Werbung, die kann ich z.B. auf Facebook, Google, YouTube oder so machen, und bekomme sofort zielgerichteten Traffic, also Besuch auf meine Webseite und kann schon an dieser Stelle dafür sorgen, mit den ersten Leuten in das Gespräch zu kommen. Darum geht es ja erst einmal, die Leute wirklich kennenzulernen, die zu einem Gespräch einzuladen, um Erfahrung zu sammeln, auch: Wo sind die Probleme der Zielgruppe denn wirklich? Und ich kann dann auch in diesen Gesprächen schon - man sieht ja, wie die so laufen - mein erstes Angebot machen an dieser Stelle, indem ich sage: "Ich möchte dich gerne 1:1 weiter coachen, hättest du da Bock darauf?", und dann eben mit einem Preis, mit dem sich dann beide Seiten gut fühlen. Da kann man dann schon sehr, sehr schnell Ergebnisse sehen, wo man sagen kann: Das Ganze kann ja wirklich funktionieren. #00:38:51#

I: Verstehe. Ich finde es wirklich bemerkenswert gerade, was sich jetzt hier herauskristallisiert, denn - das hast du jetzt natürlich noch nicht mitbekommen - der Podcast startet erst am 01.07., das sind ja quasi die Vorarbeiten, die ich hier mache, aber in den Gesprächen vorher habe ich ja auch schon über die verschiedensten Themen mit den Leuten gesprochen. Und überall, quasi in jedem einzelnen Gespräch - das ist nicht abgesprochen - kristallisiert sich immer wieder heraus, dass man möglichst früh den Kontakt zu seiner potenziellen Zielgruppe suchen muss, um dann mit ihr zusammen das Produkt letztendlich zu entwickeln, dass das der einzige Weg ist, naja der einzige Weg, das ist halt der Weg, wie man ein Produkt entwickelt, was auch langfristig, nachhaltig am Markt funktioniert, einfach, weil es durch die Wünsche der Kunden geprägt ist. Und das kristallisiert sich jetzt hier auch in diesem Interview wieder heraus, das finde ich sehr bemerkenswert, das scheint also eine Sache zu sein, gerade wenn es um das Online-Business geht, es ist zwar nur eine Bezeichnung, es ist aber trotzdem ein Unternehmen, ein Business, aber das scheint eine der goldenen Wege oder Königswege zu sein, im Internet auch irgendwann Geld zu verdienen, indem man Produkte aufbaut, die mit dem Kunden zusammen entstehen und nicht ohne den Kunden. #00:40:22#

B: Ja genau, es kann auch funktionieren, dass sie ohne den Kunden entstehen, damals - ich habe ja, wie gesagt, 2010 meinen ersten Gehversuch im Internet gestartet, so nebenbei - ich habe damals auch meinen ersten Online-Kurs gestartet, ohne die Rücksprache mit der Zielgruppe zu halten. Es hat funktioniert, es hat aber auch wahrscheinlich auch deshalb funktioniert, weil ich eben selbst dieser Zielgruppe entstamme. Das macht es natürlich einfacher, das ist so wie so oftmals sinnvoll, dass man sich einen Markt oder eine Zielgruppe sucht, der man selbst angehört. Es ist nicht zwingend notwendig, aber es erleichtert manches, und es hat funktioniert, also es kann auch funktionieren, ohne mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, aber es ist natürlich ein gewisses Risiko. Dann gehe ich in Vorleistung, und ich habe ja vorhin schon gesagt, dass bei komplexen Problemen man natürlich viele verschiedene Inhalte anbieten muss, weil die Persönlichkeiten doch sehr unterschiedlich sein können, und dann geht man unter Umständen das Risiko ein, dass man monatelange Arbeit investiert, die sich später dann nicht auszahlt, weil man eben an der Zielgruppe vorbei Produkte gebaut hat. #00:41:35#

I: Ja, was würdest du denn sagen: Wie viel Arbeit hast du investiert, bis es endlich begann zu laufen, so ungefähr eingeschätzt? #00:41:47#

B: Ich habe ja damals das alles nebenbei gestartet, also ich habe meine Angststörung überwunden und bin mir auch darüber klar geworden, dass ich eigentlich ein Angestellten-Verhältnis nicht möchte. Also noch einmal kurz zum Verständnis: Ich habe erst BWL studiert und danach (unv.), war mir total sicher, dass das nicht der richtige Weg für mich ist, habe aber trotzdem dem Druck in meinem Umfeld nachgegeben und habe dann in Beratungsgesellschaften gearbeitet, habe das auch Vollzeit gemacht, aber wusste ja für mich, dass ich das nicht will, und habe nebenbei eben mit meinen ersten Gehversuchen gestartet. Das heißt, erst hatte ich nur die Idee - damals gab es ja auch dieses Coaching in dieser Form irgendwie nicht - mein Buch zu schreiben und dieses entsprechend zu vermarkten. Ich habe dann angefangen, mich da zu erkundigen, was gibt es für Möglichkeiten im Internet, online, habe dann meine ersten Affiliate-Nischen-Seiten erstellt, einfach nur, weil ich wissen wollte, ob das so wirklich funktionieren kann, und es funktionierte auch. Also ich habe drei Seiten gebaut und ohne viel zu wissen, damals ging es mit Suchmaschinenoptimierung auch noch ein bisschen leichter, da hat man einfach das Keyword entsprechend ein paar Mal in den Text geballert, hat dann auf irgendwelchen dubiosen Seiten Content veröffentlicht, der nicht einmal gut sein musste, nur themenrelevant, hat dort seinen Link eingebaut und dann hat man bei Google gerankt. Also das ging damals schon schnell, da musste man nicht einmal Geld investieren in irgendwelche Werbung. Da habe ich dann gesehen, du hast jetzt nach relativ kurzer Zeit einen vierstelligen Betrag im Monat verdient, also nicht so, dass ich davon hätte leben können, aber das war ja auch nicht mein Ziel, es war nur ein Test. Es war auch nie mein Ziel, immer verschiedene Nischen- oder Themenseiten zu bauen, wo die Themen mich im Zweifel überhaupt nicht interessiert haben. Aber ich habe das alles nebenbei aufgebaut und habe dann an meinem Buch geschrieben, habe einen Blog gestartet und bin das echt langsam angegangen, weil ich auch nebenbei voll gearbeitet habe. Nebenbei habe ich das Business ja aufgebaut und habe Vollzeit gearbeitet. Ich habe dann Ende 2013, also nach zweieinhalb Jahren insgesamt, nachdem ich mich da ausprobiert habe, gekündigt und bin dann raus aus meinem Angestellten-Verhältnis, weil ich dann sagen konnte: Okay, jetzt verdienst du genug mit dieser Online-Geschichte, dass du guten Gewissens sagen kannst: So, jetzt gehe ich." #00:44:40#

I: Ich denke, vielen geht es genauso, die dann auch gegenüber ihrer Familie unnötige Risiken eingehen wollen, und ich kann mich davon auch nicht freisprechen, und da einen sicheren Weg suchen, von daher ist das vollkommen nachzuvollziehen. Ich würde an der Stelle gerne ganz kurz einen Abstecher machen, auch in Anbetracht der Zeit, weil ich ein Thema auf jeden Fall noch ansprechen möchte, weil mich da deine Meinung sehr interessiert. Ich stelle das bei mir selbst fest, also mittlerweile ist es ein bisschen - also deswegen gibt es dieses Projekt jetzt, die Online-Business-Experten, da geht es mir ja darum, dass ich für mich selbst letztendlich erkannt habe, dass es total weltfremd ist und eigentlich keinen großen Sinn hat, immer zu versuchen, die Sachen alleine zu bewältigen, sondern dass man sich auch Hilfe suchen sollte. Und gerade im Bereich Online-Business ist das so, weil es ein unheimlich vielschichtiger Bereich ist. So, das war bei mir aber ein Lern-Prozess. Es betrifft jetzt nicht nur das Online-Business, es kann auch Lebensthemen beispielsweise betreffen. Aus deiner Perspektive: Was hindert den Menschen womöglich daran, sich einen professionellen Coach erstens zu suchen und sich dem anzuvertrauen? Was sind die gängigen Einwände, die du da kennst? #00:46:04#

B: Ja, gute Frage. Ich kann mich auch nicht davor freisprechen, dass ich zum Beispiel damals, als ich meine Angststörung hatte, habe ich irgendwann auch eine Therapie gemacht. Was du gerade bei der Vorstellung nicht gesagt hast: Ich habe zusätzlich noch meine komplette Körperbehaarung verloren, also ich hatte eine Glatze, keine Augenbrauen mehr und nichts, und habe mich dann auch erst dazu entschließen zu können, zum Therapeuten zu gehen. Wie gesagt, damals gab es Coaching nicht, es war mir zumindest nicht ein Begriff, dass es für Privat-Leute so angeboten worden ist. Zum Therapeuten bin damals dann auch erst gegangen, nachdem mein Hautarzt, der mich wegen dieser Haarausfallgeschichte behandelt hat, gesagt hat: "Vielleicht könnte das helfen, da einmal mit jemandem zu sprechen." Und erst, nachdem so ein "normaler" Arzt das gesagt hat, war ich überhaupt erst willens, mich in andere Hände zu begeben oder mir Hilfe zu suchen. Und ich glaube, das haben viele Menschen, dass sie sich scheuen, sich Hilfe zu suchen, vielleicht gerade Männer, auf der anderen Seite erlebe ich gerade, dass beim Life-Coaching, gerade in diesem 1:1-Coaching, was ich nebenbei auch mache, weil ich mit meiner Zielgruppe auch in Kontakt bleiben möchte, da sitzen wirklich 80% Unternehmer. Also es ist nicht meine Zielgruppe speziell, Unternehmer, ich adressiere die nirgendwo, und in der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland sind meines Wissens nach ungefähr 10% Selbstständige, das heißt, 90% sind angestellt. Wenn man das auf alle - also zu mir können ja auch potenziell Menschen kommen, die nicht arbeiten, die habe ich ja auch im Coaching, wenn man das auf die gesamte Bevölkerung bezieht, dann sind sogar nur 5% ungefähr der Bevölkerung in Deutschland selbstständig. Aber trotzdem sitzen da bei mir 80%, obwohl ich sie nicht explizit adressiere. Und ich habe mir auch die Frage gestellt, warum ist das so. Haben Unternehmer vielleicht vermehrt Probleme, das war der erste Gedanke, ich glaube, so nach langem Überlegen, um das abzukürzen, dass es einfach im Business-Bereich eher Standard ist, also da kennt man das als Unternehmer, als Selbstständiger, dass ein externer Berater ins Unternehmen kommt, um irgendwelche Prozesse beispielsweise zu verbessern. Und da ist Coaching eher Standard. Ich habe noch nie - ich weiß nicht, vielleicht geht es dir da anders - aber ich habe noch nie in meinem privaten Umfeld, ich habe ja hier auch nicht nur mit Unternehmern zu tun, ich habe noch nie gehört, dass jemand zu mir gesagt hat: "Ich habe dieses oder jenes Problem, ich glaube, ich brauche da einmal einen Coach." Ich glaube, den Leuten ist es auch egal, ich glaube auch, da sind wir jetzt beim Marketing, dass es ein großer Fehler ist, den Menschen - das ist ja okay, dass man nicht viel Ahnung von Marketing hat, die Coaches sollen ja auch coachen in erster Linie. Aber das liest man ganz oft: Ich bin Coach für XY, ich bin Selbstliebe-Coach für Männer ab 30. Böse gesprochen interessiert das kein Schwein, was man ist. Wie gesagt, keiner will einen Coach, die wollen eine Lösung für ihr Problem, die wollen irgendetwas schneller erreichen, die wollen etwas vereinfachen, meinetwegen. Aber es geht nicht darum, sich eine Person, einen Coach zu suchen, das ist denen - geh von dir selbst aus, du hast ein Problem, dir ist es relativ egal, ob das jetzt ein Coach ist oder wie auch immer er sich nennt, Hauptsache, dir wird geholfen. Und ich glaube, dass es einfach in der Gesellschaft noch nicht so üblich ist. Auch in diesem Bereich, wir bewegen uns ja auch beide ein bisschen in einer Blase manchmal, wo viele Unternehmer, viele Selbstständige sind, da kennt das jeder, aber geh einmal ein bisschen raus, geh einmal in Freundeskreise, wo das nicht so üblich ist, da habe ich das noch nie gehört, dass irgendjemand einen Coach braucht, oder auch fast nicht, dass jemand einmal einen hatte. #00:50:02#

I: Das kann ich bestätigen, in meinem Bekanntenkreis oder Freundeskreis ist auch niemand, der sagen würde: "Oh, weißt du was, ich habe mir da jetzt einen Coach gesucht", außer wenn es in die Richtung geht: Online-Unternehmer, Unternehmer generell, da ist das dann üblicher, was für mich sehr spannend ist, weil das ja auch ein bisschen etwas mit dem Unternehmer-Mindset zu tun hat, aber natürlich auch mit kulturellen Hintergründen. Einfach vielleicht auch deswegen, weil man es einfach nicht gewohnt ist, sein Problem oder die Probleme, die man selbst hat, konkret so zu adressieren, dass man sagt: Die löse ich jetzt, ich komme damit alleine nicht klar, deswegen suche ich mir jemanden, der genau für dieses Problem eine Lösung hat, finde den dann auch und dann beauftrage ihn auch noch und gebe dafür auch noch gegebenenfalls Geld aus, weil das womöglich nicht in dieser Gesellschaft, in dieser Kultur drin ist, dass man das an der Stelle so tut, dass man für sich selbst im Prinzip etwas investiert, um sich besser zu fühlen, mehr Selbstliebe ab 30 zu empfinden, wie du sagst, und diese Geschichten, das finde ich sehr interessant. Wobei allerdings auch, das finde ich auch wiederum sehr spannend an deinem Projekt Forbettercoaches, das führt ja letztendlich dazu, dass mehr Leute über dieses Online-Modell über Online-Marketing, und da würde ich gerne im Anbetracht gerade noch einmal darauf zu sprechen kommen, dass über dieses Online-Marketing natürlich auch die Auffindbarkeit in Google und im Internet einfach steigt und man Positionierung macht. Das heißt, je mehr Leute quasi diesen Weg gehen, desto mehr werden Problemlösungen ja auch sichtbarer. Jeder googelt ja auch so seine Sachen wahrscheinlich, das machen die Leute schon, deshalb weiß Google ja auch so viel über uns, aber das würde dazu führen, dass auch mehr Leute das finden. D. h. du trägst mit deinem Projekt auch dazu bei, dass sich aktiv mehr Leute Hilfe suchen, nicht nur, dass du Coaches ins Internet bringst oder mit ihnen ein Online-Business aufbaust, sondern du führst auch dazu, dass sich die Leute, die einen Coach brauchen, tatsächlich eher einen nehmen. #00:52:26#

B: Ja, genau. Also es ist wichtig, glaube ich, dass dieses Mindset auch voranschreitet, sich Hilfe zu suchen. Man kann sich ja auch nicht in jedem Bereich gleich gut auskennen. Ich habe ja jetzt - Ich bin seit Jahren ein Coach, und habe aber trotzdem Probleme gehabt nach Jahren, mir selbst noch einmal einen Coach zu suchen, was sich total bescheuert anhört, aber selbst da ist noch so eine Hemmschwelle da. Obwohl ich selbst - ich habe mich jetzt auch nie Coach so offiziell genannt, letztlich ist das eine Coaching-Tätigkeit, die ich da mache, aber ich habe trotzdem ein Problem gehabt oder hatte eine Hemmschwelle, mir bei bestimmten Dingen Coaches zu suchen, denn man sagt ja schon irgendwie ein bisschen: "Ich brauche da Hilfe", oder "ich kenne mich in diesem oder jenem Bereich nicht so gut aus", oder "ich kann irgendetwas nicht alleine lösen", und das ist vielleicht auch vor allem für Männer, das weiß ich aber nicht, ob das für Männer wirklich schlimmer ist, aber ich bin halt ein Mann und ich kann nur aus meiner Warte berichten, dass es schwierig ist. Aber ich glaube auch, dass sich das da in diesem Bereich so langsam verändert, es geht langsam voran und von daher kann dieser Coaching-Markt wachsen, ich glaube auch, dass das stimmt. Ja, man trägt dazu bei, indem man eben diesen Coaches - und das ist der Sinn, warum ich das alles gemacht habe, der Sinn ist ja nicht, dass es keinen gibt, der anderen Coaches dabei hilft, wie man ein Online-Coaching-Business aufbaut, es gibt ja durchaus Leute, die das machen. Ich glaube nur, das sollte - manchmal habe ich das Gefühl, was mich trügen kann und wo ich auch nicht alle in einen Topf werfen möchte, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute anderen Leuten beibringen, was sie einmal gehört haben, weißt du, wie so ein Schneeballsystem. Ohne, dass sie jemals wirklich einmal selbst als Coach gearbeitet haben, außer in dem Bereich "Wie wird man denn als Coach erfolgreich?" Und das kann es ja dann irgendwo auch nicht sein, weil man dann auch diese Probleme, diese Hemmnisse, diese Selbstzweifel auch gar nicht so kennt. Man kennt ja auch nicht diese schweren Phasen, die ein jeder wahrscheinlich irgendwie einmal durchmacht auf dem Weg dahin, dass man irgendwann erfolgreich wird. Ich meine, das hört man von ganz großen, weiß ich nicht, von Steve Jobs oder so hörst du auch, dass sie irgendwie einmal eine Krise hatten, aber das hat ja letzten Endes tatsächlich auch jeder Kleinunternehmer und muss das durchleben. Und diese Erfahrungen helfen eben dabei, den Menschen, den Coachees auch zu helfen, durch diese Phase hindurchzukommen, weil auch der Aufbau eines Coaching-Unternehmens geht nicht immer nur bergauf. Da gibt es auch Probleme, Hürden, da gibt es auch Tage, da hat man mal keinen Bock, und auch, wenn es schon erfolgreich ist, da gibt es Tage, da läuft irgendwie nichts. Da wird eine Webseite gehackt, dann ist plötzlich deine E-Mail-Adresse auf irgendeiner Blacklist und dann kommen deine Mails nicht mehr an, dann wirst du schlechtgemacht im Internet. Das gibt es eben auch, und da sollte man dann die Erfahrung mitbringen, um den Leuten wirklich helfen zu können. Aber noch einmal ganz kurz zu deiner Google-Suche: Auch da, in Google suchen die Leute ja selten nach einem Coach. Ich glaube nicht, dass da jemand eingibt: "Ich suche einen Selbstliebe-Coach für Männer ab 30". #00:55:39#

I: Nein, die suchen immer nach einer Problemlösung eher. #00:55:39#

B: Genau, sie geben vielleicht ein: "Ich kann mich nicht leider", oder "ich mag mich nicht", oder vielleicht auch, dass man über das Problem geht, dass man keine Frau findet, und vielleicht ist das ein Problem von Selbstliebe, was ich ansprechen kann auf meiner Webseite usw. Das heißt, die Probleme sollten angesprochen werden, damit der Besucher das Gefühl hat: Hier bin ich richtig, er beschreibt gerade mein Problem. Und da geht es eben nicht darum, wie man sich selbst nennt. #00:56:10#

I: Sondern es geht nur um die Problemlösung. #00:56:14#

B: Genau. #00:56:15#

I: Finde ich sehr spannend, wie gesagt, im Anbetracht der Zeit, die Stunde ist jetzt schon fast wieder um, die ich angekündigt hatte, aber eine Frage habe ich noch, und die geht ein bisschen in den Bereich Technik. Wie ich das festgestellt habe, alles, was mit Internet zu tun hat, da sind die Einstiegshürden für jemanden, der ein bisschen technikaffin ist, relativ gering. Also einen WordPress-Blog aufzusetzen mit den Möglichkeiten, die es heutzutage so bei den Hostern gibt, das ist noch relativ einfach, aber gerade, wenn es dann z.B. in die Richtung Webinare, Sales, Funnel, Automatisierung geht, auch das Anbinden von der Technik beispielsweise, was Newsletter angeht, Datenschutz, der damit zusammenhängt, da wird es ja relativ schnell kleinteilig. Also erstens: Wie lange hat es gedauert, bis du dich darin sattelfest gefühlt hast? Und was sind die technischen, essenziellen Dinge, die man beherrschen sollte, wenn man das in diese Richtung versucht? #00:57:29#

B: Ja, also da in diesem Bereich kann man, glaube ich, wirklich alles lernen. Also ich würde mich gar nicht als technikaffin bezeichnen, ich kann auch nach Jahren nicht coden oder irgendetwas, ich kann hier so ein paar HTML-Begriffe, da hört es dann aber auch schon auf. Ich glaube, dass es gerade heutzutage sehr, sehr viel Software gibt, die Dinge erleichtern, es gibt viele gute Anleitungen für die Software, und wenn man sich damit ein bisschen auseinandersetzt, dann kann man viel selbst hinbekommen. Auf der anderen Seite kann ich, weil die Sachen auch nicht mehr so schwer sind und viel erleichtern, auch einigermaßen günstig Dienstleister bekommen, die mir beispielsweise eine Webseite bauen. Es gibt ja auch mittlerweile Tools, mit denen ich die Webseite gar nicht mehr selbst hosten muss, mit denen ich die irgendwo anders gehostet habe. Das beinhaltet seine Gefahren, aber für den Anfang ist das alles in Ordnung, ich glaube, da muss man bereit sein, sich mit diesen Sachen auseinanderzusetzen. Wenn man sich davon abhalten lässt, dann wird man letztlich auch nicht erfolgreich, denn es wird - auch wenn man technisch versiert ist, dann gibt es eben in einem anderen Bereich einmal eine Hürde, und die muss man eben bereit sein zu überwinden, und man kann das mittlerweile ganz gut hinbekommen, oder sich eben einen Coach suchen oder jemanden suchen, der einen dabei unterstützt, der einem sagt, wie man das macht, oder auf Dienstleister teilweise zurückzugreifen, die bestimmte Dinge technisch umsetzen. All das ist heutzutage möglich und das sollte auch keine Hürde mehr darstellen. Ich glaube, dass es wirklich ein jeder lernen kann oder eben jemanden bezahlen kann, der das so macht, und man muss ja auch nicht alles auf einmal machen. Man muss ja nicht anfangen, indem man ein Webinar aufstellt, indem man E-Mail-Tool, E-Mail-Dienstleister da beauftragt und das alles einbindet und eine WordPress-Seite und einen Page-Builder und Analytics und was weiß ich alles. Das ist natürlich viel auf einmal und man kann da wirklich einen Schritt nach dem anderen gehen, und auch bevor ich jetzt so große Funnels aufbauen würde, wenn ich jetzt gar keine Ahnung habe und gerade neu anfange: Baue eine Webseite, lass eine bauen, nimm einen Dienstleister in Anspruch, wo du eine Webseite mit ein paar Klicks zusammenstellen kannst, geh mit den Leuten ins Gespräch, schalte im Zweifel ein paar Werbeanzeigen oder sprich sie vielleicht auch selbst an bei Facebook, LinkedIn usw., frage sie, ob du ihnen helfen kannst, ob sie Bock haben, sich mit dir zu unterhalten, eine Webseite solltest du haben, um den Leuten ein bisschen etwas zu zeigen, wie so eine Visitenkarte, das muss jetzt ja nichts Großes sein. Und dann kann ich ja schon anfangen, da brauche ich ja gar nicht viel Technik, und alles andere kommt dann mit der Zeit. #01:00:16#

I: Das ist auch ein wichtiger Punkt, das habe ich auch bei mir selbst festgestellt. Ich bin technikaffin und ich liebe es, Sachen auszuprobieren, nur man verliert sich unheimlich schnell auch in so etwas. Alleine die Einstellungsmöglichkeiten, die manche Tools bieten, bis man das alles kennengelernt hat, bis man weiß, wie was zusammenarbeitet, die Rudimentals, wie man beim Schlagzeugspielen sagt, also die Grundtöne, die sind tatsächlich mit der Zielgruppe in Kontakt zu kommen und sich eine halbwegs passable Webseite hinzustellen, das kann eigentlich jeder mit den Mitteln heutzutage. Und alles andere ist genauso, wie du sagst, ist das, was dann Schritt für Schritt mit diesem Wachstumsprozess kommt. Erst einmal vielen Dank dafür, ich hätte tatsächlich noch eine letzte Frage, bevor ich dich auch in den wohlverdienten Feierabend schicken würde. #01:01:09#

B: Okay, schieß los. #01:01:10#

I: Du schreibst auf irgendeiner Webseite an irgendeinem Punkt, dass du Generalist bist. Das fand ich sehr spannend, das muss man vielleicht erklären: Ich bin selbst auch ein Generalist. Und in der heutigen Zeit ist es aber eigentlich so, dass Experten gehypt werden. Ich sage einmal, jemand, der sich bewirbt in einem Unternehmen, wird sehr spezifisch gesucht beispielsweise für irgendwelche Themen, es gibt Leute, die sich sehr tief reinarbeiten in bestimmte Dinge. Welchen Vorteil oder welche positiven Aspekte hat es für dich, ein Generalist zu sein? #01:01:55#

B: Ja, also wenn ich jetzt an meine Kunden denke, die ja schon beraten werden, und denen ich auch tatsächlich zeige oder auch wirklich zur Hand gehe, wie bestimmte Dinge ineinandergreifen, wie das funktioniert, dazu muss ich ja die einzelnen Prozesse auch wirklich kennen. Wenn jetzt jemand einen suchen würde, bleiben wir einmal bei dem Thema, der Werbeanzeigen schaltet, dann gehe ich tatsächlich - und ich brauche nur dieses Thema oder das ist ausschließlich mein Problem - am besten wirklich zu jemandem, der sich darauf spezialisiert hat, der kennt alle Einstellmöglichkeiten, wie du sagst, es ist total vielfältig bei allen Tools, bei jeder Software kann ich alles Mögliche machen, das war übrigens schon immer so, ich kann mich noch erinnern, was mit Excel alles möglich ist, das ist ja Wahnsinn z.B., und ich möchte das jetzt lernen, wie Excel funktioniert, wie Facebook-Werbeanzeigen funktionieren und nur das, dann gehe ich zu einem Spezialisten. Wenn ich aber so etwas wie ein ganzes Business aufbauen möchte, da gehören ja ganz, ganz viele Dinge dazu, da gehört ja so etwas dazu wie - manche Fragen mich: Wie melde ich denn ein Gewerbe an, was muss ich denn da reinschreiben in die Gewerbeanmeldung? Wie mache ich das denn mit dem Steuerberater? Wie mache ich das mit der Buchhaltung? Welchen Zahlungsdienstleister nehme ich denn da? Welchen E-Mail-Marketing-Dienstleister, welche E-Mails mache ich denn da in welche Reihenfolge? Wie erstelle ich denn auch ein Webinar? Was brauche ich denn für Equipment, wenn ich Videos machen will? Was ist da besonders wichtig? Wie sind denn die Einstellmöglichkeiten bei YouTube oder welche Beschreibung soll ich da reinbringen? Wie kann ich denn mich auf Social Media bekannt machen? Wie funktioniert Facebook, wie funktioniert Instagram, wie funktioniert TikTok oder so? All das kenne ich ja aus eigener Erfahrung. Wenn ich jetzt nur - es gibt Leute, die machen das schon länger, die sind länger auf TikTok meinetwegen oder machen das viel intensiver als ich. Wenn ich nur das lernen will, gehe ich zu einem Spezialisten, der kann dir aber nicht sagen, wie ich das ganze Unternehme aufbaue, wie ich mich selbst auch brande, wie ich Werbetexte - all die einzelnen Bestandteile, du kannst auch zu einem Spezialisten gehen, dann bist du aber, glaube ich, sehr viel Geld los, wenn du für jeden Bereich einen Spezialisten beauftragst. #01:04:14#

I: Ja, definitiv. Ich habe es versucht, es ist teuer. #01:04:20#

B: Ja, es ist teuer und du brauchst ja noch irgendein Element, was auch die verschiedenen Spezialisten miteinander übereinbringt. Du sagst, du bist technikaffin, es ist ja ganz oft so, dass z.B. in der Wirtschaft die Software-Entwickler eine Software entwickeln, die die Anwender gar nicht so brauchen oder die wollten etwas ganz anderes und die Kommunikation war fehlerhaft, weil jeder eine andere Sprache spricht. Du brauchst ja auch jemanden, der die Sprache beider Parteien kennt, oder jemanden, der weiß, was wie funktioniert und was gehen kann. Wie gesagt, ich bin z.B. kein Techniker, ich bin da auch auf Hilfe angewiesen, wenn es darum geht, dass da irgendwelche Dinge auf der Webseite programmiert werden oder irgendetwas Besonderes, was es in der Form nicht gibt. Aber mir braucht keiner zu sagen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Ich kann nicht alles selbst, aber ich kenne mich mit allem zumindest ein bisschen aus. #01:05:17#

I: Das finde ich sehr gut, ich glaube, daran führt auch kein Weg vorbei, man muss zumindest wissen, worum es geht, und auch wenn man es jetzt nicht völlig in der Tiefe weiß, was jetzt noch für Möglichkeiten ein Facebook-Marketing-Manager hat, muss man zumindest ein bisschen die Kenntnisse haben, aber auch ganz wichtig: Es kann sich entwickeln und wird sich dann auch entwickeln, wenn man das Interesse in dem Bereich hat, dann kommt man automatisch mit diesen Themen in Kontakt. Wir sind jetzt schon über einer Stunde, das tut mir leid, auch für den Zuhörer, der jetzt schon relativ lange dran ist. Ich würde jetzt an der Stelle - (Unterbrechung) Gut, ich bin eigentlich wunschlos glücklich, ich bin alle meine Fragen losgeworden. Jetzt wäre die Frage an dich: Hast du noch etwas, vielleicht einen Appell an jemanden, der sich gerade denkt: Mensch, das ist eigentlich eine richtig tolle Sache, ich möchte das auch machen, aber ich weiß es nicht, habe Selbstzweifel. Hast du noch eine Art von Appell, den du ganz gerne vielleicht an die Zuhörer senden würdest? #01:06:53#

B: Ja, ich glaube, dass prinzipiell Zweifler die besseren Coaches sind. Das sind diejenigen, die Verantwortung tragen, was ganz wichtig ist, glaube ich, auch im Zusammenleben, oder dass diejenigen auch potenziell sehr daran interessiert sind, anderen Menschen wirklich zu helfen. Dieser Selbstzweifel sollte nicht zu groß sein und diese Hürden, diese Fragestellungen, die man im Vorfeld vielleicht haben mag, ob technischer Art usw., die sind alle zu lösen. Wichtig ist, dass man bereit ist, diese kleineren Hürden, die es ja tatsächlich nur noch sind, zu überwinden, um etwas Großes in die Welt rauszubringen, denn man muss sich vorstellen: Das ist ein ganz tolles Gefühl, wenn man als Coach, als Berater oder wie auch immer man sich nennt, einem anderen Menschen wirklich aus einer Krisensituation geholfen hat, dass er dir sagt: "Du hast mein Leben verändert." Das ist ein ganz, ganz tolles Gefühl, und es lohnt sich, diesen Weg zu gehen. #01:07:54#

I: Tolles Schlusswort. Vielen Dank dafür, Sebastian. Dann bleibt mir im Prinzip eigentlich nur noch eine Sache, und zwar mich noch einmal zu bedanken, vielen Dank, und dich dann jetzt quasi in den Feierabend zu entlassen und dir noch einen schönen Abend wünschen. #01:08:09#

B: Ja, danke dir, es hat mir großen Spaß gemacht. #01:08:11#

I: Mir auch, vielen Dank, mach es gut, noch einen schönen Abend! #01:08:14#

B: Danke, bis dann, Stefan, tschau!

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