Amazon KDP

OBEP03: Tom Schmidt’s Rezept für ein erfolgreiches Amazon KDP Business

Shownotes zur Episode

Hallöle,

unter die Selfpublisher (also Menschen, die in Eigenregie Bücher veröffentlichen) zu gehen ist heute so einfach wie nie.

Wer im Besitz eines kostenfreien Amazon KDP Accounts ist, kann mit wenigen Klicks ein Manuskript und ein Cover hochladen. Die ISBN bekommt man von Amazon sogar geschenkt.

Das Ganze muss noch von Amazon freigegeben werden und danach kann auch sofort in E-Book oder Taschenbuch-Form von Millionen Amazon Kunden gekauft werden. Pro Verkauf gibt es einen Prozentsatz Tantiemen.

Vor 3-4 Jahren war das ein ziemlich sicherer Weg, unabhängig von irgendwelchen Qualitätsstandards über Amazon eine beträchtliche Anzahl Kröten 🐸dazuzuverdienen. So mancher hat sich in dieser Zeit mit mittelmäßigen Druckerzeugnissen eine goldene Nase verdient.

Diese Zeiten sind leider schon lange vorbei. Der Amazon KDP Markt ist erwachsener geworden. Der Qualitätsanspruch der Kunden höher.

Dadurch, dass die Eintrittsschranken in diesen Markt durch Amazon so niedrig sind, ist der Wettbewerb entsprechend hoch. Viele versuchen es, weil es eben nicht so schwer erscheint. Oft wird deswegen Amazon KDP als Online Business Modell auch totgesagt.

Bekanntlich aber leben Totgesagte 💀oft länger! Genau das ist bei Amazon KDP der Fall.

In diesem Interview habe ich Tom Schmidt zu Gast. Er verfolgt mit seinem Unternehmen Nomad Publishing den Approach auf Verlagsniveau zu publizieren. Ihm geht es um Qualität und die Idee, die als Wettbewerbsfaktor bei seinen Lesern punktet.

Seine Bücher, die er auch teilweise in Kooperation mit bekannten Coaches und Experten veröffentlicht, brauchen sich hinter der Qualität eines stationären Buchmarktes nicht zu verstecken.

Seiner Meinung nach, ist Amazon KDP als passive Einkommensquelle noch immer eine der besten Adressen für angehende Online Unternehmer.

Über Jahre hinweg, hat er Wissen in den verschiedenen Facetten der Nischenfindung, Buch Produktion, Outsourcing und Vermarktung angesammelt und perfektioniert.

Alleine bräuchte man viele (gescheiterte) Buchveröffentlichungen, um wissenstechnisch gleichzuziehen.

Auf seinem Youtube Kanal und seinen Coachings, gibt er dieses Wissen weiter. Ich habe selber ein Buch auf Amazon unter meinem Namen* veröffentlicht und sein Kanal war dafür Anlaufstelle Nr. 1.

Besonders gefallen hat mir dabei, dass Tom nicht nur populäre Themen (die meist irgendwas mit Cash 🤑 zu tun haben) behandelt, sondern auch über Dinge spricht, die ernsthafte Unternehmer unbedingt bedenken sollten. Stichwort Künstlersozialkasse. Oder wie viel Umsatz brauche ich, um davon Leben zu können? In der Instagram, BlingBling Welt, fehlt diese Perspektive oft.

Ihm ist es ernst mit seiner Sache. Das merkt man im Gespräch mit Tom realitiv schnell. Würde ich nochmal als Autor durchstarten wollen, wäre Tom meine erste Adresse für ein Coaching. Das kostet zwar Geld, spart aber mittel- bis langfristig enorm. Nicht nur Kosten, sondern auch Nerven.

Viel Spaß bei dieser Episode!

Euer Stefan

PS. Wenn du es eilig hast, lade doch die Zusammenfassung dieser Episode runter. Für alle, die es ganz ausführlich haben möchten, findet ihr weiter unten das vollständige Transkript der Episode.

OBEP03: Tom Schmidt's Rezept für ein erfolgreiches Amazon KDP Business

I = Stefan
B = Tom

I: Dann geht's los! Tom Schmidt, herzlich willkommen in meinem Podcast, ich freue mich heute sehr, dass du dabei bist. Ich habe einige spannende Fragen für dich vorbereitet. Du bist im Bereich Self-Publishing, Amazon, KDP unterwegs, da habe ich einige Sachen vorbereitet heute, um das Ganze auch den Hörern ein bisschen näher zu bringen, dieses Geschäftsmodell im Internet. Schön, dass du mit von der Partie bist. #00:00:26#

B: Ja, hallo Stefan, hallo an jeden Zuhörer, vielen Dank auch für die Einladung hier zum Podcast. Ich bin nicht so oft in Podcasts dabei, aber deine Herangehensweise, dein Projekt hat mich von Anfang an fasziniert und ich freue ich mich auf deine Fragen und freue mich natürlich auch, dieses Business-Modell euch ein wenig besser vorstellen zu können. #00:00:46#

I: Ja, darauf freue ich mich auch sehr, denn ich habe damit auch schon Erfahrung gesammelt und bin da immer ein Freund davon gewesen. Bevor wir allerdings richtig in die Themen einsteigen, würde ich dich gerne den Zuhörern ein bisschen vorstellen, so ein paar Informationen, die ich über dich gefunden habe. Da starte ich einfach einmal mit dem Thema: Du hast im Self-Publishing schon über hundert Bücher veröffentlich, und davon 85 Tausend verkaufte Einheiten, das ist schon beträchtlich. Ich denke, da kannst du es ja schon fast mit einem Verlag aufnehmen. #00:01:19#

B: Ja. #00:01:20#

I: Was zu lesen steht auf deiner Webseite, ist, dass du als Student quasi damit angefangen hast und in deinem Bachelor das Amazon-Publishing-Business gestartet hast und damit dann auch relativ schnell erfolgreich geworden bist, sodass dir das die Freiheit gegeben hat, auf dein Masterstudiengang zu "verzichten". #00:01:42#

B: Mhm. #00:01:44#

I: Mittlerweile hast du auf deinem YouTube-Kanal, wo ich auch schon relativ viele Videos gesehen habe, 4000 Follower, das ist schon ordentlich, und hast eine eigene Facebook-Community, wenn ich das richtig gesehen habe, mit über tausend Mitgliedern, die sich da austauschen zum Thema Self-Publishing. Naja, und so generell gesprochen bist du seit 2017 als digitaler Nomade in der Welt und hast schon 25 Länder bereist, wenn es nicht sogar mehr sind. #00:02:13#

B: Genau so sieht es aus. Natürlich, ein paar Zahlen sind nicht mehr ganz aktuell, gerade die Verkaufszahlen, die steigen natürlich von Tag zu Tag, aber das sind schon ungefähr die richtigen Rahmenbedingungen, wenn man sich meinen Kanal und mein Tun anschaut. #00:02:30#

I: Prima, dann würde ich, die Hörer, die die ersten drei Folgen schon mitbekommen haben, wissen das mittlerweile - ich mache immer ganz gerne zum Auflockern ein kleines Blitzlicht, das sind fünf Fragen, sehr knackig, kurz, die du einfach aus dem Bauch heraus beantworten kannst, um ein bisschen das Gefühl zu bekommen, was für eine Person da am Mikro sitzt. Ich starte einfach einmal los: Cola oder Pepsi? #00:02:57#

B: Coca Cola. #00:03:01#

I: Aha, okay. Berge oder Meer? #00:03:02#

B: Meer, ganz eindeutig. #00:03:05#

I: Ganz eindeutig, okay. Salziges oder süßes Popcorn? #00:03:09#

B: Süßes! #00:03:12#

I: Aha, okay. Star Wars oder Star Trek? #00:03:14#

B: Weder noch. #00:03:13#

I: Jetzt ist es gefährlich. Weder noch? Aha. #00:03:19#

B: Weder noch, ich habe beides nicht gesehen, ich bin kein großer Fan von solchen Fantasy-Sachen. #00:03:22#

I: Okay, damit ergibt sich nachher die Genre-Frage, welche Bücher du gerne liest, Science-Fiction. Das wäre nämlich tatsächlich auch die nächste Frage: Liebst du persönlich das Roman-Genre? #00:03:34#

B: Roman-Genre, ja ich lese sehr selten Romane, ich bin eher so der Krimi- und Sachbuch-Leser, muss ich ganz offen und ehrlich zugeben. #00:03:42#

I: Okay. Na gut, alles klar, dann haben wir diesen Punkt auch schon abgehakt und ich würde einfach einmal loslegen mit einer ganz allgemeinen Frage: Was macht eigentlich ein Self-Publisher? #00:03:57#

B: Ein Self-Publisher veröffentlicht Bücher, und zwar mehr oder weniger auf eigene Faust, das heißt ohne eigenen, was heißt ohne eigenen, ohne Verlag, das heißt, wir haben einmal die Verlag-Seite, die natürlich mit Autoren zusammen letztendlich ein Buch veröffentlicht und dort sehr viele Aufgabenbereiche dann für den Autor übernimmt, sodass der Autor sich letztendlich wirklich nur auf die Content-Erstellung konzentrieren kann. Und ein Self-Publisher macht mehr oder weniger alles selbst. Das heißt, von der Content-Erstellung bis hin zur Aufbereitung des Buches, Veröffentlichung, Marketing, alles, was da so mit dran hängt, und hat dann natürlich einen Haufen Arbeit auf der einen Seite, aber hat natürlich auch sehr, sehr viele Freiheiten, die er bei einem Verlag nicht hätte, kann auch deutlich mehr Geld verdienen, gerade prozentual gesehen, und das ist mehr oder weniger das, was ein Self-Publisher macht. #00:04:48#

I: Da ist natürlich die anschließende Frage daran: Warum wird man Self-Publisher? #00:04:53#

B: Das ist eine gute Frage, ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich würde mich nicht so richtig als klassischen Self-Publisher bezeichnen, weil ich meine Bücher oder die meisten meiner Bücher nicht selbst schreibe, ich bin eher so der Marketing-Typ, der sich darauf spezialisiert hat, Bücher auf Amazon zu positionieren und zu vermarkten, das heißt, ich bin ein großer Freund davon, andere die Bücher schreiben zu lassen, d. h. ich bin quasi eher so ein Zwischenpart, dass ich sage, ich bin schon fast wie ein kleiner Verlag, weil ich auch nicht selbst schreibe, sondern dann eher die andere Seite übernehme, die der Vermarktung und so weiter. Warum habe ich damit angefangen? Da bin ich ganz ehrlich: Um Geld zu verdienen. Ich bin nie der Autor gewesen, der Bücherwurm, der sich jetzt irgendwie selbst verwirklichen wollte oder so, ich habe dieses Business-Modell ausgetestet, weil ich mir ein Nebeneinkommen aufbauen wollte, und habe am Anfang auch keine Erwartungen gehabt. Das hat dann super funktioniert, sodass das natürlich dann mit der Zeit gewachsen ist, und mittlerweile ist es eine meiner größten Leidenschaften: Bücher zu vermarkten, anderen Leuten auch zu zeigen, wie sie Bücher vermarkten. Und ich bin da mehr oder weniger reingerutscht. #00:05:59#

I: Okay, wenn du von Büchervermarktung sprichst, dann wirst du wahrscheinlich eine relativ klare Idee davon haben, was ein erfolgreiches Buch ist. #00:06:10#

B: Mhm. #00:06:09#

I: Was war denn dein persönlich erfolgreichstes Buch, was du vermarktet hast? #00:06:13#

B: Ich muss natürlich immer dazu sagen, dass ich sehr, sehr oft kooperiere, das heißt, ich vermarkte nicht nur eigene Bücher, sondern auch häufig Bücher von Experten, Coaches, anderen Autoren usw., das erfolgreichste Buch, wie soll man das jetzt ausdrücken, hat auf jeden Fall über Zehntausend Euro im Monat an Profit gebracht. Ich bin immer sehr vorsichtig mit meinen Projekten, weil ich natürlich auch die Autoren erst einmal um ein Einverständnis erbeten beten, ob ich so etwas einfach herausposaunen soll usw., deswegen kann ich da nicht so viel zu sagen, aber es ist sehr, sehr erfolgreich gewesen damals, dieses Buch, im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, und auch heute noch am Markt als Kindle-Version, Taschenbuch-Version, Hörbuch-Version. Und da sind sehr, sehr viele Exemplare von verkauft worden. #00:07:05#

I: Du hast es gerade angesprochen: Kindle und Amazon. Auf deiner Webseite steht, dass Amazon keine Publishing-Businesses einer der Anfänge von diesen Business-Modellen, daher für viele ein super Einstieg in die digitale Business-Welt. #00:07:21#

B: Mhm. #00:07:22#

I: Also Amazon ist ja erst einmal ein riesiger Marktplatz, damit gibt es aber natürlich auch viel Konkurrenz, kann ich mir vorstellen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, neben Amazon Bücher zu veröffentlichen? #00:07:36#

B: Ja, gibt es sicherlich, also ich veröffentliche meine Bücher auch nicht nur auf Amazon. Ich habe natürlich auch versucht, nicht 100% von Amazon abhängig zu sein, Amazon hat auch seinen eigenen Kopf, als Unternehmer möchte man natürlich auch immer diversifizieren, das heißt, ich veröffentliche meine Bücher z.B. auch auf Thalia, iTunes, und wie sie alle heißen, Hugendubel, natürlich auch Audible, wenn man das jetzt nicht direkt zu Amazon zählen möchte, es gehört natürlich zu Amazon, aber einfach, dass man auch noch einmal von einer anderen Plattform Einnahmen generiert. #00:08:10#

I: Mhm, so jetzt klingt da natürlich mit, du schreibst ja selbst, es ist ein super Einstieg. Warum ist das ein super Einstieg, also was ist daran, ich sage einmal gerade für Anfänger so gut geeignet? #00:08:23#

B: Es ist letztendlich ein Business-Modell, in dem man sehr schnell und sehr leicht Fuß fassen kann. Das heißt, du kannst dieses Business-Modell und deine Bücher komplett erst einmal nebenbei aufsetzen, das heißt gerade für Leute, die jetzt berufstätig sind und sich überlegen, ich möchte mir irgendwie noch ein zweites Standbein aufbauen, ist das super möglich, d. h. man muss das Ganze nicht full-time machen. Dadurch, dass es natürlich auf Amazon basiert, ist es ein Online-Business, das heißt, wir können es natürlich auch von zu Hause aus machen, wir sind komplett ortsunabhängig, auch gerade für digitale Nomaden und so etwas ideal, und auch komplett zeitlich ungebunden, wir haben nicht irgendwelche Kundentermine und müssen irgendwo antanzen, sondern wir können das letztendlich betreiben, wann und wo wir wollen. Man braucht relativ wenig Startkapital und auch relativ wenig Vorwissen; du brauchst keinen Abschluss, du musst keine Facebook-Ads schalten können, du musst keine Website programmieren können, also dieses ganze Know-How darum herum ist relativ eingeschränkt, da kommen wir bestimmt nachher auch noch einmal dazu. Klar, auch auf Amazon muss man vermarkten können. Ja, was noch? Man kann sehr, sehr viel outsourcen, das ist auch immer ein wichtiger Punkt für mich, dass ich sage: "Hey, pass auf, ich schreibe meine Bücher nicht selbst, ich mache die Cover nicht selbst, ich lektoriere das nicht selbst." Und sogar Teile des Marketings kann man outsourcen, und wir sind letztendlich diese Personen, die das nachher alles nur noch zusammensetzen, auf Amazon hochladen und vermarkten. Warum das gerade für Anfänger so interessant ist, ist aber auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den ich immer wieder auch bei meinen Coaching-Clienten sehe, ist, dass man sehr, sehr schnell Resultate bekommt. Also Motivation und Disziplin sind die wichtigsten Sachen überhaupt, wenn man sich online etwas aufbauen möchte. Und bei Amazon Kindle ist es tatsächlich so, dass du heute dein E-Book veröffentlichen kannst und heute oder morgen, nach 24 Stunden, kannst du direkt den ersten Verkauf generieren. Das ist bei sehr, sehr vielen anderen Business-Modellen nicht so, du musst vielleicht zuerst eine Webseite bauen, die ranken muss auf Google, du musst dir irgendwo Ware einkaufen oder du musst dir erst einmal eine Audience aufbauen. Und auf Amazon hast du wirklich die Chance, von Anfang an Sichtbarkeit zu bekommen. Amazon ist eine riesen Plattform mit Millionen von Kunden, und dort kannst du über SEO, aber auch über z.B. Advertising-Maßnahmen, das heißt bezahlte Werbeanzeigen, direkt diese Sichtbarkeit bekommen. Und es ist natürlich, auch wenn viele das immer gar nicht richtig glauben wollen, nahezu passiv. Also sobald man einmal ein Projekt einmal vernünftig aufgesetzt hat, verkauft sich das mehr oder weniger automatisiert, das heißt, Amazon wickelt diesen kompletten Prozess für dich ab, du musst dich nicht darum kümmern, dass Kunden das Ding kaufen können, du musst dich um die Bestellabwicklung, Zahlungsabwicklung nicht kümmern, um den Support, um Retouren, das macht alles mehr oder weniger Amazon. Das einzige, was wir machen müssen, ist, unser Listing weiter optimieren, unsere Werbeanzeigen im Blick behalten, deswegen würde ich sagen, nicht 100% passiv, vielleicht 95%. #00:11:12#

I: Da ist natürlich für mich die Frage, jetzt einmal ganz naiv gesprochen, ich habe mich schon ein bisschen mit dem Thema beschäftigt in der Vorrecherche, ich weiß, was da alles geht. Aber vielleicht für den Zuhörer noch einmal: Welche Produktionsschritte kann man bei der Erstellung eines Buches ganz konkret auslagern? #00:11:29#

B: Alles beginnt ja mehr oder weniger erst einmal damit, abzuchecken natürlich, ob eine lukrative Nische besteht, als ob du irgendwo auch Potenzial hast, das ist ein häufiger Fehler von Leuten, dass sie einfach blind darauf los publishen und dann merken: "Oh, es gibt gar keine Nachfrage für mein Produkt", das einmal vorausgesetzt, dann beginnt die Erstellung der Bücher. Da kann man die komplette Texterstellung auslagern, es gibt spezielle Texter, die sich darauf spezialisiert haben. Ich muss auch dazu sagen, es gibt sehr, sehr viele Leute in diesem Markt, die wirklich billig Bücher, billig E-Books auf sehr, sehr niedrigem Niveau publishen, da bin ich nicht der Verfechter von, ich positioniere mich wirklich sehr klar und sage: "Hey, pass auf, wir wollen schon fast auf Verlags-Niveau veröffentlichen, das heißt, wir wollen mit unseren Büchern natürlich auch einen riesen Mehrwert bringen, den Kunden einen riesen Mehrwert liefern, und das geht natürlich nur, wenn wir mit Experten kooperieren und Experten in einer bestimmten Nische uns dieses E-Book schreiben. Das ist zum Beispiel eine Sache, die wir komplett auslagern können. Was wir dann auslagern können, ist im nächsten Schritt ein Lektorat, dass dieses Buch auch vollkommen fehlerfrei ist und sich schön lesen lässt. Dann der Buchsatz, das ist mehr oder weniger das Buch-Layout also so, wie es nachher auf dem Kindle-Reader zu sehen ist oder auch als gedrucktes Buch, das kann man outsourcen. Dann die komplette Cover-Erstellung, auch das kann man sehr günstig zum Teil an ausländische Designer auslagern, ich habe mittlerweile meine deutschen Designer, die sind dann etwas teurer, haben auch manchmal, oder sehr, sehr häufig, höhere Qualität und einfachere Kommunikation. Dann, was können wir noch auslagern? Wir können sogar theoretisch den kompletten Launch auslagern, auch da gibt es bestimmte VAs, die einem da unter die Arme greifen, das heißt auch gerade so im Rezensionsmanagement: Wie generiere ich die ersten Rezensionen? Dann der komplette Bereich "Amazon Advertising", den können wir entweder auslagern an Agenturen, wir können auch bestimmte Tools nutzen, es gibt mittlerweile Tools, die automatisiert deine Werbeanzeigen managen, teilweise sogar auf künstliche-Intelligenz-Basis usw. Ich bin da nicht so ein riesen Freund von, ich bin immer noch der Meinung, da muss schon jemand dahinter sitzen, der auch darüber nachdenkt, was er da macht. Also klar, Zahlen und Fakten kann man sehr, sehr gut über Algorithmen auch lösen, aber dieses Gesamtbild sieht so eine künstliche Intelligenz meist nicht, deswegen bin ich da nicht so der große Fan von. Und gerade alles, was Vermarktung angeht, also auch gerade der externe Traffic, Traffic aufbauen über Pinterest, über die eigene Website, auch so etwas kann man natürlich alles auslagern. Das ist alles ein Kann, kein Muss, kostet natürlich auch alles Geld, das heißt, man muss natürlich schauen: Wie viel Budget habe ich für mein Buch-Projekt? Was kann ich selbst machen, worin habe ich eine Expertise? Ich bin immer ein großer Freund davon, zu sagen: "Hey, pass auf, mache bitte nicht alles selbst." Also manche Leute versuchen dann, ihr Cover selbst zu machen über Paint oder Canva oder was auch immer. Das kann manchmal ganz gut gehen, aber bei der Mehrheit der Leute sieht es einfach nicht professionell genug aus, und das funktioniert einfach heutzutage auf Amazon auch nicht mehr. #00:14:37#

I: Also das heißt, du sagst im Prinzip: Wer jetzt Bücher vermarkten möchte, seine eigenen Buchideen vielleicht vermarkten möchte, da mit Autoren kooperiert, der kommt an einem gewissen Qualitätsanspruch auf der Plattform Amazon nicht mehr vorbei. #00:14:56#

B: Richtig, also wenn er wirklich erfolgreich verkaufen möchte, dann muss er schon ordentlich etwas leisten. Ich habe 2016 gestartet, da konntest du mehr oder weniger alles hochladen, das hat schon irgendwie funktioniert, irgendwelche 5-Dollar-Fiverr-Cover, sehr, sehr kurze E-Books für teilweise nur drei, vier Euro, das hat alles super funktioniert. Mittlerweile ist mein Anspruch, besser zu sein als die Verlagsbücher, denn mit denen stehen wir auch auf Amazon in Konkurrenz, auch die sind dort vertreten. Wir haben allerdings als Self-Publisher auf Amazon den großen Vorteil, dass wir wirklich alles auf Amazon ausrichten können, die komplette Vermarktung. Wir können wirklich alles auf den Amazon-Algorithmus ausrichten, was die Verlage nicht können, denn die haben auch noch den stationären Handel, die müssen ihr Buch auch so darstellen, dass der Leser es dort wahrnimmt im Schaufenster oder im Store, das in die Hand nimmt usw., das heißt, es sieht in der Regel auch in der Optimierung auch komplett anders aus als bei jemandem, der nur auf Amazon veröffentlichen möchte. #00:15:55#

I: Verstehe so weit. Um einmal aus der eigenen Erfahrung zu sprechen: Ich habe, das war vor einem Jahr ungefähr oder anderthalb Jahren, ein Buch tatsächlich zum Thema Geld verdienen im Internet - auch ein Thema, wo es fast gar keine Bücher zu gibt - gekauft, und das Buch war so schlecht, also ich schreibe tatsächlich fast gar keine Rezensionen, aber das war wirklich so schlecht, das war voller Fehler, ich glaube, das war einfach eine Rich-Text-Datei, die man da hochgeladen hat, da waren gar keine Formatierungen drin. Ich habe mich da als Kunde wirklich in dem Moment ein bisschen vereimert gefühlt, das ist natürlich dann wahrscheinlich das untere Ende der Skala. Du sagst, so etwas funktioniert heutzutage eigentlich nicht mehr? #00:16:42#

B: Richtig, es ist natürlich schade, also man muss auch dazu sagen, von Amazon gibt es da sehr, sehr wenig Qualitätskontrolle, das heißt, man kann mehr oder weniger sagen, jeder kann wirklich alles dort hochladen. Das soll jetzt kein Aufruf sein, aber theoretisch kannst du da allen möglichen Schrott schreiben. Das Problem am Marketing ist natürlich auch, wenn du im Marketing stark bist, kriegst du so etwas dann an den Mann, an die Kunden, und so etwas ist dann eher so eine nachhaltige Sache, dass dann natürlich irgendwann die negativen Rezensionen kommen, wenn du dort so einen Schrott hochlädst, und dann wird dein Buchprojekt sich auch nicht lange verkaufen, denn jeder kennt wahrscheinlich diese Amazon-Bewertung, der Kunde kauft natürlich nur, wenn du eine vernünftige Bewertung hast, wenn da auch Social Proof dahinter ist, und Bücher, die schlecht bewertet werden, verkaufen sich einfach nicht, also alles, was unter vier Sternen ist, hat eigentlich gar keine Chance mehr, vernünftig zu verkaufen. #00:17:34#

I: Okay, und wenn man jetzt davon ausgeht, dass man die dem eigenen Budget entsprechende, bestmögliche Qualität anbringt: Was wäre denn ein Budget, wo du sagen würdest, wenn man jetzt nicht selbst schreibt und auch nicht selbst das Cover gestaltet, was wäre denn der Wert für das Budget, welchen man auf jeden Fall mitbringen müsste? #00:17:58#

B: Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Es ist eine sehr komplexe Frage, da natürlich sehr viele Bereiche dort beteiligt sind, Texterstellung, Marketing usw., und da gibt es natürlich immer "von bis", also es kommt immer darauf an, was nimmst du denn für ein Cover-Designer, nimmst du da jemanden von Fiverr oder nimmst du jemanden aus Deutschland, das ist ein riesen Unterschied. Ich sage mal so: Wer wirklich für unter 1000 Euro etwas veröffentlichen möchte, der wird es heutzutage tatsächlich schwer haben, denn wenn wir uns vorstellen, ein vernünftiges Buch, ich sage jetzt einmal, ein vernünftiges, gedrucktes Buch, ein Ratgeber, der hat schon sein Minimum mit 150, 200 Seiten, sonst sieht das eher aus wie die Apotheken Umschau, das heißt, das sind dann im Umfang mindestens 25 bis 30 Tausend Wörter, und allein, wenn du das auslagerst zu halbwegs vernünftigen Preisen bei den Ghostwritern, dann bist du allein damit schon bei ungefähr tausend Euro, sagen wir einmal 800 bis 1000 Euro, dann brauchst du noch ein Cover, musst ein bisschen etwas vermarkten, also unter tausend Euro würde ich keinem empfehlen, eher so tausend bis zweitausend Euro, ich habe auch schon Projekte gehabt, die dann deutlich teurer waren, aber das würde ich auch den Anfängern nicht empfehlen, weil man natürlich auch erst einmal den Proof haben muss, funktioniert das Business-Modell für mich überhaupt, bevor man da jetzt riesen Summen rein investiert. #00:19:16#

I: Das ist ein wichtiger Punkt, das, muss ich auch sagen, schätze ich sehr an dir und das, was du auf deinem Kanal auf YouTube dann machst, du sprichst da auch viel von den realistischen Zahlen, man hört im Internet ja viel mit "Ach, es ist ja leicht, im Internet Geld zu verdienen, einfach auf Amazon etwas Selbstgeschriebenes hochladen, das verkauft sich dann wie geschnitten Brot", aber das ist es an der Stelle nicht, sondern es muss schon einen gewissen Qualitätsanspruch haben, weil sich das ja auf Amazon auch entwickelt hat, also ich würde so ein Buch, was ich damals gekauft habe, nie wieder kaufen, und wenn ich schon irgendwie das rieche, würde ich gar nicht erst zu dem Buch greifen. Da würde mich auf der einen Seite interessieren: Wie wählst du denn deine Dienstleister aus, was sind denn die Kriterien daran, die du da anlegst? #00:20:04#

B: Das ist eine sehr gute Frage, viel ist natürlich die Erfahrung, man muss sehr viel probieren. Ich habe zum Beispiel Texter, mit denen ich jetzt schon seit zwei, drei Jahren zusammenarbeite, da habe ich einfach den Proof, die machen einen super Job, da kamen langfristig keine negativen Bewertungen rein, eher positive usw. Das ist am Anfang eher schwierig, gerade wenn man keine Erfahrung hat. Dort würde ich dann eher danach gehen: Wenn wir jetzt z.B. im Bereich Texterstellung sind, was haben sie für Referenztexte? Haben sie in dem Bereich, in dem du ein Buch auslagern möchtest, überhaupt eine Expertise oder zumindest eine große Affinität? Da muss man natürlich auch noch einmal unterscheiden: Möchte ich jetzt vielleicht einen Ratgeber zum Thema Selbstliebe veröffentlichen, ein eher softes Thema, oder möchte ich einen Ratgeber oder ein Lehrbuch veröffentlichen zum Thema Kernphysik. Da ist viel mehr Expertise gefragt, das wird natürlich deutlich schwerer, in diesem Bereich dann jemanden zu finden, der da halbwegs etwas abliefern kann, was überhaupt den Erwartungen der Kunden entspricht. Das heißt, das ist natürlich sehr, sehr schwer und auch ein bisschen abhängig von der Nische, die du wählst. Dann gibt es dort auch verschiedene Plattformen, bei denen es auch eine Art Social Proof gibt, das heißt, jeder, der dort einen Auftrag abschickt, kann dort teilweise dann auch die Dienstleister bewerten, z.B. die Arbeit des Designers, die Arbeit des Texters, des Lektors, es gibt immer eine Einsicht, was die für ein Portfolio haben, was haben sie schon für Projekte gemacht, wie hoch ist die Storno-Rate usw. Und wenn ich auch noch einmal so einen Tipp raushauen kann: Gerade im Bereich der Texterstellung rate ich jedem, dass er sich einfach einmal einen Probetext von dem jeweiligen Texter holt, da kann man nämlich schon einmal sehr schön sehen: Wie arbeiten sie allgemein, wie ist der Text inhaltlich, wie ist er auch von der Rechtschreibung, wird auch zu einer gewissen Deadline das Ganze eingereicht? Wie zuverlässig sind sie, wie gut sind sie in der Kommunikation, gehen sie auch auf die Wünsche ein, die du dann in der Instruierung mitgibst usw.? #00:22:06#

I: Super spannend, auch vor allem gerade die Instruierung stelle ich mir da an der Stelle auch des Öfteren einmal etwas schwierig vor, weil es auch immer ein bisschen den Konflikt berückt, zu sehr die eigene Meinung oder die eigene Recherche demjenigen, der es am Ende schreiben soll und der vielleicht wirklich der Experte ist, aufzudrücken, und dass er dann sich womöglich gezwungen fühlt, etwas zu schreiben, was er eigentlich gar nicht so schreiben würde. Also wo fängt der kreative Freiraum da an der Stelle an bei einem Ghostwriter, ist so eine Frage, was meinst du dazu? #00:22:43#

B: Also grundsätzlich würde ich jedem erst einmal dazu raten, dass er zumindest versucht, den absoluten Experten in einem Bereich für sein Buchprojekt zu gewinnen, denn dann hast du wirklich die Sicherheit, das was die Person dort schreibt, hat Hand und Fuß. Das ist natürlich nicht immer möglich, nicht in jedem Bereich findest du jemanden, der auch Lust auf so ein Projekt hat, der vielleicht auch Lust hat auf eine Kooperation und so weiter. Ich sage es einmal so: Je komplexer die Nische, desto weniger würde ich selbst instruieren. Je weniger du Plan von der Sache hast, desto mehr würde ich mich dort zurückhalten und dir lieber jemanden suchen, der sich in dem Bereich auskennt, also dass der Ghostwriter dann wirklich den kompletten roten Faden einmal durchzieht, die Gliederung erstellt, sich eigenständig Quellen heraussucht usw. Und das gilt auch für jeden anderen Bereich, also auch beim Cover-Design sehe ich immer wieder den Fehler, dass die Leute einfach ihre eigene Meinung zu stark einbringen. Das ist auch eine Sache, auf die ich z.B. in einem Coaching sehr achtgebe, dass ich den Leuten sage: "Es interessiert nicht, ob mir dein Text gefällt, ob dir dein Cover gefällt, es interessiert nur, ob der Zielgruppe das alles gefällt." Das heißt, wenn wir durch den kompletten Veröffentlichungs-Prozess gehen, dann holen wir uns immer das grüne Licht von der Zielgruppe. Wir arbeiten sehr, sehr eng mit der Zielgruppe zusammen und testen dort unsere Titel, unser Konzept, unseren Text, unsere Keywords, alles Mögliche. #00:24:06#

I: Ja, das ist ein super wichtiger Punkt für die Zuhörer, die Episode 1 mit Jan Doering gehört haben, auch da ging es um Prouct Launches und auch da haben wir schon festgestellt, dass man letztendlich die Produkte, und ein Buch ist letztendlich - digital oder gedruckt - auch ein Produkt, zusammen mit der Zielgruppe entwickelt werden sollten, um in dem Buch auch das zu liefern oder die Fragen zu beantworten, die Probleme zu lösen, die konkret der Zielgruppe entsprechen und von der auch gestellt wird. Das stelle ich bei mir selbst immer wieder fest, wenn mir selbst etwas gefällt, muss das noch lange nicht bedeuten, dass es jemand anderem an dieser Stelle gefällt. Und es zählt tatsächlich aus meiner Perspektive nicht, wenn ich ein Buch schreibe, dass mir das gefällt, sondern es muss am Ende, das Cover, der Text, die Formatierung, muss der Zielgruppe an der Stelle gefallen. Denkst du, es ist eine Falle, in die Viele tappen? #00:25:01#

B: Ja, absolut. Also so eine gewisse Distanz zum eigenen Projekt aufzubauen, ist ultra wichtig, gerade solche Autoren, die ihr Buch selbst schreiben, betrachten ihr Projekt häufig als ihr Baby. Die haben wirklich Monate teilweise damit verbracht, und jetzt kommt irgendein Designer daher, macht irgendein Cover und sie denken sich: "Nein, das habe ich mir ganz anders vorgestellt", oder "das ist noch nicht genau das, was ich möchte." Darauf kommt es aber nicht immer an, d. h. wir versuchen wirklich, uns komplett von diesem Bereich zu entkoppeln und wirklich rein auf die Zielgruppe einzugehen und das wirklich mit dem Zielkunden zu testen, natürlich auch so zu testen, dass das auch eine Aussagekraft hat, das setzt natürlich auch voraus, dass man seine Zielgruppe kennt und auch wirklich nur diese Zielgruppe befragt und auch so viele Antworten sammelt, dass es auch statistisch gesehen eine gewisse Aussagekraft hat, sonst macht das alles keinen Sinn. Auch das erlebe ich immer wieder, dass ich den Leuten sage, "Hey, geh' einmal auf deine Zielgruppe zu", und dann werden da so große Fehler gemacht, dass es einfach dann keine Aussagekraft hat und das ist dann natürlich auch gefährlich. Aber wenn man das wirklich so macht, dass man sehr, sehr eng an der Zielgruppe arbeitet, dann kann man wirklich eine sehr hohe Erfolgswahrscheinlichkeit schon fast prognostizieren. #00:26:12#

I: Spannender Punkt, noch einmal zurück zur Zielgruppe. Jetzt nehme ich einmal an, jetzt hört jemand diesen Podcast und findet dieses Thema total spannend, zurecht, und denkt sich, damit lege ich auch los. Erst einmal ist es natürlich relativ vielschichtig, vielleicht schreibt man auch einmal alles selbst, aber spätestens ab dem Punkt, wo es darum geht, seine Ideen zu testen, braucht es ja in gewisser Weise ein Netzwerk. Wie sind deine Erfahrungen? Wo finden Anfänger dieses Netzwerk, um ihre Produktideen, ihre Buchideen, Texte, Cover-Gestaltung, all so etwas zu testen, wo findet man so etwas? #00:26:57#

B: Das ist komplett unterschiedlich, es hängt natürlich auch von der Zielgruppe ab. Ich gebe jetzt einmal Beispiel, wenn du jetzt ein Grillbuch veröffentlichen möchtest und verschiedene Titel oder Cover testen möchtest, dann ist es ja relativ einfach dort in den Kontakt mit den Leuten zu treten, das kannst du über Social Media machen, gib einfach einmal auf Instagram ein "#Grillen", da findest du wahrscheinlich tausende Leute, die gerade ihre Bratwurst posten, das ist deine Zielgruppe, diese Leute kannst du kontaktieren und kannst sie befragen: "Hey, pass auf, wie findest du mein Cover?", und hast natürlich gleich den Vorteil, dass du eventuell auch gleich ein paar Leser für dein Projekt gefunden hast, die dir Feedback geben, nicht nur zum Cover, sondern vielleicht auch nachher eine Rezension auf Amazon usw. Es gibt natürlich auch Nischen oder Bereiche, in denen das deutlich schwerer ist, auch da gebe ich immer das Beispiel, wenn jemand Depressionen hat oder was im Bereich "Trauma heilen" oder so etwas macht, das ist natürlich sehr, sehr deep und das ist natürlich auch so ein Bereich, das legt man nicht so nach außen, da ist man nicht direkt in irgendeiner Facebook-Gruppe, auf Instagram unterwegs usw., das heißt, man muss natürlich erst einmal seine Zielgruppe finden, durch das Internet ist das fast in allen Bereichen möglich. Gerade in Social Media, irgendwelchen Foren, es gibt mittlerweile auch Anbieter, dort kannst du tatsächlich gerade Buchcover gegeneinander testen, es gibt so Anbieter, die machen für dich die Marktrecherche, das ist ziemlich teuer. Was man z.B. auch machen könnte, ist, dass man Paid Ads nutzt: Facebook Ads, Pinterest Ads, Instagram Ads, dort einfach visuelle Elemente im Split Test gegeneinander testet, auch da natürlich seine Zielgruppe anvisiert, das ist ja über Facebook oder alle Anbieter durchaus möglich, dass man da über Interessen filtert, über bestimmte demographische Sachen usw. und dass man z.B. über die Click-Rate dann schaut, welches meiner Buchcover funktioniert am besten usw. Das sind natürlich so Strategien, die sind dann ziemlich advanced, muss ich auch dazu sagen. Wichtig ist am Anfang, glaube ich, überhaupt erst einmal seine Zielgruppe aufzuspüren und sich mit ein paar Leuten auszutauschen. Und, da auch noch einmal als Tipp, auch die Meinung einer Einzelperson nicht überzubewerten. Auch das sehe ich immer wieder, dass meine Coaching-Clienten versuchen, irgendetwas zu validieren, und wirklich viele, viele z.B. Umfrageergebnisse bekommen, 50, 60, teilweise 100 Umfrageergebnisse, und dann postet irgendeine Person: "Nein, ich würde den Titel einmal komplett umdrehen, sodass der Untertitel vorne steht und der Haupttitel hinten", nach dem Motto, und dann stellen die ihr komplettes Ergebnis infrage, nur weil eine Person das sagt. Also auch bitte nicht verunsichern lassen, zu stark, von Einzelmeinungen. #00:29:43#

I: Also wie gesagt: Super spannend. Ich würde ganz gerne einmal auf einen Punkt, den du schon mehrfach genannt hast, bei dem bei mir auch damit alles steht und fällt, und du hast schon des Öfteren von der Nische gesprochen. Vielleicht ganz kurz für den Hörer, der das noch nicht alles so kennt mit Nischen und noch nicht so tief drin ist: Was verstehst du genau unter einer Nische? #00:30:06#

B: Eine Nische ist letztendlich eine Problemlösung für ein bestimmtes Problem einer bestimmten Zielgruppe. Also es gibt Leute, die haben ein Problem, und die suchen für ihr Problem eine Lösung. Einmal ein Beispiel: Jemand hat Fußpilz und sucht jetzt auf Amazon ein Buch "Fußpilz bekämpfen" und möchte damit sein Problem lösen, weil er Fußpilz hat, und sucht nach einer Lösung. Lösungen können natürlich auch so aussehen, dass man Hunger hat und sich etwas kochen möchte, Kochbuchbereich. Oder jetzt haben wir gerade die Corona-Zeit, alle Leute sitzen mit ihren Kids zuhause, niemand kann in die Kita und die Kinder wollen irgendwie beschäftigt werden, wie mache ich das? Okay, schaue ich einmal auf Amazon: Kinder beschäftigen, Malbücher usw., also es gibt ein sehr breites Spektrum, das ist der Non-Fiction-Bereich, den sehr viele Leute bedienen, weil man so etwas relativ einfach umsetzen kann. Dann gibt es natürlich auch den Bereich der Belletristik, da haben wir jetzt nicht direkt ein Problem, sondern eher den Unterhaltungsbereich, auch da gibt es verschiedene Nischen: Krimis, es gibt Kurzgeschichten, Erotikbereich, Romane usw. Das sind letztendlich Nischen und da muss man natürlich auch immer direkt abgrenzen: Einmal den Unterschied zwischen einem Themenbereich und einer Nische. Zum Beispiel kommen dann viele Leute und sagen: "Hey, Tom, ich habe jetzt hier eine super Nische gefunden, die Nische heißt Gesundheit." Gesundheit ist für mich ein sehr, sehr großer Themenbereich, in dem es sehr unterschiedliche Probleme gibt, die man lösen kann, d. h. da sollte man schon deutlich spezifischer sein. #00:31:36#

I: Genau, du hast jetzt gerade gesagt, die verschiedenen Bereiche, und hast auch Belletristik genannt und die Ratgeber. Es ist für mich die Frage: Verhalten sich auf Amazon am Markt Ratgeber genauso wie auch ein Liebesroman? #00:31:57#

B: Es kommt natürlich darauf an, wie du Verhalten definierst, aber es gibt schon sehr, sehr große Unterschiede. Erst einmal gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Medium an sich, gerade im Bereich Fiction, Belletristik geht sehr, sehr viel über das E-Book. Da gibt es, vielleicht habt ihr davon auch schon einmal gehört, ein Programm, das nennt sich Kindle Unlimited, dort hat man die Möglichkeit, quasi ein Abo-Modell abzuschließen wie bei Netflix oder Spotify und dann so viele E-Books sich herunterladen zu können, wie man möchte. Das nutzen sehr, sehr viele Leute, kostet zehn Euro im Monat, und sehr viele Leute ziehen sich da haufenweise Romane und Krimis und so weiter. Das heißt, in diesem Bereich geht tatsächlich sehr viel über das E-Book und auch sehr viel über diese Ausleihen. Im Non-Fiction-Bereich, gerade beim Ratgeber, überwiegt der Taschenbuchanteil, d. h., ich kann euch mal ein paar Zahlen nennen: Ich mache z.B. Minimum 80% mit meinen Taschenbüchern, mit der Print-Auflage, E-Books sind vielleicht 10% und Hörbuch vielleicht auch noch einmal 10%. Da muss man aber dazusagen, der Hörbuchmarkt wächst gerade rasant in Deutschland, vielleicht kennt ihr das auch, ich bin in Berlin und überall in den U-Bahnen usw. macht Audible gerade richtig krass Werbung, das heißt, ich glaube, auch dieser Bereich wird noch einmal krass wachsen auf dem deutschen Markt, im US-Markt ist es schon sehr, sehr groß. Ja, das ist zum Beispiel eine Sache, die sehr, sehr unterschiedlich ist, dann aber auch das Kaufverhalten an sich einfach, dass man natürlich im Bereich der Belletristik auch die Möglichkeit hat, Buchreihen zu bringen. Das heißt, man hat Roman 1, der Leser liest Roman 1, ist angefixt, ist heiß auf deine Story und möchte dann natürlich auch Roman 2 und Roman 3 lesen. Dort gibt es verschiedene Strategien, wie man dann seine Bücher vermarktet, häufig hat man dort ein Einstiegsprodukt, was sehr günstig ist, was man teilweise für 99 Cent herausgibt oder sogar kostenlos. Die Leute kommen dann rein in deine Story und müssen sich dann aber Buch 2, Buch 3, Buch 4 kaufen, und darüber wird dann das eigentliche Geld verdient. Und da ist es auch viel, viel wichtiger, sich da eine Leserschaft aufzubauen, eine E-Mail-Liste usw., während man im Bereich Non-Fiction auch gut und gerne einmal einen Ratgeber veröffentlichen kann, der vollkommen isoliert ist, ohne Reichweite, ohne Branding, und kann dann auch sein Geld verdienen, das ist da nicht so wichtig. Das, würde ich sagen, sind so die größten Unterschiede zwischen Non-Fiction und Fiction. #00:34:28#

I: Das hast du ja gerade gesagt, ein Ratgeber lässt sich dann auch ohne viel Vorarbeit schreiben. Jetzt gehen wir einmal vom Beispiel aus, ich suche mir einmal eine ganz abstruse Nische: Veganes Grillen auf dem Balkon. Das soll jetzt meine Nische sein, wie würdest du raten, sollte man diese Nische jetzt quasi, angenommen ich bin jetzt Hobby-Griller oder Hobby-Koch und will dieses Buch jetzt schreiben oder vermarkten, wie würdest du jetzt quasi diese Nische bewerten, was sind die Kriterien da für dich? #00:35:01#

B: Also das Hauptkriterium, und auch das ist wieder ein großer Bereich, den so viele Leute verkehrt machen, da blutet mir teilweise das Herz, ist die Nachfrage. Du brauchst eine Nachfrage für dein Thema auf Amazon. Es gibt so viele Leute da draußen, die schreiben die besten Bücher der Welt und investieren da teilweise Jahre für ihr Buchprojekt, hauen das dann auf den Markt und merken: Oh, kauft gar keiner, oder kaufen nur drei Leute pro Monat. Ja, weil es einfach keine Nachfrage dafür gibt. Auf der anderen Seite kommt irgendjemand daher, der ein bisschen Ahnung von Marketing hat, untersucht das, haut einen Schrott-Ratgeber raus und verkauft mehr als die andere Person, ganz einfach, weil er verstanden hat, wie das Game funktioniert, so nach dem Motto. Im ersten Schritt erst einmal quantitativ untersuchen: Gibt es eine Nachfrage für diesen Bereich? Wie mache ich das? Da haben wir einen großen Vorteil bei Amazon, denn Amazon zeigt über den sogenannten Verkaufsrang, das heißt, jedes Buch hat einen Verkaufsrang, wie viele Exemplare verkauft werden, nicht direkt, aber es gibt Tools, mit denen man quasi diesen BSR, diesen Verkaufsrang, umwandeln kann in tatsächliche Sales pro Monat, und da kann man schon einmal sehr gut vorher analysieren: Okay, wie viel verkaufen denn meine Konkurrenten oder meine zukünftigen Konkurrenten? Und ich kann dann schon so ungefähr abschätzen: "Aha, okay, da kann man vielleicht 100 Exemplare pro Monat verkaufen, in dieser Nische 50, in der vielleicht 1000", das ist so der erste Schritt. Das heißt, die Nachfrage muss einmal da sein, und dann im zweiten Schritt muss ich auch analysieren: Habe ich eine Chance dort Fuß zu fassen? Habe ich das Potenzial, irgendetwas besser zu machen als meine Konkurrenz? Ich rede immer von der qualitativen Analyse, d. h. ich schaue mir dann an: Gibt es irgendetwas bei den Konkurrenten, was ich deutlich besser machen kann? Das kann der Titel sein, das Cover, die Inhalte, die Beschreibungstexte, auch auf der Preisebene, kann ich vielleicht gleiche Qualität zu günstigerem Preis anbieten, kann ich an der Vermarktung etwas besser machen, schaltet mein Gegenüber überhaupt Werbeanzeigen usw., das kann man alles im Vorhinein analysieren, und wenn man das mit einem gewissen System macht, kann man wirklich prognostizieren, dass man dann auch Erfolg hat. Die Trefferwahrscheinlichkeit von mir und meinen Coaching-Clienten ist deshalb so groß, weil wir im Vorhinein schon versuchen, das Risiko zu minimieren, indem wir diese ganzen Punkte einmal analysieren, und dann weiß ich: A) es gibt sehr viel Nachfrage für diesen Bereich, B) die Konkurrenz ist einfach schwach unterwegs, das kann ich viel, viel besser machen. Und wenn ich in einer Nische bin, in einem Markt, in dem ich ein besseres Produkt habe als die Konkurrenz, dann ist es einfach nur logisch, dass die Leute es kaufen werden, unter der Voraussetzung, dass ich natürlich auch die Sichtbarkeit habe. #00:37:39#

I: Das hast du gerade gesagt, eine Nische zu finden, ist das eine, jetzt ist es aber für mich ein bisschen schwierig zu verstehen, jetzt nehmen wir einmal an, ich habe die Nische gefunden, die Bewertung ergibt, es ist eine sehr gute Nische. Jetzt gibt es viele Leute, und wie gesagt, ich habe mich mit dem Thema ja auch schon einmal beschäftigt, die auch auf dieser Nischensuche sind. Und mein persönlicher Eindruck war, dass sobald sich eine solche Nische auftut, also jetzt z.B. Resilienz oder Resilienz im Berufsleben, dass dann auch relativ schnell versucht wird, diese Nische zu besetzen. Jetzt ist für mich die Frage, man geht ja automatisch dann in so eine Art Wettlauf rein, und da spielt ja eine Rolle: Wie lange darf es dauern, ein Produkt einfach in eine solchen Nische mit reinzubringen, bevor die Nische womöglich so stark frequentiert ist, dass man da selbst für seine Vermarktung gar keine Sichtbarkeit mehr bekommt? Verstehst du, was ich meine? #00:38:44#

B: Ja, mit dieser Fragestellung setzt du aber schon voraus - einen ganz wichtigen Punkt vernachlässigst du mehr oder weniger und zwar, dass wir natürlich versuchen wollen, besser zu sein als die anderen. Wenn wir besser sind als die anderen, dann ist total egal, wie viele noch nach uns kommen, das heißt, da macht dann dieser Zeitfaktor gar keinen wirklichen Sinn. Klar, es gibt immer diesen First Mover Advantage, dass man, wenn man zuerst in einer Nische ist, natürlich auch die Möglichkeit hat, gegebenenfalls die komplette Nachfrage abzusahnen usw., aber ich habe versucht, mich von dem Gedanken komplett zu lösen, indem ich sage: "Hey, pass auf, ich mache Produkte, die einfach deutlich besser sind als die klassischen Self-Publishing-Produkte, ich mache vor allem auch Produkte, die eigenständig sind, die man nicht kopieren kann." Wie kann man so etwas machen? Indem man eine eigenständige Positionierung hat, indem man eigenständige Cover-Konzepte hat, indem man auch auf Marketing-Ebene Strategien hat, die einfach der 08/15-Self-Publisher nicht hat. Und da kann man mit relativ wenig Aufwand sich schon von der Masse mehr oder weniger absetzen und dann habe ich auch überhaupt kein Problem mit Konkurrenz, ganz und gar nicht. #00:39:51#

I: Okay, also mit dem Approach, immer der Erste zu sein, die beste Qualität anzubieten, interessiert einen dann automatisch der Schrott, der dann womöglich im Markt ist, nicht mehr, der ja einfach unter einem untergeht. #00:40:04#

B: Richtig. #00:40:04#

I: Das finde ich eine sehr gute Betrachtungsweise. Nichtsdestotrotz möchte ich ganz gerne noch einmal zurück auf den Punkt; sagen wir einmal man hat das Netzwerk, man hat die Dienstleister, man hat die Recherche betrieben und ist mit der Zielgruppe in Kontakt, macht da A- und B-Tests, aus deiner Erfahrung heraus und auch aus dem Coaching: Wie lange dauert es, bis dann das erste fertige Buch mit diesem Qualitätsanspruch in einem virtuellen Regal steht? #00:40:33#

B: Auch das ist eine gute Frage, da ist es auch wieder "von bis", also ich habe tatsächlich Leute, die es schaffen, solch ein Projekt innerhalb eines Monats über die Bühne zu bringen, das ist dann natürlich meist nicht das erste Projekt. Also ihr müsst euch vorstellen, wenn ihr diesen Prozess einmal komplett durchlaufen habt, dann habt ihr ja erst einmal ein grobes Verständnis dafür, was könnt ihr outsourcen, was könnt ihr automatisieren, ihr habt vielleicht auch schon die Kontakte. Der Cover-Designer, der euer erstes Buch gemacht hat, das erste Buchcover, kann natürlich dann das zweite machen und das geht alles deutlich schneller. Also es ist realistisch möglich, in ein bis zwei Monaten ein sehr hochwertiges Projekt auf den Markt zu bringen. Wenn ihr jetzt damit starten wollt, dann nehmt euch lieber Minimum zwei bis drei Monate, gerade wenn ihr auch noch viel lernen wollt nebenbei und nicht einfach, sage ich einmal, eine Wochenendaktion machen wollt und man einfach einmal etwas auf den Markt schmeißt. Das kann man natürlich auch machen, aber wenn man es professionell angehen möchte, sollte man sich da schon ein bisschen Zeit mitnehmen. #00:41:30#

I: Also zwei bis drei Monate, okay. Jetzt hast du auch von Vertrieb und Marketing gesprochen, jetzt nehmen wir an, ich habe mein erstes Buch veröffentlicht. Was sind dann so die Möglichkeiten, die Stellschrauben, um mein Buch zu promoten, wie gehe ich da am besten vor, was sind so die Schritte? #00:41:50#

B: Auch da habe ich eine ganz eigene Meinung, es gibt ja auch in dieser Self-Publishing-Szene die Meinung, man kann dann Leserunden machen und sich E-Mail-Listen aufbauen usw., und das sind alles so Dinge, wenn du die zum ersten Mal machst, wird das nicht gut funktionieren. Darüber kannst du ein paar Sales generieren, aber damit wirst du nicht dein Brot verdienen, damit wirst du nicht die Sichtbarkeit bekommen, die du wirklich brauchst, um permanent damit gute Einnahmen zu generieren. Wir haben auf Amazon den riesengroßen Vorteil, dass Amazon uns die Kunden bringt. Wir brauchen keine Ads irgendwie bei Facebook schalten, damit ein Kunde auf unsere Website kommt, der dann unser Produkt kauft, sondern die Leute sind schon auf Amazon. Und vor allen Dingen sind die da schon mit einer Kaufintention. Wir gehen nicht auf Amazon, weil wir einfach einmal ein bisschen durchscrollen wollen wie auf Instagram und einfach Langeweile haben, sondern die meisten Leute geben dort oben etwas ein, weil sie etwas kaufen wollen, und das ist ein riesengroßer Vorteil. Das heißt, wir müssen letztendlich zwei Ebenen auf Amazon ausnutzen: Und zwar einmal die SEO-Ebene, dass wir einfach über Keywords versuchen, für bestimmte Suchanfragen der Kunden organisch zu ranken, das heißt, ohne dafür Geld zu bezahlen. Wie macht man das Ganze? Indem wir mit Keywords arbeiten. Keywords kann man überall einbauen. Man kann die in dem Titel einbauen, in den Beschreibungstexten, man hat auch beim Hochladen der E-Books und der Taschenbücher die Möglichkeit, bis zu sieben Keywords zu hinterlegen, für die man dann gerankt wird. Die indexiert dann der Algorithmus und dafür wird man ausgespielt, und der große Vorteil bei Amazon ist es, das ist nicht wie bei Google, dass man erst einmal sechs Monate warten muss, bis man überhaupt einmal die Chance hat Traffic zu generieren, nennenswerten Traffic, sondern bei Amazon geht das eher nach Umsatz und Relevanz, d. h. wenn Amazon merkt: "Hey, dein Buch verkauft sich gut, es wird gut geklickt und es hat eine gute Konversionsrate", das heißt, viele Leute, die auf das Produkt klicken, kaufen es am Ende auch, dann kannst du sehr, sehr einfach nach oben kommen und zwar innerhalb von ein, zwei Wochen, wenn du dich klug anstellst. Jetzt ist natürlich die Frage: Woher kommen denn die ersten Klicks, die ersten Konversionen, wenn ich irgendwie auf Seite 2 bin, da habe ich ja keine Sichtbarkeit, wer soll das kaufen? Und da kommt jetzt der große Bereich Amazon Advertising ins Spiel. Amazon Advertising sind bezahlte Werbeanzeigen auf Amazon, das habt ihr vielleicht auch schon einmal gesehen, wenn ihr dort einen Suchbegriff eingebt, dann gibt es manche Suchergebnisse, die sind mit einem ganz kleinen "Gesponsert"-Logo markiert. Das sind Werbeanzeigen, dafür gibt jemand Geld aus, das heißt, wir bezahlen Amazon dafür, diese Werbeanzeige auszuspielen, bieten auf diesem Werbeplatz und wir bezahlen für jeden Interessenten, der dann da draufklickt. Und mit diesen Werbeanzeigen kannst du als absoluter No-Name, als absoluter Anfänger direkt vom ersten Tag an Sichtbarkeit einkaufen, und da brauchst du auch kein 5000-Euro-Werbebudget oder so etwas, da kannst du wirklich mit 100, 200 Euro monatlich schon ganz gut anfangen, kannst dann sehr, sehr viel selbst steuern, das ist natürlich auch eine Sache, in die man sich reinfuchsen muss, muss ich auch dazusagen. Also es ist mittlerweile wirklich eine Sache, auf die ich nicht mehr verzichten würde, auch als Anfänger, es gibt immer noch Leute, die sagen, "Ich traue mich da an den Bereich nicht so heran", aber du hast einen großen Nachteil, wenn du diese Werbeanzeigen nicht nutzt, und darüber kannst du dann direkt vom ersten Tag an Verkäufe generieren. Und über diese Verkäufe baust du dann quasi über den Amazon-Algorithmus mehr oder weniger Vertrauen auf, indem du Amazon zeigst, "Hey, mein Buch funktioniert." Dann gibt Amazon uns auch die organische Reichweite, indem sie uns über Keywords ausspielt, und wenn du da die Sichtbarkeit hast, dann läuft das Ding mehr oder weniger von alleine, plus noch einmal die Ad-Verkäufe on top. Und das kann dann in Summe, wenn alles glatt geht, wenn der Match-Plan aufgeht, dann geht dein Buch durch die Decke. Also es gibt echt Themenbereiche auf Amazon, die super viel Potenzial haben, von denen man teilweise auch gar nicht denkt, dass die so viel Potenzial haben. #00:45:39#

I: Das finde ich sehr spannend, vielleicht eine kurze letzte Frage dazu: Das hat natürlich Potenzial, das ist ja quasi eine Aufwärtsspirale, also wenn Amazon merkt, das ist ein geiles Buch, was da veröffentlicht wurde, das pushe ich jetzt einmal, denn Amazon hat natürlich auch ein eigenes Interesse, weil sie von jedem Buchverkauf auch profitieren. Das kann aber auch in die andere Richtung gehen, das heißt, wenn aus irgendeinem Grund etwas nicht stimmt, sei es der Bewertungstext oder der Beschreibungstext, der Titel, das Cover ist irgendwie komisch, und das Buch wird zwar vielleicht geklickt, aber nicht gekauft, dann kann es doch auch zu so einer Abwärtsspirale kommen, oder? #00:46:16#

B: Genau so sieht es aus. Also Amazon gibt dir quasi durch die Werbeanzeigen ganz am Anfang die Chance zu zeigen, ob dein Produkt funktioniert, ja oder nein. Wenn es nicht funktioniert, also wenn deine Konversionsrate zum Beispiel zu schlecht ist, dann ist es genau so eine Abwärtsspirale, wie du es angesprochen hast, dann wirst du nichts verkaufen, dann wirst du keine Sichtbarkeit bekommen und so weiter. Das Gute an Amazon ist: Es ist ein Print-on-Demand-Verfahren, das heißt, wir müssen nicht erst irgendwie tausend Exemplare drucken, die wir uns dann ins Lager legen, sondern das funktioniert so, dass wir einfach unseren Text als PDF hochladen, und jedes Mal, wenn ein Verkauf reinkommt, dann wird dein Buch erst gedruckt. Das macht Amazon vollkommen automatisiert, du hast eigentlich gar keinen persönlichen Kontakt zu deinen Büchern, die werden einfach komplett von Amazon vertrieben. Und dadurch, dass es Print on Demand ist, erlaubt Amazon uns, permanent an unserem Listing zu arbeiten, das heißt, du hast die Chance, deine Beschreibungstexte permanent zu überarbeiten, du kannst ein neues Cover hochladen, du kannst neue Bilder in deine Beschreibungstexte einfügen, du kannst vor allen Dingen auch deine Preise ändern, was viele gar nicht wissen. Wenn du über einen Verlag veröffentlichst, dann musst du dich auf einen Preis festlegen, hier kannst du permanent herumspielen mehr oder weniger, man sollte es natürlich auch nicht übertreiben. Aber das ist ein großer Vorteil, das heißt, wenn du siehst, mein Listing funktioniert nicht, dann hast du die Chance, dein Listing weiter zu verbessern, so lange, bis es dann irgendwann funktioniert. #00:47:37#

I: Jetzt haben wir viel über die Upsites gesprochen, jetzt gerade über den Vertrieb und das Marketing, es gibt ja eigentlich auch viele andere Möglichkeiten, beispielsweise über Facebook-Gruppen, dass man sich da auch irgendwie einen Bewertungstausch macht, dass man in Facebook-Gruppen für sein Buch Werbung macht: "Hier, ich habe ein Buch geschrieben, guckt euch das einmal an", oder es gibt auch diverse Dienste im Internet, die dann Newsletter verschicken, wo dein Buch mit dabei ist. Würdest du so etwas auch empfehlen zu tun oder sollte man sich tatsächlich eher auf die Bordmittel von Amazon beschränken, was das Marketing angeht? #00:48:18#

B: Das ist nachher alles nice to have, die Sachen auf Amazon müssen erst einmal sitzen. Also bevor du versuchst, irgendwelche wilden Sachen extern zu machen, fokussiere dich erst einmal darauf, intern die Sachen zu beherrschen, dann kannst du extern natürlich auch mit anderen Maßnahmen ein bisschen herumspielen. Was man auch dazusagen muss: Amazon liebt externen Traffic. Also jedes Mal, wenn du einen Käufer von extern auf Amazon bringst, der dein Buch kauft, ist das super, viel mehr wert als ein interner Kauf, weil du Amazon damit natürlich auch Kunden bringst. Extern hat man die Möglichkeit relativ viel zu machen, so die geläufigsten Sachen hast du schon angesprochen, man kann sein Buch natürlich in Zielgruppen, also in Facebook-Gruppen bewerben, es gibt verschiedene Newsletter-Anbieter, in die man sich einkaufen kann, man kann natürlich sich auch Reichweite mit Social Media aufbauen, z.B. mit Pinterest, über Facebook, über Instagram, man kann bezahlte Werbeanzeigen schalten auf Facebook, Instagram. Da muss man aber auch dazusagen, dass natürlich mittlerweile die Klickpreise so hoch sind, gerade auf Facebook, Instagram und Google, dass das kaum profitabel wird, also im Schnitt verdienen wir an so einem Buch vielleicht fünf Euro. Und da jetzt wirklich profitabel Ads zu schalten, das funktioniert nicht ganz so gut, aber gerade initial am Anfang, um erst einmal in Fahrt zu kommen, um das Buch zu pushen, um Amazon zu zeigen: "Hey, hier bin ich, ich verkaufe mein Buch!", kann man natürlich auch extern einiges machen. Da gibt es natürlich auch so Standard-Sachen: Man kann auch Leserunden machen, Zeitungsartikel veröffentlichen, so PR-mäßig, da kann man echt viel machen, aber ich bin ein großer Fan davon, sich auf die Amazon-Sachen zu fokussieren. Wenn man die drauf hat, dann kann man auch extern ein bisschen die Marketing-Trommel rühren. #00:50:01#

I: Verstehe, so, jetzt haben wir eigentlich sogar das Thema gehört, was mich noch interessieren würde aus deiner Perspektive: Für wen ist denn das Amazon-KDP-Self-Publishing-Business etwas? Und wer sollte eher die Finger davon lassen? #00:50:19#

B: Also da sage ich schon einmal ganz am Anfang: Jeder, der irgendwie reich werden möchte über Nacht, der kann es gleich lassen. Also bei diesem Business muss man natürlich daran arbeiten, das dauert ein bisschen Zeit, du musst dich weiterbilden, du musst auch Geld in die Hand nehmen. Also so eine "Get-rich-quick"-Nummer ist das auch nicht, auch wenn es da draußen Leute gibt, die versuchen, dir das so zu sagen. Und ich sage ja auch bewusst: Es ist ein sehr anfängerfreundliches Business, und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass wirklich nahezu jeder da drin Fuß fassen kann, also ich habe ganz unterschiedliche Leute schon gesehen, Leute, die einen Fulltime-Job haben, die 40, 50, 60 Stunden die Woche arbeiten, die es trotzdem geschafft haben, sich darüber etwas aufzubauen und sich vielleicht auch vom Job zu verabschieden, ich habe Leute kennengelernt, die teilweise Schüler waren, Studenten, die sich so etwas aufgebaut haben, Leute, die digitale Nomaden sind, Leute, die eine bestimmte Expertise haben in dem Bereich oder in irgendeinem Bereich, die gesagt haben: "Pass auf, ich bin Coach für Persönlichkeitsentwicklung, ich möchte ein, zwei Bücher veröffentlichen." Auch da ist es eine super Möglichkeit, um einfach Reichweite aufzubauen, um zusätzlichen Cashflow zu generieren, um vielleicht auch ein Referenzprojekt zu haben, also wer kann sich denn heutzutage schon Bestseller-Autor nennen, das ist eine Sache, die man mit Amazon relativ einfach erreichen kann, wenn man da ein bisschen herumtrickst. Auch das ist eine super Sache, also letztendlich kann es jeder machen, der bereit ist, sich dort einzuarbeiten, oder der bereit ist, natürlich Geld auszugeben, um vielleicht sich auch das Wissen einzukaufen. #00:51:52#

I: Ja, du hast es gerade gesagt, ich habe ja ein bisschen recherchiert und habe auch ein paar Aussagen von dir im "Travel Like a Boss Podcast" gefunden und da hast du sinngemäß gesagt: Das Amazon-KDP-Business ist letztendlich der Weg, sich die Freiheit zu verschaffen, an seinem eigenen Leben, an seinem eigenen Glück zu arbeiten. #00:52:18#

B: Genau, also letztendlich ist das Business-Modell für Viele auch nur ein Sprungbrett, ich muss auch dazusagen, für viele Leute sind Bücher jetzt natürlich nicht die Leidenschaft, aber es ist gerade für Anfänger eine super Möglichkeit, den Schritt in die Tür zu bekommen. Das erste Mal Online-Business, weil man auch super easy Resultate bekommt und auch schnell Resultate bekommt. Und mit diesen Resultaten kann man auch ganz gut arbeiten, dann sind die Leute motiviert, machen weiter, bauen sich vielleicht die ersten 500 Euro auf im Monat, die ersten 1000, vielleicht auch 2000. Und wenn du erst einmal diesen Cashflow hast, wenn du vielleicht nicht mehr 9 to 5 zum Job rennen musst, dann hast du die Freiheit, vielleicht auch einmal deiner Leidenschaft nachzugehen, dir vielleicht nebenbei ein Experten-Business aufzubauen, einen eigenen Online-Shop, was auch immer du machen möchtest. Aber bei Vielen scheitert es ja daran, dass sie kein Geld haben und keine Zeit haben. Und deswegen empfehle ich nahezu jedem, sich dieses Business-Modell zumindest einmal anzuschauen, weil man auch super viel lernt. Du hast es ja auch gemacht, Stefan, man lernt viel über Marketing, man lernt viel über Outsourcing, du wirst Leute kennenlernen, die du auch in anderen Business-Bereichen nachher nutzen kannst, gerade so Designer usw., du lernst, wie du Werbeanzeigen schaltest, Positionierung, ein Produkt zu launchen usw. Also es ist sehr facettenreich, und gerade für Anfänger, ich wiederhole mich sehr stark, sorry auch dafür, aber gerade für Anfänger ist es, glaube ich, eine super Sache, um wirklich Cashflow aufzubauen, viel zu lernen und den Einstieg zu schaffen. Und nicht jeder wird das fünf Jahre lang machen, aber einfach einmal starten und dann ergeben sich viele andere Sachen. #00:53:51#

I: Ja, also erst einmal: Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, deswegen genau sprechen wir ja an der Stelle, dieser Podcast hat ja auch so ein bisschen den Sinn, dass Leute, die überlegen, ein Online-Business aufzubauen, hier die Inputs finden und die Geschäftsmodelle vorgestellt bekommen. Das ist ja auch der Sinn von den Online-Business-Experten, dass man quasi, das ist einer meiner Claims letztendlich, dass man seine Vollzeitanstellung gegen ein Online-Business tauscht. Und das ist ein Prozess, der dann sukzessive ist. Du brauchst ein Business, was mit skalieren kann, es ist jetzt keine Firmengründung, wo du Venture-Kapitale einsammelst über Millionen und dich dann zwei Jahre im Keller verkriechst, um an dem nächsten iPhone zu arbeiten, sondern es ist etwas, was mit dir wachsen muss und auch kann, und das finde ich persönlich so spannend am Amazon-KDP-Self-Publishing. Ich habe immer Schwierigkeiten, den offiziellen Namen dafür wiederzugeben. Aber das finde ich so spannend daran, denn letztendlich, wenn man den Prozess einmal durchgemacht hat, und du hast recht, ich habe den Prozess auch schon einmal durchgemacht, lässt er sich auch "unbegrenzt", repetitiv immer wieder anwenden und man wird immer wieder sicherer. Was ich aber auch festgestellt habe, und wenn du da meine Versuche ansprichst, das finde ich super, ich bin nämlich auch darauf gekommen, ich habe festgestellt: Die Einstiegshürden sind relativ niedrig, jeder kann sich so einen Account anlegen, jeder kann sich ein Cover zusammenbasteln, jeder kann sich einen Text zusammenschreiben lassen womöglich auch, für relativ kleines Geld, und dann irgendetwas hochladen. Wenn es aber in die Feinheiten geht, also die Qualität vor allem, vom Text, vom Bild, von der Aufmachung, wenn es um das Abstimmen der Zielgruppe geht oder auch, was alleine schon die Amazon-Marketing-Möglichkeiten angeht, ist schon viel Wissen und Erfahrung notwendig. Von daher jetzt eine der letzten Fragen von meiner Seite: Was würdest du konkret raten? Macht es überhaupt Sinn, sich alleine mit diesem Thema zu beschäftigen, oder sollte man sich, wenn man den Wunsch hegt, in dieses Business einzusteigen, sich grundsätzlich einen Coach suchen? #00:56:12#

B: Man kann das Ganze auch alleine machen, ich sage auch dazu, natürlich, 2016, 2017, als ich damals angefangen habe, das war deutlich einfacher, Erfolge zu erzielen. Heutzutage, wie du sagst, sind die Markteintrittsbarrieren relativ niedrig, das Business-Modell gibt es jetzt auch schon ein paar Jahre und es gibt auch noch andere Leute, die das machen. Das muss man auf dem Schirm haben, das heißt, mit "schnell einmal ein Buch veröffentlichen" - ganz so einfach ist es auch nicht. Das heißt, wenn jemand das wirklich alleine machen möchte, dann sollte er sich gut einlesen. Ich sage auch dazu, ich habe einen riesengroßen YouTube-Kanal mit wirklich gutem Free-Content, über hundert Videos. Auch damit kann man super Ergebnisse bekommen, also ich bekomme immer wieder E-Mails, in denen Leute mir schreiben: "Hey, Tom, vielen Dank für deine ganzen Tipps, ich habe gerade mein erstes Buch gelauncht und habe meine ersten 300 Euro online verdient." Das kann man immer noch super schaffen, allerdings muss ich auch dazusagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass dein erstes Buch direkt ein Treffer wird und du viel Geld damit verdienst, ist jetzt nicht bei 100%. Es gibt auch einen sehr, sehr großen Anteil an Leuten, die das erste Buch veröffentlichen, dann keine Erfolge bekommen und dann so ein bisschen den Kopf in den Sand stecken. Und das ist natürlich schade. Deswegen, gerade wenn Leute sagen, ich will das wirklich verfolgen, ich will mir jemanden suchen, der das Ganze schon einmal gemacht hat, der letztendlich den ganzen Prozess schon so oft durchgegangen ist, der die ganzen Connections hat, der Vorlagen hat usw., der sollte sich lieber an einen Coach wenden, das ist so der Shortcut, die Abkürzung, und da kann man dann wirklich in sehr kurzer Zeit mit einer hohen, sehr, sehr hohen Erfolgswahrscheinlichkeit Resultate bekommen, die einen dann wieder beflügeln weiterzumachen und dann auch die Ergebnisse zu skalieren und das Geld wieder reinzubekommen, was man dafür ausgibt. Aber auch da sei gesagt, deswegen gibt es ja auch deine Plattform: Sucht euch die richtigen Coaches aus, da gibt es natürlich auch schwarze Schafe wie in jedem anderen Business-Modell auch, da sollte man wirklich die Augen offenhalten. Aber im Wesentlichen kann man es auch auf eigene Faust machen. #00:58:18#

I: Genau wie du es sagst, also von meiner Erfahrung - das soll jetzt nicht wie eine schamlose Werbung aussehen, aber mir ist es persönlich wichtig, noch einmal zu erwähnen: Ich habe es allein versucht und ich bin daran gescheitert, weil ich einfach unterschätzt habe, wie vielschichtig das ganze Thema ist. Und ich stand am Ende wirklich nicht genug hinter der Sache, hinter der Idee des Modells, um mich tatsächlich durchzusetzen und quasi noch einmal zu investieren, noch einmal zu investieren, noch einmal zu versuchen, noch einmal zu versuchen. Und ich wünschte, ich hätte tatsächlich diesen Schritt vorher gemacht und mich dann einem Coach angeschlossen, unabhängig davon, ob das jetzt du wärst oder jemand anders, hätte ich das gemacht, dann wäre das tatsächlich die Abkürzung gewesen. Und das ist etwas, darüber ärgere ich mich persönlich, weil ich viel Geld investiert habe, dieses Geld aber natürlich eher noch Lehrgeld ist bzw. Geld zum Ausprobieren ist, und man einfach auch bei der Masse an Möglichkeiten, allein was Ghostwriter, Designer angeht, wirklich in der Masse der Möglichkeiten ertrinkt, das wollte ich gerade noch einmal unterstrichen haben. Jetzt für mich, wenn wir schon bei dem Thema sind: Wie sieht denn bei dir so ein Coaching überhaupt konkret aus? #00:59:34#

B: Wir haben oder ich habe mit der Zeit ein Modell entwickelt, ungefähr seit 2018 biete ich die Coachings an, und habe am Anfang auch Einzelcoachings gegeben, d. h. ich habe mich zusammen mit den Leuten mehrere Wochen hingesetzt und zusammen bin ich mit denen einmal den kompletten Prozess durchgegangen. Das hat auch super funktioniert, aber ich habe mir so ein bisschen mein goldenes Hamsterrad erschaffen. Mein Ziel war es immer, online Geld zu verdienen, und das habe ich natürlich auch gemacht, und natürlich auch diese Freiheit zu haben. Und dann saß ich den ganzen Tag nur noch vor Skype, habe die Leute gecoacht und habe den Lifestyle eigentlich wieder komplett aus den Augen verloren. Deswegen habe ich mich jetzt dafür entschieden, die Leute in kleinen Gruppen zu coachen. Das läuft bei uns so ab, dass man zusammen einmal den kompletten Veröffentlichungsprozess durchläuft, das heißt von der Nischenrecherche bis hin zur Veröffentlichung. Wir begleiten die Leute einmal da, stellen die ganze Infrastruktur zur Verfügung, gute Kontakte teilweise, Verlagsdesigner und so weiter, Vorlagen usw., meine ganzen Strategien. Also die Leute bekommen quasi Zugriff zu einem großen Online-Bereich, dort können sie on demand Inhalte abrufen und haben dann die Möglichkeit, trotzdem noch von mir persönlich Support zu bekommen. Einmal gibt es wöchentliche Live-Calls bei uns, da kann jeder reinkommen, seine Fragen stellen, Probleme ansprechen, sich Feedback einholen, und zusätzlich hat auch jeder natürlich rund um die Uhr von mir E-Mail-Support. Das heißt letztendlich, der Support ist immer noch sichergestellt und die Leute können on demand das Ganze abrufen, keiner braucht Termine mit mir ausmachen, es ist einfach einfacher für beide Seiten, so ist zumindest meine Erfahrung. Und das Coaching ist dann so aufgebaut, dass man am Ende dieses Coachings ein eigenes Buchprojekt auf Amazon online hat, welches dann die ersten Einnahmen einbringt, und mein Ziel ist es aber vor allem auch, dass jeder das so weit verstanden hat und einmal durchlaufen hat, dass er dann selbst in die Skalierung gehen kann. Und da haben wir Leute dabei, die sagen: "Hey, ich mache zwei, drei Projekte und ich verdiene meine 2000 Euro und das reicht mir, ich fliege nach Bali und lege mich an den Strand", habe ich manchmal dabei, und dann habe ich Leute dabei, die skalieren das dann in den fünfstelligen Bereich, da muss jeder selbst gucken, was er für Zielsetzungen hat, aber ich gebe das Fundament dafür und jeder kann dann selbst Gas geben. #01:01:49#

I: Ja, cool. Im Anbetracht der Zeit, also ich habe noch eine Masse mehr Fragen, aber im Anbetracht der Zeit würde ich mich dann auf eine letzte beschränken, bevor wir hier das Interview auch beenden. Es ist eigentlich gar keine Frage, sondern eigentlich eine Beobachtung, die ich in dem "Travel-Like-a-Boss"-Podcast gemacht habe, du musst auch nicht darauf antworten, ich kann es nachher rausschneiden, wenn du keine Lust darauf hast, aber da hast du erzählt, dass du eines deiner Buchprojekte oder auch mehrere, ich bin mir gerade nicht sicher, dann auch dazu benutzt hast, dass deine Mutter in Rente gehen kann. Kannst du ein bisschen darüber erzählen? #01:02:32#

B: Genau, das war ja damals 2018 auf der (unv.), da habe ich den Johnny FD kennengelernt, der hat wie gesagt diesen Podcast und ich kannte diesen Podcast und habe auch den Johnny beobachtet. Und der Johnny hat genau das Gleiche für seine Eltern gemacht, also er hat sich ein Online-Business aufgebaut und zahlt seinen Eltern, ich glaube, 1000 Dollar pro Monat an Rente, hat deren Haus abbezahlt usw. Und genau das Gleiche habe ich mir auch als Zielsetzung gemacht, das ist einer meiner größten Motivatoren, dass ich einfach für meine Eltern sorgen kann, da muss jeder natürlich selbst schauen, was für ein Verhältnis er zu seinen Eltern hat. Einige Leute wollen sich einen Lambo holen oder sich ein Haus kaufen, für mich ist das einer meiner Motivatoren, einfach für meine Eltern da zu sein, weil ich ihnen sehr viel zu verdanken habe, sie mich immer unterstützt haben, auch auf meinem Weg, ich ein super Verhältnis habe, und das war damals eine Idee, die ich hatte, dass ich ein Buchprojekt rausbringe. Das habe ich quasi für meine Eltern gemacht, dieses Buchprojekt hat super funktioniert, das hat, glaube ich, über 1000 Euro pro Monat an Gewinn eingebracht, mittlerweile muss ich dazusagen, dass dieses Buchprojekt nicht mehr ganz so stark ist, also ich glaube, es ist im Bereich von 200 Euro, also es ist schon nahezu zu vernachlässigen, aber ich habe natürlich immer noch an meine Eltern gedacht, da muss ich jetzt nicht genauer darauf eingehen. Aber das war damals so die Story und ich wollte damit auch bezwecken, dass sich vielleicht auch der ein oder andere ein bisschen davon inspirieren lässt, weil ich das bei dem Johnny damals ziemlich cool fand, und wir wollten da einfach einmal hervorheben, dass man auch einmal an seine Eltern oder an sein Umfeld, es müssen ja nicht immer die Eltern sein, Oma und Opa oder die Freundin, denken sollte. #01:04:15#

I: Ja, also ich habe das jetzt extra hier auch noch einmal erwähnt, weil ich das wirklich toll finde. Mehr musst du mir über dich gar nicht erzählen. Ich finde das auf der einen Seite sehr toll und erwähnenswert, auf der anderen Seite dreht es auch ein bisschen die Perspektive auf dieses Geschäftsmodell und auf das Online-Business generell. Wenn man auf Instagram unterwegs ist, dann sieht man die Leute an tollen Stränden sitzen, auf irgendeiner Yacht sitzen, einmal unabhängig davon, was da Fiktion und Realität ist, kommt man immer so ein bisschen, das ist so zumindest bei mir, dass das einen Selbstbezug hat. Also es geht um mich, ich möchte meine Zeit gut verleben, ich möchte mich aus dem Hamsterrad befreien, "Guckt her, jetzt sitze ich im Lamborghini, habe die tolle Uhr", und was es da noch so gibt, aber dann zu sagen: "Du kannst auch so etwas aufbauen, um quasi in deinem Umfeld, und das ist ja jetzt nicht auf Familie festgelegt, es kann ja beispielsweise sein, dass man ein Buchprojekt ins Laufen bringt, und das finanziert von seinen Einnahmen ein Tierheim oder so etwas. Du kannst damit tatsächlich Gutes tun, du kannst nicht nur dir Gutes tun, sondern du kannst auch deinem Umfeld Gutes tun. Und ich finde, das hat noch einmal eine ganz neue Qualität von dem Ganzen, und das sollte man auf jeden Fall, wenn man darüber nachdenkt, in diese Richtung zu gehen, im Hinterkopf behalten, dass auch so etwas möglich ist und genutzt werden kann. #01:05:56#

B: Definitiv, definitiv. Ich hatte auch vor Kurzem einen Coaching-Clienten, der im Bereich Umweltschutz etwas gemacht hat, und der hat tatsächlich auch einen Teil seiner Bucheinnahmen dann an irgendeine Organisation gespendet. Das kann man natürlich auch als Marketing-Sache missbrauchen, aber es war tatsächlich so, dass er das gemacht hat und das fand ich dann auch gut. Was natürlich bei dieser ganzen Sache, die wir jetzt angesprochen haben - Ich weiß, es hört sich immer sehr geldgetrieben an, wir wollen uns alle ein Online-Business aufbauen usw., aber im Kern, was wir damit machen, mit diesen Büchern, ist, dass wir natürlich Menschen damit weiterhelfen. Und das geht oft verloren bei diesen ganzen Online-Business-Geschichten, im Wesentlichen basiert jedes Online-Business darauf, dass wir jemandem helfen, dass wir ein Problem lösen, jemanden von A nach B bringen, und auch das ist letztendlich die Grundlage dieses Business-Modells. Und es werden auch nur die Leute Erfolg haben, die das im Hinterkopf haben, die sich darauf fokussieren und nicht nur: "Okay, wie kann ich jetzt meine Einnahmen skalieren, wo kaufe ich mir irgendwelche Rezensionen", oder welchen Schwachsinn auch immer. #01:07:00#

I: Ja, sehr schönes Schlusswort, es geht nichts darüber, als dass man tatsächlich den Leuten hilft und vielleicht auch die eigenen Bestrebungen, jetzt damit dein Geld zu verdienen, nach hinten stellt und tatsächlich den Hilfe-Aspekt nach vorne stellt. #01:07:14#

B: Genau. #01:07:13#

I: Genau, mit Blick auf die Uhr, wie gesagt, ich könnte noch ein paar halbe Stunden weiter mit dir reden, aber in Anbetracht dessen, dass wahrscheinlich Leute nach einem fünfeinhalb-Stunden-Podcast abschalten, sollte man auf die Zeit jetzt achten. Und ich bedanke mich bei dir, Tom, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und ich denke auch, dass es hat für den Zuhörer sehr viel Mehrwert geboten hat. Ja, dann wie gesagt: Vielen Dank für deine Zeit und für die Einsichten in das Thema, und dann bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als dir einen schönen Abend zu wünschen. #01:07:55#

B: Vielen Dank, Stefan. Auch noch einmal vielen Dank für die Möglichkeit, dass wir uns hier unterhalten, es war ein sehr, sehr angenehmes Gespräch, ich hoffe, für den einen oder anderen war da etwas dabei, selbst wenn jetzt jemand sagt, es ist nichts für mich, ist es auch vollkommen in Ordnung, aber ich möchte das so einfach einmal als Möglichkeit aufzeichnen oder aufzeigen. Für die Leute, für die das etwas ist, kann ich nur noch einmal meinen YouTube-Kanal "Nomad Publishing" ans Herz legen, ihr könnt mich auch jederzeit erreichen, einfach Tom@Nomad-Publishing.de und ansonsten vielen, vielen Dank noch einmal, Stefan, auch dir noch einen schönen Abend, und vielleicht machen wir in ein paar Jahren noch einmal einen Podcast. #01:08:32#

I: Das würde mich auf jeden Fall freuen, vielen Dank, Tom, mach's gut. #01:08:35#

B: Vielen Dank, mach's gut, tschau tschau. #01:08:37#

I: Tschau! #01:08:37#